Jón Kalman Stefánsson Der Schmerz der Engel

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Inhaltsangabe zu „Der Schmerz der Engel“ von Jón Kalman Stefánsson

Nordwind, und alles ist weiß, die Posttaschen wiegen schwer auf ihren Schultern. Helga hat ihnen ordentlich Proviant mitgegeben. Du trägst die Verantwortung für ihn, hat sie zu Jens gesagt. Und dann sind die beiden aufgebrochen, zu ihrer gefährlichen Reise durch den isländischen Winter. Was suchen sie da draußen, außer dem Tod?

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    Der Schmerz der Engel
    VampirFionn

    VampirFionn

    10. December 2015 um 12:30

    Diese Lesermeinung bezieht sich auf die Trilogie Himmel und Hölle, Der Schmerz der Engel, Das Herz des Menschen von Jón Kalman Stefánsson. Nach einem Besuch im Seefahrtmuseum zwecks Recherche für ein eigenes Buchprojekt, war mir die in Himmel und Hölle beschriebene Leinenfischerei vertraut und ich konnte mich ganz auf das tragische Schicksal von Bárður einlassen. Der junge Fischer vergaß über einem Gedicht seinen warmen Anorak und erfror deshalb draußen auf dem Meer. Ein namenloser Junge, Bárðurs bester Freund und Kamerad auf See, verlässt nach dessen Tod die Fischerhütte und findet Unterschlupf bei der wohlhabenden Witwe Geirþrúður. Eine faszinierende, starke Frau, die sich über die vor hundert Jahren herrschenden Konventionen hinwegsetzt und selbstbestimmt lebt. Bei ihr wohnt auch der alte blinde Kapitän Kolbeinn, der eine umfassende Bibliothek besitzt. Das Gedicht, welches Bárður den Tod brachte, steht in einem von Kolbeinns Büchern. Der namenlose Junge wird Kolbeinns Vorleser und findet ein Zuhause. Er sinniert über den Tod und das Leben und über die Liebe. Jón Stefán Kalmansson lässt die Leser auch an den Gedanken seiner anderen Figuren teilhaben. Wenn sie sprechen, tun sie das meist ohne Anführungs- und Schlusszeichen. Mitunter hüpft er von einem Gedanken zum nächsten – gerade so, wie es in den Köpfen seiner Protagonisten vorgehen muss. Typisch für isländische Literatur, wechselt er zwischen den Zeitformen hin und her, wie es bereits in den Isländersagas üblich war. Seine klare Sprache ist auch in der deutschen Übersetzung von Karl-Ludwig Wetzig von einer Kraft und Poesie, die mich tief beeindruckte. Im zweiten Buch Der Schmerz der Engel schickt er den Jungen mit dem Postboten Jens über die Berge. Tapfer trotzen sie dem Schneesturm und kämpfen sich, begleitet von einer grauen Stute, durch hohe Schneewehen, der gähnende, unsichtbare Abgrund eine stete tödliche Gefahr. Auch wer selbst noch nie bei dichtem Schneetreiben durch Schneewehen stapfte, wird sich diesen Kampf vorstellen können, so eindrücklich wird er beschrieben. Der Tod begegnet dem Jungen immer wieder, ist allgegenwärtig auf dieser rauen Insel im Nordmeer. Das Herz des Menschen widmet sich schließlich verstärkt der Liebe. Der Autor führt Menschen zusammen, doch bleibt der Tod ein steter Begleiter, hält die Melancholie in dieser berührenden Geschichte aufrecht. Leben, Tod und Liebe – drei starke Begriffe, vereint in drei wunderbaren Büchern!

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  • island

    Der Schmerz der Engel
    eulenmama

    eulenmama

    27. March 2014 um 10:53

    es ist das erste buch das ich jon k. stefansson gelesen habe und bestimmt das letzte. anfang 20. jahrhundert in island treten zwei menschen, jens ist postbote und ein schweigsamer mann und ein junge einen harten weg durch sturm und entsetzlicher kälte an. in schönen und schrecklichen bildern darf der leser dabei sein, der autor nimmt einen mit auf eine reise die voller poesie und tiefe. man fühlt mit den beiden mit. man spürt es förmlich. das buch hat mich sehr beeindruckt, island auf seine eigene weise.

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  • Rezension zu "Der Schmerz der Engel" von Jón K. Stefánsson

    Der Schmerz der Engel
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    30. January 2012 um 23:25

    Es schneit. Es schneit so stark, dass das Atmen schwer wird, dass nicht mehr zwischen Himmel und Erde unterschieden werden kann, dass es verlockend wird, sich nicht mehr gegen die Elemente zu wehren, sich einfach hinzulegen und im Schnee einzuschlafen, zu sterben. Bärte frieren an der Kleidung fest, Kinder husten sich die Lunge aus dem Leib, Kühe schreien nach Heu, viele hungern. Ganze Orte sind seit Monaten von der Außenwelt abgeschnitten. Island vor ungefähr 100 Jahren. Es ist April, aber der Winter hat das Land immer noch fest im Griff. Schnee, Kälte und Wind machen den Einwohnern zu schaffen. Darunter auch dem Jungen, der auf der Schwelle zum Erwachsenwerden steht und seinen Platz in der Gesellschaft sucht. Er ist vor drei Wochen in den Ort gekommen, nachdem sein Freund im Fischerboot erfroren ist, weil er von einem Gedicht so entrückt war, dass er beim Auslaufen seinen Anorak vergessen hat. Der Junge, dessen Name nicht genannt wird, ist bei netten Menschen untergekommen, die sich sogar dafür einsetzen, dass er eine Schulbildung erhält. Aber bevor er den Unterricht antreten kann, soll er erst noch den Landbriefträger Jens auf eine gefährliche Zustelltour begleiten. Der Junge ist mir schon im ersten Buch sehr ans Herz gewachsen, genau wie die anderen Menschen, mit denen er zusammenlebt und denen er unterwegs begegnet. Sie alle sind tiefe Charaktere, die man nicht so schnell vergisst. Der Kampf gegen die Naturgewalten ist nur zu überleben, weil die Menschen zusammenhalten. Überall werden Jens und der Junge mit Essen und Trinken versorgt, obwohl die Leute selbst nicht viel haben. Im Austausch berichten die Beiden, was in den anderen Orten passiert, denn die Menschen in den einzelnen Niederlassungen können während der Wintermonate kaum miteinander in Kontakt treten. Dieses wunderbare Buch hat mich stark beeindruckt. Die dramatische Geschichte entwickelt einen starken Sog und ist tief berührend. Stefansson schreibt atmosphärisch unglaublich dicht; seine poetischen Sätze reihen sich wie Perlen aneinander. Leider endet die Geschichte mit einem Cliffhanger, und ich hoffe, dass bald die Übersetzung des in Island schon erschienenen letzten Teils der Trilogie vorliegt. Dieses Buch bekommt jedenfalls neben dem ersten Teil, „Himmel und Hölle“ seinen Platz auf meinem Lieblingsbuchregal. Beide Teile gehören für mich zu den besten Büchern des Jahres 2011.

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  • Rezension zu "Der Schmerz der Engel" von Jón K. Stefánsson

    Der Schmerz der Engel
    Ruth_liest

    Ruth_liest

    25. September 2011 um 18:20

    "Der Schmerz der Engel" - was für ein kitschiger Titel, an dem ich normalerweise unbedingt vorbei gehen würde. Wäre da nicht der Autor Jón Kalman Stefánsson, dem ich bereits bewegende Lesestunden durch seine Werke "Himmel und Hölle" und "Sommerlicht und dann kommt die Nacht" zu verdanken habe. Armut und Kälte prägen das Leben der isländische Dorfgemeinschaft. Durch Schnee und Eis aber auch durch Alkoholprobleme und Gewaltexzessen kämpfen sich die Figuren. Mitten drin der "Junge" - die Hauptfigur der Erzählung. Er hat tiefste Armut in seiner Familie erlebt, die nicht zuletzt zum frühen Tod seiner nächsten Verwandten geführt hat. Bei dem ehemaligen Kapitän Kohlbeinn, Geirprúdur und Helga findet er ein neues Zuhause. Einfühlsam unterstützen sie die literarischen Neigungen des Jungen und wollen ihm auch eine entsprechende Bildung ermöglichen. Doch kurz vor dem Start seines Privatunterrichts erhält der befreundete Postmann Jens den Auftrag, die Route seine erkrankten Kollegen in den hohen Norden Islands zu übernehmen. Jens kennt die Strecke nicht und noch tobt der Winter übr Island. Der Auftrag ist ein sicheres Todesurteil und daher beschließen die Freunde, ihn nicht alleine gehen zu lassen. Mit Unterstützung des Jungen schafft er die gefährliche Reise durch die Schneestürme. Der Leser folgt dem wortkargen Briefträger und dem neugierigen, ständig reflektierendem Jungen durch die Unwegsamkeit der Berge über Meeres- und Schneestürme hinweg. Wunderbare, philosophisch angehauchte Dialoge entstehen auf dem Weg. Und der Tod ist ihr ständiger Begleiter. So können sie mehrmals lebensbedrohlichen Abgründen entgehen. Bis sie zuletzt - als besondere "Fracht" - die Leiche einer jungen Bäuerin in den nächsten Ort überführen, damit sie in geweihter Erde begraben werden kann. Wer ist stärker, der Tod oder das Leben? Stefánsson ist hier erneut ein tiefsinniges, wortgewaltiges Meisterwerk abgeliefert, das große Lust auf den Island-Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse macht. Piper Verlag GmbH München 2011

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