Jörg Karweick

 4.7 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Rönum.
Jörg Karweick

Lebenslauf von Jörg Karweick

Als Nordlicht aus Hamburg hat es mich nach dem Studium von Englisch und Spanisch und vielfachen beruflichen Pfaden 2001 nach Berlin verschlagen. An Literatur interessiert mich vor allem eines: überrascht zu werden. Veröffentlichung von Kurzprosa, Krimis und Phantstik in zahlreichen Anthologien. Der Mystery-Roman „Rönum“ erschien im Februar 2015 bei O’Connell Press.

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Jörg KarweickRönum
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Rönum
Rönum
 (7)
Erschienen am 25.11.2015

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Evanescas avatar

Rezension zu "Rönum" von Jörg Karweick

Herrlich gruselig und unfassbar rasant!
Evanescavor einem Jahr

Das Buch ist genial geschrieben – auf mehreren Zeit- und Ortsebenen wird die Erzählung in eine Rahmenhandlung eingebettet. Eine Touristin findet überraschend eine Leiche am Strand und informiert die Polizei.
Doch wie konnte es dazu kommen? In einer streng durchstrukturierten Binnenhandlung wird erzählt, was in dieser Zeit geschah – und die Frage gelöst, wieso eigentlich kein Tourist nach Rönum geht.

Beim Lesen hatte ich oft Gänsehaut – das Buch ist unterschwelliger Grusel vom Feinsten, mit gekonnt eingesetzten Symbolen und geschickten Cliffhangern.

Cover:

Schlicht und schön.
Die Sepiatöne, in denen das Cover gehalten ist, wirken ruhig und gediegen – gleichzeitig strahlt der von Nahem fotografierte Turm doch eine gewisse Bedrohung aus und die Titelschrift wirkt ein wenig wie verwitterter Stahl.
Selbst wenn man die Geschichte noch nicht kennt, weiß man im Prinzip, worauf man da eingestimmt wird – scheinbar ist alles gediegen, ein wenig altmodisch und sonst in Ordnung. Doch hinter der Fassade lauert eine düstere Gefahr.
(Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich so gut wie alle Cover aus diesem Verlag einfach schön finde?)

Inhalt:

Das Buch ist ziemlich kurz und entsprechend dicht geschrieben, es ist also nicht einfach, hier etwas zu schreiben, ohne zu viel zu verraten.
Die Touristin ist selbst früher öfter in die Gegend gekommen – doch aus irgendeinem Grunde haben ihre Eltern irgendwann aufgehört, mit ihr nach Rönum zu reisen. Mehr noch, sie überreden sie, nicht mehr darüber zu reden und wollen das Ganze am Besten vergessen. Dennoch macht sie selbst Urlaub in Rönum und… findet prompt eine Leiche.
Was ist da passiert?
Die Binnenhandlung soll hier Klarheit schaffen und erzählt die Ereignisse, die dem Leichenfund vorausgehen. Und rücken den Romanbeginn in ein anderes Licht.
Die Welt hinter dem Roman wird dabei nur angedeutet – man muss viel mitdenken und sich die Zusammenhänge nach und nach selbst zusammenpuzzeln.

Sprache:

Da gibt es nichts auszusetzen.
Ich fand die Sprache sehr schön – mystisch und poetisch, wo es mystisch und poetisch sein muss. Trocken und sachlich, wo es so sein muss und auch mal völlig wirr, wenn der Perspektiventräger gerade etwas wirr im Kopf ist. Mit anderen Worten: Wechsel der Erzählstimme bei Wechsel der Perspektive und Anpassung an die jeweilige Gegebenheit.
Mir persönlich gefällt das sehr gut – auch wenn ich weiß, dass manche Leser keine Freunde davon sind.

Fazit:

Das Buch habe ich schon beäugt, als es noch um 2014 herum nur mit Cover und Inhaltsangabe auf der Verlagshomepage beim Stöbern entdeckt habe. Und ich bereue auf jeden Fall nicht, es gelesen zu haben. Der Grusel kam auf leisen Sohlen, aber dafür ziemlich eindringlich und es wurde immer wieder spannend.
Das Buch hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen und ich empfehle es denen weiter, die gerne Thriller lesen – es aber nicht zwingend blutig brauchen.

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AliceDreamchilds avatar

Rezension zu "Rönum" von Jörg Karweick

Tolle, unheimliche Nordsee-Geschichte mit
AliceDreamchildvor 3 Jahren


Unheimliche Dinge geschehen in dem kleinen Dorf an der Nordsee ...Menschen verschwinden, Schafe spielen verrückt ... und welche Rolle spielt dabei der Leuchtturm von Rönum?

Die Menschen hier hüten ein düsteres Geheimnis. Außenstehende werden nicht eingeweiht. Und auch nicht von allen gerne gesehen.

Rodacher ist zwar im Ort aufgewachsen, dennoch gilt er wegen seiner langen Abwesenheit als Fremder, als er zurückkehrt, um das Reisebüro seines Vaters zu übernehmen. Er stößt auf lange begrabene Geheimnisse und mysteriöse Begebenheiten aus der Vergangenheit. Doch wenn er versucht, dahinter zu kommen, läuft er gegen eine Mauer des Schweigens. Was ist los auf der Insel Rönum? Und was ist mit seiner langjährigen mitarbeiterin Maria passiert? Rodacher wird immer tiefer hineingezogen in einen dunklen Strudel, in dessen Zentrum der Leuchtturm steht.

Schon das Cover hat mir deutlich gemacht: Das wird eine unheimliche Lektüre. Der Schreibstil unterstreicht die düstere Atmosphäre des Buchs perfekt. Als glühender Fan von u nheimlicher Lektüre a la Stephen King war ich sofort hin udn weg und begeitert davon, mich von Rönums düsterem Geheimnis verlocken zu lassen.

Anfangs fand ich den Perspektivenwechsel zwischen den verschiedenen Personen etwas verwirrend und musste mitunter nachschauen, wer jetzt gleich wieder mit wem zu tun hatte und wer was erlebt hat. Doch nachdem ich mich eingelesen hatte, fand ich diese Kunstgriffe tatsächlich sehr spannend. Ebenfalls spannend war die Methode des Autors, zu vielen Begebenheiten nur das Nötigste zu verraten und den Leser so immer an der Grenze zur Verwirrung balancieren zu lassen. An einigen Stellen habe ich persönlich die Grenze überschritten und einzelne Punkte nicht ganz verstanden. Das tat dem Lesespaß im Großen und Ganzen aber keinen Abbruch.

Fazit:
Insgesamt ist es eine stimmige, spannende Geschichte mit einem etwas skurrilen aber fulminanten Finale, die ich sehr genossen habe - und vermutlich auch noch einmal lesen werde. 

Richtig gelungen fand ich auch die Dynamik im Dorf sowie die verschiedenen, typischen und doch einzigartigen Charaktere. Wunderbar beschrieben!!!

Toll fand ich auch den Ort des Geschehens - ich bin ein großer Nordsee-Fan :)

Wer es gerne unheimlich mag und die grauen Zellen beim Lesen ebenfalls beschäftigt halten möchte, ist mit diesem Buch bestens beraten!

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Elmar Hubers avatar

Rezension zu "Rönum" von Jörg Karweick

Rönum
Elmar Hubervor 3 Jahren

„Die Elemente spielten verrückt, Menschen verschwanden, Schafe verloren den Verstand, und man durfte nicht darüber reden, als wenn es das Reden darüber wäre, das das Gleichgewicht zerstörte. Und über allem wachte das Blinklicht des Leuchtturms, von dem es kein Bild gab, ein Licht, das tief in die Menschen hier eindrang, jede Nacht, jetzt sogar am Tag, und einen Rhythmus vorgab, dreimal alle fünfzehn Sekunden. Das ganze Leben lang.“

STORY

Seltsame Dinge geschehen in der kleinen Ortschaft Rönum an der Nordsee. Nebel zieht ohne erkennbare Ursache auf, die Schafe, die am Deich grasen, spielen verrückt und auch die Menschen verhalten sich immer merkwürdiger. Und über allen thront wie ein Wächter der massive Leuchtturm, von dem im Ort keine einzige Abbildung existiert und der doch mit stoischer Gleichmäßigkeit seine Lichtfinger über die Landschaft, die Tiere und die Menschen streifen lässt.

Nach Jahren der Abwesenheit kehrt Rodach hierher zurück, an den Ort, an dem er seine Kindheit verbracht hat und wird damit unversehens in diese Strömung seltsamer Ereignisse gerissen.

„Niemand hatte mit Nebel gerechnet. Er war auch nicht vorhergesagt. Ein Hochsommertag,, ein lauer Abend – und mit eine Mal kam er aus dem Boden gekrochen, an den Grashalmen hoch, breitete sich in der Dunkelheit aus und hatte Rönskoog fest im Griff. […] Immer mehr Feuchtigkeit stieg aus diesem Boden, gleichmäßig, Tropfen für Tropfen. Einer klebte an dem anderen, sie bildeten ein Netz, verfolgten einen Plan.“

MEINUNG

Recht harmlos beginnt der Roman damit, dass eine Urlauberin am Nordseestrand von Rönum eine Leiche entdeckt. Der Anfang eines handelsüblichen Regionalkrimis, sollte man meinen. Kurz darauf macht Autor Jörg Karweick den Leser mit Rodacher (ohne Vornamen) bekannt, der nach Jahren der Abwesenheit nach Rönskoog zurückgekehrt ist, um das Reisebüro seiner vertorbenen Eltern weiter zu führen. Hier wacht er seit seiner Kindheit zum ersten Mal wieder mitten in der Nacht verstört im Kleiderschrank auf. Zeitglich erhält Maria Feinworth, Rodachers Angestellte im Reisebüro, einen Anruf ihrer Schwester, die ihr mitteilt, dass ihr toter Vater bei ihr auf dem Balkon steht. Offenbar ist RÖNUM doch nicht der abgeschmackte Regionalkrimi, den Jörg Karweick seinen Lesern auf den ersten Seiten vorgaukelt.

„Zwischen Stephen King und TWIN PEAKS“ wirbt das Cover und zumindest der Verweis auf David Lynchs Kultserie kann, mit Blick auf die Charaktere und das offensichtliche aber unausgesprochene Geheimnis um Rönum, getrost unterschrieben werden; was die literarischen Vergleichbarkeiten angeht, so sei RÖNUM vor allem den Fans von Stefan Melneczuk und Uwe Voehl ans Herz gelegt.

Die Handlung des Romans bewegt sich zeitlich zwischen dem 25. August, 21:35 Uhr und 27. August, 07:00 Uhr, wobei der Autor die Handlung nicht in der zeitlichen Abfolge erzählt. Er springt relativ wild zwischen Uhrzeiten, Schauplätzen und auch Personen, so dass sich erst nach und nach – und teils auch nach gelegentlichem zurückblättern – ein fortlaufendes Bild der bizarren Ereignisse ergibt. Darüber baut Jörg Karweick eine durchgehend drückend-schwüle (des Nachts auch mal feucht-kalte) Atmosphäre auf, die augenscheinlich das klare Denken der Protagonisten lähmt, so dass die Menschen zu nahezu handlungsunfähigen Beobachtern der Ereignisse werden.

Als kleine Warnung an die Rationalisten sei gesagt, das nicht aufgeklärt wird, was hier eigentlich passiert und warum. Vielmehr folgt Rönum einer Art „Traumlogik“, die in sich wunderbar funktioniert, sich jedoch, sobald sie vom grellen Tageslicht der Vernunft erhellt wird, verflüchtigt wie Nebelschwaden in der Sonne.

Jörg Karweicks Schreibstil – Halbsätze, Adjektive, Stimmungen, aneinandergehängt in Sätzen mit vielen Kommas – sind nicht jedermanns Sache, wirkt jedoch der künstlichen Aufblähung entgegen, die eine stets korrekte Ausformulierung mit sich gebracht hätte. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen. Mit dieser Visitenkarte ist Jörg Karweick ein Autor, den der geneigte Phantastikleser unbedingt im Auge behalten sollte.

Was die Aufmachung des Buches angeht, muss man leider einige Abstriche machen. Das grundsätzlich stimmungsvolle Coverfoto wurde recht lieblos und in gleich mehreren unpassenden Schriftarten unglücklich überkleistert. Auch das schmucklose Verlagslogo, das prominent oben links angebracht wurde, wirkt deplatziert. Hier sollte der Verlag noch einige Euros investieren. Immerhin geht es um den ersten Eindruck eines Buches. Auch der Schriftsatz ist verbesserungswürdig; in manchen Zeilen sind die Leerzeichen zwischen einzelnen Wörtern nur zu erahnen. Der komplette Textblock scheint außerdem nach oben verschoben zu sein; während die Kopfzeilen unschön am oberen Rand pappen, haben die Seiten unten noch relativ viel Luft. Sorry liebe Leute aber das gehört auch zu einem entspannten Leseerlebnis.

FAZIT

Hier eine Geistererscheinung im dichten Nebel, dort Schafe, die offenbar – sensibler als die Menschen – ihren Verstand verlieren und den Freitod (!) begehen und über allem thronend der wuchtige Leuchtturm, den einst Kaiser Wilhelm erbauen ließ und der eher an ein Wärter gemahnt, denn an ein gutmeinendes Warnsignal für Seefahrer.

Jörg Karweick liefert hier ein modernes, leicht experimentelles Nordsee-Schauerstück ab, das durchgehend seine unterschwellig-bedrohliche Aura halten kann. Absolut gelungen!

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