Jörg Baberowski

 3.9 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Der rote Terror, Verbrannte Erde und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Jörg Baberowski

Der rote Terror

Der rote Terror

 (8)
Erschienen am 11.11.2008
Verbrannte Erde

Verbrannte Erde

 (3)
Erschienen am 30.03.2012
Der Sinn der Geschichte

Der Sinn der Geschichte

 (3)
Erschienen am 14.02.2005
Räume der Gewalt

Räume der Gewalt

 (1)
Erschienen am 25.01.2018
Macht ohne Grenzen

Macht ohne Grenzen

 (0)
Erschienen am 01.10.2014
Stalin und der Stalinismus

Stalin und der Stalinismus

 (0)
Erschienen am 30.06.2021
Was ist Vertrauen?

Was ist Vertrauen?

 (0)
Erschienen am 01.01.2014

Neue Rezensionen zu Jörg Baberowski

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Dorfwolfs avatar

Rezension zu "Der rote Terror" von Jörg Baberowski

Guter Überblick
Dorfwolfvor 2 Jahren

Das Buch gibt einen sehr guten Überblick, wie das Situationen in Russland bis zum Tode Stalins waren. Es beschreibt die Ursachen und die Folgen von Aktionen waren.


Jedoch war es mit den vielen detaillierten Zahlenangaben ein bisschen träge beim lesen.

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Sokratess avatar

Rezension zu "Der rote Terror" von Jörg Baberowski

Rezension zu "Der rote Terror" von Jörg Baberowski
Sokratesvor 7 Jahren

Auf sehr kritische und eindringliche Art und Weise skizziert Jörg Baberowski die Funktionsweise des Stalinismus auf lediglich rund 260 Seiten. Seine insgesamt ablehnende - persönliche - Meinung scheint an allen Stellen des Buches hervor; unterstreicht aber den sowieso dämonischen Charakter der Lenin-Bolschewismus-Stalin-Zeit. Bereits unter Lenin pervertierte das System der russischen Revolution, die Bolschewiki bereiteten schließlich Stalin den Weg und dieser etablierte eine Diktatur, die dem Hitler-System in nichts nachstand. Nebenbei erfährt man viel über die noch sehr unterentwickelte und meist agrarisch geprägte russischen Gesellschaft zu Beginn des 20. Jhs., die mit Lenin und der Russischen Revolution der Illusionen verfallen war, das Land aus der Rückständigkeit lösen zu können. - Unbedingt lesenswert, für den Laien wie für den Historiker.

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M

Rezension zu "Verbrannte Erde" von Jörg Baberowski

Rezension zu "Verbrannte Erde" von Jörg Baberowski
michael_lehmann-papevor 7 Jahren

Systematischer Terror

„Und wir sollten auch nicht das Naheliegende übersehen – dass Stalin es getan hat, weil es ihm gefallen hat“.

In dieser Gefahr, dieses Naheliegende zu übersehen, steht Jörg Baberowski nicht. Auf den gut 500 Seiten des Buches arbeitet er nicht nur dezidiert die grausame und opferreiche innere Geschichte der Stalin Herrschaft hervorragend heraus, sondern versäumt es ebenso nicht, die Psychologie Stalins, die Person eines „bösartigen Psychopathen“, von vielfachen Seiten her zu beleuchten und klar konturiert vor die Augen des Lesers zu stellen.

Ungeheure Verbrechen gegen das eigene Volk, gegen alles und jeden, der teilweise auch nur den leichten, persönlichen Missfallen Stalins erregt hat, Säuberungen, denen Millionen zum Opfer fielen, Straflager und Gulags, Hunger und Not, ein perfides, perfektes, reibungslos funktionierendes Terrorregime in ganz großem Maßstab ist es, welches Baberowski in hervorragender Sprache darstellt. Auch der Blick auf das ausführliche und in Teilen kleinteilige Literaturverzeichnis zeigt unmissverständlich, dass hier ein Autor seine Hausaufgaben gemacht hat, weiß, wovon er schreibt und dies zudem klar und prägnant auf den Punkt zu bringen versteht.

In der Verbindung zwischen der Person Stalins und dem vordergründigen Anspruch des Sozialismus verdeutlichen die Einlassungen Baberowskis, dass der Stalinismus nichts anders war als eine pure Herrschaft der Gewalt. Eine Gewalt (und das ist interessant), die sich nach Baberowskis Einschätzung aus dem eigenen Versagen an hohen Ansprüchen, aus der eigenen Schwäche heraus motiviert hat. Eine Gewallt, die sich schon früh entwickelt hat und immer breitere Kreise um sich zog. Gewalt, die von Beginn an zunächst als reines Machtinstrument zum tragen kam, bis sie sich nach kurzer Zeit fast verselbstständigt hat, in den Händen Stalins. Eine Gewalt, auch das arbeitet Baberowski detailliert heraus, die ihre Wurzel schon zu Zeiten der Oktoberrevolution zeigte, die eigentlich bereits zur Zarenzeit gängiges Machtinstrument der Bevölkerung gegenüber war. Eine Gewalt, die dann aber vollständig schrankenlos und oft rein willkürlich das gesamte russische Leben der damaligen Zeit bestimmte. Ein Terror, der perfide perfektioniert den gesamten Einflussbereich der Sowjetunion überzog. Und der in der Darstellung im Buch manches Mal aufrüttelt.

In dieser deutlichen Darstellung auch der Wurzeln und der Motive der Gewaltherrschaft Stalins zeigt Baberowski im Übrigen Linien auf, die durchaus über das konkret Feld Stalin hinausreichen. Auch das dritte Reich oder Terrorregime moderner Prägung (wie in Libyen oder Syrien) zeigen in den inneren Entwicklungen strukturelle Ähnlichkeiten, was die Nutzung von nackter Gewalt aus Schwäche oder Ohnmacht (und nachher aus reinem Selbstzweck) heraus angeht.

Ein Psychopath an der Macht, der sich diese Macht bereits durch reine Gewalt und Netzwerke von Getreuen sicherte, ein auf (willkürliche) Gewalt bereits aufgebautes System und ein behaupteter „Ausnahmezustand“ der Revolution und des Kampfes gegen Außen führten zu einem millionenfachen inneren Massenmord sondergleichen, der bei näherer Betrachtung durch kein politisches System und keine Ideologie auch nur annähernd inhaltlich gerechtfertigt werden konnte und kann.

Ein höchst wertvolles Buch zur Geschichte Stalins, des Stalinismus und weit darüber hinaus.

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