"Jörg Kailus erzählt von Ketzerverbrennern und Ablassverkäufern - und wie ein paar gewöhnliche Disputationsthesen eines Theologieprofessors aus Wittenberg plötzlich die Welt aus den Angeln hoben.
Er berichtet von politischen Verwicklungen, vom Bauernkrieg und von denen, die auch von den Protestanten als Ketzer verfolgt wurden. Aber auch von der Gewissheit Martin Luthers, diesen gnädigen Gott gefunden zu haben." - soweit der Klappentext.
"Eine kleine Geschichte der Reformation" ist die zweite Auflage dieses Buches, das zuerst unter dem Titel "Immer Ärger mit diesem Mönch" erschienen ist.
Dieser Titel erklärt auch das Cover. In unterschiedlichen Blautönen gehalten sehen wir das Porträt Martin Luthers vor einer Landschaft. Es ist ein auffälliges Titelbild, das jedoch meiner Meinung nach nicht zum Inhalt passt. Natürlich ist hierzulande Martin Luther d e r Reformator, er war jedoch weder der erste noch der einzige, der Reformen forderte. Meiner Meinung nach sollte dies im Cover berücksichtigt werden.
In einem Vorwort beschreibt Jörg Kailus seine Intention: "Das Buch soll also eine leicht verständliche Einführung in die Reformation sein, gewissermaßen eine Reformationsgeschichte für Nichttheologen, denn diese Epoche ist in der Tat spannend und relevant für unser Leben als ganz normale Christen des 21. Jahrhunderts."
Um es vorweg zu nehmen: das ist Jörg Kailus gelungen.
Kailus stellt jedem Kapitel eine kleine Episode voran, die sich in dieser Zeit so oder so ähnlich abgespielt haben könnte, was den Einstieg erleichtert. Der Autor schlägt den Bogen vom Mittelalter bis in unsere Zeit. Ein Glossar und eine Literaturliste (auch mit Originaltexten von Luther, Melanchthon und Calvin) ergänzen das Büchlein.
Der Autor schreibt gut lesbar und verständlich. Wie bereits eingangs erwähnt, erhebt er keinen wissenschaftlichen Anspruch. Mehr als einmal weist er den Leser darauf hin, dass die Ereignisse geschildert und nicht bewertet werden dürfen, da sie aus der damaligen Zeit heraus zu erklären sind.
Neben Martin Luther werden natürlich auch Melanchthon, Calvin, Erasmus von Rotterdam, Zwingli usw. und ihre Ideen vorgestellt. Das letzte Kapitel ist den "Verfolgten der Reformation" gewidmet, denn natürlich gab es unterschiedliche Auffassungen.
Fazit: Jörg Kailus hat auf 328 Seiten eine fundierte Einführung in die Geschichte der Reformation geschrieben, die einen Einstieg in dieses Thema bietet. Ein Buch, das ich jedem empfehle, der sich noch nicht mit der Reformation beschäftigt hat.



