Jörg Magenau

 3.9 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Princeton 66, Bestseller und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jörg Magenau

Jörg Magenau wurde 1961 in Ludwigsburg geboren. Er studierte an der FU Berlin Philosophie und Geschichte und arbeitete als Kulturredakteur und Literaturkritiker u.a. für die «FAZ», die «taz» und «Freitag». 1995 wurde er mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet. 2002 erschien seine viel beachtete Christa-Wolf-Biographie. Jörg Magenau lebt und arbeitet in Berlin, als Autor und Redakteur von «Das Magazin».

Alle Bücher von Jörg Magenau

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Princeton 66

Princeton 66

 (10)
Erschienen am 11.07.2016
Bestseller

Bestseller

 (9)
Erschienen am 20.02.2018
Christa Wolf

Christa Wolf

 (4)
Erschienen am 02.09.2013
Martin Walser

Martin Walser

 (2)
Erschienen am 01.10.2008
Die taz

Die taz

 (2)
Erschienen am 25.08.2007
Schmidt - Lenz

Schmidt - Lenz

 (1)
Erschienen am 28.08.2014
Gottfried Benn

Gottfried Benn

 (0)
Erschienen am 15.10.2010

Neue Rezensionen zu Jörg Magenau

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Shimonas avatar

Rezension zu "Bestseller" von Jörg Magenau

BESTSELLER mit Tiefgang
Shimonavor 4 Monaten

Jeder Leser erlebt während des Lesens 

verschiedene Lesarten;  also die Art wie jeder 
individuell den Inhalt  einer  Geschichte oder 
eines Sachverhalts  empfindet und aufnimmt ist
ganz unterschiedlich. Das macht die 
Besonderheit des Lesens aus. Das hat Magenau
hervorragend herausgearbeitet.

Wir sind alle eine Gemeinschaft der Lesenden,
die gerade bei BESTSELLERN in ihrer 
Begeisterung miteinander verbunden sind.

Wir als Leser erfahren unterschiedliche
Sichtweisen und erweitern damit unseren
Horizont.

Als Leser haben wir demokratische Rechte. 
Wir haben das Recht, zu lesen was wir wollen,
das Recht Seiten zu überspringen, das Recht,
ein Buch nicht zu beenden oder auch das Recht,
es nochmals zu lesen.

Der Literaturkritiker Jörg Magenau hat da ein für
mich hochinteressantes und detailverliebtes
Kompendium der Bestseller kreiert. Die 
wichtigsten Werke, die zu BESTSELLERN wurden
benennt er und gibt inhaltliche Einblicke in das 
jeweilige Werk. Schließlich verknüpft er dies
noch mit gesellschaftlichen Umbrüchen 
und historischem Hintergrundwissen.

Mit uns Lesern ist ein Bestseller erst möglich!
Wir entscheiden alle darüber, ob ein Buch zum 
Bestseller wird. Magenau will uns sagen, dass
uns nicht bewußt ist, dass wir, wenn wir einen
Bestseller erwerben, nicht nur das Buch kaufen,
sondern auch die Beteiligung am gesellschaft-
lichen Leben. Somit haben wir als Leser das
Gefühl, sehr nah am Puls der Zeit zu sein.

Treffend formuliert ist, wenn wir doch sagen
können, das Lesen eine Flucht ist und Träume 
erlaubt sind. Denn Lesen heißt fliehen, um 
verwandelt zurückzukehren.

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M

Rezension zu "Bestseller" von Jörg Magenau

Keine Zauberformel für Bestseller, aber je kluge und erhellende Analysen
michael_lehmann-papevor 6 Monaten

Keine Zauberformel für Bestseller, aber je kluge und erhellende Analysen

Das ist schon eine interessante Sache, sich zu vergegenwärtigen, dass der „Vater aller Ratgeber“ mit zwei Werken, davon eines ein weltumspannender Millionenbestseller, ein ganzes Genre wohl mitbegründet hat.

Dale Carnegie.

Und noch interessanter ist, wie ein Mensch durch einen Ratgeber für den persönlichen Erfolg Weltruf erlangt („Sorge dich nicht, lebe!“, der sich vor allem durch eins zuvor ausgezeichnet hatte: anhaltende Erfolglosigkeit.

Magenau erzählt von Carnegie, analysiert genau die Punkte, die das Buch zum Erfolg werden ließen, rekurriert auf die „biblische Setzung“ und die „Gebrauchsanweisung“, die Carnegie gleich mitliefert und zeigt so auf, wie mit einfachen Sätzen und griffigen Regeln eine ganz Atmosphäre der Zeit über Jahrzehnte hinweg sich in einem Buch wiederfindet. Die Phase der „Nabelschau“ und „Selbstoptimierung“, die bis heute zigtausend mal sich in Büchern und deren Millionen an Verkaufszahlen niederschlägt.

Wobei Magenau den Blick, nicht nur in diesem Kapitel, ausweitet. Mit feiner Ironie (es ist eigentlich immer klar, was er selbst von vielen der angesprochenen Büchern hält) verweist er auf von Hirschhausens „Brachial-Humor“, auf die fast Unmöglichkeit, ein Buch wegen seiner „Einfachheit“ zu kritisieren, dass sich ja selbst „Simplify“ nennt und betrachtet am Ende noch eher amüsiert, wie der „Darm“ es zum Bestseller geschafft hat.

Aber, könnte das sein, dass gar nicht unbedingt „Genie“ erforderlich ist, sondern ein Erfolg eher auf Art eines „Ingenieurs“ zusammengetragen werden kann?

„Das Parfüm“ und sein Autor Patrick Süskind könnten, laut Magenau, so ein Beispiel sein. Wenn ein Autor schon früh sagt, dass er vorhat, ein Werk zu verfassen, von dem er dann den Rest seines Lebens den Unterhalt bestreiten kann. Welche Versatzstücke genau da zusammenkomponiert wurden und das vielleicht mehr als nur ein Hauch „Handwerk“ statt „romantischen Genies“ hinter einem solchen Erfolg stehen könnte. Und zudem die Atmosphäre der Zeit (Angst machte sich in nicht geringem Umfange diffus breit im Land) das Ihre hinzutut, um aus einem Werk, dessen Autor sensibel ist für die „Zeichen der Zeit“ einen langanhaltenden Erfolg zu gestalten.

„Süskind verzichtete auf formale Experimente. Er erzählte streng chronologisch“ (ohne Rückblicke). So scheint Einfachheit in der dahinterliegenden Form, gepaart mit Außenseitertum (siehe auch Harry Potter, den Magenau hier am Rande mit erwähnt) und einem leicht mythischen „Geheimnis“ samt „Queste“ und „in sich getrieben sein“ der Protagonisten nicht unerheblich zum Erfolg von Romanen und Thrillern beizutragen.

Wobei natürlich die sprachlichen Fähigkeiten des jeweiligen Autors hohe Bedeutung dafür haben, am Ende die Spreu vom Weizen auf den Bestsellerlisten zu trennen.

So nehmen Bücher, immer auch mit dem Strom der Zeit verankert, Atmosphären auf und folgen zugleich dauerhaften Regeln, die eine Erfolg nicht garantieren, aber wesentlich wahrscheinlicher machen. So ist es eben nicht „außergewöhnlich, von Hesses meditativem Indien ins existenzialistische Frankreich überzusiedeln“, sondern, folgt man Magenau, eher naheliegend in den inneren Strömungen, trotz des äußerlich eher ganz anderen Rahmens der Werke und der unterschiedlichen Form.

Dass die Auswahl der Werke weitgehend rein subjektiv ist (und sich zudem an den offiziellen Verkaufslisten orientiert), gesteht der Autor von Beginn an zu. Bietet aber soviel grundlegendes in der allgemeinen Analyse der gewählten Werke und den daraus zu ziehenden Schlüssen, dass dies mit anderen Titeln auch nicht groß andere Ergebnisse erbracht hätte.

Eine hochinteressante Lektüre für Leser und Autoren zugleich und ein Spiegel der Zeitgeschichte, für den die Bestseller vor allem auch stehen.

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himbeerbels avatar

Rezension zu "Bestseller" von Jörg Magenau

Bestseller sind mehr als erfolgreiche Bücher – sie sind Spiegel ihrer Zeit
himbeerbelvor 9 Monaten

Jeder Leser weiß es: Ein Platz auf der Bestsellerliste ist kein Qualitätsmerkmal für ein Buch. Auch wenn mancher verächtlich auf den sich dort widerspiegelnden Mainstream schaut, sind auch immer wieder wahre Schätze darunter zu finden, bei denen es nicht verwundert, dass viele Leser genau diese Bücher mögen. Bei anderen Verkaufsschlagern hingegen möchte man es gern wie Denis Scheck halten und sie ins Nirwana befördern. Als ich kürzlich entdeckte, dass Jörg Magenau in seinem Buch Bestseller genauer unter die Lupe nimmt, stand für mich fest, dass ich es unbedingt lesen muss.
Ich war gespannt, was mich zu diesem Thema erwarten würde und wie der 1961 geborene Jörg Magenau, Literaturkritiker und Sachbuchautor, es behandelt. Vorab sei so viel verraten: Ich bin begeistert.
In den ersten Kapiteln geht es um Allgemeines rund ums Lesen und den Leser, was jedoch schon recht bald zum Buch, dem Bestseller, den Bestsellerlisten und dem Buchmarkt hinführt. Dabei erfährt man nicht nur interessante Fakten, sondern es macht auch Freude sich mit den teils philosophischen Gedanken zu beschäftigen.
„Wer sind wir, wenn wir lesen? Was passiert mit uns, wenn wir langsam, noch zögernd, in die erste Zeile gleiten, welcher Film läuft ab, wenn wir kopfüber in den Text stürzen?“ (S. 27)
Als jemand, zu dessen liebsten Hobbys das Lesen gehört, fühlte ich mich verstanden und in den Leserkreis aufgenommen, zu dem sich auch der Autor zählt, der dieses Buch in der „Wir-Form“ verfasst hat. Und so habe ich in dieser Atmosphäre gern im imaginären Lesesessel gegenüber platzgenommen und mir von Jörg Magenau erzählen lassen, was er zum Thema Bestseller herausgefunden hat.
„Bei jedem einzelnen Erfolgstitel gilt es zu unterscheiden, ob es sich beim ausgelösten Massenzuspruch um einen Fall von Schwarmintelligenz handelt, um überraschende Übereinstimmung oder bloß um ein Beispiel dafür, dass der Teufel halt immer auf den größten Haufen scheißt.“ (S. 35)
In den Bestsellerregalen von 1945 bis heute fahndet er danach, was diese Bücher über uns Leser verraten. Er geht dabei nicht chronologisch vor, sondern untersucht Bestseller und -listen nach bestimmten Themen und unterschiedlichen Betrachtungsweisen und setzt dies in einen geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang. Denn Bestseller sind mehr als erfolgreiche Bücher – sie sind Spiegel ihrer Zeit. Die Gedankengänge hierzu sind interessant und nachvollziehbar, aber es gibt auch die ein oder andere Verknüpfung zwischen Buch und Zeitgeist, die mir zu gewollt erscheint.
Ein schöner Nebeneffekt dieses Buches ist, dass ich mich beim Lesen auf eine Art Zeitreise begab und dabei Buchtiteln begegnete, die erst im vergangenen Jahr erschienen sind, die ich in meinen 50 Lebensjahren bereits gelesen, von denen ich zumindest gehört habe oder die bei meinen Eltern und Großeltern im Bücherschrank standen und schon für Gesprächsstoff sorgten. Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen und guten alten Bekannten zu begegnen. Bei so manchem erwähnten Titel, der dabei angesprochen, kurz zusammengefasst und womöglich leicht ironisch oder mit einem sympathischen Augenzwinkern von Jörg Magenau in Relation gesetzt wird, bekommt man gleich Lust darauf, ihn nochmal oder endlich zu lesen. Hierbei kann natürlich auch die chronologische Auflistung aller erwähnten Bücher hilfreich sein, die sich neben den zahlreichen Anmerkungen zu den Endnoten am Schluss des Buches befindet.
Wer gerne vom Lesen liest und Bücher über Bücher liebt, der könnte an „Bestseller“ von Jörg Magenau seine Freude haben.

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