Jörg Schindler Die Rüpel-Republik

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Inhaltsangabe zu „Die Rüpel-Republik“ von Jörg Schindler

Was hat uns so asozial werden lassen? Wo führt es hin, wenn jeder nur noch tut, was er für richtig hält und was zwar ihm nutzt, dafür aber anderen schadet? Und wieso wehren wir uns nicht? Was lässt uns zögern? Angst? Mutlosigkeit? Gleichgültigkeit? Jörg Schindler tritt eine überfällige Debatte über unsere immer rücksichtslosere Gesellschaft los und entwickelt Ideen und Lösungsansätze. Es wird Zeit für Veränderungen. Mit einem zusätzlichen Kapitel im Taschenbuch: Wieso sich Anstand in der Politik immer seltener auszahlt …

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  • Rezension zu "Die Rüpel-Republik" von Jörg Schindler

    Die Rüpel-Republik

    Gospelsinger

    19. November 2012 um 00:08

    Der Umgangston ist schärfer geworden, das Verhalten der Menschen untereinander rüpelhafter. Stimmt. Die im ersten Teil des Buches geschilderten Situationen im Straßenverkehr, in der Nachbarschaft, in der Schule, auf Sportplätzen und im Internet kennen wir alle so oder so ähnlich. Im Buch wird sogar eine Frau beschrieben, die sich aus dieser Entwicklung einen Beruf geschnitzt hat und nun erfolgreich als Umgangstrainerin arbeitet. Im zweiten Teil des Buches geht es im Schnelldurchgang um einige mögliche Ursachen, warum das Sozialkapital schwächer wird, und um die immer stärker werdende Kluft zwischen Arm und Reich. Fast schon putzig fand ich den Verarmungswahn der Superreichen. Im dritten Teil werden Initiativen vorgestellt, die ausdrücklich, oder auch ohne es zu wissen, versuchen, die Idee der Allmende wieder einzuführen und so zu einem besseren Miteinander zu kommen. Neben Carsharing gibt es auch gemeinsames Reparieren, Tauschbörsen für Gebrauchtes und Guerilla Gardening. Das Buch ist populärwissenschaftlich geschrieben, es liest sich sehr leicht und, trotz der ernsten Thematik, unterhaltsam. Richtig überzeugt hat es mich allerdings nicht. Ich fand die beschriebenen Initiativen am Ende des Buches zwar sehr interessant und sicherlich auch sinnvoll, mir fehlten jedoch konkrete Ideen, wie man den rüpelhaften Umgang miteinander sofort und in der jeweiligen, im ersten Teil des Buches beschriebenen, Situation angehen kann. Zum Beispiel den Umgangston in der Schule. Vor allem aber war mir die Analyse der Ursachen nicht fundiert genug. Zu viele Aspekte, die das tägliche Zusammenleben und somit auch den Umgang miteinander prägen, wurden außer Acht gelassen. Völlig ausgeklammert hat der Autor die Erziehung in den Elternhäusern und die Probleme des Bildungssystems. Wo sollen die Kinder denn das respektvolle Miteinander lernen, wenn nicht an den Orten, an denen sie aufwachsen, nämlich in der Familie, im Kindergarten und in der Schule? Weder die Belastungen durch die ständigen Reformen im Bildungssystem, noch die veränderten Rahmenbedingungen, die den Druck auf alle Beteiligten verstärken, werden angesprochen. Und leider gibt es auch keine politischen Forderungen. So sinnvoll Carsharing und Guerilla Gardening auch sind, an den Rahmenbedingungen, die für den immer rauer werdenden Umgang miteinander verantwortlich sind, werden sie leider nichts ändern. Für einen Einstieg in das Thema ist das Buch ganz nett, aber mehr auch nicht.

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  • Rezension zu "Die Rüpel-Republik" von Jörg Schindler

    Die Rüpel-Republik

    michael_lehmann-pape

    17. September 2012 um 12:17

    Eine erstaunlich - erschreckende Bestandsaufnahme Es zieht sich durch alle Schichten. Es findet sich an allen Orten, von der Schule über die Nachbarschaft in den Straßenverkehr bis hinein in die Medien und die „große“ Politik. Dass immer mehr Menschen sich scheinbar als Insel begreifen, nur noch die eigenen Interessen verfolgen, im sozialen Umgang alle Formen und Schranken fallen lassen und sich, natürlich, auch noch völlig im Recht fühlen. Wie jene Mutter, die das angreifende Verhalten ihres Kindes einem Lehrer gegenüber durchaus noch verteidigt und stolz auf die „Kreativität“ des Kindes ist. Soweit, dass eine engagierte „Benimm-Lehrerin“ ihr Projekt an verschiedenen Schulen an den berühmten Nagel hing, aber erst, als sie die Eltern an den Schulen kennenlernte. Oder wie jener Autofahrer, der rücksichtslos sich seinen Weg bahnt und gefährdeten Fußgängern noch den Mittelfinger zeigt. Oder wie so mancher Radfahrer, der auf dem Bürgersteig, gern auch gegen die Fahrtrichtung einer Einbahnstrasse, sich seinen Platz nimmt ohne Rücksicht auf Verluste. Von den Tausenden Rechtsklagen unter Nachbarn war bisher noch nicht einmal die Rede. Aber natürlich lässt Schindler auf seiner durchaus locker und flüssig geschilderten Reise durch die „soziale Komponente“ des Landes diese Bereiche bei weitem nicht aus. „Es ist schon erstaunlich. Deutschland ist das reichste Land Europas und eines der reichsten der Welt..... Aber zufrieden sind die Wenigsten. Die Miesmuffeligkeit ist alltäglich und überall zu beobachten. Mit großer Leidenschaft machen wir uns gegenseitig das Leben schwer“. Eine Folge nicht nur eines „irgendwie“ Naturells, sondern eine Folge durchaus auch, wie Schindler darlegt, einer Idealisierung von Erfolg, Ellbogen, Ich-Bezogenheit und egozentrischem Verhalten, das durch Wirtschaft, Werbung und Medien massiv vorgesetzt und auch von „honorigen“ Personen „ganz oben“, dreist vorgelebt wird. Statistisch gesehen würden sich zwei Drittel der Deutschen lieber andere Nachbarn wählen. Mit den jetzigen wird kein Auskommen herbeigeführt. Nicht überall, aber doch zahlreich und zunehmend. Das „Brechen der Regeln“, von Christian Wulff medienwirksam und nach außen hin uneinsichtig vorgelebt, das scheint das Gebot der Stunde für den, der was sein oder werden oder einfach was abhaben will. Sprachgewandt führt Schindler den Leser durch die Abgründe moderner Asozialität in allen Schichten und Kreisen, nicht aber, ohne zum Ende des Buches hin eine kleine Pflanze der Hoffnung zu eröffnen. Er verweist auf Anfänge, auf kleine Gruppen von Menschen, die es anders machen. Die lieber das Unkraut auf den Straßen jäten, als auf die Verwaltung oder den Nachbarn zu schimpfen und nichts zu tun und damit vielleicht einen „Wandel der Städte“ einleiten. Kleine Impulse, aus denen mehr werden kann. Aber nur, wenn mehr und mehr Menschen begreifen, dass es gemeinsam eben doch oft besser funktioniert. Ein Fakt, den Schindler überzeugend und verständlich im vorletzten Kapitel darlegt. Interessant und äußerst flüssig zu lesen, immer aus der Praxis her dargestellt, legt Schindler den Finger eine durchaus sichtbare und schmerzlicher werdende Wunde des sozialen und öffentlichen Lebens. Das Buch ist es wert, nicht nur gelesen, sondern auch in seinen Ansätzen zu Lösungen breit gehört zu werden.

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  • Rezension zu "Die Rüpel-Republik" von Jörg Schindler

    Die Rüpel-Republik

    WinfriedStanzick

    04. September 2012 um 13:03

    Wenn wir so weiter machen wie bisher, geht unsere Gesellschaf vor die Hunde. Mit diesem Satz kann man die Diagnose zusammenfassen, die der mit dem Wächterpreis für investigativen Journalismus ausgezeichnete Autor Jörg Schindler in seinem neuen Buch „Die Rüpel-Republik“ erstellt. Er geht der Frage nach, warum wir in unserer Gesellschaft so unsozial miteinander umgehen. Warum sind wir so geworden? Da ist zum einen die immer zunehmende Ich-Bezogenheit, di, von der Werbung in den Medien unterstützt, den Menschen das Mitgefühl und die Solidarität abhanden kommen ließ. Im Internet, wo sich die meisten anonym verstecken, können solche Ich-Bezogene dann so richtig vom Leder ziehen und jede Hemmschwelle fallen lassen, Aber auch in der realen Welt fallen die Werte wie Achtung vor dem Nächsten, Respekt und Nächstenliebe einem immer größeren Egoismus zum Opfer. Das Dramatische an diesem Verhalten ist, dass es nicht nur ungeeignet ist, wirkliche Beziehungen aufzubauen, nein, es ist im höchsten Grade zerstörend für bestehende Beziehungen und das ihnen zugrundeliegende Vertrauen. Kontakte zu Nachbarn werden zur Seltenheit, Nachbarschaftshilfe zu etwas Exotischem in einer Gesellschaft, die das Fernsehen zu einer Guckgesellschaft gemacht hat. Die Menschen werden nicht nur immer materialistischer sondern auch ihre Aggressivität steigt. Doch Schindler bleibt nicht nur bei seiner Kritik. Im dritten Teil seines aufrüttelnden Buches ruft er zu neuem Engagement auf, etwa mit folgenden Überschriften: • Über dem Pflaster liegt der Strand- Wieso der Wandel der Städte mit Unkraujäten beginnt • Die Anfänger- Wie aus vielen kleinen Regungen allmählich eine Bewegung wird • Von wegen Tragik- Warum es gemeinsam eben doch oft besser funktioniert • Zurück auf Los- Warum wir alle gute (Sozial) -kapitalisten werden sollten In den Kindergruppen vor dreißig Jahren sangen wir mit den Kindern: „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten werden das Gesicht der Welt verändern.“ Das ist nach wie vor richtig.

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