Jörg S. Gustmann

 4 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor von Rassenwahn, Schattenmächte und weiteren Büchern.
Jörg S. Gustmann

Lebenslauf von Jörg S. Gustmann

Jahrgang 1961 1990 Staatsexamen und Approbation der Zahnmedizin in Hamburg seit 1997 Autor zahlreicher nationaler und internationaler zahnmedizinischer Fachartikel (Fachjournalist) seit 2000 schriftstellerische Ausweitung auf Kurzgeschichten, Lyrik und Artikeln in div. Zeitschriften. 2002 – 2003 Immatrikulation und Studium bei ILS (internationale Lernsysteme) in Hamburg zu Privatstudiengang „kreatives Schreiben“. Bibliographie 2002 – 2003 Beginn und Abschluss des Romans „Die ungewöhnlichen Erlebnisse des George M. Lindner“ (bisher unveröffentlicht) ca. 250 Seiten. Sept. 2005: Veröffentlichung des ersten Kinderbuch „Die Spürnasen vom Schraberg … und das Geheimnis der sieben Mönche.“, Oncken Verlag/Witten Juni 2006: Veröffentlichung des zweiten Kinderbuches. „Die Spürnasen vom Schraberg … und die tote Robbe am Nordseestrand“, Brockhaus Verlag Nov. 2006: Veröffentlichung des Mystery-Thrillers „Die Akte John Fowley“, D&D-Medien März 2007: Veröffentlichung des Reliquienthrillers „Die Lanze des Schicksals“, Brendow Verlag. Juni 2007: Veröffentlichung des dritten Kinderbuches: „Die Spürnasen vom Schraberg … und der Fluch der grünen Diamanten“ Brockhaus Verlag SCM-Medien Oktober 2007: Veröffentlichung des Romans „Briefe von Herrn G.“, Hänssler Verlag SCM-Medien August 2011: Neuauflage „Die Lanze des Schicksals“ als e-book unter dem Titel: „Hüter der Heiligen Lanze“ Chichilli Agengy Februar 2012: Neuauflage des Mysterythrillers “Die Akte John Fowley” als ebook, Chichilli Agengy Vorankündigung Juli 2012: Erscheinen des Kriminalromans “Rassenwahn”, Gmeiner Verlag Mitglied in der Autorenvereinigung „Syndikat“ Okt. 2008: Nominierung zum „Sternengreifer Award“, Bereich Kultur-Literatur NRW

Alle Bücher von Jörg S. Gustmann

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Jörg S. GustmannRassenwahn
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Rassenwahn
Rassenwahn
 (23)
Erschienen am 09.07.2012
Jörg S. GustmannSchattenmächte
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Schattenmächte
Schattenmächte
 (2)
Erschienen am 01.07.2013
Jörg S. GustmannBlutwechsel
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Blutwechsel
Blutwechsel
 (1)
Erschienen am 01.07.2015
Jörg S. GustmannDie Spürnasen vom Schraberg und die tote Robbe am Nordseestrand
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Die Spürnasen vom Schraberg und die tote Robbe am Nordseestrand
Jörg S. GustmannDie Akte John Fowley
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Die Akte John Fowley
Die Akte John Fowley
 (0)
Erschienen am 10.11.2006
Jörg S. GustmannDie Spürnasen vom Schraberg und der Fluch der grünen Diamanten
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Die Spürnasen vom Schraberg und der Fluch der grünen Diamanten
Jörg S. GustmannDie Spürnasen vom Schraberg und das Geheimnis der sieben Mönche
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Die Spürnasen vom Schraberg und das Geheimnis der sieben Mönche
Jörg S. GustmannBriefe von Herrn G
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Briefe von Herrn G
Briefe von Herrn G
 (0)
Erschienen am 17.09.2007

Neue Rezensionen zu Jörg S. Gustmann

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Rezension zu "Blutwechsel" von Jörg S. Gustmann

Ein Genrewechsel in Pohlmanns dritten Fall "Blutwechsel".
Flohvor 3 Jahren

Hamburg - Israel; Israel - Hamburg. Ein Schauplatzmix mit viel Potential. Eine brandaktuelle Thematik und die Wende für die Energiegewinnung? Der dritte Fall für den angeschlagenen Ermittler Martin Pohlmann vom Autor Jörg S. Gutsmann zieht weite Kreise. Nach zwei zurückliegenden Ermittlungen im Genre Krimi, wagt sich der Autor in „Blutswechsel“ nun mit seinem einschlägigen Kommissar ins Genre Thriller. Ich bin gespannt, wie ihm dieser Wechsel in „Blutwechsel“ mit seinem Protagonisten Pohlmann gelingt. Und ob dies sein letzter Fall sein wird?
Erschienen im Gmeiner Verlag (http://www.gmeiner-verlag.de/)

Inhalt:
„Eine in Erdöl konservierte Leiche mit einem sonderbaren Branding auf der Brust. Eine Explosion, die eine Raffinerie in Hamburg in Stücke reißt. Eine geheimnisvolle Sekte, aus der ein Erlöser oder der Mörder hervorgeht. Kommissar Pohlmanns verzweifelter Weg zu sich selbst.“

Handlung:
Der erfolgreiche Krimiautor Jörg S. Gustmann wechselt für seinen dritten Fall für Kommissar Pohlmann das Genre und bestreitet nun das packende und verblüffende Gebiet der Thriller-Spannungsliteratur. Dieser Wechsel von einem ermittelnden Kommissar im Krimi mit regionalen Bezügen zu einem Thriller, der sich weitgehend vom Lokalcharakter und Schwerpunkt Ermittlung und Polizeiarbeit losschreiben will, macht Pohlmanns dritten Fall umso interessanter. Der Autor hat für sein mehr als 720 Seiten starkes Werk eine tagesaktuelle Thematik gewählt, die auch hier in meiner Region Thema und Streitpunkt ist. Umweltschützer, Anwohner, Politiker, interessierte Parteien, sowie Gewinnzieher der Energiegewinnung durch „Fracking“, welches die fragwürdige Gewinnung von Erdgas durch Bohrungen in der weitflächigen Natur zulässt und dessen Spätfolgen noch gar nicht erforscht wurden, sorgt aktuell in Deutschland für hitzige Debatten. Wird Fracking die erhoffte Energiewende bringen? Zu welchen Mitteln und Wegen sind die Befürworter und Gegner fähig? Welche Resulate werden verfälscht, wer wird zum Schweigen gebracht? Wo lässt sich die Forschung manipulieren? Welche Verschwörungen und Utopien dringen ans Tageslicht? Während schlussendlich die Brennstoffvorräte auf der Erde endgültig zur Neige gehen, wird die Bevölkerung unruhig. Die Menschen haben den Glauben an den Staat und den Konzernen verloren. Schon kurz darauf kommt es in Hamburg zu einem mysteriösen Attentat auf einen Ölkonzern. Der resignierte und persönlich angeschlagene Kommissar Pohlmann wird es in dieser Ermittlung nicht leicht haben. Schnell gerät er selbst in Gefahr und muss seine Ermittlungen auf Lobbyisten, Ölmultis, Interessengruppen und Interessengegnern fokussieren. Doch wie man es von Pohlmann bereits kennen sollte, nutzt er ungewöhnliche Methoden und zieht unglaubliche Schlüsse, die ihn sogar bis nach Israel reisen lassen. Eine rasante Mischung aus Hetzjagd, Verschwörung, Macht, Gier und den schwindenden Energieressourcen unserer Erde. Raubbau an der Natur.

Schreibstil:
Der Schreibstil des Krimi- Autors Jörg S. Gustmann besitzt einen ganz soliden und positiv altbewährten Stil, doch auch das Genre Thriller scheint er überzeugend und mutig zu beherzigen. Gustmann hat zwar nichts Neues geschaffen, versorgt den Genreliebhaber guter Krimikunst und spannender Thriller-Lektüre aber mit altbewährtem krimitypischen Umsetzungen, Klischees und ermittelnder Schreibkunde und würzt zudem mit hochspannender Rasanz, Erschütterung, Nervenkitzel, Psychologie und Machtspiele. Ein Krimi, wie er fast im Lehrbuch stehen könnte. Aber nur fast, denn neben der soliden Schreibkunst brechen immer wieder Spannungsspitzen hervor, menschliche und politische Abgründe tun sich auf, Gegner und Befürworter werden laut, eine Revolte, treibende Mächte und ein Schreckensszenario der Energiekrise. Toll, das gefällt mir gut und macht den besonderen Reiz dieses Thrillers aus. Dies ist bereits der dritte Band um Kommissar Pohlmann, ich kenne die beiden Vorgänger aus dem Bereich Krimi nicht, habe jedoch nicht das Gefühl, irgendetwas zu vermissen. Wichtige Schlüsselelemente und Begebenheiten aus der Laufbahn des Ermittlers werden gekonnt und wohldosiert aufgegriffen. So haben auch Neuleser die Chance, sich ein stimmiges Bild vom gebeutelten Pohlmann zu machen. So bodenständig und authentisch habe ich eher selten eine Ermittlung als Leserin begleitet und so nah an den Schauplätzen verbracht. Und dass, obwohl dieser eigensinnige Charakter von Pohlmann doch seine ganz eigenen Methoden und Wege zur Ermittlung hat. Man merkt, so ganz kann sich der Autor vom Genre Krimi nicht trennen, dennoch passt hier das Genre Thriller auch sehr gut. Für einen Krimi trumpft das Buch richtig auf, denn es besitzt neben Spannung und Ermittlung auch sehr ansprechende und gegensätzliche Charaktere und eine sehr brisante Thematik, die für Nervenkitzel sorgt. Der Mordfall und der Fund der Leiche erschüttert, trifft Mark und Seele...kurz, knackig, tief! Mord? Selbstmord? Inszenierung? Oder gar ganz andere dubiose Hintergründe? In diesem Buch behandelt der Autor eine ganz finstere Thematik, er provoziert, erregt, erschüttert, gibt aber dennoch Stoff für Spekulationen und Mutmaßungen, die sich doch meistens als Finte erweisen. Das Zepter hat der Autor Jörg S. Gustmann dennoch fest in der Hand. Der Leser wird dahin dirigiert, wo er ihn in entsprechenden Passagen und Ermittlungsständen gerne haben möchte. Das ist spannend und sehr abwechslungsreich. Bei den zermürbenden Ermittlungen in der Gegenwart und der Vergangenheit beweist Autor S. Gustmann eine lobenswerte Routine, als hätte dieser Schriftsteller in seinem Leben nichts anderes getan, als gute und schlüssige Krimis oder Thriller zu verfassen. Polizeiarbeit und Privatleben werden ausgewogen balanciert und mischen die Ermittlungsarbeit und den Plot abwechslungsreich auf.
In diesem mörderischen und trügerischen Fall ist es dem Autor erstaunlich gut gelungen, durch was auch immer er es schafft, den Leser in seine Welt zu versetzen, sie an die Schauplätze zu bringen, sich mit den Charakteren zu identifizieren und den Wunsch zu hegen, den Fall so bald wie möglich aufzuklären um schlimmeres zu verhindern. Autor Gustmanns Schreibstil ist sehr bedacht und detailliert, mit Spuren, Mutmaßungen, Wendungen und intensiven Überlegungen, jedoch keinesfalls vorsichtig oder gar unsicher. Der ambitionierte Autor steht zu seinem Werk und das wird der Leser überzeugend spüren. Da kann ich nur hoffen und wünschen, dass die Fracking-Debatten in meinem Kreis schnell und anders ausgehen.

Charaktere:
Die Charaktere sind das Kernstück dieser Ermittlungen und Szenarien. Ein eigensinniger und privat angeschlagener Ermittler. Kommissar Martin Pohlmann. Kurz vor der Pensionierung muss er in einem weitreichenden Fall ermitteln. Viele gefährliche Einsätze hat er mit seinem Freund Werner Hartleib erlebt und erfolgreich gelöst. Eigentlich hätte sich Pohlmann seinen Ruhestand redlich verdient. Doch auch dieser neue Fall wird ihn an die Grenzen der Belastbarkeit bringen. In zwei Handlungssträngen verfolgen wir zwei Vorfälle, in Hamburg und in Israel, die auf unglaublicher Weise zueinander finden. Mittendrin Pohlmann und sein Team. Mir sind die Charaktere rund um die Ermittlungen sehr sympathisch. Der Autor zeichnet ein stimmiges Bild. Entweder wird es ein Wiedersehen mit alten Bekannten, oder wir lernen neue Ermittler stimmig mit ihrer Vergangenheit kennen. Eine gelungene Gratwanderung. Hier sind Neckereien und Zynismus vorprogrammiert. Martin Pohlmann stößt an seine Grenzen. Körperlich, seelisch und emotional. Ein Wettlauf gegen die Zeit und jeglicher Menschlichkeit. Einblicke in eine erschreckende Vergangenheit und in unglaubliche Machenschaften großer Konzerne. Doch bis diese alte Spur der Vergangenheit aufgewärmt werden kann, verlangt der Fall von den Kommissaren einiges ab und ein Wettlauf gegen die Zeit und behördlichen Stolpersteinen setzt sie und die Öffentlichkeit stark zu. Verdiente 5 Sterne vergebe ich für die raffinierte Auswahl der Charaktere, die in ihren Rollen voll aufgehen und einen Platz in der Story finden, der nicht wegzudenken ist! Manche davon nehmen im Verlauf der Handlung eine ganz andere Seite ein, diese gekonnten und raffinierten Wendungen zeugen von großem Talent und Geschick des Autors Gustmann. Hier ist "Schubladendenken" sicherlich nicht angebracht, denn hier erlebt der Leser einige Überraschungen. Jörg S. Gustmann besticht hier mit sehr detailliert beschriebenen Charakteren, auch jene Nebendarsteller werden mit einer ganz besonderen Macke oder Eigenschaft in dem Geschehen platziert. Die Darstellung der handelnden Personen ist authentisch und personifiziert geschildert. So bekommt der Leser die Möglichkeit Handlungen zu verstehen und sich zu identifizieren und vor allem: der Leser kann sich aktiv an den Ermittlungen beteiligen und erlebt so wirklichen Krimi-Thriller-Lesegenuß.

Schauplätze:
Der Verlag ist für seinen regionalen Charakter bekannt, doch hier geht der Fall über die Landesgrenzen hinaus. Großartige Kulissen, reale Umsetzung, authentische Atmosphäre, bekannte Orte und Plätze, typische Straßennamen und Viertel. Autor Gustmann bietet dem Leser einen Blick in die Welt von geschundenen Seelen und kranken Psychen und in die Welt verzwickter und nahezu auswegloser Ermittlungen in einer pulsierenden Metropole, einem undurchsichtigen Land, großer Konzerne und Korruption. Diese schildert er authentisch, ohne zu übertreiben und geschmacklos zu wirken.

Meinung:
Dieser Thriller ist bodenständig, solide und altbewährt. Gerade wenn dann noch der Buchinhalt nachwirkt, dann hat der Autor mehr erreicht als einfach nur ein gutes Buch oder einen beklemmenden Thriller mit spannenden Ermittlungen abzuliefern. Jörg S. Gustmann macht mit „Blutwechsel“ den Titel zum Programm. Fragen stellen sich, Antworten werden geliefert. Wie weit reichen Vergangenheit und Gegenwart? Wie weit würde die Gier nach Geld und Macht gehen? Was passiert, wenn all unsere Ressourcen erschöpft sind oder unerschwinglich werden? Ich jedenfalls habe das Buch binnen weniger Tage gelesen, zwar kommen gerade im zweiten Drittel einige Wiederholungen auf und einige Passagen ziehen sich arg in die Länge und Beschreibungen und Berichte lassen den Lesefluss stocken, aber im Großen und Ganzen war vom Lesefluss und der Thematik sehr begeistert. Das Lesen war ein leichter und flüssiger Genuß samt Recherche und eigene Mutmaßungen und Verdächtige. Resümierend hätte ich gerne noch etwas dramatischere Spannungsspitzen erlebt. So war es für mich doch eher ein sehr gelungener Krimi, aber ein etwas blasserer Thriller. Vom Nervenkitzel hält sich dieser Thriller eher flach, wenn auch mit einer stetigen Anspannung beim Leser, der das Rätsel lösen will. Hier ziehe ich einen halben Stern ab und vergebe dem Gesamtwerk Krimi vs.Thriller 4,5 Sterne, die ich leider zu 4 Sternen abrunde!

Der Autor:
"Jörg S. Gustmann studierte Zahnmedizin und promovierte 1990 in Hamburg. Beruflich als Spezialist für zahnärztliche Implantologie bekannt, ist er nebenbei als Fachjournalist tätig. Er schrieb zahlreiche Fachartikel für nationale und internationale Verlage und weitete seit 1998 seine schriftstellerischen Ambitionen auf Lyrik, Kurzgeschichten und Romane aus. Acht seiner Bücher für Kinder und Erwachsene wurden bisher erfolgreich verlegt."

Cover / Buch:
Das Cover ist genauso solide und gut getarnt wie das gesamte Buch. Das Cover hat mich zum Buch gelockt und der Klapptext dann letztendlich überzeugt. Das Schriftbild ermöglicht ein einfaches Lesen, das Buch liegt trotz seiner Stärke von über 720 Seiten gut in der Hand.

Fazit:
Da mir der Krimi durchweg mehr als sehr gut gefallen hat, ich ihn aber nicht gänzlich als Thriller einordnen würde und ich das Buch guten Gewissens weiter empfehlen kann, kann ich gar nicht anders, als eine 4,5 Sterne (4 Sterne in der Wertung) Empfehlung auszusprechen!

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Traenenherzs avatar

Rezension zu "Rassenwahn" von Jörg S. Gustmann

Rezension zu "Rassenwahn" von Jörg S. Gustmann
Traenenherzvor 6 Jahren

Klappentext:

DIE LEBENSBORNKINDER Eine ungewöhnliche Mordserie erschüttert Hamburg. Fünf Menschen, die 70 Jahre zuvor in einem Lebensbornheim der SS zur Welt kamen, sterben. Kommissar Martin Pohlmann nimmt die Ermittlungen in einer Anstalt für psychisch kranke Menschen auf. Die Spur zu zwei hochbetagten Nazis, die bereits seit 60 Jahren hätten tot sein müssen: verurteilt und hingerichtet als Kriegsverbrecher und Massenmörder. Kann Pohlmann den Serienmörder stoppen und wird die Justiz endlich für Gerechtigkeit sorgen?

"Rassenwahn" führt den Leser in die Abgründe menschenverachtender Gesinnungen. Ein Gegenwartsthriller mit historischem Bezug, aktueller denn je.

Die Story:

70 Jahre nach der Einrichtung Lebensborn, in der Himmler rein arische Kinder züchten wollte, passieren in Hamburg Morde an ehemaligen Lebensbornkindern, und zufällig haben alle diese zwei Jahre zuvor einen Prozess gegen ehemalige Erzeuger, SS-Männer, die sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht hatten, und immer wieder durch das Raster rutschten, als Prozessgegner.
Mit dem angeblichen Selbstmord des Dr. Keller, der in einer psychiatrischen Anstalt in Hamburg arbeitet fängt alles an. Man möchte eine Gedenkfeier ihm zu ehren feiern, aber man ist sich nicht sicher, ob dieser vielleicht selbst einen Mord begangen hat, da er genau dies bis zum Ende seines Lebens glaubte.
Dazu tritt "der beste Bulle des Nordens" Martin Pohlmann auf den Plan, welcher gerade aus Ecuaquador kommt, und sofort den schwierigen Fall, der total verworren scheint, übernehmen soll. Werner, sein früherer Arbeitskollege und guter Kumpel hilft ihm beim Lösen dieses Falles, obwohl er doch das ein oder andere Mal mit den unkonventionellen Maßnahmen seines Freundes hadert.
Aus oberster Etage scheint es Probleme zu geben, und irgendwie hat man das Gefühl jemand will aus deren Schicht das Weiterkommen dieses Falles sabotieren, aber Martin Pohlmann gibt nicht auf. Er kämpft sich unaufhörlich durch den Fall, bis er mit seiner Ermittlernase genau am richtigen Punkt ankommt um diesen Fall zu lösen…

Anfang:

Die Zeit des Wartens kam ihr so lang vor wie die Ewigkeit, in deren Schlund sie sich stürzen wollte. Sie hatte keine konkrete Vorstellungen von dem, was sie hinter dem Vorhang erwarten würde, und doch sehnte sie sich mit jeder Faser ihres Seins danach, dieses Leben zu verlassen.


Zitate:

S. 103
"Der Staatsanwalt ist jedenfalls ziemlich geil drauf, wenn ich das mal so auf Neudeutsch sagen darf. Ist gut für seine Kariere. Der Fall ist so suspekt wie kaum ein anderer in den letzten Jahren."

S. 201
"Gleichwohl nicht für den täglichen Dienst eines Psychiaters vonnöten, schien Professor Keller ein Sammler medizinischer Literatur verschiedener Epochen gewesen zu sein. Jemand, der Freude daran hatte, ein Buch hervorzuziehen, nicht, um es zwingend zu lesen, sondern, wie es bibliophile Menschen taten, es anzuschauen, zu halten und darüber zu streichen. Jemand der keine Bücher liebte, mochte über solch ein Verhalten nur den Kopf schütteln, doch Martin erahnte, dass Emilie Braun und Hans Keller eine gemeinsame Leidenschaft verbunden hatte.

S.357
""Emilie, Kommissar Pohlmann ist hier. Er möchte mit Ihnen einen Ausflug machen." Pohlmann ging derweil zu ihrem Schrank. Ein alter Lederkoffer lag obenauf, und als er ihn herunterholte, fiel Staub wie Schneeflocken zu Boden. Er erinnerte sich daran, dass seine Mutter einen ähnlichen Koffer besaß, doch nun hatte er keine Zeit für melancholische Ausflüge in die Vergangenheit. In der Zwischenzeit hatte sich Emilie Braun vom Boden erhoben. Sie wirkte trotz ihres Alters in dem Mantel wie ein Kind und auch dann noch, als sie Martin Pohlmann mit strahlendem Blick ansah."

S. 367
"Wie konnte ein Mensch derart zufrieden sein, solange er etwas zu lesen in den Fingern hielt? Ihre Gesichtszüge wirkten vollkommen entspannt. Ihre Stirnhaut war glatt wie die eines Teenagers, und während sie las, bewegten sich stumm und kaum sichtbare ihre Lippen. Sie saß da mit übereinandergelegten Beinen. Diesmal wippte sie nicht zu der Musik der Worte. Sie kicherte kurz auf, ihre AUgen glänzten und gleichzeitig schluchzte sie leise. Eine kleine Träne löste sich und kullerte über ihre Wange. Sie sah nicht zu Martin auf, der einen Meter von ihr entfernt stand. Emilie konnte sich mit dem, was sie las, so intensiv identifizieren, dass sie damit jedes 3-D-Kinoerlebnis in den Schatten stellte. Was sie las, schien vor ihrem inneren Auge lebendig und real zu werden, eine Fähigkeit, die sonst nur Kinder zu eigen ist und die im Laufe des Erwachsenwerdens vom Leben verdrängt wird."

S. 422
"Hallo Emmi-Schatz. Na? Am Lesen? Das ist echt krank. Wie kann man nur so viel lesen? Na ja, bald hat es sich für dich ausgelesen."

S. 439
"Solange man denkt und handelt, ist alles zu verändern. Die Geschichte ist nicht eher geschrieben, bis man den Füllfederhalter in die Hand nimmt und aufschreibt, was im Leben passieren soll und was nicht."

S. 491
"Als kehrte sie aus einer weit entfernten Traumwelt zurück, wandte sie den Kopf Martin zu und sah ihn an. "Frei?", krächzte sie und schüttelte den Kopf. "Frei ist nur der Wind, der durch die Äste streift." Sie schwieg eine kurze Weile bevor sie fortfuhr. "Manchmal kommt er mich besuchen und streichelt mir durchs Haar. Dann flüstert er mir ins Ohr und fragt mich, ob ich nicht mitkommen möchte, aber ich sage ihm, ich kann nicht. Ich bin nicht wie du, sage ich ihm. Ich kann nicht hier weg. Man kässt mich nicht gehen.""

S. 563
"Täglich besuchte Emilie ihr Geschäft, und was sollte sie anderes dort tun als zu lesen. Es gab einen Ohrensessel mit rot-grün gestreiftem Bezug, in den sie sich setzte und ein Buch nach dem anderen verschlang. Keine Neuerscheinung ging an ihr vorbei. Sie machte sich einen Spaß daraus, hinter der Theke zu stehen und Kunden zu beraten. Sie zitierte frei aus dem jeweiligen Buch, für das sich die Kunden interessierten, und ließ die Besucher staunend mit einem Buch in der Tüte den Laden verlassen."

Schreibstil, Perspektiven, Aufbau:

Zuerst wird ein wenig aus dem Leben eines bestimmten Lebensbornkindes Hedwig Strocka, später Emilie Braun erzählt. Mit 4 Jahren muss sie aus dem Heim weg, weil sie nicht mit jedem redet, und manchmal seltsame Anfälle hat. Sowas ist nicht gut für den Hitlernachwuchs, und war unlebenswert. Diese Kinder wurden nur noch zu Testzwecken benutzt, und dann dem Euthanasieprogramm zugeführt. Irgendwie schaffte sie es zu überleben, und dann befindet man sich im hier und jetzt, und der Kommissar tritt auf die Bildfläche.

Die Charaktäre sind sehr liebevoll ausgearbeitet, gut beschrieben, so dass man die Menschen vorm inneren Auge sieht, und mit ihnen ihr Leben lebt.

Spannung wird durch Orts- bzw. Personenwechsel eingebaut. Ausserdem wird die Spannung bis zu einem Maximum gesteigert, bis ca. 2/3, und ab da ahnt man dann so langsam was geschehen ist, und ist selbst mitten drin und nicht nur dabei.

Herr Gustmann versteht es einen komplett einfühlen zu lassen in die Personen selbst.

Es gibt einen Erzähler, und die einzelnen Personen die reden, und denken. Das denken wird durch Kursivschrift zum Ausdruck gebracht.

Das Buch ist leicht verständlich geschrieben, man kann dem Text super folgen, und möchte gern weiter lesen.

Covergestaltung:

Das Bild, welches für das Cover gewählt wurde, führte dazu, dass ich mir zuerst einmal das Buch nahm, es anschaute, ohne auch nur auf den Titel zu achten. Es sprach mich sofort an, für mich eine gute Wahl. Dann sah ich den Titel, vermutete darunter aber gar nicht gleich Lebensborn, da gibt es ja viele Themen die man schreiben könnte, aber als ich dann den Klappentext las, musste ich noch in der Buchhandlung gefesselt anfangen zu lesen.

Zum Autor:

Dr. Jörg S. Gustmann, geboren 1961 in Dortmund, lebt seit 1996 in Herdecke und arbeitet mit seiner Frau in einer eigenen Zahnarztpraxis in Dortmund. Seit 1998 verfasst Gustmann als Fachjournalist zahnmedizinische Artikel für nationale und internationale Verlage und schrieb drei Kinderbücher, einen Jugendroman sowie einen Mysterythriller und einen Reliquienthriller für Erwachsene. Gustmann war 2009 mominiert für den den Sternengreifer Award, Bereich Kultur. "Rassenwahn" ist als Auftakt zu einer Serie sein erster Kriminalroman. http://www.JoergGustmann.com

Meine Meinung:

Ich lese Krimis/Thriller für mein Leben gern, und dieser Krimi hat mich sehr berührt. Das Thema das Herr Dr. Gustmann hier ans Tageslicht gebracht hat interessiert mich sehr. Wie grausam doch die Welt ist in der wir leben, und diese existiert noch immer, und viele schauen weg. Ich finde es gut wie er dieses Thema eingebettet hat in einen Krimi. Wie er die Personen zum Leben erwachen ließ, und sprechen ließ, was schon längst einmal ausgesprochen werden hätte müssen. Ich war sofort gefesselt, schon in der Buchhandlung, und ich wollte immer weiter lesen, am liebsten hätte ich das Buch in einem durchgelesen, leider ging das aus Zeitgründen nicht, und ich bin eher eine Langsamleserin, weil ich gern das was ich gelesen habe Revue passieren lasse. Die Zusätze, die "den besten Bullen der Stadt" nicht als Supermacho, sondern als echt knuddeligen liebevollen, wenn auch manchmal brummeligen Menschen in Szene gesetzt haben, gefallen mir wirklich gut. Auch die anderen Charaktere werden so lebendig gestaltet, dass man zum Beispiel Emilie lebhaft vor eigenen Augen hat. Natürlich gefällt mir der Bezug zur Bücherwelt in Bezug auf Emmi wahnsinnig gut, denn ich bin ja selbst so eine Leseratte, wenn ich auch noch nicht soviele Bücher gelesen habe wie sie. Alles in allem war es ein wunderbarer Auftakt für eine Serie, die wohl sehr viel geben könnte, das Ermittler Duo Martin und Werner haben noch genug Potenzial, welches bestimmt noch viele Fälle lösen könnten. Ich freue mich auf jeden Fall auf eine Fortsetzung.

Fazit:

Tolles Buch, super Thema, super für Krimi! Fans die auch gern ein bisschen Richtung Thriller gehen, und gern ein wenig Psycho dabei hätten, für solche ist dieses Buch wie gemacht. Must have Buch!!! Absolut zu empfehlen!

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Bokmasks avatar

Rezension zu "Rassenwahn" von Jörg S. Gustmann

Rezension zu "Rassenwahn" von Jörg Gustmann
Bokmaskvor 6 Jahren

Meine Entscheidung, dieses Buch zu lesen, fiel nach der Lektüre des Klappentextes.
Das Thema „Lebensbornkinder“ wird sehr selten aufgegriffen. Deshalb wollte ich unbedingt erfahren, wie der Autor um dieses komplexe Thema herum einen Kriminalroman erschaffen hat.
Außerdem bin ich der Meinung, dass es immer wieder sein muss, an diese menschenunwürdigen Dinge, die im Dritten Reich geschehen sind, zu erinnern. Es ist leider in der Geschichte der Deutschen passiert, nur so kann man sich immer wieder damit auseinandersetzten und hoffen, dass so was niemals wieder geschehen wird.

Martin Pohlmann, Kommissar in Hamburg, nimmt sich nach einem Burn-out-Syndrom eine zweijährige Auszeit und geht nach Ecuador. Doch dort lief es nicht so, wie er es sich erhofft hatte.
Er kehrt zurück nach Hamburg. Gleich nach der Landung bekommt er von seinem alten Chef Lorenz einen sehr brisanten Fall, den er umgehend lösen soll. Er hat nicht mal Zeit, sich zu akklimatisieren.
In Hamburg geht ein Serienmörder um, der alle Kläger einer Sammelklage umbringt. Diese Kläger sind alle ehemalige „Lebensbornkinder“, die ihre wahre Herkunft suchen. Doch das scheint jemandem ganz und gar nicht zu passen. Doch wie sich diese Geschichte entwickelt und vor allem wie sie ausgeht, das solltet ihr wirklich selber lesen.

Die Story wird in zwei Strängen wiedergegeben, zum einen durch Schilderung der Ermittlungen der Polizei und zum anderen durch Interneteinträge des Mörders. Dass der Mörder alles andere als geistig gesund ist, wird dadurch recht früh klar. Die Ermittlungen von Kommissar Pohlmann gleichen eher einem Puzzle mit sehr vielen und vor allem kleinen Teilen. Doch nach und nach wird der ganze Wahnsinn, der dahinter steckt, klarer.
Die Spannung baut sich ganz klammheimlich auf und wird immer weiter gesteigert. Bis es dann zu einem Showdown kommt, der nichts für zarte Gemüter ist.

Das Einzige, was mich ein wenig gestört hat, sind die in meinen Augen etwas zu langen und zu häufigen Gedankengänge des Kommissars. Aber deshalb wird es von mir keinen Punktabzug geben.
Da es sich hier um den Auftakt einer Serie handelt, freue ich mich sehr auf den nächsten Band. Ich werde ihn ganz bestimmt lesen.

Ich vergebe fünf von fünf Sternen.

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