Jón Kalman Stefánsson Das Knistern in den Sternen

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Inhaltsangabe zu „Das Knistern in den Sternen“ von Jón Kalman Stefánsson

Eine packende Familiengeschichte über vier Generationen von einem der bedeutendsten isländischen Erzähler "Eine fremde Frau kommt aus Vaters Schlafzimmer..." Der kleine Junge, der erst vor kurzem seine Mutter verloren hat, muss ein neues Wort lernen: Stiefmutter. "Jetzt bist du erledigt", sagen seine Spielkameraden, und weil Vater meist mit seiner Maurerkelle auf Baustellen unterwegs ist, flüchtet sich der Junge mit seinen Zinnsoldaten in eine märchenhafte Welt: Ganze Armeen helfen ihm, seine Einsamkeit niederzuringen. Zuwendung erfährt er von der Großmutter, die ihm abenteuerliche Geschichten von ihren Eltern erzählt: Der verwegene, einem guten Tropfen nie abgeneigte Urgroßvater war ein unsteter Abenteurer, der seine Familie mit riskanten Unternehmungen fast zugrunde gerichtet hätte. Als der sinnenfreudigen Urgroßmutter die Eskapaden ihres Mannes zu bunt wurden, begann sie sich heimlich mit einem Kapitän zu treffen. Die lyrisch-bildhaften Sprache des erwachsenen Erzählers fängt die Welt seiner Kindheit und Familie auf einfühlsame und humorvolle Weise ein. Eine Familiengeschichte, die existentielle Themen wie Liebe, Zeit und Vergänglichkeit in farbenfrohe, lebensbejahende Szenen umsetzt.

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  • Rezension zu "Das Knistern in den Sternen" von Jón Kalman Stefánsson

    Das Knistern in den Sternen

    Wurmli

    12. May 2011 um 15:58

    Diese Geschichte einer isländischen Familie ist nicht wirklich spannend. Ich fand sie nicht mal sonderlich interessant, aber was mich nicht mehr losgelassen hat, war die Schreibweise des Autors: "... was ist das denn Riesengroßes im Fenster?" "Das ist der Tag" ..., um nur ein Beispiel zu nennen. Alleine dafür lohnt sich die Lektüre, auch wenn man weder Island-Fan ist noch Familiengeschichten mag.

  • Rezension zu "Das Knistern in den Sternen" von Jón Kalman Stefánsson

    Das Knistern in den Sternen

    loewenkind

    29. April 2011 um 13:05

    Dieses Buch ist etwas Besonderes. Es hat mich fasziniert und verzaubert! Die Sprache ist hochpoetisch, die Geschichten wunderschön und mit einem feinen Humor erzählt, die Metaphern sind originell und voller Phantasie. Anfangs war ich von der Sprache überrascht, aber nach ein paar Seiten ging die Überraschung in Begeisterung über und ich habe mich von ihr mitreißen lassen. Ich werde definitiv noch weitere Bücher des Autors lesen und hoffe, dass er noch ganz viele Leserinnen und Leser findet!

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  • Rezension zu "Das Knistern in den Sternen" von Jón Kalman Stefánsson

    Das Knistern in den Sternen

    vielleichtsagerin

    15. January 2011 um 06:48

    In weiten Teilen dieses großartigen Romans geht es um die Liebe und die rästelhaften Wege des Herzens, über welche die Vernunft keine Macht hat. Aber auch um die Endlichkeit der menschlichen Existenz, an der kein noch so sehnsuchtsvolles Festhalten etwas ändern kann. Gleich mehrfach lässt der Ich-Erzähler unmissverständlich durchblicken: Es steht nicht gut um ihn. Zermürbt von dem unaufhaltsamen Lauf der Zeit und der Vergeblichkeit des Daseins begibt er sich auf eine Reise in die Vergangenheit. In die Wohnung seiner Kindheit bricht er ein, dringt bis zu den Prämissen seiner Zeugung („Meine Existenz verdankt sich einem einzigen Satz.“) und noch weiter vor. Bis zur Paarbildung der Urgroßeltern, deren Ehe trotz unüberbrückbarer Differenzen bis zum Tod des Urgroßvaters bestand und deren Liebe „weder der unablässige Zermürbungskrieg des Alltags noch die Sprengkraft des Augenblicks“ zerstören konnten. Das Herz_Stück des Romans bilden aber die Erinnerungen an den Tod der Mutter. Die libellenhafte Frau, die seinem felsenhaften Vater einst den Kopf verdreht hatte, wird immer weniger, ihr Körper immer spitzer – bis sie schließlich im Krankenhaus stirbt. Nach der Beerdigung fährt der Onkel beim Spielzeugladen vorbei und drückt dem kleinen Halbweisen eine Tüte in die Hand. Darin Spielzeugsoldaten, die noch am selben Abend zum Leben erwachen und sich von nun an spielerisch-erbitterte Kämpfe liefern. Der Vater, der Junge, die Zinnsoldaten, ein Männerhaushalt. „Das alles änderte sich an jenem Frühlingsmorgen, an dem die Frau aus dem Schlafzimmer meines Vaters kam und in die Küche ging.“ Und was für eine Frau! Sie hat einen Gesichtsausdruck, der härter ist als der vom fiesen Frikki. Sie schweigt unablässig und schwingt das Schweigen wie eine Keule. Als ihre Familie nach einem kurzen Besuch abfährt, lässt sie „ ... eine Bezeichnung für die Frau zurück, die eines Morgens aus dem Schlafzimmer meines Vaters kam. Es ist ein dunkler Zaubername, der aus den tiefen Höhlen der Märchen aufsteigt. Der Name lautet: Stiefmutter.“ Die Stiefmutter ist eine unterkühlte Frau mit furchteinflößendem Blick, die gerne Seehundflossen verspeist. Alle Kinder aus der Nachbarschaft sind sich ausnahmsweise sofort einig: „Wahnsinn, Mann!“, sagen sie. „Eine Stiefmutter! Du bist erledigt. Sie wird dich fressen, sie setzt dich im Wald aus, sie verkauft dich, sie misshandelt dich, du bist total erledigt.“ Ganz so schlimm kommt es nicht, ein Rest der eisigen Beziehungslosigkeit zwischen Stiefsohn und Stiefmutter aber bleibt. Srefanssons Sprache ist lakonisch, poetisch, klar. Vor dem Hintergrund nüchtern vorgetragener Begebenheiten leuchten seine bildhaften Metaphern wie Polarlichter am samtblauen Himmel. In jedem Kapitel ist die enge Verbindung des Autors mit der rauschönen Natur seiner Heimat spürbar und schlägt sich nieder in zeitlosen Sätzen. Die Urgroßmutter duftet wie ein „Berghain voller Heidekraut“ und Stiefmutters Haare sind "schwarz wie Rabenschwingen." Ach, ich komme aus dem Schwärmen ja gar nicht mehr heraus. Mehr Zitate und Eindrücke habe ich in einer ausführlicheren Rezension auf meiner Seite gepostet unter http://vielleichtsagerin.blogspot.com/2011/01/jon-kalman-stefansson-das-knistern-in.html#links

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  • Rezension zu "Das Knistern in den Sternen" von Jón Kalman Stefánsson

    Das Knistern in den Sternen

    BertieWooster

    In dem Buch geht der Autor sich selbst auf den Grund. So beschreibt er zum einen seine Kindheit als siebenjähriger in Reykjavik. Dabei blickt er nicht als Erwachsener auf die Kindheit zurück, sondern versucht sich zu erinnern, wie er als Kind verschiedene Ereignisse wahrgenommen hat und wie er damit umgegangen ist. So wenn er von einem Tag auf den andern eine Stiefmutter erhält und er glaubt, jetzt ist er erledigt. Oder wenn er mit den Kindern der Nachbarschaft spielt, oder warum der fiese Frikki wirklich fies war. Er fragt sich aber auch, wie er als Kind sich gefragt hat, was ist "Zeit". Ist Zeit Bewegung? Was ist dann Stillstand? Der Autor geht aber noch weiter und fragt sich, wie es zu ihm gekommen ist. Er beschreibt deshalb auch, durch welchen Zufall sich seine Eltern kennengelernt haben. Zum anderen geht er noch weiter zurück zu seinen Urgroßeltern, die zur Zeit des 1. Weltkriegs geheiratet haben. Er beschreibt den Charakter seines Urgroßvaters und wie es seine Urgroßmutter mit diesem träumerischen Romantiker mit einem Alkoholproblem ausgehalten hat und ihm trotz seiner Eskapaden nicht verlassen hat. Die einzelnen Geschichten über seine Kindheit und seine Urgroßeltern wechseln dabei stetig ab. Besonders bei der Schilderung seiner Kindheitserlebnisse gelingt es ihm durch seine schon fast poetische Sprache seine Gefühle und Eindrücke als Kind anschaulich zu machen.

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    vielleichtsagerin

    11. January 2011 um 17:34
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