Jörg Fauser

 4.1 Sterne bei 114 Bewertungen
Autor von Rohstoff, Der Schneemann und weiteren Büchern.

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Rohstoff Elements

Erscheint am 22.05.2019 als Hardcover bei Diogenes.

Rohstoff

Erscheint am 22.05.2019 als Hardcover bei Diogenes.

Das Schlangenmaul

Erscheint am 22.05.2019 als Hardcover bei Diogenes.

Das Schlangenmaul

Erscheint am 22.05.2019 als Hörbuch bei Diogenes.

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Rohstoff

Rohstoff

 (40)
Erschienen am 23.06.2009
Der Schneemann

Der Schneemann

 (34)
Erschienen am 23.06.2009
Das Schlangenmaul

Das Schlangenmaul

 (7)
Erschienen am 23.06.2009
Alles wird gut

Alles wird gut

 (6)
Erschienen am 23.06.2009
Marlon Brando

Marlon Brando

 (3)
Erschienen am 23.06.2009
Die Harry Gelb Story

Die Harry Gelb Story

 (3)
Erschienen am 01.01.2001
Marlon Brando. Der versilberte Rebell

Marlon Brando. Der versilberte Rebell

 (2)
Erschienen am 01.04.2004

Neue Rezensionen zu Jörg Fauser

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Rezension zu "Der Schneemann" von Jörg Fauser

Der Schneemann
Elizzyvor 3 Monaten

Der Schneemann
berauscht leider gar nicht.
Worum geht es?
Blum ist ein Kleinkrimineller, der sich gerade mal so über Wasser hält. Er versucht mit zwielichtigen Geschäften ans grosse Geld zu kommen. Doch so richtig gelingt ihm dies nicht. Eines Tage scheint ihm das Glück jedoch hold zu sein und ihm fällt ein Koffer voller Kokain in die Hände. Das verticken beginnt…

Erster Satz:
“Blum sah auf die Uhr. Höchste Zeit.”

Klappentext
›Der Schneemann‹ ist die Geschichte des Kleinkriminellen Siegfried Blum, der durch Zufall an fünf Pfund Kokain gerät. Der Traum vom sorglosen Leben auf den Bahamas rückt in greifbare Nähe, wären da nicht die Profis des Rauschgifthandels, die Blum den Schnee wieder abjagen wollen. Er schleppt den Stoff von Malta über München, Frankfurt, Amsterdam bis Ostende mit sich herum und lernt schnell, wie schwierig es sein kann, einen kleinen Schneemann damit zu bauen. (Quelle: Diogenes)

Meine Meinung
Als ich letztens einen Schreibkurs besuchte wurde uns “Der Schneemann” als Lektüre aufgetragen. Ich ging mit grossen Erwartungen ans Buch und war überzeugt davon, das mir diese Geschichte gefallen würde. Schliesslich las ich gerne Thriller und dieses Buch wurde als “Der beste deutsche Thriller aller Zeiten” gerühmt.
Doch was ich da las, war alles andere als grossartig. Blum ist ein Charakter, den man nicht als Freund haben möchte. Er ist in meinen Augen absolut frauenfeindlich, sexistisch und ein kompletter Trottel. Somit kein guter Start für ihn.
Besonders störend fand ich tatsächlich die vielen Bemerkungen, die er in Bezug auf Frauen fallen liess. Im Sinne von “Ausschau halten, was man heute flachlegen könnte… Der Arsch in dieser Jeans…etc.” und auch die teilweise rassistischen Bemerkungen, die hier und da salopp erwähnt wurden fand ich äusserst unpassend.
Ich konnte weder einen Bezug zu Blum noch zur Geschichte finden. Natürlich muss man sich nicht immer mit dem Protagonisten identifizieren können, um ein Buch gut zu finden. Aber wenn man tatsächlich nichts positives am ganzen Geschehen finden kann, interessiert einen das Buch und das Schicksal der Protagonisten leider gar nicht mehr.
Im Schreibkurs diskutierten wir natürlich über das Gelesen und dabei stellte ich fest; Zum Glück gibt es genug andere Bücher und nicht jeder Lesegeschmack muss verständlich sein. Den im Gegenzug zu mir fanden einige den Protagonisten durchaus “witzig” oder gar “tollpatschig” was ich zwar nachvollziehen kann aber nicht wirklich verständlich finde. So fand auch bis zum Ende kaum eine Charakterentwicklung bei Blum statt und damit liess mich das Buch endgültig im wahrsten Sinne des Wortes unberauscht zurück.
Schreibstil und Cover
Der Schreibstil ist für meinen Geschmack zu hart, zu obszön und zu provokativ. Als Frau empfinde ich manche Bemerkungen sogar angreifend und kann tatsächlich nicht nachvollziehen, weshalb dieses Buch sogar verfilmt wurde. Das Cover verrät nicht viel aber zieht auch nicht besonders an.
Fazit
Für mich ist Der Schneemann von Jörg Fauser mein Jahresflopp und ich kann es euch tatsächlich überhaupt nicht empfehlen. Wer das Buch ebenfalls kennt und gelesen hat, darf mich gerne eines besseren belehren und mir die “guten” Dinge am Buch näher bringen.
Bewertung
Buchlänge ♥ (1/5)
Schreibstil ♥ (1/5)
Botschaft ♥ (1/5)
Lesevergnügen ♥ (1/5)

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Rezension zu "Marlon Brando" von Jörg Fauser

Marlon Brando, der Rebell
Bellis-Perennisvor 10 Monaten

Diese Biografie über Marlon Brando ist nicht ausschließlich eine Biografie eines Menschen, sondern vielmehr eine Stück Zeitgeschichte.

 

Geboren 1924 in Nebraska als Sohn des Vertreters Marlon Brando und seiner Frau Dolores, wächst Marlon jun., der von allen nur “Bud” genannt, anfangs in geordneten Verhältnissen auf. Das ändert sich, als Mutter Dolores immer öfter zur Flasche greift und der Vater selten daheim ist. Bud und seine Schwestern werden vernachlässigt. Marlon jun. provoziert durch schlechte Schulerfolge und fliegt sogar von einer Militärschule. 

Schließlich kehrt er seinem Elternhaus den Rücken und lernt 1943 in New York Erwin Piscator kennen, der eine Schauspielschule leitet und Größen wie Walter Matthau oder Tony Curtis hervorbringt. Die wichtigste Person in dieser Zeit ist die Schauspiellehrerin Stella Adler.

Nach Unstimmigkeiten verlässt er Piscator und hat 1947 mit der Bühnenfassung von “Endstation Sehnsucht” seine ersten Erfolge.

 

Die weitere Entwicklung zu gefragt wie gefürchteten Star ist bekannt. Weniger bekannt ist vielleicht, dass sich Brando zum Rollenstudium in das jeweilige Umfeld begeben hat. Für die Rolle in “Der Wilde” hat er intensive Milieustudien betrieben.

Seine Art zu spielen, hat allerdings jene Regisseure gegen ihn aufgebracht, die pingelig ihre Schauspieler bevormundet haben.

 

Marlon Brando soll, lt. Jörg Fauser nie zu Alkohol gegriffen haben, da ihn das Verhalten seiner Eltern so abgestoßen hat. Sein Laster ist eher unmäßiges Essen.

 

Meine Meinung:

 

Von dieser Biografie Marlon Brandos bin ich einigermaßen enttäuscht. Nicht so sehr der Inhalt, sondern von der sprachlichen Ausführung. Jörg Fauser gilt als renommierten Autor. Manchmal habe ich allerdings den höchst subjektiven Eindruck, das Werk eines Pubertierenden zu lesen. Ein Bespiel gefällig?

“Natürlich warf Hollywood seine Kontaktlinsen auf den Stoff …” (S. 53) oder “.. diktierte folgendes Statement in ihre Griffel..” (s. 90)

 

In dieser und ähnlicher Tonart geht es weiter.

 

Gut gefällt mir, dass sich der Autor ausführlich mit der Zeit und den Zeitgenossen auseinander setzt. So nimmt er Bezug auf die Hetze gegen angebliche und echte Kommunisten, die im konservativen Hollywood Schwierigkeiten ohne Ende hatten. Dass er dabei allerdings die Präsidenten Amerikas (von Eisenhower bis Nixon)rüde beschimpft, ist entbehrlich.

Die Person Marlon Brandos scheint gut getroffen zu sein. Der Star rebelliert – wie zuvor schon im Elternhaus und in den Schulen – gegen allzu forsche Vereinnahmung. In manchen Lebensphasen wird er sich allerdings selbst untreu, wenn er aufgrund von Geldsorgen doch Filme dreht, die nicht ganz seiner Persönlichkeit entsprechen.

 

Der Autor Jörg Fauser (1944-1987) war selbst ein Rebell, der an Hausbesetzungen und Demos teilgenommen hatte. Er war Journalist und sein literarisches Werk erinnert gilt heute als Wegbereiter der Undergroundliteratur. In der Nacht nach seinem 43. Geburtstag wurde Fauser auf der Autobahn nähe München-Riem tot aufgefunden. Ob sein Tod mit seinen Recherchen im Drogenmilieu zusammenhing, konnte nie zweifelsfrei festgestellt werden.

 

Fazit:

 

Die Figur des rebellischen Marlon Brando und seiner Zeit ist gut gezeichnet, die sprachliche Ausführung ist es leider für mich nicht. Daher nur 3 Sterne.


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Rezension zu "Der Schneemann" von Jörg Fauser

Peruvian Flake
Gulanvor 2 Jahren

„Ich könnte auf den Geschmack kommen. Vor allem bei dem Stoff, den ich gerade habe. Wirklich erstklassig. Erstaunlich, was man noch alles entdeckt.“
„Wie meinen Sie das?“
„Mit zwanzig bin ich auf den Geschmack von Sex gekommen, mit dreißig auf den von Whisky und jetzt auf den von Kokain. Wo wird das noch enden?“
„Ich würde sagen, es geht aufwärts. Darf ich mal probieren?“. (S.105)

Siegfried Blum ist ein Kleinkrimineller, ein Überlebenskünstler. Gerade ist er auf Malta und versucht, eine Sammlung dänischer Pornohefte zu verhökern. Ein möglicher Abnehmer wäre der italienische Mafioso Rossi. Da gerät er durch Zufall in den Besitz eines Gepäckaufbewahrungsscheins von Rossi. Blum verlässt Hals über Kopf Malta und löst am Münchener Hauptbahnhof einen Koffer voller Dosen mit Rasierschaum aus. Doch er findet schnell heraus, dass noch mehr in den Dosen steckt: 5 Pfund 96%iges Kokain, Sorte Peruvian Flake.

Das ist für Blum natürlich eine einmalige Chance. Er ist ein Einzelgänger, ein „Ein-Mann-Unternehmen“, der sich mit fast 40 mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt. Sein Traum ist eine Bar auf den Bahamas und die könnte im Bereich des Möglichen liegen, wenn es ihm gelänge, den Stoff zu verhökern. Doch das ist selbstredend alles andere als einfach. Er bemüht einige Kontakte, verkauft hier und da einige Gramm, doch der entscheidende Deal will nicht gelingen. Und immer muss er befürchten, dass die tatsächlichen Eigentümer der Ware ihm auf den Fersen sind. Blum begibt sich auf eine Odyssee über Frankfurt, Wesel (!), Amsterdam bis nach Ostende.

Autor Jörg Fauser ist sicherlich eine der interessanten Personen des deutschsprachigen Literaturbetriebs der Nachkriegszeit. Zunächst ein ausgewiesener Undergroundautor mit engen Bezügen zur amerikanischen Beat-Literatur, eigene Drogenerfahrungen und Nähe zur Frankfurter Hausbesetzerszene inklusive. Fauser arbeitete in den 70ern als Journalist, veröffentlichte Essays, Reportagen, Lyrik, eine Biografie von Marlon Brando, Hörspiele, arbeitete als Übersetzer und schrieb Songs für Achim Reichel. Er beschäftigte sich auch intensiv mit amerikanischen hardboiled-Krimis. 1981 erschien dann „Der Schneemann“ als echter „richtiger“ Roman. Drei Jahre später erschien die Verfilmung


mit Marius Müller-Westernhagen in der Hauptrolle. Das Filmdrehbuch verlässt die Romanvorlage teilweise deutlich, Fauser fand es angesichts ordentlicher Tantiemen angeblich nicht so tragisch. Im Literaturbetrieb war er immer ein Außenseiter, am deutlichsten wurde dies 1984, als er beim Ingeborg-Bachmann-Preis von den Literaturgranden niedergemacht wurde. 1987 starb Jörg Fauser viel zu früh in der Nacht nach seinem 43. Geburtstag bei einem Unfall als Fußgänger auf einer Autobahn bei München.

Natürlich können sie überall sein, dachte er, als er den Mann im blauen Maximantel sah, der an der Würstchenbude stand und sich mit einem Corriere della Sera beschäftigte […] - und genau davon gehen sie aus: daß du durchdrehst, daß du aufgibst, daß du in die Knie gehst und den Koks wieder zur Aufbewahrung Stelle 1 gibst und den Gepäckschein eingeschrieben ans Phoenicia schickst. Paranoia heißt das Wort. Verfolgungswahn. Diese Stiche im Herzen, diese Nierenschmerzen, das Kribbeln an der Wirbelsäule, das Jucken unter der Kopfhaut, alles nur der Verfolgungswahn. Bleib cool. Du hast dich entschlossen, die Sache durchzuziehn, also zieh sie auch durch, betritt diesen Speisewagen mit der gereizten Miene eines Reisenden in Rheumawäsche, letzte Woche kein Abschluß, die Chemie rottet uns aus, die Frau hatte ihre Tage, Hertha BSC hat schon wieder verloren, und eine lange Woche im Raum Wuppertal starrt dir in das biervernebelte Hirn.

„Ober, ein Pils, aber kalt, näch!“. (S.56-57).

Fauser erzählt die Story mit einem auktorialen Erzähler ganz eng an seinem Protagonisten Blum. Er schickt ihn auf einen Road Trip durch mehrere Staaten, ein einsamer Handlungsreisender in Sachen Kokain. Blum ist ein Vagabund, je nach Blickwinkel könnte man ihn als Loser oder Überlebenskünstler bezeichnen. Die Nummer mit dem Koks ist eindeutig zu groß für ihn, aber er schlägt sich wacker, doch der Verfolgungswahn (nicht zu unrecht) begleitet ihn über die ganze Reise. Dabei begegnet er zahlreichen merkwürdigen Gestalten mit ähnlich skurrilen Biografien. Die Figuren und auch die wechselnden Schauplätze machen ebenfalls einen erheblichen Reiz dieser Geschichte aus. Der Muff der alten Bundesrepublik wird in einigen Schauplätzen wie Bahnhofshallen, ranzigen Hotelzimmern oder Intercity-Speisewagen nur allzu deutlich. Daneben verteilt Fauser in einigen Szenen wie der Party in einem Münchener Schriftsteller-Bungalow auch einige Seitenhiebe auf das kulturelle Establishment.

Ich habe beim Recherchieren irgendwo gelesen, dass Fauser nach diesem Buch schnell als Krimiautor abgestempelt war. Was mich allerdings wundert, denn trotz der 5 Pfund Kokain geht es in diesem Roman doch eigentlich um die beschwerliche Suche Blums nach seinem persönlichen Glück („Denn das Glück, meine Herren, ist die teuerste Droge“, S.86) und das in Zeiten von Sinnsuche, Hedonismus und Paranoia. Und auch wenn D-Mark, Gulden, belgische Francs und maltesische Lira längst nicht mehr existieren, ist „Der Schneemann“ mit einem frischen und lässigen Stil immer noch ein lesenswerter Roman.

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