Cover des Buches Tod im Abendrot (ISBN: 9783492314336)B
Rezension zu Tod im Abendrot von Jörg Steinleitner

Zweiter Fall des LKA-Präsidenten - gelungen!

von Briggs vor 2 Jahren

Review

B
Briggsvor 2 Jahren

Wieder entführt uns Jörg Steinleitner in die Welt des Polizeipräsidenten, die sowohl privat als auch beruflich stark in Bewegung geraten ist.
Schon der Prolog hat es in sich – es verspricht spannend zu werden!
Obwohl der zweite Teil einer Reihe, kann dieses Buch als Einzelkrimi gelesen werden, denn Steinleitner schafft es beispielhaft, Wissenslücken von Neulesern auszugleichen, ohne damit diejenigen zu langweilen, die die Hintergründe schon kennen.


Nach dem Prolog wird es gemächlicher.
Karl Zimmerschieds Urlaubsreise nimmt uns mit nach Bali zu seiner Frau, aus der er vorzeitig – und nicht glücklich – zurückkehrt. Seine Flucht in die Arbeit wird begünstigt durch einen seltsamen Mord, der ihn einlädt, seinem Ermittlerteam (nicht zu deren großer Freude) wieder aktiv unter die Arme zu greifen.

Und ein drittes Szenario packt ihn: Eine ehemalige Schulfreundin braucht dringend Unterstützung in einem delikaten Fall von Erpressung, zu dessen Lösung er sich den blinden IT-Spezialisten Hensch zur Seite holt..


Fortan bewegt sich die Hauptperson umher zwischen diesen drei anspruchsvollen Problemen, mehr oder minder behelligt von der Staatsanwältin, die plakativ nervt, mehr oder minder angezogen von der Leiterin der DNA-Analyse des Landeskriminalamts, der er vorübergehend ein Dach über dem Kopf bietet und die ihm dafür in seiner nebenberuflichen Landwirtschaft unter die Arme greift.


Der Krimi packt; die Personen sind – bis auf die Staatsanwältin wohl - nicht eindimensional, gerade Zimmerschied selbst überzeugt, weil er eben nicht perfekt als Charakter und als Chef ist. Weniger gefällt mir der blinde Ermittler. So gut ich nachvollziehen kann, dass Blinde ihre anderen Sinne extrem schärfen, so unglaubwürdig finde ich dann doch, wenn er in eine ausgestreckte Hand einschlägt, statt nur seine hinzuhalten, und wenn er von der gegenüberliegenden Straßenseite ohne Hinweis seiner Begleiter, dass jemand gerade aus dem Haus kommt, intuitiv weiß, dass derjenige der Gesuchte ist - - dann ist mir das einfach ein bisschen zu viel.


Insgesamt aber ist das Buch Lesevergnügen pur.
Die Einteilung in Kapitel ist schon Grund genug, es zu lesen: Noch vor die jeweiligen (durchaus fantasievollen und nicht zu viel verratenden) Titel sind kleine Eingänge geschrieben mit Wissen, das man vermisste oder niemals brauchte. Wer weiß schon, wann der erste Erotikfilm der Welt gedreht wurde? Spoiler: Es war nicht im letzten Jahrhundert!
Das macht einfach Spaß. Wer Steinleitner schon gelesen hat, weiß, dass seine Geschichten immer mit ordentlich Humor gespickt sind.

Und Tipp für diejenigen, die in der Buchhandlung danach greifen und zwischenlesen: Lest den letzten Satz wirklich erst ganz zum Schluss. Er ist (genau dann) wunderschön.





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