Jörg Fischer Netzwerke und Soziale Arbeit

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Inhaltsangabe zu „Netzwerke und Soziale Arbeit“ von Jörg Fischer

Netzwerke sind in allen Lebensbereichen anzutreffen, jedoch ebenso omnipräsent wie dadurch begriffsleer. Die somit provozierte Diffusität trägt zur Diskrepanz von Theorie und Praxis Sozialer Arbeit bei. Die sich im Zuge der Fortentwicklung des Netzwerkbegriffs immer dringlicher ergebenden Fragen der Abgrenzung, definitorischen Einengung und gegenwartsdiagnostischen Einbettung werden in diesem Buch grundlegend thematisiert. Spricht man von Netzwerken, so kann man sich schnell zahlreichen Zuhörern und mannigfaltiger Reaktionen sicher sein. Sie sind in allen Lebensbereichen anzutreffen, jedoch ebenso omnipräsent wie dadurch begriffsleer. Die somit provozierte Diffusität wird auf verschiedenen Ebenen deutlich, versteht man die Netzwerkorientierung als einen Grundgedanken Sozialer Arbeit. Dementsprechend ergeben sich im Zuge der Etablierung und Fortentwicklung des Netzwerkbegriffs immer dringlicher Fragen der Abgrenzung, der definitorischen Einengung und gegenwartsdiagnostischen Einbettung. In diesem Band werden daher der Netzwerkbegriff als theoretischer Ausgangspunkt zur Auftragsbestimmung und Definition Sozialer Arbeit, zur Erklärung des methodischen Handelns sowie als ein eigenständiges Handlungsfeld von Professionellen sowohl theoretisch reflektiert als auch empirisch hinterfragt. Dabei werden die aktuellen Grenzen und Möglichkeiten des Netzwerkgedankens für die Soziale Arbeit grundlegend thematisiert.

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  • Rezension zu "Netzwerke und Soziale Arbeit" von Jörg Fischer

    Netzwerke und Soziale Arbeit
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    22. February 2013 um 11:15

    Zur Schärfung und Definition der Netzwerke Die moderne Gesellschaft ist soweit von Netzwerken durchzogen, dass der Begriff „Netzwerkgesellschaft“ diese Durchdringung zutreffend beschreibt. Inwieweit aber wirkt sich dieses „Netzworking“ auch auf die Soziale Arbeit aus? Die Herausgeber stellen sich die Beantwortung dieser Frage als Aufgabe und gehen davon aus, dass Vernetzungsphänomene auf mehreren Analyseebenen von Bedeutung sind. Wobei schon zu Beginn der Betrachtung das erste, grundlegende Problem ins Auge des Lesers gerückt wird. Denn der Begriff „Netzwerke“ ist kaum geschärft, zahlreiche und mannigfaltige Erklärungen dessen, was Netzwerke sind und wofür diese stehen, sind bei Nachfrage umgehend im Raum. So ergibt sich folgerichtig der erste Schritt der Untersuchung. Eine Annäherung, Schärfung und Definition des Begriffes „Netzwerk“. Getreu der fachlichen Ausrichtung vollziehen die verschiedenen Autoren diese Annäherung an den Begriff umgehend in Bezug zur Sozialen Arbeit und bieten im ersten Teil des Buches eine breite, differenzierte, von verschiedenen Betrachtungswinkeln herangehende Diskussion der „Verortung von Netzwerken in der sozialen Arbeit“. Verwiesen sei hier, neben den anderen prägnanten Beiträgen, vor allem auf die Anwendung der soziologischen Systemtheorie zur näheren Verortung sozialer Netzwerkphänomene. Ein geglückter Versuch, der bisher als nicht naheliegend vernachlässigt wurde. Wichtig herausgehoben ist die klare Herausarbeitung von „Herstellung“ und „Darstellung“ von Netzwerken im Kontext der sozialen Arbeit (Es gibt keine „Netzwerkdarstellung ohne Netzwerkherstellung“, aber es gibt „Netzwerkherstellung ohne Netzwerkdarstellung“, und dies durchaus häufig). Ein wichtiger Schritt für den weiteren Diskurs und ein vertiefendes Verständnis des Zusammenhanges von Netzwerken und sozialer Arbeit ist somit vorrangig eine breitere „Netzwerkdarstellung“ an den vielen Orten der bereits (automatisch fast) erfolgten Netzwerkherstellung. Und ebenso wichtig ist die, systemtheoretisch aufzuwerfende, Frage nach der sozialen Akzeptanz sich partikulär herstellender Netzwerke. Eine Frage, die im Rahmen einer Betrachtung nur aus Sicht der Netzwerktheorie in Gefahr gerät, vernachlässigt zu werden. Und die mit dem Beitrag von Fuhse. „Kommunikation und Handeln im Netzwerk“, dahingehend gut korrespondiert und Werkzeuge zur Verfügung stellt, die Vielfalt der sich „einfach so“ herstellender Netzwerke in der sozialen Arbeit aus dem „Unbewussten“ in die Ebene empirischer Beschreibbarkeit in Entstehung und Verfestigung zu führen. Gemeinsam mit den anderen Beiträgen dieser grundlegenden Betrachtung („Netzwerke in der sozialen Arbeit“, Netzwerke und Neoinstitutionalismus“, Systemische soziale Arbeit und Netzwerke“, „Soziale Arbeit zwischen Netzwerken und Institutionen, „Vertrauen in Netzwerke“ u.a.) ergibt sich im ersten Teil ein erkennbares Bild und eine schärfere Fassung in Bezug auf die Soziale Arbeit dessen, was Netzwerke sind und wie sich diese entwickeln. Erkenntnisse, die im zweiten Hauptteil des Buches geschärft und in ihrer gegenwartsdiagnostischen Einbettung in das Feld der sozialen Arbeit hilfreich beschrieben werden. „Netzwerken“ wird verortet als „methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit“, wobei dieser geschärfte Blick wertvolle Impulse zu einem aktiven und gestalterischen „Netzwerkmanagement in der Sozialen Arbeit“ (Schubert) mit auf den Weg gibt. Eine Konkretisierung der beiden ersten, deskriptiv annähernden Teile, findet sich zum Abschluss im dritten Hauptteil des Buches. „Netzwerke in Handlungsfeldern Sozialer Arbeit“ bietet im Blick auf Beratung, Netzwerke im Alter(n), Kinderschutz, Bildungs- und Sozialpolitik, Soziale Arbeit in „virtuellen Netzwerken“, Vernetzung im ländlichen Raum, Kinder- und Jugendhilfe, Bildung, Jugendkriminalität und gesundheitsbezoge Soziale Arbeit umfassende und gut verständliche Beiträge, welche die Vielfalt der Netzwerke gut vor Augen führen und verdeutlichen, dass „Netzwerke“ im Grunde Basis (fast aller) Sozialen Arbeit darstellen. Im Gesamten erhellt das Buch den Begriff des „Netzwerkes“, bietet Definitionen, Abgrenzungen, Unterscheidungen und ist in der vorliegenden Form ein wichtiger Baustein zur theoretischen und empirischen Betrachtung von Genese, Wirkung und stetiger Entwicklung von Netzwerken in der Sozialen Arbeit. Eine notwendige Konkretisierung des Begriffes, der nun eine stärkere Fassbarkeit durch Abgrenzung und klarer Verortung im Rahmen der Sozialen Arbeit mit sich bringt.

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