Jörg Ulbert , Jörg Mailliet Gleisdreieck

(11)

Lovelybooks Bewertung

  • 7 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 8 Rezensionen
(7)
(3)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Gleisdreieck“ von Jörg Ulbert

Berlin 1981: Die Stadt ist geprägt von Gegenkulturen und Kaltem Krieg. Hier kreuzen sich die Wege eines Polizisten und eines Terroristen. Der erste hat den Auftrag, den anderen zu finden und zu stoppen. Der zweite bereitet eine Entführung vor, von der er hofft, dass sie mehr Gleichgesinnte mobilisieren wird als seine vorangegangenen Aktionen. Diese atmosphärisch gestaltete und bis ins Detail recherchierte Graphic Novel erschien zuerst in Frankreich bei Des ronds dans l'O - jetzt inklusive Playlist (von Fehlfarben bis Joy Division) und Erläuterungen zum politisch-historischen Kontext endlich auch auf deutsch. [Klappenbroschur]

Lakonisches Porträt der Westberliner Hausbesetzerszene in den 80ern: korrekt in den Details, origineller Strich und wunderbare Farbigkeit.

— derlorenz

Was für ein tolles Werk! Als Neuberlinerin habe ich in den 80ern wenig vom Terror mitbekommen! Endlich Aufklärung!

— Bücherwurm

Ein spannendes Stück deutscher Geschichte toll umgesetzt. Werde ich sicher noch öfter reinschauen.

— Igelmanu66

Der Wahnsinn in Bildern (mit Text) - und in Rhythmen: das ist der wahre Spirit der Eighties! Aufwühlend und erschreckend - lohnt sich sehr!

— TochterAlice

Berlin in den 80ern und die linksradikale Szene, gekonnt und atmosphärisch dicht gezeichnet und erzählt

— Talitha

Stöbern in Comic

Streitsam

Richtig streiten lernen mit wundervollen Zeichnungen. Informativ und unterhaltsam!

Raine

Helden der östlichen Zhou-Zeit - Band 1

Beindruckendes Werk über die chinesische Antike - in verschiedensten Zeichenstilen wird dem Leser Geschichte in Geschichten erzählt

Ratzifatz

Timeless - Retter der verlorenen Zeit

LIEBLINGSBUCH! ICH BRAUCHE EINE FORTSETZUNG!

Glitterbooklisa

Überlebende. Band 1

Spannender SF, Emotionale Zeichnungen, wirkliches Abenteuer, macht neugierig auf Band 2

Buchraettin

Touch my Jackass

Grrrrr 😉

EnysBooks

Sherlock 2

Interessant zusammengeführte Stränge

Niccitrallafitti

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Leserunde zu "Gleisdreieck: Berlin 1981" von Jörg Ulbert

    Gleisdreieck

    BerlinStoryVerlag

    Liebe Bücherwürmer, liebe Freunde der Graphic Novel, im Mai erscheint in unserem Verlag die deutschsprachige Erstausgabe der von Jörg Ulbert verfassten und Jörg Mailliet illustrierten Graphic Novel "Gleisdreieck". Dieses Buch, das in der französischsprachigen Originalausgabe Anfang des Jahres im Verlag Les ronds dans l'O unter dem Titel "Le théorème de Karinthy" erschienen ist, ist unser erstes Projekt dieser Art und aus diesem Anlass verlosen wir zehn druckfrische Exemplare! Berlin 1981: Die Stadt ist geprägt von Gegenkulturen und Kaltem Krieg. Hier kreuzen sich die Wege eines Polizisten und eines Terroristen. Der erste hat den Auftrag, den anderen zu finden und zu stoppen. Der zweite bereitet eine Entführung vor, von der er hofft, dass sie mehr Gleichgesinnte mobilisieren wird als seine vorangegangenen Aktionen ... Um an der Leserunde teilzunehmen, beantwortet uns bitte folgende Fragen: Seid ihr auch Neulinge auf dem Gebiet der Graphic Novels oder schon alte Hasen?  Welche Werke stehen schon bei euch im Buchregal und was gefällt euch an Graphic Novels besonders?  Und: Wenn ihr selbst eine Graphic Novel oder einen Comic schreiben / zeichnen müsstet, was wäre deren wesentliche Geschichte? Wir freuen uns auf eure Ideen. Die Bewerbungsfrist endet am 9. Mai. Die Auslosung der Gewinner erfolgt am 12. Mai. Viel Glück! Euer Berlin Story Verlag  

    Mehr
    • 71
  • Geschichtswissen ist kein Muss, wäre aber schon hilfreich

    Gleisdreieck

    Baneful

    27. June 2014 um 15:17

    Das Graphische: Die Farben des Graphic Novels wirken etwas schmutzig, was zur düsteren und urbanen Atmosphäre der Geschichte sehr gut passt. Sie wirken nicht schmuddelig oder unsauber, bitte nicht damit verwechseln.  Die Figuren und Zeichnungen sind sehr detailiert, was bei einer Graphic Novel eigentlich nicht oft vorkommt, da die Details oft ablenken und erschlagend wirken. Hier ist dem nicht so. Stattdessen kommt beinahe der Flair einer Dokumentation auf. Die Zeichnungen sind kräftig gezeichnet, sodass die Szenen, die vor Action strotzen sehr intensiv sind. Obwohl die Schrift an einigen Stellen zu klein und beinahe schon verschwommen ist, wird man sehr schnell in die Handlung hineingezogen. Das Inhaltliche: Das Buch spielt, wie man leicht erahnen kann in Berlin des Jahres 1981. Ermittler Otto soll sich verdeckt in einer linksradikalen Gruppe intergrieren und den Terroristen Martin Heerleut finden. Während das Einschleusen einfacher klappt, als Otto gedacht hätte, steht er schon bald vor Problemen, mit denen er nicht gerechnet hätte … Meine Meinung: Man kann, muss aber nicht über politisches Hintergrundinformation verfügen, um diese Graphic Novel zu lesen. Um mehr vom Buch zu haben und sich von der Atmosphäre überschwemmen zu lassen, könnte man eventuell einige Geschichtskurzfassungen lesen. Die Zeichnungen und der Text, also die Geschichte, sind sehr gut aufeinander abgestimmt, sodass ein großes Ganzes aus beiden Elementen existiert. Gegen Ende hin schwächelt das Buch und der Schluss kommt etwas zu abrupt. Ich habe mehrere Versuche gebraucht, um mit dem Buch am Ende abzuschließen, was aber auch an mir liegen kann. Bewertung: Auch ohne Geschichtswissen ist dieses Buch sehr interessant und spannend. Gerade am Anfang, wenn man noch nicht an den Text gewohnt ist, nervt es zeitweise, dass man den Text nicht richtig entziffern kann.

    Mehr
  • Berlin 1981

    Gleisdreieck

    Bücherwurm

    19. June 2014 um 13:57

    Gleisdreieck: Berlin 1981 ist ein gemeinschaftliches Werk von Jörg Ulbert (Text) und Jörg Mailliet (Illustrationen). Das Graphic Novel entführt den Leser in die Vergangenheit, in das geteilte Berlin 1981.  Es ist düster, dreckig und voller Gewalt. Terroristen planen die nächsten Anschläge, nutzen das Hausbesetzermilieu um unterzutauchen und werden unterwandert von verdeckten Polizisten. Dazu die Mauscheleien an der Übergagsstelle zur DDR, die politisch angespannte Situation und der geographische Ausnahmezustand eines vor sich hin verfallenden Berlin. Ich kam erst 1984 in diese Stadt, habe die Hausbesetzerszene nur am Rande wahrgenommen und war sehr gespannt, was mich hier erwartet. Gleisdreieck ist ein sehr spannender Polit-Thriller, der die Stimmung und das Leben zu dieser Zeit in dieser Stadt schon durch die Farben und Zeichnungen sehr gut eingefangen hat und wiedergibt. Ich hatte wirklich Flash-backs zurück in die geteilte Grossstadt mit ständigem Smog-Alarm, mit abgewrackten Häusern, an denen selbstgebastelte Spruchbänder hingen, mit Stadtbezirken, die so verfallen und düster waren, dass man sie nicht betreten wollte und mit einer U Bahn, die durch dunkle Tunnels fuhr ohne an den Bahnhöfen in Ost-Berlin anzuhalten. Ich muss sagen, alleine schon wegen dieser famosen Art, die Stadt darzustellen, würde ich dieses Buch jedem Berlin Besucher, Fan und Bewohner ans Herz legen. Habe ich als Kind die ersten lateinischen Worte mit Hilfe von Asterix-Comics gelernt, hier habe ich  endlich verstanden, was zur Zeit der 80iger in Berlin seitens Demonstranten, Hausbesetzer und Terroristen passierte. Ich habe jetzt begriffen, warum meine Familie so entsetz war, dass ich nach Berlin ging, lief im Hintergrund der grossen Aktionen auch immer ein krimineller Zug mit. Und mir ist bewusst geworden, wie sehr sich diese Stadt verändert hat, welch anderes -nach wie vor kriminelles Bild- wir heute haben. Ich habe jeden gezeichneten Platz erkannt, jede Strasse wiedererkannt, die Stimmung gefühlt und den Dunst gerochen, eine tolle und gelungene Art, ein Stück Berliner Geschichte nahezubringen! Gerne mehr davon!

    Mehr
  • Graphic novel meets Politthriller

    Gleisdreieck

    britta70

    31. May 2014 um 21:24

    Die Graphic novel nimmt sich der Zeit um 1921 an und spielt in Berlin. Im Mittelpunkt des Geschehens steht die linksradikale Szene, die sehr aktiv ist. Auseinandersetzungen zwischen einer gewaltbereiten Polizei und protestierenden Hausbesetzern sind an der Tagesordnung. Gleichzeitig bereitet ein von der Polizei gesuchter Terrorist eine Entführung vor... Diese Graphic novel ist genau das Richtige für Leser, die sich gerne mit der deutschen Geschichte und der deutsch-deutschen Trennung auseinandersetzen. Die Atmosphäre der Zeit ist gut recherchiert und wird authentisch eingefangen. Ausdrucksstarke Bilder und Text ergänzen sich in hervorragender Weise. Aufgrund der sehr kleinen Schrift hatte ich mitunter jedoch Probleme, diese zu entziffern - gerade bei dunklem Hintergrund. Dieses tut der graphic novel insgesamt aber keinen Abbruch, ich empfehle sie gerne weiter. Gerade für jüngere Leser geeignet, Einblicke in einen wichtigen Teil der deutschen Geschichte zu gewinnen. 

    Mehr
  • Wie er.

    Gleisdreieck

    Igelmanu66

    „Das heißt, dass Sie Ihre neuen Freunde dazu bringen müssen, nicht nur zu plappern, sondern zur Tat zu schreiten. Das verschafft Ihnen Glaubwürdigkeit und öffnet Ihnen vielleicht den Weg zu Heerleut. - Das ist gegen die Vorschriften. Ich darf auf keinen Fall zu Straftaten anstiften. - Sie werden das schon diskret genug anstellen. Und es muss ja auch nicht jede Einzelheit in Ihren Berichten auftauchen.“ Vorab ein paar erklärende Worte. Die Bewegung 2. Juni war eine in den 1970er Jahren aktive terroristische Vereinigung. Benannt hatte sich die Bewegung nach dem Todestag des am 2. Juni 1967 bei einer Demonstration erschossenen Studenten Benno Ohnesorg. Auf das Konto der Bewegung gingen diverse Sprengstoffanschläge, Banküberfälle und Entführungen. Ein populäres Entführungsopfer war im Jahr 1975 der CDU-Spitzenkandidat Peter Lorenz. Am 2. Juni 1980 erklärte ein Teil der Bewegung ihre Selbstauflösung und schloss sich der RAF an. Andere tauchten in der DDR unter und wieder andere Mitglieder dementierten die Auflösung und beschlossen, in kleineren Gruppen weiterzuarbeiten. Die Geschichte dieses Buchs spielt im Berlin des Jahres 1981. In eine dieser kleineren Gruppen schleust sich ein verdeckter Ermittler namens Otto ein. Er hat den Auftrag, den Terroristen Martin Heerleut zu finden. Dieser ist dabei, Gleichgesinnte zu neuen Aktionen zu motivieren. Das Einschleusen verläuft überaus erfolgreich und bald schon ist Otto Mitglied der Bewegung. Diese Mitgliedschaft stellt ihn schnell vor persönliche Probleme, denn sowohl seine neuen Freunde als auch seine Auftraggeber erwarten bestimmte Aktivitäten von ihm. Diese Graphic Novel hat mich wieder voll überzeugt! Sowohl der Texter als auch der Zeichner haben es wunderbar geschafft, Atmosphäre und Gegensätze im damaligen Berlin rüberzubringen. Schon auf den ersten Seiten zeigen sich die gravierenden Unterschiede zwischen moderner Großstadt, in der das Leben pulsiert, einerseits und heruntergekommenen Wohnvierteln andererseits. Die Zeichnungen sind sehr detailreich und durchgehend gut erkennbar (was nicht bei jeder Graphic Novel der Fall ist) Einige Bilder wirkten in ihrer Abfolge so dermaßen eindringlich auf mich, dass ich sie mir immer wieder ansah. Ein Beispiel hierzu: Auf einem Platz sieht man eine friedliche Kundgebung. Die Sonne scheint, die Leute stehen friedlich beieinander oder schlendern über den Platz. Am Straßenrand stehen mehrere Mannschaftswagen der Polizei. Die Beamten lehnen genau so entspannt an den Wagen, unterhalten sich und schenken dem Geschehen auf dem Platz nicht mal einen Blick. Dann blättert man um… … und sieht denselben Platz. Es ist dunkel und im Schein von Suchscheinwerfern sieht man gewalttägige Auseinandersetzungen. Man sieht Brände, Demonstranten, die einen Polizeiwagen umwerfen und Polizisten, die auf Demonstranten einprügeln. Wahnsinn, wie aus einem friedlichen Vorgang so viel Gewalt entstehen kann! Diese Bilder haben einen sehr intensiven Eindruck bei mir hinterlassen! Und dann die Texte… Erzählt wird aus der Perspektive von Otto, dem Polizisten. Wie er sich zunächst planmäßig in die linke Szene einbringt, keine Demo auslässt und Verhaftungen in Kauf nimmt zugunsten der Glaubwürdigkeit. Wie er sich für die gleichen Studienfächer einschreibt und bei dem gleichen Taxiunternehmen einen Job annimmt „wie er“, der Terrorist, in dessen Kreise er gelangen soll. Wie er es dann irgendwann geschafft hat und nun damit konfrontiert wird, dass sowohl seine neuen Freunde als auch seine eigenen Hintermänner von ihm eine aktive Beteiligung erwarten. Ein Textzitat dazu habe ich als Einleitung gewählt, aber manchmal reichten auch einzelne Worte, um mir die Stimmung oder Ottos Gefühle zu vermitteln. Ohnehin finde ich dieses Stück deutscher Geschichte sehr interessant. Es wurden reichlich dazu gehörende Themen berührt, wie beispielsweise die Hausbesetzungen oder die Haltung der DDR gegenüber westlichen Linksextremen. Im Anhang gibt es einige Erläuterungen zu dieser Zeit, die zum Verständnis hilfreich sein können. Fazit: Ein spannendes Stück deutscher Geschichte toll umgesetzt. Werde ich sicher noch öfter reinschauen.

    Mehr
    • 6

    parden

    28. May 2014 um 22:59
  • "When the drum beat starts, its time to go

    Gleisdreieck

    TochterAlice

    21. May 2014 um 23:18

    The natives are restless tonight." (The Cramps) Dies ist nur einer von elf Songs auf der Playlist, die "Gleisdreieck Berlin 1981", ein Politdrama der Extraklasse in Bildern begleitet und dem Leser/Betrachter dabei hilft, sich stante pede in die 1980er zu versetzen, wohlgemerkt in die Anfänge dieses einerseits so unauffälligen, andererseits jedoch ereignisreichen Jahrzehnts, an dessen Ende der Beginn der Auflösung der DDR stand. Davon ist jedoch hier, im Jahre 1981, noch nicht das Geringste zu spüren: die RAF und ihre Splittergruppen sind  noch sehr aktiv, die Hausbesetzerbewegung befindet sich auf ihrem Höhepunkt, linke politische Kräfte unterschiedlicher Ziel- und Schwerpunktsetzung bestehen, formieren sich, fallen auseinander. Eine wilde, eine bewegte Zeit, auch wenn nicht jeder das alles mitbekommen hat. Wir befinden uns im Zentrum des Geschehens - mitten in Berlin (hauptsächlich West) und begleiten einen Undercover-Ermittler auf der Suche nach einem Terroristen. Diesen begleiten wir ebenfalls - er ist auch auf der Jagd, nach etwas ganz anderem.... Auch wenn die Bilder teilweise etwas dunkel sind und die Schrift etwas schwer entzifferbar - zumindest für mich älteres Semester, hat mich das Buch zutiefst begeistert und in die 1980er katapultiert, in die Anfänge meiner politischen Bewußtseinsbildung.. Man erfährt hier viele Einzelheiten, ich könnte mir vorstellen, dass "Neulinge" gegebenenfalls etwas googlen müssen, um wirklich durchzusteigen, um alle Nuancen, Facetten und Abwege zu erfassen, doch es lohnt sich! Wer etwas über die linksradikale Szene und ihre Netzwerke - ja, die gab es auch vor der Zeit der Mobiltelefone und das nicht zu knapp - sowie über den Kampf gegen sie erfahren will und dies auf effiziente, anschauliche, umfassende - einfach eine ganz besondere Art und Weise tun will, der greife zu diesem Buch. Aus meiner Sicht DAS Geschenk auch für junge Erwachsene, denen die Eltern den Geist ihrer Zeit - eben den Spirit der Eighties - vermitteln wollen. Aus meiner Sicht ein Politcomic  aller- aber wirklich allererster Sahne: fundiert, mitreissend, polarisierend, anregend, bewegend - eben einfach perfekt!

    Mehr
  • Sehr gelungene Graphic Novel über die linksradikale Szene im Berlin der 1980er

    Gleisdreieck

    Talitha

    21. May 2014 um 21:17

    Der junge Undercover-Polizist Otto bekommt den Auftrag, sich in Westberlin in die linksradikale Szene zu integrieren, um den Terroristen Martin Heerleut ausfindig zu machen. Währenddessen tobt in Westberlin in den Vierteln Kreuzberg, Schöneberg und Charlottenburg der Kleinkrieg zwischen den linken Hausbesetzern, die den Abriss leerstehender Häuser und Neubau von Wohnsilos verhindern wollen und einer gewaltbereiten Polizei, die im Auftrag vom neuen Innensenator Heinrich Lummer handelt. Bei einer Demonstration stirbt der 18-jährige Klaus-Jürgen Rattay. Die neuen "Freunde" Ottos planen daraufhin als Vergeltung die Entführung Lummers... Diese Graphic Novel fängt den Geist der 80er in Berlin in der linksradikalen und linksautonomen Szene sehr gut ein. Die (farbigen, aber dabei nicht grellen) Zeichnungen passen sehr gut zur Geschichte. Sehr detailliert und atmosphärisch dicht zeigen sie das geteilte Berlin, die Umgebung, die Menschen und Ereignisse. Die Charaktere sind ebenfalls sehr gut gelungen, besonders die Figur des Otto, der so gar nicht in die Szene hineinpasst (alleine vom Körpervolumen und Kleidung her), aber sich doch integrieren und Vertrauen aufbauen kann. Das fand ich besonders faszinierend. Auf die komplexen historischen Zusammenhänge, die für die Geschichte wichtig sind, wird gesondert in einem durchnummerierten Glossar eingegangen. Auch die Lieder, die während der Handlung gespielt werden, finden sich in einer Tracklist wieder. Mir hat die Graphic Novel sehr gefallen. Neben der spannenden und unterhaltsamen Geschichte konnte ich noch viele neue Informationen über die linke Szene in den 1980ern, über Einstellungen, Probleme, auch tragische Verstrickungen und unterschiedliche Positionen erfahren. Sehr zu empfehlen!

    Mehr
  • Das Berlin der 80er Jahre in Eindrucksvollen Bildern

    Gleisdreieck

    knuddelbacke

    20. May 2014 um 14:53

    Da ich mich schon während meiner Schulzeit besonders für die Deutsche Geschichte im Allgemeinen und der Trennung beider Staaten im Besonderen interessiert habe, musste ich diese Graphic Novel unbedingt lesen. Im Mittelpunkt dieser Graphic Novel stehen 2 Charaktere die unterschiedlicher nicht sein könnten: Martin, der nach 2 Jahren Abwesenheit wieder zurück nach Berlin kehrt und zur linksradikalen Bewegung des 2.Juni gehört sowie der junge Polizist Otto, der sich in die linksradikale Szene einschleust und auf Martin angesetzt wird. Dem Autor ist vor dem Hintergrund des Kalten Krieges eine spannende und atmosphärische Story gelungen, die den Leser zurückversetzt in eine Zeit voller Gewalt und Umbrüche.Abwechselnd wird in 8 Kapiteln aus Sicht der beiden Hauptcharaktere erzählt. Durch den stetigen Perspektiv-Wechsel nimmt die Story stetig an Tempo zu, und der Leser fiebert dem Zusammentreffen beider Charaktere, welches unzweifelhaft  bevorsteht, entgegen.  Wer geschichtlich nicht ganz so gut versiert ist, dem bietet das Buch auf der letzten Seite eine Übersicht mit Erläuterungen zu bestimmten Wörtern und Geschichtlichen Gegebenheiten, was das Verständnis der geschichtlichen Zusammenhänge erleichtert. Wie eine kurze Verschnaufpause kamen mir bei der Lektüre die "weißen Seiten" zwischen den Kapiteln vor, in denen der Autor in zwei, drei knappen Sätzen einen Überblick darüber gibt, was den Leser im nächsten Kapitel erwartet. Besonders für Neulinge unter den Graphic-Novel-Lesern finde ich dies sehr gelungen, da es Anfangs eine Umstellung ist, nicht mehr ausschließlich mit Wörtern konfrontiert zu werden, sondern den Großteil einer Handlung an Hand von Bildern zu "Lesen". Außerdem bilden diese "Zwischenkapitel" einen deutlichen Kontrast zu der ansonsten dunkel gehaltenen Illustrationen . Mir als absoluter Berlin-Fan ging das Herz bei den detaillierten Illustrationen auf, bei denen ich viele Berliner Orte auf Anhieb wieder erkannt habe. Also auch für Berlin-Kenner und Freunde kann ich dieses Buch nur empfehlen. Auch wenn ich mit "Gleisdreieck" erst meine 2 Graphic Novel gelesen habe ,und somit nicht viele Vergleichsmöglichkeiten habe, kann ich dieses Buch nur jedem Geschichtsinteressierten Leser empfehlen. Aber auch als Vorbereitende Lektüre für den nächsten Hauptstadt-Besuch eignet sich Jörg Ulberts Buch perfekt, denn viele der gezeigten Orte und Plätze der Handlung wird man bei einer Erkundungstour durch unsere Hauptstadt wiedererkennen. Für meinen Geschmack hätte das Buch noch einige Seiten länger sein dürfen, da das Ende doch etwas plötzlich kam.

    Mehr
  • Authentische Atmosphäre, gut recherchiert und spannend

    Gleisdreieck

    helena33

    18. May 2014 um 15:46

    Berlin- Kreuzberg 1981. Martin ist nach zwei Jahren wieder zurück nach Berlin gekommen. Er gehört zu der linksradikalen Bewegung 2.Juni. Viele der Mitglieder unterzeichneten zwar 1980 eine Selbstauflösungserklärung, aber nicht alle. Martin schließt sich mit seinen alten Genossen zusammen, einerseits um ihnen unter die Arme zu greifen, andererseits um alte Rechnungen zu begleichen. Nachdem unter Innensenator Lummer 8 besetzte Häuser geräumt werden und der 18 jährige Klaus-Jürgen Rattay bei einer Demo ums Leben kommt, schmieden Martin und seine Genossen einen Plan... Gleichzeitig schleust sich ein Undercover- Polizist in die linke Szene ein. Er soll Martin dingfest machen. Doch nicht nur er ist auf Martin angesetzt... Die Autoren verstehen es hervorragend das Flair und die Atmosphäre der 80er Jahre wiederzugeben. Die Kreuzberger linke Szene ist großartig eingefangen, wie auch die politischen Verknüpfungen der BRD und der DDR vor dem Hintergrund des Kalten Krieges. Es wird ein spannendes und authentisches Bild gezeichnet, welches zudem mit interessanten politisch-historischen Fakten aufwartet. Die Geschichte ist sehr gut gezeichnet, der Berlin Kenner wird viele Orte wieder erkennen. Die Autoren überzeugen mit der Liebe zum Detail und einer genauen Kenntnis der Szene. Die Sympathie für die linke Szene ist spürbar. Die Geschichte ist spannend und auch humorvoll erzählt. Nur das Ende empfand ich ein klein wenig abrupt und ich musste zweimal lesen, um zu verstehen, was nun tatsächlich passiert ist. Fazit: Eine äußerst spannende, bewegte und auch widersprüchliche Zeit wird hier großartig in Szene gesetzt. Für alle zu empfehlen, die gern mal wieder in alte Zeiten abtauchen möchten, aber auch für jene, die gern einen realistischen Einblick in die linke Berliner Szene der 80er Jahre gewinnen möchten.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks