Iwan Turgenjew

 4 Sterne bei 67 Bewertungen
Autor von Erste Liebe, Das Adelsgut und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Iwan Turgenjew

Iwan Sergejewitsch Turgenjew wurde 1818 auf dem Gut Spaskoje im Gouvernement Orel als Sohn einer Adelsfamilie geboren. Er studierte in Moskau, St. Petersburg, Berlin und lebte dann lange im Ausland. Berühmt wurde er mit seinen Aufzählungen eines Jägers (1852); durch seine Romane (Väter und Söhne, Ein Adelsnest, Neuland, Rauch) und durch seine großartigen Erzählungen wurde er einer der bedeutendsten europäischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Er starb 1883 in Bougival bei Paris.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Iwan Turgenjew

Cover des Buches Erste Liebe (ISBN: 9783458348382)

Erste Liebe

 (36)
Erschienen am 25.04.2005
Cover des Buches Fantastische Erzählungen (ISBN: 9783866475007)

Fantastische Erzählungen

 (4)
Erschienen am 31.01.2010
Cover des Buches Das Adelsgut (ISBN: 9783717524489)

Das Adelsgut

 (4)
Erschienen am 15.10.2018
Cover des Buches Vorabend (ISBN: B002VFHJZ6)

Vorabend

 (4)
Erschienen am 01.01.1976
Cover des Buches Tagebuch eines Überflüssigen (ISBN: 9783943999563)

Tagebuch eines Überflüssigen

 (1)
Erschienen am 19.04.2021
Cover des Buches Aufzeichnungen eines Jägers (ISBN: 9783446260184)

Aufzeichnungen eines Jägers

 (1)
Erschienen am 24.09.2018
Cover des Buches Rudin / Ein Adelsnest (ISBN: B0033WY6UC)

Rudin / Ein Adelsnest

 (1)
Erschienen am 01.01.1976

Neue Rezensionen zu Iwan Turgenjew

Cover des Buches Tagebuch eines Überflüssigen (ISBN: 9783943999563)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Tagebuch eines Überflüssigen" von Iwan Turgenjew

Lebensbeichte
aus-erlesenvor 6 Monaten

Wenn Tschulkatorin nur wüsste, welch Schnippchen er dem Schicksal noch schlagen wird. Irgendwas um die Dreißig hat ihm der Arzt salbungsvoll gerade mitgeteilt, dass es mit ihm bald zu Ende gehen wird. Der Landbesitzer, den keiner wirklich braucht. Der sein Auskommen hat. Alles vorbei, bevor das Leben richtig begonnen hat. Es ist Ende März im Jahr achtzehnhundertirgendwas. Tschulkatorin, der Mann ohne Vornamen, ohne Zweitnamen, in Russland immer der Name des Vaters mit einem –witsch hintendran, hat nicht mehr viel zu erwarten. Auch niemandem, dem er gegenüber Rechenschaft ablegen muss. Im engeren Sinne ein freier Mensch. Doch er ist nicht glücklich. In der Blüte des Lebens einsehen zu müssen, dass man bald verblüht, dass die Blüte nicht einmal richtig stattgefunden hat, ist hart. 

Nun sitzt er da. Aber er lässt den Kopf nicht hängen. Er beginnt Tagebuch zu schreiben. Ob es eine dicke Lebensbeichte wird oder nur ein fast leeres Blatt Papier, kann er nicht wissen. Trotzdem schreibt er. Nur für sich. Wie er meint. Doch an so mancher Stelle, tritt Zorn zu Tage. Spricht er Menschen an. Sie werden ihn nicht erhören. 

Tschulkatorin erinnert sich an die gefühlskalte Mutter. Und an den Tag, an dem der geliebte Vater röchelnd verstarb. Und an Lisa! Ja, sie war es. Die große Liebe seines Lebens. Unbeachtet ließ sie ihn sie im Arm halten, entschied sich für einen Anderen. Beim Tanz ließ sie ihn abweisen, entschied sich für einen Anderen. Und Tschulkatorin? Er konnte Lisa nicht vergessen. Kein noch so harter Schlag konnte ihn jemals verletzen. Er war sowieso ein Überflüssiger – in der russischen Literatur ein gern gewählter Charakter. 

Schon bald entfaltet sich der Frühling in seiner ganzen Pracht. Die Vögel werden singen, die Knospen sprießen, das Leben wird zurückkehren. Nicht für Tschulkatorin. Der erste April (vielleicht wird es auch der zweite sein, doch der erste klingt für ihn natürlich viel besser) wird der Tag sein, an dem sein Schicksal besiegelt sein wird. Er wird abtreten. Wird es jemand merken? Sei’s drum. Er wird gehen, das weiß er. Draußen scheint die Sonne grell und bricht das Grau des Winters entzwei. Tschulkatorin wird aufbrechen in eine neue Zeit…

Iwan Turgenjew lässt einmal mehr einen Helden scheitern, ihn aber nicht zerbrechen. Tschulkatorin weiß, dass er gehen muss. Es ist weder Erlösung noch Angst, die ihn umtreibt. Er schreibt, um sich sein eigenes Leben vor Augen zu führen. Ob es jemals von jemand anderem gelesen wird, ist ihm gleich. Er wertet nicht, warum auch? Er war und ist ein Mensch, den es gab und gibt. Nicht mehr, nicht weniger. Dieses Tagebuch hingegen ist ein kurzweiliges Erinnerungsstück an einen Menschen, den man schnell vergisst. Aber von einem Autor, der nicht in Vergessenheit geraten darf!


Kommentieren0
1
Teilen
Cover des Buches Erste Liebe (ISBN: 9783458348382)Monika_Brigittes avatar

Rezension zu "Erste Liebe" von Iwan Turgenjew

Ach ja, noch einmal jung sein und der ersten Liebe Leid erdulden...
Monika_Brigittevor 3 Jahren

"Dadurch eben ist die Poesie schön, dass sie uns sagt, was nicht ist, und das nicht nur besser ist als das, was ist, sondern sogar der Wahrheit näher kommt...Das man nicht lieben kann, was man lieben möchte, aber nicht kann!" S. 38

1833, Wladimir Petrowitsch ist 16 Jahre alt als er seine erste Liebe, die Fürstentochter Zinaida Alexandrowna kennenlernt. So weit so gut, doch  natürlich gibt es da einen Hacken... Sie ist fünf Jahre älter und in einen anderen verliebt. Doch wer ist der geheimnisvolle Verehrer und warum verhält sie sich so sprunghaft in ihrem Umgang mit Wladimir?
"Fürchte dich vor Frauenliebe, fürchte dich vor diesem Glück, diesem Gift." S.77

Eine absolut zeitlose Novelle, die im Jahre 1860 veröffentlicht wurde, eine Geschichte die ans Herz geht und einen über die wahre Liebe nachdenken lässt.
Eine gefühlvolle, aber auch schmerzhafte Darstellung einer ersten Liebe- zeitlos und mit einer sprachlichen Leichtigkeit, die Freude macht. 
Sehr zu empfehlen, wenn man auf der Suche nach eindrucksvollen kurzen Klassikern ist. Ich hatte die Geschichte an einem Abend durch.

Kommentieren0
26
Teilen
Cover des Buches Das Adelsgut (ISBN: 9783717524489)Pongokaters avatar

Rezension zu "Das Adelsgut" von Iwan Turgenjew

Als wenn es von Fontane wäre (neu und überzeugend übersetzt)
Pongokatervor 3 Jahren

Wie ich gelesen habe, soll in Russland der Roman "Ein Adelsnest" noch populärer sein als das in Deutschland meist hervorgehobene Werk "Väter und Söhne". Aus meiner Sich sind beide Werke perfekt! Der Roman "Das Adelsnest" ist sicher weniger gesellschaftsbezogen, sondern stellt die Liebe und ihr Scheitern in den Mittelpunkt. Dabei hat die Geschichte einen gleichzeitig unwahrscheinlichen und doch glaubhaften Verlauf. Das Ende ist von tief bewegender Traurigkeit und Melancholie. Vieles hat mich beim Hören dieser Geschichte an Fontane erinnert. Und gibt es ein größerers Kompliment als das Urteil, das "Ein Adelsnest" auf einer literarischen Höhe wie die besten Werken von Theodor Fontane steht.

Die Neuübersetzung kann sich durchaus mit der Übersetzung der Hörbuchfassung der SWR-Edition (Sprecher: Peter Fitz) messen. Der neue Titel allerdings, der -anders als alle vorhergehenden Übersetzungen- aus dem "Adelsnest" (obwohl wörtlich genauso im Russischen) ein "Adelsgut" macht, ergibt vor dem Hintergrund des Romaninhalts keinen Sinn.

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Iwan Turgenjew wurde am 09. November 1818 in Orjol (Russland) geboren.

Community-Statistik

in 113 Bibliotheken

von 13 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks