Jérémy Fel

 3.9 Sterne bei 31 Bewertungen

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Die Wölfe kommen

Die Wölfe kommen

 (28)
Erschienen am 04.08.2017
Die Wölfe kommen: Thriller

Die Wölfe kommen: Thriller

 (3)
Erschienen am 04.08.2017

Neue Rezensionen zu Jérémy Fel

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derMichis avatar

Rezension zu "Die Wölfe kommen" von Jérémy Fel

Packend vom Bösen zu erzählen ...
derMichivor 3 Monaten

... ist nicht leicht. Zwar beansprucht mittlerweile jeder Thriller und Provinzkrimi die allerfinstersten Taten für sich, doch mit Jérémy Fel scheint sich in mancher Hinsicht ein würdiger Erbe für King und Co. gefunden zu haben. Die Art der Erzählung wird nicht jedem schmecken, im Gesamtkontext funktioniert sie aber.

Das Einbeziehen unterschiedlichster Figuren und ihrer Geschichten sorgt zunächst vor allem für eine gewisse Abwechslung. Bis sich offenbart, was sie alle verbindet und wo es möglicherweise Anknüpfungspunkte zum ersten Kapitel gibt vergeht mitunter viel Zeit, denn die Zusammenhänge sind auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich. Deshalb kann manches Kapitel unter Umständen unmotiviert wirken, Dranbleiben lohnt sich dennoch.

Ähnlich wie Stephen King in vielen Fällen lässt Fel den Wahnsinn im Hinterland der USA beginnen, wo die Felder und Farmen scheinbar fast genauso endlos wie die Schattenseiten der Menschen sind. Die Konsequenzen der ersten Tat und ihrer Nachfolger schockieren eher durch die durchtriebene Rücksichtslosigkeit der Täter als durch die detailreiche Schilderung übertriebener Grausamkeiten.

Der Haupthandlungsstrang um den Kampf einer Frau namens Mary Beth gegen den Verbrecherboss Walter Kendrick nimmt den meisten Raum ein und hat an seinen besten Stellen das Zeug zum packenden Psychothriller. Für sich allein wäre dieser Teil des Buches ein guter, wenn auch nicht weiter auffälliger Spannungsroman, über den man nicht viele Worte verlieren müsste. Neben der häufig unterbrochenen Behandlung dieses Konflikts sind es vor allem die eingestreuten Episoden, die Fels erzählerische Fähigkeiten beweisen.

Dass der Franzose vom Drehbuchschreiben kommt und von amerikanischer Literatur beeinflusst wurde wird auch ohne den Klappentext deutlich. An wenigen Stellen ist "Die Wölfe kommen" nahe dran zu offensichtlich von den großen Vorbildern zu zehren und die Cliffhanger etwas zur routiniert einzusetzen. Im Schnitt liest sich der für einen routinierten Thriller recht experimentelle Roman dank zahlreicher spannenden Momente trotzdem flüssig und sorgt trotz weniger neuer Erkenntnisse jederzeit für gute Unterhaltung.

 Originaltitel: "Les Loups à leur Porte"

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Taluzis avatar

Rezension zu "Die Wölfe kommen" von Jérémy Fel

das Böse lauert überall
Taluzivor 7 Monaten

Das Böse nennt sich Walter Kendrick, der Mörder, Drogenboss und Zuhälter in San Fransico.

Aber was verbindet ihn mit dem Jugendlichen, der in den 70er Jahren in Kansas sein Elternhaus samt Eltern anzündete, mit dem New Yorker Stricher, der einen dreijährigen Jungen entführte, mit einem Ehemann auf der anderen Seite des Atlantiks der seine Frau umbrachte und einer Kellnerin in Indiana?

Das Buch „die Wölfe kommen“ von Jeremy Fel entführt den Leser in ein niederträchtiges Labyrinth aus Wut, Hass und Gewalt. Anfangs scheinen es viele einzelne Geschichte zu sein, die oft eins gemeinsam haben: die Albträume der Protagonisten. Aber nach und nach verknüpfen sich die losen Geschichten immer mehr zu einem gesamten Ganzen.

Insgesamt sind es 12 Personen, die im Mittelpunkt des Bösen stehen, mal direkt beteiligt, mal hilflos ausgeliefert oder als stummer Zeuge. Das Böse zeigt sich vielfältig, mal faszinierend, mal verführend, mal abstoßend.

Der Schreibstil ist spannend und flüssig. Anfangs wirken die Geschichten wie einzelne abgeschlossene Kapitel. Die Namen der Charaktere dienen als Kapitelüberschriften. Es dauert bis der Zusammenhang, der Charaktere untereinander deutlich wird, mal offensichtlich mal versteckter.

Fast glaubt man gar nicht mehr an das Gute in der Welt. Aber am Ende kristallisiert sich die Hoffnung auf das Gute heraus, wenn auch ein dunkler Schatten über dem Ende bleibt.

Ein Buch das faszinierend zu lesen ist, anfangs verwirrend, anspruchsvoll verwoben und nichts für schwache Gemüter.


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bieberbrudas avatar

Rezension zu "Die Wölfe kommen" von Jérémy Fel

Kurzgeschichten über die Abgründe der menschlichen Seele
bieberbrudavor einem Jahr

Im Episodenroman "Die Wölfe kommen" gibt uns Jérémy Fel Einblicke in die tiefsten Abgründe der Menschheit!

Inhalt:
Normalerweise fasse ich meine Bücher immer in eigenen Worten zusammen. Doch da es sich hier um rund ein Dutzend abgeschlossene Kurzgeschichten handelt, ist es gar nicht so einfach, die Story in wenigen Worten zu umschreiben...
Weshalb zündet ein Kind sein Elternhaus an, in dem seine Eltern noch friedlich schlafen? Was treibt einen eifersüchtigen Ehemann zum Mord? Und was haben die unterschiedlichen Geschichten mit dem Gangsterboss Walter Kendrick zu tun?

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass ich statt einem eher lose verknüpften Episodenroman mit einen geschlossenen Thriller gerechnet hatte. Ich hatte beim Lesen also immer wieder nach dem roten Faden und nach Gemeinsamkeiten der Geschichten gesucht...doch diese sind wie gesagt eher lose vorhanden. Zunächst war ich davon enttäuscht, aber im Nachhinein muss ich gestehen, dass der Nenner der Kurzgeschichten klar ersichtlich ist: Sie behandeln alle die Abgründe der menschlichen Natur oder spielen mit den Urängsten des Lesers!
In seinem recht emotionslosen/neutralen Stil verstrickt sich der Autor in immer grausamere Geschichten, die praktisch allesamt böse enden. Hier geht es vor allem zum Schluss ganz schön zur Sache, sodass das Buch definitiv nichts für schwache Nerven ist!
Da es sich um Kurzgeschichten handelt, kann der Autor natürlich nicht allzu tief ins Detail gehen und bleibt deshalb an der Oberfläche der Psyche der Jäger/Gejagten. Das ist schade, denn genau darum soll es in diesem Buch doch gehen, oder? In einem zusammenhängenden Thriller hätte er tiefer auf die Schicksale eingehen können. Oder auf die Konsequenzen der Handlungen und wie die Zurückgebliebenen damit umgehen. Weniger Geschichten mit mehr Tiefgang hätten mir also wesentlich besser gefallen.
Nichtsdestotrotz haben mir auch die Kurzgeschichten gut gefallen und Spannung war durchweg vorhanden. Gleichzeitig gibt das Buch genügend Stoff zum Nachdenken, sodass es definitiv länger im Kopf bleibt...

Fazit:
Eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten über die Abgründe der menschlichen Seele: Wie weit sind Menschen bereit zu gehen? Und was treibt sie dazu? Aufgrund der kurzen Episoden wurden diese Fragen nur angeschnitten und ich hätte mir mehr Tiefgang erhofft. Aus diesem Grund vergebe ich solide 3 Sterne.

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