Iwan Turgenjew

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Autor von Vorabend, Das Adelsgut und weiteren Büchern.

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Das Adelsgut

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Neu erschienen am 15.10.2018 als Hardcover bei Manesse.

Aufzeichnungen eines Jägers

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Neu erschienen am 24.09.2018 als Hardcover bei Hanser, Carl.

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Vorabend

Vorabend

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Erschienen am 01.01.1976
Das Adelsgut

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Erschienen am 15.10.2018
Die schönsten Liebesgeschichten

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Aufzeichnungen eines Jägers

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Erschienen am 24.09.2018
Rudin / Ein Adelsnest

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Erschienen am 01.01.1976
Väter und Söhne

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Neue Rezensionen zu Iwan Turgenjew

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Rezension zu "Das Adelsgut" von Iwan Turgenjew

...mit einer Sprache, die mich begeistert hat!
AndreasKueckvor einem Monat

Dieses Adelsgut – irgendwo in der Pampa von Russland – hat eine wechselvolle Geschichte, eine Geschichte voller Entbehrung, Liebe, Leidenschaft, Verzicht…

Ebenso wechselvoll gestaltete sich das Leben von Fjodor Lawretzki, der nach seinem Studium in Moskau, einer gescheiterten Ehe in Paris und ereignisreichen Jahren in Italien endlich auf seinen Familiensitz zurückkehrt. Nach Jahren des unsteten Lebens sehnt er sich nach Beständigkeit und Traditionen. In Lisa, der Tochter seiner Cousine, scheint er eine treue Partnerin gefunden zu haben. Doch Lawretzki ist nach wie vor verheiratet, und eine Beziehung mit diesem jungen Mädchen im konservativ-katholischen Russland wäre gänzlich unmöglich…!

Auf über 300 Seiten portraitiert Iwan Turgenjew die Gesellschaft Russlands des 19. Jahrhunderts: Es passiert in diesem Roman im Grunde genommen nichts weltbewegend Neues. Im Grunde genommen finden sich in diesem Roman alle Zutaten für eine kitschig-süßliche Schmonzette. Was dies verhindert? Die Sprache…!

Ich lese die Sätze und bin bezaubert: Turgenjew wählt die Worte mit Bedacht, reiht sie wie Perlen auf einer Schnur auf und vereint sie zu großer Formulierkunst. Er kreiert Bilder mit diesen Worten. Seine Sprache ist voller Wehmut und Melancholie und entbehrt auch nicht einer gewissen Ironie.

Ich lese die Sätze und bin begeistert: Lange Text-Passagen kommen gänzlich ohne Dialoge aus. Vielmehr stellt er sich in seiner Erzählweise als Vermittler an die Seite des Lesers und beschreibt ihm die Situationen. Dies gelingt ihm mit viel Leidenschaft und Verständnis für seine Protagonisten. Die Dialoge, besonders die Wortwechsel der gehobenen Gesellschaft, besitzen dafür einen feinen Witz.

Ich lese die Sätze und bin gefangen: Die grazile Sprachmelodie nimmt mich für sich ein. Einige Sätze lese ich mit Freude zum wiederholten Mal und zolle innerlich auch der Übersetzerin Christiane Pöhlmann meinen uneingeschränkten Respekt.

„Eine Sprache mit Geschick handhaben heißt, eine Art Beschwörungszauber treiben.“ Charles Baudelaire

Mit „Das Adelsgut“ von Iwan Trugenjew halte ich zum ersten Mal einen Band aus der „Manesse Bibliothek“ in meinen Händen: Ich liebe schöne Bücher und würde einem gebundenen Buch immer den Vorrang geben. Der Manesse-Verlag gestaltet diese Reihe äußerst geschmackvoll und sehr hochwertig. Es kommt eben nicht nur auf den Inhalt an!

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Giselle74s avatar

Rezension zu "Das Adelsgut" von Iwan Turgenjew

Liebe und Melancholie
Giselle74vor einem Monat

Kürzlich stellte sich bei einem Gespräch die Frage, wen denn eigentlich bei Rezensionen "dieses ganze Geschwafel über Ausstattung und Lesebändchen - ja oder nein - und derartige Dinge" interessiere. Nun, mich. Und zwar sehr. Gibt es mehrere Ausgaben eines Buches, nehme ich mit Sicherheit erstens die gebundene und zweitens die mit Lesebändchen. Und bei einem Verlag wie Manesse kann es mir passieren, dass mich der Inhalt überhaupt nicht interessiert, aber das Buch so schön ist, dass ich es trotzdem  haben will. In diesem Fall war das ganz sicher nicht so, aber dazu kommen wir gleich. Bleiben wir noch ein bißchen bei der Ausstattung. Fast nichts macht mich so glücklich wie eine liebevolle und wohldurchdachte Ausgabe eines Werkes der Weltliteratur, eine, wo Schutzumschlag, Lesebändchen und Vorsatz eine Einheit ergeben, eine mit sinnvollen Anmerkungen und einer Einführung in Werk, Leben und Zeit des betreffenden Autors. Das gelingt kaum einem Verlag so durchgehend auf gleichbleibendem Niveau wie Manesse. Und dafür möchte ich mich einfach mal bedanken bei den Menschen, die sich so viele Gedanken machen und diese dann so liebevoll umsetzen. Also ganz, ganz lieben Dank für diese wunderschönen Bände!

Und hier beginnt nun die Rezension für Kaltduscher und Lesebändchenverachter. Alle anderen lesen hoffentlich auch weiter...

Ich habe schon immer ein besonderes Verhältnis zu russischer Literatur gehabt. Ich liebe die Sprache seit ich in der Schule die Möglichkeit hatte, sie zu lernen. Das war an westdeutschen Schulen nicht üblich, daher war es ein glücklicher Zufall, dass es bei uns eine Lehrerin für Deutsch und Russisch gab, die nachmittags eine AG eingerichtet hat, um uns Sprache und Kultur zu vermitteln. Mit fünfzehn, sechzehn Jahren habe ich dann angefangen, mich durch die russische Literatur zu lesen: Dostojewski, Tolstoi, Puschkin, Gogol, Tschechov... Kein Turgenjew. Warum? Das weiß ich nicht. Es ist mir aber wieder einmal bewußt geworden als ich "Das Adelsgut" entdeckte. Und so ist diese Erzählung tatsächlich meine erste Berührung mit diesem so wunderbar lyrischen Schriftsteller.
Ich kann mir vorstellen, dass der Inhalt heutzutage die Geister scheidet. Der unglücklich verheiratete Fjodor Lawretzki verliebt sich in Lisa, die tugendhafte Tochter einer Verwandten. Als er eine Meldung vom Tod seiner Frau erhält, scheint das Glück kurz möglich, wird aber durch ihr persönliches Erscheinen zunichte gemacht. Lisa geht daraufhin in ein Kloster.
Ich persönlich tue mich immer sehr schwer mit religiöser Schwärmerei und dem Versuch, andere zu einem entsagungsvollen Leben zu zwingen. Von daher musste Lisa mir sehr fremd bleiben. Ich glaube auch, dass der liebe Fjodor vom Regen in die Traufe gekommen wäre, aber darum geht es eigentlich nicht. An der Geschichte selbst ist nichts Besonderes. Ähnliches wurde schon zig Male geschrieben. Älterer Mann liebt unschuldiges junges Mädchen und möchte durch diese Liebe sein Leben quasi neu starten.
Aber wie sie geschrieben wurde, dass ist schlicht wundervoll. Turgenjew lässt sich Zeit. Für Gespräche, Einrichtung, Charakterbeschreibungen, Lebensläufe. Er lässt eine ganze Welt entstehen, die des russischen Adels um 1842 mit seinen Landgütern, Kutschen, Bediensteten, mit seinen Eigenheiten und der Zerrissenheit zwischen traditionellem Russland und dem eleganteren Europa, zwischen Landesliebe und dem Wunsch auf der Höhe der Zeit zu sein. Durch das ruhige überlegte Erzählen erhält die Geschichte einen Fluss, der verhindert, dass man das Buch zwischendurch weglegen möchte. Man liest, ohne zu merken, dass die Zeit vergeht. Das Bemerkenswerte daran ist, dass gar nicht so viel passiert. Man sitzt am Klavier, man spielt Karten, man geht zur Messe, man plaudert. Und zwischen all diesen Alltäglichkeiten erblüht und vergeht eine Liebe und ein junges Mädchen nimmt den Schleier, um der grausamen Welt zu entsagen. Das ist exzellent komponiert und so wundervoll formuliert, dass man eigentlich ständig ganze Passagen vorlesen möchte. Ich bin also sehr glücklich mit meiner ersten Begegnung mit Turgenjew, und werde sicherlich weitere folgen lassen.

Ich danke dem Manesse Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

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Wedmas avatar

Rezension zu "Die schönsten Liebesgeschichten" von Iwan Turgenjew

Ein schönes, erfüllendes Leseerlebnis. Klare Leseempfehlung!
Wedmavor einem Monat

„Die schönsten Liebesgeschichten“ von Iwan Turgenew (1818-1883) habe ich sehr gern gelesen und empfehle sie auch gern weiter. Ein schönes Geschenk an die Leser zu seinem 200. Jubiläum.

Klappentext beschreibt den Inhalt sehr gut: „Iwan Turgenjews Prosawerke gehören zusammen mit den Romanen Lew Tolstojs und Fjodor Dostojewskis zu den Höhepunkten des russischen Realismus im 19. Jahrhundert. Neben Lyrik, Dramen und seinem berühmten Roman Väter und Söhne hat Turgenjew zahlreiche Erzählungen verfasst. Seine melancholischen Liebesgeschichten nehmen dabei einen besonderen Rang ein. Dieser Band enthält die schönsten davon. Ausgangspunkt ist zumeist ein psychologisch besonderer Fall, oft mit geheimnisvoller Komponente – wofür in den Romanen des Zeitkritikers kaum Platz war.“

Es sind neun Geschichten insg. Die ersten zwei sind eher kurz, 13 und 15 S., die weiteren fallen länger, 35-80 S., und deutlich komplexer aus.

Mir war, als ob ich Russland 1840-1860 Jahre besucht hätte.

Gerade die ersten Geschichten bezaubern durch Naturbeschreibungen, die nicht nur von ihrer Schönheit ein Lied singen, vielmehr legen sie Zeugnis von der wohl geübten Beobachtungsgabe des Autors und seinem schriftstellerischen Können ab.

Bei den Naturbeobachtungen bleibt es wohl freilich nicht. Jede der neun Geschichten hat zutreffende Aussagen, was menschliche Natur anbetrifft, damals wie heute, viele tragen auch einen gesellschaftskritischen Charakter, was man oft eher zwischen den Zeilen herausliest. Die Rolle der Frau wurde allerdings sehr deutlich thematisiert.

Oft fiel Turgenews Lebensweisheit auf, die er mit seinen Lesern gern teilt, z.B. in „Faust“, der Geschichte, die in Briefform verfasst ist, was auch den Inhalt optimal zum Leuchten bringt. Da schreibt ein Gutsbesitzer mittleren Alters, der irgendwo in russischer Provinz auf seinem Gut lebt, seinem Freund, was ihm im Sommer 1850 passiert war. Natürlich ist es eine Liebesgeschichte, psychologisch fein, mit subtil steigender Spannung, die mich bis zum Schluss gefesselt hielt, auch weil ich erfahren wollte, wie sich das ganze Gebilde aus neu entflammter Liebe, Pflichtgefühlen, neu gewonnenen Einsichten usw. auflöst. Wie so oft im Realismus gab es kein besonders glückliches Ende, was diese Werke wiederum stimmig und lebensecht macht.

In allen Geschichten war ich sehr beeindruckt von Turgenews Art, die Frauen, ob jung oder reif, so authentisch zu zeichnen, dass sie mir zum Greifen nah erschienen. Von „Asja“, spielt übrigens in Deutschland am Rein, dort wo die Weinreben die umliegenden Berge zieren, unter den jungen vermögenden Kleinadeligen, die sich dort zufällig treffen und eine Art Freundschaft anfangen, war ich hin und weg. Hier ist Turgenew nicht nur ein komplexer Frauencharakter gelungen, er vermochte die Liebe und die Unmöglichkeit ihrer Erfüllung so in Worte zu fassen, dass all dies noch lange nach dem Umblättern der letzten Seite nachhallte.

In der letzten Geschichte (Klara Militsch) beweist Turgenew nicht nur seine Beobachtungsgabe, sondern auch seinen Humor. Fein ironisch zeichnet er so manchen möchte-gern-Künstler, die am Anfang auftreten. Diese Gestalten standen sofort klar vor meinem inneren Auge. Ich musste paarmal schmunzeln und nicken: Passt. Wie dem wahren Leben entsprungen. Die Geschichte nahm einen eher mystischen Verlauf. Sehr gekonnt erzählt.

Eine Geschichte pro Abend, genüsslich langsam gelesen, erwies sich als ein guter Ansatz: Einerseits um genug Raum diesen Meisterwerken zu geben, damit sie sich zur vollen Größe entfalten können, andererseits um zu gewährleisten, dass das Buch nicht allzu schnell durchgelesen wird. Ich freute mich, abends zu diesem Band zurückzukehren, um in diese vergangene Epoche wieder einzutauchen.

Das Coverbild passt hier übrigens sehr gut, denn diese Atmosphäre durchdringt viele der hier zusammengefassten Geschichten.

Paar Sätze fürs Zitatenheft:

„Mit dem Glück verhält es sich wie mit der Gesundheit: Wenn wir es nicht bemerken, heißt es, dass wir es haben.“ S. 116.

„Jeder ist also Schöpfer und zugleich Geschöpf seines Schicksals.“ S. 145.

„Der Verstand einer Frau ist besser als viele Gedanken.“ S. 154.

„Das Glück ist nicht im Sturm zu erobern. Aber man sollte nie vergessen, dass nicht das Glück, sondern die Würde des Menschen das wichtigste Ziel im Leben ist.“ S. 160.

Es gibt noch viel mehr davon. Sie entfalten aber ihre Aussagekraft, wenn man sie eingebettet in der jeweiligen Geschichte liest.

Mir hat es viel Spaß gemacht, Turgenew (wieder) zu lesen: In die damalige Zeit einzutauchen; die Welt durch die Augen seiner Figuren zu sehen; zu begreifen, was für sie wichtig war und warum; was ihnen Leid oder Freude bereitete; wie viel für sie Liebe bedeutete uvm.

Nach einer Pause lese ich das Buch bestimmt nochmals. Ein schönes, erfüllendes Leseerlebnis.

5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

Taschenbuch, 426 Seiten, Insel Verlag, 13.08.2018.

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Gespräche aus der Community

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Apfelgruens avatar
Herzlich willkommen zu einer weiteren Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur"!

Im September lesen wir zusammen "Väter und Söhne" von Iwan Turgenjew.

Väter und Söhne ist der bekannteste Roman von Iwan Turgenew. Er wurde 1861 geschrieben; im selben Jahr hatte der russische Zar Alexander II. die Leibeigenschaft abgeschafft. Turgenew stellte in diesem Roman schon die neuen Verhältnisse und Anschauungen der jüngeren Generation dar, die der „Söhne“ (korrekt übersetzt heißt der Roman eigentlich „Väter und Kinder“). Der Romanstoff behandelt die gesellschaftlichen Konflikte zwischen den liberalen Slawophilen und den westlich orientierten Nihilisten und führte nach der Veröffentlichung im zaristischen Russland zu literarischen Kontroversen, die Turgenew veranlassten, sein Land zu verlassen.
(Quelle: Wikipedia)

Die Leserunde beginnt am 1. September und wir freuen uns über jeden, der mit uns liest!
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Zusätzliche Informationen

Iwan Turgenjew wurde am 09. November 1818 in Orjol (Russland) geboren.

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