Jörg Ernesti Paul VI.

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Inhaltsangabe zu „Paul VI.“ von Jörg Ernesti

Das Pontifikat Pauls VI. fällt in eine bewegte Zeit: Zunächst hatte er das Konzil abzuschließen, was ihm gelang und Anerkennung einbrachte. Er bereiste als erster Papst die Welt, baute Brücken zu Orthodoxie, Judentum und zum kommunistischen Osten und galt rasch durch seinen Einsatz für Frieden, Entwicklung und Gerechtigkeit als der erste moderne Papst. Umso härter traf ihn das weltweit negative Echo an seiner Enzyklika 'Humanae vitae', in der er alle Mittel der künstlichen Empfängnisverhütung verbot. Innerkirchlich galt er den Konservativen als zu liberal, den Progressiven als zu reaktionär - ein Widerstreit, der ihn zermürbte, umso mehr an seiner persönlichen Integrität nicht zu zweifeln ist. Wenn die katholische Kirche heute vielen nicht modernitätstauglich erscheint, wurden dafür die Weichen auch in jener Zeit gestellt, was die Beschäftigung mit diesem 'vergessenen Papst' so spannend macht.

Vergessen, leider. Jörg Ernesti ruft uns wieder den großen Konzilspapst Paul VI. ins Gedächtnis, der wie so viele Päpste umstritten war.

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  • Rezension zu "Paul VI. Der vergessene Papst" von Jörg Ernesti

    Paul VI.
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    24. January 2013 um 11:02

    Besonders, aber vergessen Wenn man jemanden nach Päpsten fragt, werden die meisten einige Namen nennen können. Dabei fällt (fast) immer Papst Johannes Paul II. - der Jahrhunderpapst - und auch Papst Benedikt XVI., schließlich ist er der aktuelle Papst. Manche Menschen werden noch den ein oder anderen Papst nennen können, aber Paul VI. wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht dabei sein, denn er ist der vergessene Papst. Warum das so ist, liegt praktisch auf der Hand: Paul VI. hatte nicht nur zwei große Vorgänger (Pius XII., Johannes XXIII.) und einen noch größeren Nachfolger (Johannes Paul II.), sondern hat sich mit seiner Enzyklika Humanae Vitae sich auch gewissermaßen selber ins Aus geschossen, denn in dieser Enzyklika spricht er sich für ein komplettes Verbot der Pille aus, da "jeder einzelne eheliche Akt nur dann sittlich gut ist, wenn er für die Weitergabe des Lebens offen bleibt“. Die Christen waren enttäuscht, da sowohl auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil, als auch in der mit dieser Frage befassenden Kommission die Ansicht vertreten wurde, die beide für eine begrenzte Zulassung der Pille im Rahmen einer verantworteten Elternschaft plädierten. Doch er wurde völlig zu Unrecht vergessen! Paul VI., 1897 als Giovanni Battista Montini geboren, war der 262. Papst der römisch-katholischen Kirche und kann als der erste moderne Papst der Kirchengeschichte zählen, der als erster Papst überhaupt eine Flugreise machte. Außerdem machte er nach 160 Jahren die erste Reise außerhalb Italiens. Er war auch maßgeblich für die Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils verantwortlich und setzte sich für die ökumenische Bewegung ein, ohne dabei den besonderen Anspruch der katholischen Kirche aufzugeben. Der Kirchenhistoriker Jörg Ernesti, der an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen forscht und lehrt, gehört zu den wenigen Experten, die sich mit Paul VI. beschäftigt haben. Während seinen Forschungen zur Ökumenischen Theologie stieß Ernesti auf Paul VI. und in ihm keimte der Wunsch, eine wissenschaftlich fundierte Biografie des Papstes zu schreiben. Und das ist ihm gelungen. Paul VI. - Der vergessene Papst ist eine wissenschaftliche Biografie und fußt auf langer Beschäftigung mit dem Pontifikat des Italieners. Aber auch wenn es eine wissenschaftliche Biografie ist, können Laien das Buch lesen, da Ernesti bewusst auf Fachtermini und umständliche Formulierungen verzichtet: er will Paul VI. zurück ins Gedächtnis der Menschen bringen und das gelingt ihm. Allerdings gefällt mir diese Biografie noch in drei weiteren Punkten sehr gut. Ernersti baut in seinen Darstellungen immer wieder einzelne Zitate von Paul VI. selbst ein, sodass man auch einen direkten Einblick in die Gedankenwelt des Papstes bekommt. Dadurch wird die Lektüre unheimlich bereichert und macht diese Biografie noch außergewöhnlicher. Außerdem fügt Ernesti über 40 Abbildungen in seinen Text ein, die zentrale Aspekte des Pontifikats zeigen. Schließlich findet sich am Ende jedes Kapitels ein kurzes Resümee, was ermöglicht, später auch noch einmal bestimmte Teile nachzulesen. Jörg Ernesti hat wirklich großartiger Arbeit geleistet und ich hoffe inständig, dass dieses Buch viel gelesen wird, nicht nur des Buches willens, sondern vor allem, damit Papst Paul VI. nicht länger vergessen bleibt. Großartige Arbeit, die jedem Christen und Interessierten zu empfehlen ist!

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