Jón Kalman Stefánsson

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Autorenbild von Jón Kalman Stefánsson (©http://www.flickr.com/photos/schneelocke - Schneelocke)

Lebenslauf von Jón Kalman Stefánsson

Highlight aus Island: Jón Kalman Stefánsson wurde am 17. Debzember 1963 in Reykavik geboren und wird zu den bedeutendsten Schriftstellern Islands gezählt. 

Er war bereits in der Fischindustrie, als Maurer und als Polizist tätig und studierte fünf Jahre lang Literaturwissenschaft an der Hochschule Islands. Acht Jahre lang lehrte er selbst Literatur an einer Schule und schrieb Artikel und Rezensionen für Zeitungen und Radiosender.

Sein Durchbruch als Schriftsteller gelang im mit dem Roman „Himmel und Hölle“, dem ersten Teil einer Romantrilogie, die mit „Der Schmerz der Engel“ und „Das Herz des Menschen“ fortgeführt wurde. 2018 wurde er für den alternativen Literaturnobelpreis nominiert.

Heute lebt er als freier Schriftsteller in Mosfellsbær.

Alle Bücher von Jón Kalman Stefánsson

Cover des Buches Das Knistern in den Sternen (ISBN: 9783492301695)

Das Knistern in den Sternen

 (25)
Erschienen am 12.03.2013
Cover des Buches Der Schmerz der Engel (ISBN: 9783492053907)

Der Schmerz der Engel

 (22)
Erschienen am 06.09.2011
Cover des Buches Sommerlicht, und dann kommt die Nacht (ISBN: 9783492302289)

Sommerlicht, und dann kommt die Nacht

 (24)
Erschienen am 16.04.2013
Cover des Buches Himmel und Hölle (ISBN: 9783150208793)

Himmel und Hölle

 (19)
Erschienen am 04.02.2009
Cover des Buches Fische haben keine Beine (ISBN: 9783492056892)

Fische haben keine Beine

 (11)
Erschienen am 09.03.2015
Cover des Buches Etwas von der Größe des Universums (ISBN: 9783492057950)

Etwas von der Größe des Universums

 (9)
Erschienen am 01.02.2017
Cover des Buches Das Herz des Menschen (ISBN: 9783492055482)

Das Herz des Menschen

 (7)
Erschienen am 26.02.2013

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Jón Kalman Stefánsson

Cover des Buches Ástas Geschichte (ISBN: 9783492059374)frenx1s avatar

Rezension zu "Ástas Geschichte" von Jón Kalman Stefánsson

Ein Roman voller Witz und schrägem Humor
frenx1vor einem Monat

 

„Ástas Geschichte“ ist ein Roman, der mich trotz seiner verschachtelten Erzählweise immer wieder in seinen Bann gezogen hat. Denn Jón Kalman Stefánsson ist ein Meister darin, seine Leser zu unterhalten.

Schon die Überschriften der Kapitel verraten, dass da jemand am Werk ist, der Spaß am Fabulieren hat: „Ein ramponierter Geländewagen, eine nette Kotztüte, und zuweilen ist nicht oft, sondern bloß ab und zu“, „Schlechter Wein schlägt einem meist böse auf den Magen“ oder „Ist es in Ordnung, eine Atombombe auf Reykjavík zu werfen?“.

Dass zu Beginn des Romans der Erzähler einen begrüßt und ausführt, was er zunächst zu erzählen gedenkt, darf einen nicht dazu verleiten, den Roman zu unterschätzen. Ganz unterschiedliche Perspektiven wechseln sich vielmehr im Folgenden ab. Da ist zunächst einmal Ásta, die als Erziehungsmaßnahme auf einen einsamen Bauernhof zur Arbeit muss, dann gibt es noch ihren Vater Sigvaldi, der über sein Leben sinniert, als er von einer Leiter fällt, den Erzähler und schließlich Ástas Briefe, die sie in gesetzterem Alter geschrieben hat (auch wenn man es ihrem Inhalt kaum anmerkt).

Mit viel Witz holt Stefánsson seine Leser immer wieder in die Handlung zurück. Sei es, dass er sich über die Landmenschen von Island mokiert, sei es, dass er die Hauptstädter schlecht wegkommen lässt, über den Hang der Isländer zur Literatur spricht oder oder oder… Stefánsson hat die Gabe, über seine Figuren ironisch-distanziert zu schreiben, ohne dass sie ihren Charme verlieren. Das liegt vielleicht auch daran, dass in dem Roman Stefánssons die Menschen zumeist ein hartes Los haben. Allen voran Ásta, die bei einer Ziehmutter aufwächst, als ihre Mutter heillos überfordert ist. Àsta geht ihren Weg, lässt ihr Kind bei ihren Großeltern zurück, um in Österreich Theaterwissenschaften zu studieren. Gegen Ende des Romans erfährt man, dass sie schließlich selbst Vorlesungen hält.

Mit Männern hat Àsta wenig Glück. Jósef, die große Liebe, verliert sie aus den Augen, dem berühmten Schriftsteller Guðjón gibt sie den Laufpass. So stellt sich in dem Roman immer wieder die Frage, ob man die Liebe festhalten kann. Oder genauer: wehmütig wird erkannt, dass man sie eben nicht halten kann.

Es sind die komischen Stellen, die dem Roman seinen Unterhaltungswert geben. Wenn in der isländische Bauer, bei dem Ásta untergebracht ist, seine Mutter einfach draußen anbindet, weil sie jeden Morgen in einer ganz anderen Zeit aufwacht. Wenn die Wortkargheit der Isländer zelebriert wird. Wenn der Dichter sich für Kost und Logis darauf einlässt, dass Touristen seine Wohnung besichtigen dürfen.

In dem bunten Chor der Stimmen, die „Ástas Geschichte“ erzählen, gibt es keine einzige, die nicht irgendwie auch liebenswert ist. Entstanden ist ein opulentes Werk, ausladend in seinem Figurenkarussel und der Erzählstruktur, einladend in seinem überbordenden Witz und Humor.

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Cover des Buches Ástas Geschichte (ISBN: 9783492059374)herrzetts avatar

Rezension zu "Ástas Geschichte" von Jón Kalman Stefánsson

die Geschichte einer Frau im Taumel zwischen Glück und Unglück
herrzettvor 2 Jahren

Ást ist Isländisch und bedeutet so viel wie Liebe. Ásta ist eine Romanfigur, an die Sigvaldi dachte, als es um die Namensfindung seiner Tochter ging. Helga stimmte dem zu und Jón Kalman Stefánsson fand diesen Gedanken anscheinend so inspirierend, dass er Ásta einen ganzen Roman widmete. "Ástas Geschichte" heißt sein neustes Werk und handelt von der Liebe, dem Verlust und dem Leben mit all’ seinen Höhen und Tiefen.


Dieses Buch ist die Geschichte eines Kindes, einer jungen Erwachsenen, einer sehnsüchtigen Frau, die Briefe an ihre große Liebe schreibt, und ein Blick auf einzelne Menschen in ihrem Leben. Ásta wird in den 50ern, sehr, sehr leidenschaftlich, am Küchentisch gezeugt. Ihr Name soll Großes bedeuten und doch scheint er ihr nicht sonderlich viel Glück zu bringen. Sie wandert stets auf dem schmalen Grad zwischen Glück und Unglück. Und so begleiten wir sie dann auch durch ihr Leben und ihre Höhen sowie Tiefen. Schon früh hat sie die ersten großen Verluste erlebt, ihre Mutter verlässt sie und Ásta wächst bei einer Ziehmutter auf. Später wird sie auf einen Hof geschickt, eine Art Erziehungsheim, da sie einem Mitschüler einen Fausthieb verpasst und ihm die Nase bricht. Dort lernt sie die Abhängigkeit, die Einsamkeit und die Fürsorge, aber auch die Nähe zwischen den Menschen und Jósef kennen. Und dann? Dann verliert sie erneut – So als sei es ein Ausgleich zu dem, was sie glücklich stimmt.
Es ist ein herber Verlust und ein noch größerer Rückschlag, der ihr ganzes Leben in neue Bahnen lenkt, ihr Menschen nimmt und sie trauern lässt. So geht es weiter, bis sie sich selbst das Leben nehmen möchte, fallen möchte, sich verlieren. Doch auch das scheitert und ihr Leben bleibt ein einziges Auf und Ab aus kurzen Gewinnen, riesigen Verlusten, großer Sehnsucht und tiefer Trauer. Es ist ein poetischer Roman zwischen Leben, Liebe… Tod und mittendrin ist eine junge Frau namens Ásta auf der Suche nach sich selbst.


“Es lässt sich nicht erzählen, ohne sich zu verirren, ohne fragwürdige Wege zu beschreiten oder weiterzugehen, ohne umzukehren, nicht einmal, sondern mindestens zweimal ­- denn wir leben in allen Zeiten”



Gerade dieses Zitat beschreibt sehr gut, wie es mir beim Lesen erging. Ástas Geschichte fand ich toll und sie hat mich immer wieder an Kent Harufs Victoria aus “Lied der Weite” erinnert. Auch sie bricht aus ihrem alten Leben heraus, kommt an einen Hof und das Leben scheint irgendwie eine Wendung zu nehmen. Ásta ergeht es ähnlich, sie wächst bei einer Ziehmutter auf, hat bereits ihre Wurzeln verloren und wird nun, nachdem sie einem Mitschüler die Nase bricht, auf einen Hof in der Westfjorde geschickt. Hier hat sie dann nicht nur ein neues Umfeld und neue Gegebenheiten, an die sie sich gewöhnen muss, sondern findet, auch wenn es ihr bis dato noch nicht so klar ist, ihre erste größere Liebe. Diese Zeit auf dem Hof, ihre Bekanntschaften mit Sex, dem anderen Geschlecht, der Abhängigkeit, Einsamkeit aber auch Sehnsucht empfand ich insgesamt als ein recht interessantes, ruhiges Wechselspiel. Sie lernt die Welt aus einer ganz anderen Sicht kennen, abgeschieden in der Pampa. Doch mit ihrer Rückkehr nahm dann das Unglück wieder seinen Lauf, vieles gerät aus den Fugen, sie ist sich unsicher, verliert ihren Lebensmut, verschiedenste Gedanken, Partner, Ortswechsel finden statt bzw. tauchen auf. Und dann ist da noch die Geschichte ihrer Familie, ihres Vaters und seiner neuen Frau, von Helga, der Ziehmutter und weiteren Verwandten, die immer wieder zwischendrin das Bild stören, komplettieren und doch häufig verwirren und den Fokus von der Hauptprotagonistn entfernen.

Am Ende habe ich so eher so eine gemischte Meinung. Jón Kalman Stefánsson hat mich streckenweise sehr fasziniert. Auch der Satz seines Romans hat mich großteils neugierig gemacht, denn es wechseln sich beinahe luftig leere Seiten und anspruchsvolle Kapitel ab, bringen zum Nachdenken und lenken den Fokus auf einzelne Sätze, Wörter und Gedanken. Und dann ist da eben der Roman als Ganzes, das zwar lesenswert ist, aber für mich gerne etwas klarer, teilweise aber auch ausschweifender und tiefgründiger werden könnte. Vielleicht ist es aber auch einfach ein typischer, isländischer Roman mit einer für mich eher unerwarteten, gar ungreifbaren Mentalität und Aussagekraft… aber das, muss ich dann doch noch etwas weiter ergründen oder, sofern sich einmal die Möglichkeit ergeben sollte, in Form einer Lesung genauer kennen lernen, denn ich habe das Gefühl, dass in diesen Zeilen noch viel mehr enthalten ist, als ich dann tatsächlich beim Lesen wahrgenommen habe.

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Cover des Buches Etwas von der Größe des Universums (ISBN: 9783492057950)People-abroads avatar

Rezension zu "Etwas von der Größe des Universums" von Jón Kalman Stefánsson

Berauschend, schön und traurig
People-abroadvor 2 Jahren

Ich habe schon viele Bücher von Stefánsson gelesen und war gespannt, ob dieses Buch dadurch nicht langweilig wird. 


Aber es war wieder beeindruckend mitreisend. Eigentlich nur ein paar Leben in Island, eine Familie über Generationen, in Keflavik und einem abgelegenen Osten lebend. Wieder so toll beschrieben voller Poesie, Melancholie. Toll wie er die Szenen beschreibt, wie man beim Lesen mitlebt.


Personen auf der Suche, durch Scheitern, Enge und Schicksale. Dazu erlebt man noch Island.


Stefánsson ist extrem gut !

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Zusätzliche Informationen

Jón Kalman Stefánsson wurde am 17. Dezember 1963 in Reykjavík (Island) geboren.

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