Jörg Trobitius

 3,9 Sterne bei 130 Bewertungen

Alle Bücher von Jörg Trobitius

Cover des Buches Mein Leben als Sohn (ISBN: 9783446262409)

Mein Leben als Sohn

 (28)
Erschienen am 24.09.2018
Cover des Buches Täuschung (ISBN: 9783446251342)

Täuschung

 (28)
Erschienen am 09.11.2015
Cover des Buches Operation Shylock (ISBN: 9783423084505)

Operation Shylock

 (12)
Erschienen am 01.03.1998
Cover des Buches Die Prager Orgie (ISBN: 9783446251694)

Die Prager Orgie

 (13)
Erschienen am 16.11.2015
Cover des Buches Gegenleben (ISBN: 9783499238956)

Gegenleben

 (12)
Erschienen am 01.11.2004
Cover des Buches Die Tatsachen (ISBN: 9783499240041)

Die Tatsachen

 (7)
Erschienen am 01.10.2005
Cover des Buches Ufer der Verlorenen (ISBN: 9783596149605)

Ufer der Verlorenen

 (8)
Erschienen am 01.05.2002
Cover des Buches Worauf es ankommt (ISBN: 9783596106707)

Worauf es ankommt

 (3)
Erschienen am 01.03.2007

Neue Rezensionen zu Jörg Trobitius

Cover des Buches Operation Shylock (ISBN: 9783446176935)Beusts avatar

Rezension zu "Operation Shylock" von Philip Roth

Der dreifache Roth - ein Widerspruch in sich
Beustvor 4 Jahren

„Operation Shylock“ ist ein ‚Bekenntnis‘, kein Roman, betont Philip Roth schon im Untertitel. Der Text beruhe auf genauesten Aufzeichnungen seiner Tätigkeit für den israelischen Geheimdienst Anfang 1988 in Athen. Und in der Tat geben sich ganze Abschnitte den Anschein, Aufzeichnungen, Zusammenfassungen, Ideensplitter zu sein. Der Clou aber ist, dass Philip Roth nach Israel reist, um dort einen Doppelgänger zu stellen, der als ‚Philip Roth‘ dem Prozess gegen den SS-Wachmann John „Ivan den Schrecklichen“ Demjanjuk beiwohnt und gleichzeitig wie ein wiedergeborener Anti-Herzl die Rückkehr der Juden nach Europa (Diasporismus) propagiert. Roth trifft Roth, erzählt von Roth - das ist keine leichte Kost, auch wenn sie sich gefällig lesen lässt.

Warum das Ganze? „Wegen Israel.“ (S. 88) Roth lässt sich und seine Figuren nicht nur über die Identität des Staates Israel (und die Identität der Palästinenser) monologisieren, sondern auch - und dies wie in allen seinen Romanen - über die jüdische Identität. Seine eigene und die eines jeden Juden, der in sich die Zerrissenheit einer jüdischen und womöglich einer nationalen Identität trägt, beispielsweise als US-Amerikaner. Innere Zerrissenheit ergibt sich in der inneren Suche nach sich selbst - und bei Roth kommen zwei Roth heraus, die miteinander diskutieren. Schon die dem Text vorangestellten Mottos leiten auf die Zwiegespaltenheit des Selbst hin: „Der ganze Inhalt meines Daseins schreit im Widerspruch gegen sich selbst“ (Kierkegaard) und „Also blieb Jakob allein. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach“ (Genesis 32,25).

Die Fragen: Bin ich ich? Leide ich an „Ichitis“? Ist Roth Roth? Ist Demjanjuk wirklich „Ivan der Schreckliche“ aus dem Lager Treblinka? sind komplex und bleiben offen. Die Wahheit lasse sich oft nur in der Lüge erkennen, werde sichtbar sozusagen in der gespiegelten Antithese. Insofern ist das Nicht-Gesagte oft dem Gesagten beigesellt - und deshalb der gleichwohl lockere Text oft schwer und satt. Auch wenn Roth, „Roth“ oder sein palästinensischer Freund Zee über den Staat Israel sprechen, schwingen Kritik und Imperativ gleichzeitig und dennoch gegeneinander. Was ist „jüdischer Geist“ und wo ist er zuhause (S. 137), ist kaum zu beantworten - oder immer anders. Vor der Welt als Shakespeares „Shylock“ seit 400 Jahren zur polemischen Figur gezeichnet, sucht ein Jude stets sein eigenes Bild (als spezielle Form  der Sinnsuche eines jeden Menschen) und wundert sich, sofern er glaubt: „Wo war Gott zwischen 1939 und 1945? ich bin sicher, daß er bei der Schöpfung dabei war.“ (S. 239)

Zwiegespaltenheit als Merkmal des Menschen schreibt Roth auch den Tätern zu: „Die Deutschen haben der ganzen Welt endgültig bewiesen, daß die Aufrechterhaltung zweier radikal divergenter Persönlichkeiten, einer sehr netten und einer nicht gar so netten, nicht länger das Vorrecht von Psychopathen ist.“ (S. 68) Roths ganzer Text steckt voller Wahnsinnigkeiten, Klarsichtigkeiten, Bedeutsam- und Nichtigkeiten, seinen Zentralthemen Frauen, Judentum und "Ich" und ist deshalb ein Füllhorn kluger, nachdenklicher, auch absurder Gedanken, die so genial sind, wie sie bisweilen langatmig geraten.

Eine Schlusspointe ist, dass Roth die titelgebende Geheimdienstoperation „Shylock“ schlicht weglässt und im letzten Satz noch einen doppelten Boden einzieht: „Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Ereignissen oderSchauplätzen oder Personen, seien sie lebendig oder tot, ist reiner Zufall. Dieses Bekenntnis ist falsch.“(S. 457)

Und der dritte Roth? Ist der Verfasser der „Operation Shylock“, von dem nicht klar ist, wie viel Roth in den beiden Roth-Figuren steckt.

Eine großartige Lektüre!

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Cover des Buches Operation Shylock (ISBN: 9783499233333)Schneewittchenzwergs avatar

Rezension zu "Operation Shylock" von Philip Roth

Genial!
Schneewittchenzwergvor 6 Jahren

Jedes Mal, wenn ich den Titel sehe, muss ich an Sherlock Holmes denken... Aber lasst euch davon nicht täuschen! Das Buch ist alles andere als eine Geschichte über einen genialen Detektiven. Dieses Buch ist eine fiktive Autobiographie des Autors Philip Roth, die so genial geschrieben ist, dass es einem schwierig fällt, zu unterscheiden, was davon jetzt wahr und was erfunden ist.

"Operation Shylock" ist politisch, kreativ und bringt einem zum Nachdenken. Mal was Neues!

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Cover des Buches Manon Lescaut (ISBN: 9783641113827)lesestundens avatar

Rezension zu "Manon Lescaut" von Abbé Prévost

Manon Lescaut ist eine faszinierende und spannende Geschichte von zwei Verliebten
lesestundenvor 6 Jahren

Manon Lescaut ist eine faszinierende und spannende Geschichte von zwei Verliebten, die es auf die Spitze treiben und sich blind von ihren Leidenschaften treiben lassen. Mit einem schnellen Schreibstil erzeugt Prévost durch Handlungen und Dialoge ein sehr unterhaltsames Buch, das man, einmal angefangen, nur schwer Beiseite legen kann. Die Figur der Manon Lescaut, mit ihrer Leidenschaft, ihrer Schönheit, ihrem Anmut und ihrer unbedarften Art zu leben, die aber gleichzeitig voller Tadel ist, ist auch aus heutiger Sicht sehr spannend und gibt dem Buch die gewisse Würze. Der Blick auf das Paris dieser Zeit, die Gesellschaft und das Treiben der Adeligen ist interessant und gleichzeitig unterhaltsam. Zusammen mit der schönen Ausgabe vom Manesse Verlag ist das Buch sehr empfehlenswert, auch wenn die Geschichte nicht die Tiefe und die Charaktere keinen sehr hohen Grad an realistischer Psychologie haben. Da kann das Buch einfach nicht mit anderen Klassikern mithalten und bietet beispielsweise nicht den vielschichtigen Blick auf das menschliche Denken, mit dem beispielsweise Maupassant, Tolstoi oder Balzac aufwarten. Trotzdem ist das Buch eine sehr empfehlenswerte und genussvolle Lektüre.

Ausführliche Rezension: http://www.lesestunden.de/2016/04/manon-lescaut-abbe-prevost/

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