Jörg Zittlau Leg dich nicht mit Krähen an!

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Inhaltsangabe zu „Leg dich nicht mit Krähen an!“ von Jörg Zittlau

Wie Mensch und Tier zusammenleben können. Das Artensterben läuft unvermindert weiter, doch viele Tiere haben eine Strategie zum Überleben entwickelt. Ob etwa Krähen, die von vorbeifahrenden Autos Nüsse zerknacken lassen, Füchse, die mitten in der Stadt nach Futter suchen, oder Marder, die Autokabel zerbeißen – die Tierwelt schlägt zurück, und manche Menschen fühlen sich bedroht. Der renommierte Biologe und Journalist Jörg Zittlau zeigt jedoch anhand vieler Beispiele auf, wie es ein Miteinander von Mensch und Tier geben kann.

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  • Krähen, Anophelesmücke und Co - warum der Mensch nie Herr über unsere Umwelt wird

    Leg dich nicht mit Krähen an!
    Antek

    Antek

    19. July 2017 um 14:36

    Waschbären, die für Randale sorgen, ein Bär, der plötzlich wieder in unseren Wäldern auftaucht, all das sind Themen, die sich wochenlang in unseren Medien gehalten haben. Aber nicht das sind die wirklich großen Probleme, denn die gehen von ganz anderen Tierarten und letztendlich vom Menschen und seinem Konsumverhalten aus. Darvins Survival of the Fittest, hat sich längst zu nicht der Stärkste überlebt, sondern der am besten Angepasste verändert. Jörg Zittlau stellt in seinem Buch mit zahlreichen, beeindruckenden Beispielen dar, zu welchen Meisterleistungen Tiere fähig sind. Bei intelligenten Kraken angefangen, die sogar Schraubverschlüsse öffnen und ihr Körpergewicht im Notfall sogar um 99% reduzieren können, über Elefanten, die in Häuser einbrechen um nicht nur an Nahrung zu kommen, sondern auch Schnaps zu klauen oder Straßenhunde, die die öffentlichen Verkehrsmittel täglich als Pendler zwischen ruhigem Vorort zum Schlafen und City für mehr Nahrungsangebot nutzen, bis hin zu Ratten, die in Teamwork trotz ihrer kleinen Pfoten fähig zum Eierklau sind, haben mich die tierischen Rekorde nicht nur einmal sprachlos staunen lassen. Artensterben, Verlust des Lebensraums, Verödung von Naturparadiesen, auch dafür führt der Autor viele Belege an, die traurig machen und zudem zu einer bedrohlichen Abwanderung der Tiere führen. „Der Mensch kann schnell falsch liegen, wenn er versucht sich in die Natur einzumischen.“ Wie und mit welch verheerendem Ausmaß wird hier nicht nur an Ratten, die auf eine tödliche Chemiekeule mit einer sprunghaften Erhöhung ihrer Fortpflanzungsquote reagieren oder dem hässlichen „Aga Klops“, der Kröte, die sich Australien aus Venezuela geholt hat, um Käferlarven mit Fressfeinden zu bekämpfen, und der gar nicht daran denkt, dies zu tun, wenn es so viel besseres zu fressen und vor allem so gut wie gar keinen Feind gibt, demonstriert. Der locker, spitze Sprachstil des Autors macht das Lesen dieses „Sachbuchs“ zum großen Lesevergnügen. Auch für den Laien wird alles verständlich dargelegt und auf pfiffige Art und Weise vermittelt. So gilt für Quallen z.B., die „klassischen biologischen Krisen zaubern ihr allenfalls ein Lächeln auf den Aftermund“, es wird aus einer Heuschrecke, die alleinlebend einen „braven Dr. Jekyll“ abgibt, als Schwarm ein „fresssüchtiger Mr. Hyde“, oder es sieht ganz so aus, wie wenn der Rapskäfer „das Wettrüsten mit den Labors der Chemieindustrie erst einmal gewonnen“ hätte. Auch Überschriften wie „Multiresistenzen aus dem Klo“ oder „kluge Kollektive mit Spaß am Sex“, wenn es z.B. um Ratten geht, wecken nicht nur das Interesse, sondern machen das Lesen zur äußerst kurzweiligen Unterhaltung. „Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken können.“ Mit diesem Satz endet der Autor. Auch im Verlauf finden sich immer wieder spitze Bemerkungen, die wachrütteln, bei denen ich mir oft gedacht habe, ja wie recht er hat, und mir deshalb sehr gut gefallen haben. So wird die menschliche Evolution z.B. mit den Worten „wurden aus affenartigen Baumklettern und Ast-zu Ast-Springern hochtechnisierte Weltraumflieger und Facebook zu Twitter Hüpfer.“, beschrieben oder es werden auch provokant „Kinder, die eine natürliche Erdbeere mit einem unmissverständlichen „Bäh“ ablehnen, weil sie geschmacklich nicht mehr mit einem Erdbeerjoghurt mithalten kann.“, erwähnt.  „Wir können uns im Kampf gegen die uns verhassten Tierarten noch so anstrengen-sie werden nicht nur eine Antwort darauf finden, sondern uns immer wieder mit neuen Tricks überraschen, auf die wir keine Antwort haben“. Aber hoffnungslos ist es nicht, denn der Autor hat auch Strategien wie eine Veränderung unseres Konsumverhaltens, unserer Landwirtschaft und weitere Maßnahmen in petto, wie ein Miteinander von Mensch und Tier gelingen kann. Wer sich nur ein bisschen für Tiere, die Umwelt und die Zukunft unseres Planeten interessiert sollte dieses äußerst kurzweilige, spannende und aufschlussreiche Buch unbedingt lesen. Völlig begeisterte 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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