Chinakinder

von Jörg Endriss und Sonja Maaß
4,9 Sterne bei11 Bewertungen
Chinakinder
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

K

Tolles Sachbuch voller Interviews mit jungen Chinesen aus allen Schichten und Gegenden des Landes. Unbedingt zu empfehlen!

StSchWHVs avatar

Ein spannender Blick in eine junge Generation auf der anderen Seite der Welt - überraschend und unerwartet

Alle 11 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Chinakinder"

Viele junge Chinesen wollen nicht mehr nur Karriere und Reichtum als Lebensziel sehen und mit Scheuklappen durch Schule und Universität getrieben werden. Eingezwängt zwischen den Erwartungen von Staat, Familie und Gesellschaft haben sie Träume, die für uns selbstverständlich sind: Sie wollen ihren Lebensweg selbst bestimmen, etwas Sinnvolles erreichen und eine Arbeit finden, die ihnen Erfüllung bringt. Dafür müssen junge Menschen in China allerdings große Widerstände überwinden und sich gegen konservative Eltern und traditionelle Konventionen durchsetzen. Als stille Rebellen versuchen viele, dem allgegenwärtigen Druck der Gesellschaft zu entfliehen.

Die Autoren Sonja Maaß und Jörg Endriss sind durch China gereist und haben aus vielen Gesprächen 30 eindrucksvolle und zugleich unterhaltsame Portraits zusammengestellt, in denen junge Chinesen ihre Lebenswege, Werte und Meinungen schildern.

Lesen Sie von dem jungen Finalisten einer Schriftzeichen-Quizshow, von Studenten, die schon zu Beginn des Studiums komplett ausgebrannt sind, und von Punks, die ihren ganz eigenen chinesischen Rock-'n'-Roll-Lifestyle leben – aber auch von einem Mädchen in ihren Zwanzigern, das offiziell gar nicht existiert, von Wanderarbeitern, die in Kellern ohne Tageslicht wohnen, und Homosexuellen, die sich nicht mehr hinter der Fassade einer Ehe verstecken wollen. Treffen Sie einen Start-up-Gründer mit Visionen, eine Aktivistin, die sich gegen traditionelle Heiratszwänge stark macht, und junge Menschen, die in Hongkong an der Front der größten Protestbewegung der letzten Jahre gestanden haben.

Das Buch wurde von der Robert-Bosch-Stiftung im Rahmen des Programms »Grenzgänger China-Deutschland 華德無界行者« gefördert.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783958891371
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:432 Seiten
Verlag:CONBOOK
Erscheinungsdatum:30.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,9 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne10
  • 4 Sterne1
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    K
    Kompassquallevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Tolles Sachbuch voller Interviews mit jungen Chinesen aus allen Schichten und Gegenden des Landes. Unbedingt zu empfehlen!
    Tolles Buch über China

    Das Buch "Chinakinder" beschäftigt sich hauptsächlich mit der Generation von Chinesen, die in den 90ern geboren wurden. Dabei werden zahlreiche Leute mit unterschiedlichem Hintergrund portraitiert. Am Anfang jedes Kapitels steht immer eine Einleitung der Autoren, die mehr zur Situation des Interviewten erklären, anschließend folgt eine Wiedergabe des Interviews. Durch den Aufbau und Schreibstil ist das Buch sehr angenehm zu lesen, es ist informierend, aber auch sehr unterhaltsam.

    Die jungen Chinesen haben meist eher ungewöhnliche Lebensformen, wie zum Beispiel Rucksackreisende, Politiker, Biobauern oder Bandmitglieder. Es wird aber auch das typische Alltagsleben gezeigt, wie etwa in Interviews mit Schülern, Arbeitern und Studenten. Die Berichte sind manchmal fröhlich, wie etwa bei einem jungen Mann, der beim Schriftzeichenwettbewerb gewonnen hat oder einem Profi-Computerspieler, aber meist eher traurig und nachdenklich stimmend, wie etwa bei einer Frau, die als nicht erlaubtes zweites Kind geboren wurde und ihr ganzes Leben hindurch keinen Pass bekommt oder jungen Menschen, die nicht aus der Stadt kommen und daher weniger Chancen haben, einen Studienplatz zu bekommen. Auf Hong Kong und Taiwan wird in einzelnen Kapiteln eingegangen, da diese Länder zwar nicht direkt zu China gehören, jedoch trotzdem stark abhängig von ihrem Nachbar sind.

    Obwohl nur knapp über dreißig Leute interviewt wurden, waren ihre Geschichten so unterschiedlich, dass man beim Lesen das Gefühl bekommt, eine Menge über das Leben junger Chinesen zu lernen und zu verstehen. Das Lesen war sehr abwechslungsreich und unterhaltsam und die Interviewpartner wirklich gut ausgewählt. Die Autoren haben häufig unterschiedliche Positionen gegenübergestellt, so etwa arme und reiche Leute oder Unternehmer und Aussteiger, was ich sehr gut fand, weil ich dadurch das Gefühl bekomme, das die Autoren wirklich neutral informieren und berichten wollen und nicht nur eine mögliche Darstellung zeigen.

    Insgesamt ist das Buch wirklich zu empfehlen.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    N
    Naja89vor 6 Monaten
    Authentisch und vielschichtig

    Mit „Chinakinder: Moderne Rebellen in einer alten Welt“ ist es Jörg Endriss und Sonja Maaß gelungen, den Lesern einen sehr tiefgründigen Eindruck von China zu vermitteln. Wie könnte ein solches Unterfangen am besten gelingen, wenn nicht durch die Geschichten und Gedanken der Bewohner dieses faszinierenden Landes selbst? So geschehen in 30 anschaulichen Porträts junger Chinesen aus allen erdenklichen unterschiedlicher kulturellen Schichten. Thematisch überzeugt das vorliegende Werk auf ganzer Linie. Neben Fragen des alltäglichen Lebens werden auch Themen angerissen, die in dieser konservativen Gesellschaft sonst nur hinter verschlossenen Türen angeregt diskutiert werden. Kritik an der Vergabe von Studienplätzen, der Umgang mit Homosexualität, dem Druck der Eltern zu heiraten und die Beschäftigung mit den Regenschirm-Proteste werden aus mehreren Perspektiven betrachtet und dies macht das Buch so besonders. Die Autoren haben bewusst Jugendliche mit einem außergewöhnlichen Schicksal, aber auch Zufallsbekanntschaften interviewt. Wie ein Puzzle fügen sich die einzelnen Lebensläufe zu einem bunten Gesamtwerk zusammen.

    „Chinakinder: Moderne Rebellen in einer alten Welt“ besticht vor allem durch seinen offenen und authentischen Umgang mit einer jungen aufstrebenden Generation. Die Ausdrucksweise der Jugendlichen wird möglichst unverfälscht übersetzt.

    Besonders die gut recherchierte und erfrischende Umsetzung durch das Autorenduo Endriss/Maaß ist hier lobend zu erwähnen. Regt dieses Werk doch während der Lektüre immer wieder zum Nachdenken und selbstreflektieren ein. Gefallen haben mir zudem die Vielzahl an beigefügten Fotos und die kurzen Einführungen in die einzelnen Themen vor den Interviews.

    Abschließend bleibt mir nur, dieses Werk allen (China-)Interessierten wärmstens ans Herz zu legen und verdiente fünf Sterne zu vergeben.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Booky-72s avatar
    Booky-72vor 8 Monaten
    Die junge Seite China´s

    Die Generation der Jugendlichen in China. Das Thema wird mit diesem Buch sehr weitreichend beleuchtet und hinterfragt. Die Träume und Vorhaben der jungen Menschen, gestützt bzw. getragen von den Vorgaben der Regierung. Aber auch ihr Widerstand und Gegensatz dazu.

    In vielen Portraits und Interviews haben die Autoren Jörg Endriss und Sonja Maaß gut rübergebracht, wie sich diese Generation fühlt und wie sie ihre Lebenswege gestalten wollen. Sehr berührend und zum Nachdenken anregend. Vorurteile werden widerlegt, man lernt, was China genau für ein Land ist und was es dieser Generation bietet.

    Das Cover ist passend gestaltet, ebenso dazu der Untertitel „Moderne Rebellen in einer alten Welt“. Spannende Momentaufnahmen unterstützen den guten Eindruck der Geschichten.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    StSchWHVs avatar
    StSchWHVvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein spannender Blick in eine junge Generation auf der anderen Seite der Welt - überraschend und unerwartet
    Jörg Endriss: Chinakinder

    Das Buch ist eine detailliert Skizze der chinesischen Jugend und greift dabei alles auf, was eine Generation beschäftigt. Vom modernen Mediengeschäft und dem Internet bis hin zum politischen Aktivismus und der gewaltigen Diskrepanz zwischen Stadt und Land.

    Die junge Generation Chinas ist nicht anderes als unsere: sie hat die gleichen Probleme, die gleichen unterschiedlichen Vorstellungen von einer glücklichen ZUkunft und Veränderungen. Und trotzdem ist die chinesische Gesellschaft natürlich extrem speziell und viele von diesen Eigenheiten werden den deutschen Leser sicherlich wie ein Schlag treffen. 

    Das "veraltete" / traditionelle Vorstellung von Ehe und Familie noch immer einen so großen Einfluss auf die Kinder dieses Landes haben, hat mich zum Beispiel überrascht.

    Rund um ein spannender Einblick. Nicht vollends fremd und doch Welten entfernt.

    PLUS: Ein Glossar klärt über geschichtliche Geschehnisse auf, die viele der jungen Menschen geprägt haben und noch prägen.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    otegamis avatar
    otegamivor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Eine faszinierende China-Reise in Form von Protokollen mit ungewohntem Blick auf die Lebensweisen und -ansichten der jungen Generation.
    China – ein spannend interessanter Blick auf die Jugendgeneration

    Wie geht es den jungen Leuten in China – was bewegt sie, welche Träume haben sie? Diesen Fragen versuchten Jörg Endriss und Sonja Maass auf den Grund zu gehen und sie interviewten 30 Vertreter der Jugendgeneration quer durch das Land.

    Heraus kam ein äußerst interessantes Buch mit 30 Portraits, die äußerst abwechslungsreich sind. Bedingt schon allein durch die riesige Größe des Landes gab es natürlich auch große Unterschiede in den Lebensformen und Anschauungen.

    Erschüttert hat mich 'das Mädchen ohne Papiere', die ihre ersten 23 Jahre - als Strafe für ihre Eltern, die gegen die Ein-Kind-Politik verstießen – ohne 'Hukou' leben musste: also ohne Schule, ohne Gesundheitsversorgung, ohne Personalausweis, ohne Möglichkeit für einen legalen Job oder ein Zugticket, ohne Zugang zu Internet und Telefon.

    Auch die Auswirkungen dieser Ein-Kind-Politik auf die Partnerfindung fand ich sehr markant: die Nachfrage nach Frauen im Heiratsalter ist hoch und das schraubt das Brautgeld in die Höhe!

    Ist bei uns die Liebe meistens ausschlaggebend, müssen in China die potenziellen Brautleute etwa die gleichen finanziellen Voraussetzungen haben, die möglichen Ehepartner sollten gleich hübsch oder hässlich sein und die Familien kompatibel. Lebt man bei uns oft jahrelang miteinander um zu prüfen, ob man zusammenpasst, ist das in China nicht so wichtig, 'das findest du erst nach einer Weile heraus, wenn du ein paar Jahre zusammengelebt hast.'

    Regelrecht fassungslos war ich über das Protokoll vom 'Arbeiterdichter': haben doch die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Wanderarbeiter in meinen Augen absolut nichts mit einem sozialistischen System zu tun. Das würde nämlich Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität bedeuten und davon kann ich nichts erkennen!

    Die 'heißen' Themen 'Hongkong' und 'Taiwan' wurden behandelt und durch eine Landkarte Chinas wurden die riesigen Entfernungen deutlich erkennbar.

    Eine gute Idee fand ich auch den Bilderblock in der Mitte des Buches! Ob es das Wohnheim auf einem Uni-Campus in Shanghai war (Mir fällt dazu 'Käfighaltung' ein!), ein Tempelfest in Taiwan, Hochzeitsfotos, 'freies Leben' in Dali oder das Leben auf dem Land und vieles mehr war - diese Bilder verdeutlichten noch einmal das Gelesene und waren für mich das I-Tüpfelchen! Das Glossar war sehr hilfreich und praktikabel, da die Wörter dazu immer gekennzeichnet waren.

    Ich fand dieses Buch äußerst interessant und vergebe die verdienten 5 Sterne. Ich empfehle es jedem, der Interesse an anderen Ländern hat und über seinen Tellerrand hinweg schauen möchte!


    Kommentieren0
    60
    Teilen
    mabuereles avatar
    mabuerelevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Interessante Einblicke in die chinesische Welt!
    Junge Chinesen und ihre Ansichten

    Das Buch enthält 30 Portraits von jungen Chinesen. Ein spezieller Teil des Buches widmet sich Hongkong und Taiwan.

    Der Aufbau erfolgt pro Portrait nach dem gleichen Schema. Zu Beginn werden die wirtschaftlichen und politischen Fakten erläutert, die für das Thema relevant sind. Dann kommen die jungen Leute selbst zu Wort. Sie erzählen aus ihrem leben, von ihren Wünschen und betten in ihre Geschichte gegebenenfalls ihre Ansichten zur Entwicklung in China mit ein.

    Die Autoren haben die Gesprächspartner sorgfältig ausgewählt und dadurch für eine Vielseitigkeit der Darstellung gesorgt.

    Da ist Jiang Xiaoying, eine Tochter aus reichem Haus, die sich mit ihren Wissen und ihren Fähigkeiten in die Gesellschaft einbringen will, erst selbst ein Unternehmen aufbaut und vielleicht später einmal in die Firma des Vaters einsteigt.

    Dem gegenüber steht Li Xue. Sie durfte nicht auf die Schule und hat keine Ausbildung, weil ihr die Papiere fehlten. Das wiederum liegt daran, dass sie das zweite Kind ihrer Eltern war und damit für den Staat praktisch nicht existierte. Mittlerweile wurden ihr aber die Dokumente zugesprochen.

    Ein Arbeiter schreibt Gedichte, um den Frust der alltägliche Fließbandarbeit erträglich zu gestalten.

    Die wenigen Beispiele auf die Portraits mögen genügen.

    Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen. Der Umfang zwischen Faktenwissen und persönlichen Erleben ist ausgewogen. Gut gefällt mir, dass für beide Arten der Darstellung eine unterschiedliche Schriftart gewählt wurde. Damit sind sie klar getrennt.

    Deutlich wird herausgearbeitet, wie sich die junge Generation schrittweise von den Ansichten der Eltern abgrenzt. Das ist nicht so einfach, weil sich die Gesellschaft in China über Jahrhunderte so entwickelt hat, dass die Eltern auch bei volljährigen Kindern noch das Sagen haben. Viele der jungen Leute versuchen sich heute nach der anstrengenden und stressigen Schulzeit, Freiräume zu verschaffen. Der Zwang zu schneller Heirat und einen Job, in dem man genug Geld verdient,wird nicht mehr von allen akzeptiert.

    In den Darstellungen wird gezeigt, dass die Zukunft des Einzelnen entscheidend davon abhängt, wo man aufgewachsen ist. Städter sind bei der Verteilung der Plätze an begehrten Universitäten bevorzugt. Doch mit dem Internet kam der Blick in die Welt. Die junge Generation will reisen und sich ausprobieren. Sie löst sich von starren Strukturen. Es entstehen neue Strömungen in Musik und Kunst. Nicht zuletzt gibt es junge Chinesen, die sich im Umweltschutz einbringen, ökologische Landwirtschaft betreiben und Heimschulen für Kinder organisieren.

    Die meisten der Gesprächspartner haben einen kritischen Blick auf die politischen Zustände, sehen durchaus die Einengungen und Beschränkungen, nehmen sie aber als gegeben hin und schaffen sich Freiräume.

    Überrascht war ich von den Ansichten in Hongkong und Taiwan. Auch hier gibt es eine Diskrepanz zwischen den Generationen. Während die Eltern sich meist als Chinesen fühlen, träumt die Jugend von der Unabhängigkeit. Das betrifft bei Taiwan insbesondere die wirtschaftlichen Aspekte. Allerdings konterkariert das mit den zunehmenden industriellen Verflechtungen.

    Eine Reihe farbiger Fotos zeigen die Interviewpartner. Außerdem enthält die erste Seite zu jedem Portrait mit einem Schwarz-Weiß-Bild sowie das Thema in Deutsch und Chinesisch.

    Eine Karte von China und ein umfangreiches Glossar ergänzen das Buch.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist vielschichtig angelegt, ermöglicht Einblicke in die Denkweise der jungen chinesischen Generation und zeigt ein Land im Aufbruch.

    Kommentare: 8
    77
    Teilen
    MilaWs avatar
    MilaWvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Mich hat das Buch immer wieder überrascht und zum Nachdenken gebracht. Ich hatte Spaß beim Lesen und habe trotzdem viel gelernt.
    Das Land hinter den Klischees


    Viele junge ChinesInnen wollen nicht nur nach Wohlstand streben, sondern etwas Sinnvolles tun, Reisen, andere Lebenswege ausprobieren, als die Partei vorgibt. Doch meist geschieht dies im Stillen, denn die Widerstände sind (noch?) sehr groß.
    Jörg Endriss und Sonja Maaß haben verschiedene VertreterInnen der jungen Generation in verschiedenen Teilen Chinas interviewt und daraus ein sehr lesenswertes Buch zusammengestellt. Die Interviews sind meistens als Monologe zusammengeschrieben und werden immer von einem erklärenden Einführungstext und Anmerkungen begleitet. 


    Meine Meinung:
    Ein sehr großer Verdienst des Buches ist der Abbau von Vorurteilen und die Bereitstellung von fundierten Informationen. Auch als jemand, der sich noch nicht ausführlich mit China beschäftigt hat, kann man den Interviews gut folgen. Dafür sorgen die ausführlichen Einführungstexte und ein Glossar. Hier ein großes Lob, denn dieses ist sehr leserfreundlich gestaltet. Die erklärten Wörter sind immer dort, wo sie vorkommen, unterstrichen (und nicht, wie in manchen anderen Werken nur beim ersten Vorkommen). Man kann selbst entscheiden, ob man nachschlägt und kann die Interviews auch in beliebiger Reihenfolge lesen ohne Verständnisschwierigkeiten zu haben. Es wurde sich bemüht, die Besonderheiten der Sprechweise in die Übersetzung zu übernehmen, das Ergebnis ist sehr gut lesbar. Fotos und eine Landkarte ergänzen den Text.
    Sicherlich ist die Auswahl der Interviewpartner nicht absolut repräsentativ, aber mir gefällt, dass auf Ausgewogenheit geachtet wurde, um ein breites Bild zu ermöglichen. So kommen beispielsweise neben einem Punk, Bauarbeitern, einem „Hippiemädchen“ und Biobauern auch ein Parteimitglied und eine Tochter aus reichem Hause zu Wort. Dadurch ergeben sich oft auch Widersprüche und unterschiedliche Sichtweisen, was sehr interessant ist. Taiwan und Hongkong werden in Extrakapiteln besprochen. 
    Mich hat das Buch immer wieder überrascht und zum Nachdenken gebracht. Ich hatte Spaß beim Lesen und habe trotzdem viel gelernt. Mehr Lob geht kaum. ☺ 

    Kommentieren0
    10
    Teilen
    Vampir989s avatar
    Vampir989vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Die Chinajugend im Umbruch
    Die Chinajungend im Umbruch

    Klapptext:
    Viele junge Chinesen wollen nicht mehr nur Karriere und Reichtum als Lebensziel sehen und mit Scheuklappen durch Schule und Universität getrieben werden. Eingezwängt zwischen den Erwartungen von Staat, Familie und Gesellschaft haben sie Träume, die für uns selbstverständlich sind: Sie wollen ihren Lebensweg selbst bestimmen, etwas Sinnvolles erreichen und eine Arbeit finden, die ihnen Erfüllung bringt. Dafür müssen junge Menschen in China allerdings große Widerstände überwinden und sich gegen konservative Eltern und traditionelle Konventionen durchsetzen. Als stille Rebellen versuchen viele, dem allgegenwärtigen Druck der Gesellschaft zu entfliehen.

    Das Buch handelt von jungen Chinesen.Die Autoren erzählen uns die Lebenswege von verschiedenen Chinesen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten.Sehr authentisch und bildhaft haben es die Autoren verstanden uns diese Lebensgeschichten nahe zu bringen.Schon nach den ersten Seiten war ich total begeistert und konnte das Buch kaum noch aus den Händen legen.Ich habe einen Einblick erhalten welche Wünsche und Träume sie haben.Es hat mich vieles sehr bewegt und berührt.Jedes einzelne Porträt hat mich fasziniert und begeistert.Schonungslos berichten Sie von Ihren Lebensverhältnissen welche nicht immer sehr einfach sind.Teilweise war ich sehr schockiert und den Tränen nahe.Aber es gab auch einige schöne Situationen die mich erfreut haben.So habe ich Bekanntschaft mit Wanderarbeitern,Designern und Plastikblumenkindern gemacht.Dabei habe ich viele interessante Informationen über die Politik,Familie,Gesellschaft und Wirtschaft dieses Landes erfahren.Die Jugend dieses Landes hat es nicht wirklich einfach Ihre eigenen Interessen durchzusetzen.Sie stoßen auf Widerspruch und Konflikte.Selbst denken und ihre eigenen Wünsche zu verwirklichen dazu gehört viel Kraft,Mut und Ausdauer .Durch die faszinierende und fesselnde Erzählweise wurde für mich jede Geschichte zu einem einzigartigen Meisterwerk.Auch wurde ich sehr viel zum Nachdenken angeregt.Dies ist den Autoren hervorragend gelungen.Erwähnenswert ist auch die Landkarte am Anfang des Buches sowie ein Glossar zum Schluss.Toll fand ich auch die wunderschönen Fotos in der Mitte des Buches.Dadurch werden die einzelnen Geschichten noch lebendiger.
    Bis zum Ende hat mich dieses Buch einfach mit gerissen.Auch das Cover finde ich einfach wunderschön und genau passend .Es rundet das geniale Meisterwerk ab.Ich hatte viele lesenswerte Momente mit dieser Lektüre und vergebe glatte 5 Sterne.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Chiaramauss avatar
    Chiaramausvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine realistische Zusammenfassung einiger Leben junger Menschen in China. Sehr empfehlenswert!
    China-Kinder

    Viele junge Chinesen wollen nicht mehr nur Karriere und Reichtum als Lebensziel sehen und mit Scheuklappen durch Schule und Universität getrieben werden. Eingezwängt zwischen den Erwartungen von Staat, Familie und Gesellschaft haben sie Träume, die für uns selbstverständlich sind: Sie wollen ihren Lebensweg selbst bestimmen, etwas Sinnvolles erreichen und eine Arbeit finden, die ihnen Erfüllung bringt. Dafür müssen junge Menschen in China allerdings große Widerstände überwinden und sich gegen konservative Eltern und traditionelle Konventionen durchsetzen. Als stille Rebellen versuchen viele, dem allgegenwärtigen Druck der Gesellschaft zu entfliehen. 
    Die Autoren Sonja Maaß und Jörg Endriss sind durch China gereist und haben aus vielen Gesprächen 30 eindrucksvolle und zugleich unterhaltsame Portraits zusammengestellt, in denen junge Chinesen ihre Lebenswege, Werte und Meinungen schildern. 
    Lesen Sie von dem jungen Finalisten einer Schriftzeichen-Quizshow, von Studenten, die schon zu Beginn des Studiums komplett ausgebrannt sind, und von Punks, die ihren ganz eigenen chinesischen Rock-'n'-Roll-Lifestyle leben – aber auch von einem Mädchen in ihren Zwanzigern, das offiziell gar nicht existiert, von Wanderarbeitern, die in Kellern ohne Tageslicht wohnen, und Homosexuellen, die sich nicht mehr hinter der Fassade einer Ehe verstecken wollen. Treffen Sie einen Start-up-Gründer mit Visionen, eine Aktivistin, die sich gegen traditionelle Heiratszwänge stark macht, und junge Menschen, die in Hongkong an der Front der größten Protestbewegung der letzten Jahre gestanden haben. 
    Das Buch wurde von der Robert-Bosch-Stiftung im Rahmen des Programms »Grenzgänger China-Deutschland 華德無界行者« gefördert.

    Ich hatte wirklich wenig Ahnung von China, bevor ich dieses Buch gelesen habe. Die ersten Begriffe, die mir zu diesem Land einfielen, waren "viele Menschen", "Hochbegabte"; "Technik", "Diktatur" und ähnliche.  Deshalb bin ich sehr froh, dass ich die Gelegenheit bekommen habe, "China-Kinder" zu lesen - denn China ist weitaus mehr als ein paar vage Reduzierungen.  Es ist ein buntes Land mit Traditionen, Generationenkonflikten und vielem mehr.  Besonders junge Menschen sind eben anders, sie hinterfragen uralte, oft aus ihren Augen sinnlose Bräuche wie den Heiratszwang.  Es gibt so viele verschiedene Arten zu leben - auch in China. Vom Designer über einen Straßenmusiker bis zum Ökobauern ist wirklich alles dabei.  Die Autoren haben sich beim Erarbeiten dieses Buches große Mühe gegeben, und das wird auf jeder einzelnen Seite deutlich. Die befragten Personen sind so unterschiedlich, und doch ergibt sich zum Schluss eine Art Mosaik des heutigen China. Durch die Protokoll-Form der Texte fällt es dem Leser einfach, den einzelnen Gedankengängen zu folgen. Zwischen den Zeilen erfährt man auch viel über die Strukturen des Landes, seine Hürden und Probleme. Ein definitiv spannendes und bereicherndes Buch!

    Kommentieren0
    10
    Teilen
    Aischas avatar
    Aischavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Punk, Ökobauer oder Plastikblumenkind - Chinas Jugend ist erfrischend bunt und nonkonformistisch. Daumen hoch für dieses Sachbuch!
    Chinas Jugend auf neuen Wegen

    Was ist "Chinakinder"? Es ist ein hervorragend recherchiertes Sachbuch über die Jugend Chinas. Die Autoren lassen 30 höchst unterschiedliche Jugendliche zu Wort kommen; der Leser erfährt von Ängsten, Hoffnungen und Träumen der Generation, die die Zukunft des bevölkerungsreichsten Landes der Erde gestalten wird. Es ist ein Buch für alle, die über den europäisch-amerikanischen Tellerrand hinausblicken wollen, ein Muss für jeden weltpolitisch interessierten.
    Der Leser erfährt einiges über Eigenarten der chinesischen Politik, wie die Hukou, die sogenannte Haushaltsregistrierung, die unter anderem dazu führt, dass Kinder von Wanderarbeitern als Bürger zweiter Klasse weniger Chancen auf Hochschulzugang haben. Vor allem aber zeigt das Buch, dass Chinas Jugend sehr vielfältig und eigenständig ist und Politisches deutlich mehr hinterfragt als noch die Elterngeneration. Es kommen verschiedenste Gesellschaftsschichten zu Wort, die Tochter aus reichem Haus wie auch das Mädchen ohne Papiere, die Wanderarbeiter wie auch der Start-up-Gründer. Es geht um Aussteiger ("Plastik-Blumenkinder", Regenbogenfarm), Schüler, die im Drill gefangen sind, und linientreue Parteimitglieder. Ein Mongole äußert die Sichtweise als angehöriger einer ethnischen Minderheit.

    Was ist "Chinakinder" nicht? Das Buch ist keinesfalls eine trockene Aufzählung von Fakten, im Gegenteil. Durch den Protokollstil der Interviews und zahlreiche Fotos gewinnt man einen persönlichen Einblick in Lebensweise und -sicht der jungen Chinesen. Eine geografische Karte und ein hilfreiches Glossar sind sinnvolle Ergänzungen.
    Besonders hat mir gefallen, dass die Sonderverwaltungszone Hongkong und das umstrittene Taiwan (abtrünnige Provinz oder eigenständiger Staat?) gesonderte Kapitel erhalten haben. Die politischen Erklärungen sind gleichermaßen kurz wie hilfreich und auch für Laien wie mich gut verständlich.
    Egal ob als Vorbereitung auf eine Chinareise oder einfach, um die riesige Volksrepublik ein klein wenig besser zu verstehen - "Chinakinder" ist absolut lesenswert!

    Kommentare: 2
    9
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    J
    Liebe Bücherfreunde,

     wir möchten Euch einladen, unser Buch "Chinakinder" zu lesen und darüber zu diskutieren. Der NDR hat es als "Sommerbuch" empfohlen (Video) - es eignet sich aber sich auch für dunkle Wintertage.
    Im Buch erwarten Euch 30 spannende Portraits und Lebensgeschichten junger Chinesen: Da ist der Schüler Yixin, der gerade in der Prüfungsmühle steckt; die Studentin Duorou, die ihre Vorlesungen sausen läßt, auf Sinnsuche geht und  per Anhalter durch Tibet fährt; der Wanderarbeiter Qiaofeng, der eine Internetplattform für Gedichte betreibt, um in seinem Alltag Trost zu finden; ein Startup-Unternehmer, der mit seiner Idee nach oben will und viele mehr.

    China, das ist viel mehr als nur Pandas und Parteibonzen - vor allem die junge Generation ist bunt und stellt vieles in Frage.

    Die Idee für dieses Buch hatten wir schon eine ganze Zeit mit uns herumgetragen. Mit-Autorin Sonja Maass und ich sind seit mehr als zwanzig Jahren immer wieder in China unterwegs und haben dort zeitweise gewohnt und gearbeitet. 

    In der Zeit haben sich nicht nur die Städte komplett gewandelt, es ist auch eine ganz andere Generation herangewachsen. Sie ist in Wohlstand groß geworden, besser ausgebildet, hat mehr Möglichkeiten im In- und Ausland zu reisen und kann - trotz Zensur - auf mehr Informationen zugreifen als igrendeine Generation vor ihr. Diese jungen Chinesen wollen wir in unserem Buch zu Wort kommen lassen. Dafür sind wir kreuz und quer durchs Land gereist und haben mit jungen Menschen aus allen möglichen Bereichen und Schichten gesprochen. Ein Großteil der Texte ist als "Protokoll" aus Sicht der Protagonisten geschrieben.

    Ein Sonderteil widmet sich der Situation in Hongkong und Taiwan.

    Leseproben finden sich auf der Seite www.chinakinder.de, auch ein Artikel auf Spiegel-Online http://www.spiegel.de vermittelt einen Eindruck.

    Die einzelnen Kapitel stehen für sich. Man muss also nicht chronologisch lesen, sondern kann sich die Kapitel rausgreifen, auf die man am meisten Lust hat.

    Wer sich für ferne Länder und Lebensgeschichten interessiert, hat sicher Spaß an dem Buch. 

    Und wer jetzt mehr erfahren, selbst lesen und darüber diskutieren möchte – wir freuen uns, wenn Ihr Lust habt, Euch an einer Leserunde zu beteiligen.

    N
    Letzter Beitrag von  Naja89vor 8 Monaten
    Zur Leserunde

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    »Jedes einzelne Kurzporträt ist lesenswert - dieses Buch verdient jede Empfehlung.« (Literaturwelt. Das Blog)

    »Was die Lektüre so spannend macht, ist das Spannungsfeld, in dem die junge Generation in China versucht, die eigenen Träume zu verwirklichen.« (Oliver Zwahlen, Sinograph.ch)

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks