Iwan Turgenjew

 4,1 Sterne bei 69 Bewertungen
Autor von Erste Liebe, Das Adelsgut und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Iwan Turgenjew

Iwan Sergejewitsch Turgenjew wurde 1818 auf dem Gut Spaskoje im Gouvernement Orel als Sohn einer Adelsfamilie geboren. Er studierte in Moskau, St. Petersburg, Berlin und lebte dann lange im Ausland. Berühmt wurde er mit seinen Aufzählungen eines Jägers (1852); durch seine Romane (Väter und Söhne, Ein Adelsnest, Neuland, Rauch) und durch seine großartigen Erzählungen wurde er einer der bedeutendsten europäischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Er starb 1883 in Bougival bei Paris.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Aufzeichnungen eines Jägers (ISBN: 9783988283832)

Aufzeichnungen eines Jägers

Neu erschienen am 14.11.2022 als Taschenbuch bei Gröls Verlag.
Cover des Buches Aufzeichnungen eines Jägers (ISBN: 9783988284839)

Aufzeichnungen eines Jägers

Neu erschienen am 14.11.2022 als Gebundenes Buch bei Gröls Verlag.

Alle Bücher von Iwan Turgenjew

Cover des Buches Erste Liebe (ISBN: 9783867414807)

Erste Liebe

 (37)
Erschienen am 06.08.2010
Cover des Buches Das Adelsgut (ISBN: 9783717524489)

Das Adelsgut

 (5)
Erschienen am 15.10.2018
Cover des Buches Fantastische Erzählungen (ISBN: 9783866475007)

Fantastische Erzählungen

 (4)
Erschienen am 31.01.2010
Cover des Buches Vorabend (ISBN: B002VFHJZ6)

Vorabend

 (4)
Erschienen am 01.01.1976
Cover des Buches Tagebuch eines Überflüssigen (ISBN: 9783943999563)

Tagebuch eines Überflüssigen

 (1)
Erschienen am 19.04.2021
Cover des Buches Aufzeichnungen eines Jägers (ISBN: 9783446260184)

Aufzeichnungen eines Jägers

 (1)
Erschienen am 24.09.2018

Neue Rezensionen zu Iwan Turgenjew

Cover des Buches Das Adelsgut (ISBN: 9783717524489)
MarcoLs avatar

Rezension zu "Das Adelsgut" von Iwan Turgenjew

Ein wahrhaftiger Klassiker der russischen Literatur.
MarcoLvor 6 Monaten

Fjodor Lawretzki zieht es zurück in seine Heimat. Nachdem er turbulente Zeiten in Paris und Italien erlebte, möchte er sich gerne wieder zu Hause niederlassen. Ruhe und Beschaulichkeit, ja sogar russische Traditionen, sollen wieder mehr Platz in seinem Leben finden. Nach den Reisen durch die Städten bevorzugt er den Aufenthalt auf dem Land. Ein besonders verwahrlostes Landgut in seinem Besitz hat es ihm besonders angetan. Es wird wieder hergerichtet und wohn- und auch herzeigbar gemacht. Und eine neue Liebe, sehnsüchtig, verzehrend, unerfüllt, bemächtigt sich seiner. Lisa ,die junge, sehr tugendhafte Tochter seiner Cousine, hat ihm den Kopf verdreht, zumindest glaubt er das. Ob er, als weltgewandter Herr, sich den strengen Regeln des keuschen, erzkatholischen Russlands unterordnen kann, sei dahingestellt. Zudem ist er immer noch verheiratet, auch wenn diese Bindung nicht von Glück und Überschwang gesegnet ist. Im Prinzip klingt der Inhalt, der ganze Rahmen dieses im Jahr 1842 spielenden Romans wie eine leidvolle Lovestory (quasi älterer Herr verliebt sich in junge Frau). Doch dem ist nicht so. Es ist nur ein Konstrukt für den Autor, um all das zu erzählen, was ihm wohl wichtig erschien.
Turgenjew malt mit seinen Worten unglaubliche Bilder der damaligen Zeit. Auch wenn die Handlung selbst dahin weht wie ein laues Lüftlein, so merkt man, welcher Sturm der schreibenden Leidenschaft sich in den Zeilen verbergen mag. Das leidende „Ich“, charakteristisch für seine Protagonisten, wird eingebaut in eine Welt des russischen Landadels mit allem was dazu gehört. Manchmal kommt es einem vor wie eine ruhige Kamerafahrt durch die Landgüter, lauscht Gesprächen, bestaunt deren Leben zwischen russischer Tradition und dem Wunsch, am aufblühenden Wandel Europas teilzunehmen, und nimmt als Leser in gewisser Art selbst daran Teil.
Ruhig, ohne Hektik, entsteht so ein fein skizziertes, oftmals kritisch beleuchtetes Portrait der damaligen Gesellschaft. Die russische Wehmut plätschert sanft an die Ufer, ohne zu überfluten. Und selbst eine gewisse Ironie, besonders in den Dialogen, fehlt nicht, spiegelt sich gar in versteckter Kritik wider.
Ein ganz großes Lob geht an die Übersetzerin für diese sehr wundervolle Arbeit.
Meine Leseempfehlung richtet sich an alle Freunde klassischer und russischer Literatur, oder jene welche es noch werden wollen.
Das Buch selbst ist, wie immer beim Manesse Verlag, ein Fest für Haptik und Optik. 

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Cover des Buches Tagebuch eines Überflüssigen (ISBN: 9783943999563)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Tagebuch eines Überflüssigen" von Iwan Turgenjew

Lebensbeichte
aus-erlesenvor 2 Jahren

Wenn Tschulkatorin nur wüsste, welch Schnippchen er dem Schicksal noch schlagen wird. Irgendwas um die Dreißig hat ihm der Arzt salbungsvoll gerade mitgeteilt, dass es mit ihm bald zu Ende gehen wird. Der Landbesitzer, den keiner wirklich braucht. Der sein Auskommen hat. Alles vorbei, bevor das Leben richtig begonnen hat. Es ist Ende März im Jahr achtzehnhundertirgendwas. Tschulkatorin, der Mann ohne Vornamen, ohne Zweitnamen, in Russland immer der Name des Vaters mit einem –witsch hintendran, hat nicht mehr viel zu erwarten. Auch niemandem, dem er gegenüber Rechenschaft ablegen muss. Im engeren Sinne ein freier Mensch. Doch er ist nicht glücklich. In der Blüte des Lebens einsehen zu müssen, dass man bald verblüht, dass die Blüte nicht einmal richtig stattgefunden hat, ist hart. 

Nun sitzt er da. Aber er lässt den Kopf nicht hängen. Er beginnt Tagebuch zu schreiben. Ob es eine dicke Lebensbeichte wird oder nur ein fast leeres Blatt Papier, kann er nicht wissen. Trotzdem schreibt er. Nur für sich. Wie er meint. Doch an so mancher Stelle, tritt Zorn zu Tage. Spricht er Menschen an. Sie werden ihn nicht erhören. 

Tschulkatorin erinnert sich an die gefühlskalte Mutter. Und an den Tag, an dem der geliebte Vater röchelnd verstarb. Und an Lisa! Ja, sie war es. Die große Liebe seines Lebens. Unbeachtet ließ sie ihn sie im Arm halten, entschied sich für einen Anderen. Beim Tanz ließ sie ihn abweisen, entschied sich für einen Anderen. Und Tschulkatorin? Er konnte Lisa nicht vergessen. Kein noch so harter Schlag konnte ihn jemals verletzen. Er war sowieso ein Überflüssiger – in der russischen Literatur ein gern gewählter Charakter. 

Schon bald entfaltet sich der Frühling in seiner ganzen Pracht. Die Vögel werden singen, die Knospen sprießen, das Leben wird zurückkehren. Nicht für Tschulkatorin. Der erste April (vielleicht wird es auch der zweite sein, doch der erste klingt für ihn natürlich viel besser) wird der Tag sein, an dem sein Schicksal besiegelt sein wird. Er wird abtreten. Wird es jemand merken? Sei’s drum. Er wird gehen, das weiß er. Draußen scheint die Sonne grell und bricht das Grau des Winters entzwei. Tschulkatorin wird aufbrechen in eine neue Zeit…

Iwan Turgenjew lässt einmal mehr einen Helden scheitern, ihn aber nicht zerbrechen. Tschulkatorin weiß, dass er gehen muss. Es ist weder Erlösung noch Angst, die ihn umtreibt. Er schreibt, um sich sein eigenes Leben vor Augen zu führen. Ob es jemals von jemand anderem gelesen wird, ist ihm gleich. Er wertet nicht, warum auch? Er war und ist ein Mensch, den es gab und gibt. Nicht mehr, nicht weniger. Dieses Tagebuch hingegen ist ein kurzweiliges Erinnerungsstück an einen Menschen, den man schnell vergisst. Aber von einem Autor, der nicht in Vergessenheit geraten darf!


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Cover des Buches Erste Liebe (ISBN: 9783458348382)
Monika_Brigittes avatar

Rezension zu "Erste Liebe" von Iwan Turgenjew

Ach ja, noch einmal jung sein und der ersten Liebe Leid erdulden...
Monika_Brigittevor 4 Jahren

"Dadurch eben ist die Poesie schön, dass sie uns sagt, was nicht ist, und das nicht nur besser ist als das, was ist, sondern sogar der Wahrheit näher kommt...Das man nicht lieben kann, was man lieben möchte, aber nicht kann!" S. 38

1833, Wladimir Petrowitsch ist 16 Jahre alt als er seine erste Liebe, die Fürstentochter Zinaida Alexandrowna kennenlernt. So weit so gut, doch  natürlich gibt es da einen Hacken... Sie ist fünf Jahre älter und in einen anderen verliebt. Doch wer ist der geheimnisvolle Verehrer und warum verhält sie sich so sprunghaft in ihrem Umgang mit Wladimir?
"Fürchte dich vor Frauenliebe, fürchte dich vor diesem Glück, diesem Gift." S.77

Eine absolut zeitlose Novelle, die im Jahre 1860 veröffentlicht wurde, eine Geschichte die ans Herz geht und einen über die wahre Liebe nachdenken lässt.
Eine gefühlvolle, aber auch schmerzhafte Darstellung einer ersten Liebe- zeitlos und mit einer sprachlichen Leichtigkeit, die Freude macht. 
Sehr zu empfehlen, wenn man auf der Suche nach eindrucksvollen kurzen Klassikern ist. Ich hatte die Geschichte an einem Abend durch.

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Iwan Turgenjew wurde am 09. November 1818 in Orjol (Russland) geboren.

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