Jörgen Bracker Hinter der Nebelwand

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Inhaltsangabe zu „Hinter der Nebelwand“ von Jörgen Bracker

Pfingstmontag 1911. In Windeseile spricht sich Grauenvolles am Deich herum und versetzt die Bevölkerung an Dithmarschens Küste in helle Aufregung: Die Nachmittagsflut hat ein führerloses Motorboot aus der Nebelwand mitgebracht und im Hafen von Eckstedt angespült. In dem Boot liegt ein Mann, dessen Gesicht durch eine Schussverletzung bis zur Unkenntlichkeit entstellt ist. Der Landarzt Dr. Frank Wittenborg wird mit der Obduktion der Leiche beauftragt. Das Ergebnis seiner Untersuchungen ist so überraschend, dass er sich in die polizeilichen Ermittlungen einschaltet - aber alle Spuren scheinen sich wie im Nebel zu verlieren´

Dieser historische Krimi beruht auf einer wahren Begebenheit und versetzt den Leser in das Schleswig- Holstein um 1911 zwischen Husum und Kiel. Angereichert mit Originalbildern und -karten der Schauplätze.

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  • Leserunde zu "Spielmanns Fluch" von Jörgen Bracker

    Spielmanns Fluch

    JoergenBracker

    1) Vorboten einer Kriegsfurie sind in den Hamburger Vierlanden zu verspüren. 2) "Prager Fenstersturz" des katholischen Statthalters und Entmachtung des rechtgläubigen Königs durch den calvinistischen Landtag. 2) Gegenschlag der "Katholischen Liga" und Flucht des calvinistrischen  "Winterkönigs" aus Prag nach Hamburg. 3) Zusammen mit dem Winterkönig gelangt der junge Spielmann Václav nach Hamburg, der mit einem Lied von John Dowland Begeisterung auslöst und das Herz eines klugen Bauernjungen aus den Vierlanden. 4) Václav arbeitet hier für die Hamburger "Wöchentliche..."  und stößt dabei auf den schwunghaften Waffenhandel mit Spanien, das die Calvinisten in den Niederlanden ausrotten will. 5) Václav erfährt von der grausamen Hinrichtung seines Vaters durch den katholischen Statthalter in Prag und bittet seinen Freund Jonas, ihn bei einem Racheakt zu unterstützen. 6) Die calvinistischen Presbyter verlangen von Václav, die Rache für den Vater zu einem Fanal zu erweitern, von dem Jonas nichts ahnt. 7) Am 2. Juli 1622 fliegt auf der Elbe bei Neumühlen unterhalb von Hamburg ein Waffenschmugglerschiff mit 37 nichtsahnenden Gästen an Bord in die Luft. Alle sterben. Niemand wird berichten, was wirklich geschah. Und doch - nach Jahrhunderten kommt di Wahrheit ans Licht.

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  • Leserunde zu "Nordhörn" von Jürgen Rath

    Nordhörn

    JuergenRath

    Hallo Lesefreunde! Ich möchte Euch entführen. In die Nordsee. Auf eine Insel. In die Vergangenheit, in das Jahr 1959. Viele von Euch werden sich das nicht so richtig vorstellen können: Es ist die Zeit der kleinen Autos, der Motorräder mit Beiwagen, der Elvis-Frisuren, der Petticoats, des Rock’n Roll, der James Dean-Generation und dieser schrecklich spießigen Eltern. Es ist kalt und nass und unfreundlich in Norddeutschland und Steffen Stephan hat überhaupt keine Lust, die nächsten drei Monate auf der Insel Nordhörn zu arbeiten. Aber er muss hin, das gehört zu seinem Job. Er sitzt auf dem Gemeindeamt und sortiert die Akten im Keller. Und am Abend freut er sich, wieder einen Tag hinter sich gebracht zu haben. Euch würde es sicherlich ebenso wie Steffen ergehen. Meine Lektorin hat die weitere Entwicklung der Geschichte auf der Buchrückseite von „Nordhörn. Ein Nordsee-Krimi“ mit kurzen, aber treffenden Worten charakterisiert: „Wenn wenigstens die Einheimischen etwas zugänglicher wären. Aber nein, irgendwie scheint sich jeder davor zu fürchten, dass Steffen im Archiv etwas Belastendes entdeckt. Als er erfährt, dass sein Vorgänger unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist, wird ihm langsam mulmig. Doch als pflichtbewusster Beamter macht Steffen unbeirrt weiter. Bis die Verbindung zum Festland vom Eisgang unterbrochen wird und die Feindseligkeit in offene Gewalt umschlägt. Steffen wird gejagt. Auf einer Insel!“ Anscheinend kann er den Männern auf der Insel nicht trauen. Doch es gibt zwei Frauen – na gut, drei Frauen, wenn man die Witwe Krüger mitzählt – die Steffen helfen. Der wäre doch total aufgeschmissen ohne sie, er kennt sich ja nicht sehr gut aus auf der Insel. Aber in welche von diesen Frauen verliebt er sich? Ach ja, da ist noch dieses merkwürdige, alte Segelschiff, das immer wieder zwischen den Kapiteln auftaucht. Nein, es ist nicht der Fliegende Holländer, aber sein Reiseverlauf ist ähnlich dramatisch. Habe ich jetzt genügend Angelschnüre mit leckeren Ködern ausgelegt …? Der Verlag stellt 20 Exemplare für die Leserunde zur Verfügung. Ihr könnt Euch dafür bis einschließlich 17.05. bewerben. Die Leserunde beginnt am 26.05. Ich bin wirklich gespannt, wer sich von euch als Insel-, Nordsee- und natürlich Krimi-Fan outet.

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  • Rezension zu "Hinter der Nebelwand" von Jörgen Bracker

    Hinter der Nebelwand

    conneling

    Dittmarschen im Jahr 1911, Jungfischer Behr, genannt Flosse ist nun Besitzer eines Fischkutters.Dafür hat er sich Geld von Nonnenworth geliehen, allerdings war ihm nicht bewusst, dass er damit auch die Vereinbarung einging auch die Tohter von Nonnenworth zu heiraten, Marga, so wie der Name des Kutters. Flosse hat bereits eine Braut, die polnische Elsbeth, von der aber niemand weiß außer ihm. Fremdenhass ist deutlich zu spüren, auch die Stimmung gegenüber Wanderarbeitern, die allgemein nicht gut ist. An Pfingstmontag wird eine Leiche gefunden, die Ermittlungen beginnen und nehmen den Leser mit auf die Reise sowohl durch Deutschland wie auch im Kopf, man macht sich schon einige Gedanken, so gut kann man sich in die Geschichte einlesen. Der Autor Jörgen Bracker hat es geschafft ein gutes Bild der damaligen Zeit zu beschreiben mit der Angst vor dem Krieg, Fremdenhass und Angst vor Neuem wie auch vor der Zukunft. Die Plattdeutschen Einwürfe brachten mich zum schmunzeln, passten sehr gut und rundeten das Bild ab, sehr gut fand ich, dass einiges historisch belegt werden kann, was im Nachwort auch noch genau aufgeführt ist. Ein sehr gut geschriebenes Buch, welches ich sehr gerne gelesen habe.

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  • Leserunde zu "Hinter der Nebelwand" von Jörgen Bracker

    Hinter der Nebelwand

    JoergenBracker

    Ich möchte gern meinen Historischen Kriminalroman "Hinter der Nebelwand" für eine Leserunde anbieten. Unterthemen: 1-verhängnisvolle Ereignisse, die auf ein schreckliches Verbrechen vorausweisen. 2.- Die unbegreifliche Tat. 3. - Verschiedenartige Motive - Fremdenfeindlichkeit, Eifersucht, Neid - deren Verfolgung das letztlich nicht erwartete Ergebnis der Ermittlungen erheblich verzögern.

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  • Rezension zu "Hinter der Nebelwand" von Jörgen Bracker

    Hinter der Nebelwand

    Arwen10

    23. January 2012 um 09:16

    Deutschland, 1911 an der Niederelbe. Der Jungfischer Karl Theodor Behr, genannt Flosse, hat den Bau seines Schiffes MARGA mit Hilfe des Fischkonservenfabrikanten Nonnenwort finanziert. Bei der Schiffstaufe erfährt er, dass er nun mit Marga, der Tochter des Fabrikanten verlobt sei. Dabei liebt Flosse die Polin Elsbeth. Es kommt zum Eklat und Flosse erfährt, dass sein Vater nicht unschuldig an der Situation ist. Wenig später ist Flosses MARGA verschwunden und mit Elsbeth gibt es auch Probleme. Von einer Suche nach seinem Schiff kommt Flosse tot zurück und Elsbeth ist verschwunden. Nun beginnt die Suche nach dem Mörder und dem Schiff, bei der sich Altfischer Jens Ohm und der dortige Arzt Dr.Wittenborg zusammentun. War es Elsbeth, die seit einer Auseinandersetzung verschwunden ist oder Anton Strobe mit dem Flosse beim letzten Treffen in Streit geriet ? Der Autor hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der einen direkt in die Nähe der Nordseeküste führt. Es bleibt die ganze Zeit interessant, man erfährt einiges über Schiffe und vor allem das Leben der Menschen dort. Die einzelnen Charaktere sind alle gut herrausgearbeitet, so dass man schnell einen Zugang zu ihnen findet. Es ist eher ein ruhiger Kriminalroman, der ja auf wahren Fakten beruht, die der Autor am Ende des Buches genau erklärt. Es wird jedoch nie langweilig, wenn man den Spuren Dr Wittenborgs folgt. Sehr gut gefallen haben mir auch die Fotos, die die einzelnen Kapitel eingeleitet haben. So kann man sich Zeit und Leute noch viel besser vorstellen. Dieses Buch ist nicht nur ein historischer Kriminalroman, auch das Thema Fremdenfeindlichkeit kommt zur Sprache. Wie schnell kommt es zu Verurteilungen und Vorurteile sind überall vorhanden. Wie gut, das nicht alle so denken, sonst gäbe es noch viel mehr Tote. Daneben finden sich eine breite Palette menschlicher Gefühle wie Liebe, Hass , Wahnsinn, Neid und andere, die diesem Buch noch mehr Authentizität verleihen. Ein rundherum gelungener Heimatkrimi oder auch eine Gesellschaftsstudie.

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  • Rezension zu "Hinter der Nebelwand" von Jörgen Bracker

    Hinter der Nebelwand

    Gurke

    14. January 2012 um 11:32

    Eine Bootstaufe ist eigentlich ein freudiger Anlass, um mit dem ganzen Dorf den Schritt in einen neuen Lebensabschnitt zu feiern und vor lauter Stolz über das eigene Hab und Gut fast zu platzen. Für „Flosse“ liegt aber ein dunkler Schatten über diesem Tag, denn Nonnenwort, der ihm das restliche Geld für das Boot geliehen hat, verkündet ohne Absprache mit dem jungen Mann, die Verlobung mit seiner Tochter, die auch Namenspatin für den Kutter sein durfte – dabei hat er sein Herz schon einer anderer Frau geschenkt. Am Pfingstmontag treibt dann der leblose Körper von Flosse ans Ufer - mit einer großen Schusswunde am Kopf. Hat sich der Schwiegervater in Spe für die Schmach gerächt? Die Vorboten des Ersten Weltkrieges sind leider schon allgegenwärtig. So führen Doktor Wittenborg, als ehrenamtlicher Helfer der Polizei, die Ermittlungen zu dem mysteriösen Mord immer wieder zu dem neu gegründeten Wehrverein in Dithmarschen und Umgebung, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut, da ein Großteil der Bevölkerung den zunehmenden Anteil an polnischen Arbeitern in Schleswig Holstein und die daraus resultierenden multikulturellen Hochzeiten mit Schrecken und Hass begegnen. Doch würden die Mitglieder so weit gehen und die stumme Elsbeth, die Geliebte des toten Fischers, ebenfalls töten? Gefundene Verse, die an die Saga der Nebelbraut angelehnt sind, wie die junge Krabbenfischerin gerne verhöhnt wird, lassen Schlimmstes vermuten und sie bleibt spurlos verschwunden. ** „Tanze, schöne Nebelbraut, Tanze, bis der Morgen graut!“ ** Die Geschichte rund um die Ermordung des Jungfischers ist nicht der Fantasie des Autors entsprungen, sondern hat sich so bzw. ähnlich tatsächlich im Jahre 1911 abgespielt. Auf den letzten Seiten unter der Überschrift „Wahr oder wahrscheinlich“ bekommen wir von Herrn Bracker auch noch einen guten Überblick über die realen Begebenheiten, was diesen Krimi dadurch auch so authentisch macht. Obwohl wir in „Hinter der Nebelwand“ nach Schleswig Holstein reisen, hält sich der Autor mit Plattdeutschen Dialogen zurück, was ich aber keineswegs negativ anmerken möchte, sondern im Gegenteil sehr begrüße, da der Leserhythmus wahrscheinlich sonst für uns „Landratten“ häufig unterbrochen worden wäre. Der Charme der Region und die Wildheit des Meeres kommen trotzdem sehr gut zur Geltung und der Titel ist wahres Programm im Verlauf der Handlung. Neben diversen Erläuterungen zu den Bootstypen und Landwirtschaftsgeräten, die unsere Generation nur noch aus Museen oder Berichten von Großeltern kennen, bildet die Natur und die wunderschön raue Landschaft, die meistens durch den dichten Nebel nur verschwommen gesehen wird, einen sehr guten Rahmen. Auf den Mordfall müssen wir Leser zwar 100 Seiten warten, doch langweilig wurde es bei der Einleitung und Vorstellung der Charaktere nicht, weil sie in ihren Träumen und Eigenarten dort gut beleuchtet wurden, um uns (gemeinsam mit dem Doktor) eine notwendige Basis bei der Tätersuche zu geben. Rasante Verfolgungsjagden sucht man bei diesem historischen Krimi vergeblich, deshalb sollte man sich von der geschickten Ermittlungen der Personen begeistern lassen und sich an dem einmaligen Gemüt der Dithmarscher erfreuen, das von einem waschechten Nordlicht perfekt in Szene gesetzt wird. Lassen Sie sich von Herrn Bracker in die Zeit vor dem großen Sturm der Nationalsozialisten entführen und genießen sie einen Krimi, der auf andere Weise überzeugt, als die blutrünstigen Serienkiller-Pendants.

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  • Rezension zu "Hinter der Nebelwand" von Jörgen Bracker

    Hinter der Nebelwand

    anja_bauer

    13. January 2012 um 11:09

    Rezession „Hinter der Nebelwand“ Der Krimi ist auf authentischer Basis und spiel 1911. Jungfischer Behr hat mit einen Kredit von Konservenfabrikant Nonnenworth sich ein eigenen Kutter gebaut. Bei der Namensgebung erfährt er, das er mit der Tochter von Nonnenworth verlobt ist. Marga ist genauso überrumpelt wie Flosse – so wird er Jungfischer aufgrund seiner großen Hände genannt. Es kommt zum Eklat. Denn eigentlich liebt Behr jemand anderes – die polnische Einwanderin Elsbeth. Über Pfingsten kommen Flosse’s fünf ehemaligen Marinekollegen zum Feiern. Am Pfingstsonntagabend kommt es dann zum Streit mit Anton Strobo, der daraufhin spurlos verschwindet. Am nächsten Morgen stellt Jungfischer Behr fest, das sein Kutter MARGA spurlos verschwunden ist und macht sich mit einen geliehen Motorboot auf die Suche. Nachmittags wird er erschossen in diesen Boot aufgefunden. Es beginnt eine verzweifelte Suche nach dem Mörder, wobei der Altfischer Ohm und der Landarzt Dr. Wittenborg mit von der Partie sind. Ist vielleicht Elsbeth die Täterin, da diese auch unauffindbar ist, nachdem abends sie in der Gaststätte gedemütigt wurde? Lange rätselt der Leser, wer denn nun wirklich in Frage kommt für die Tat und erlebt am Ende nicht nur eine Überraschung. In diesem Buch kommt aber auch mehr zur Sprache: Selbstmord, Ausländerfeindlichkeit, Wahnsinn aber auch die Liebe kommen hier nicht zu kurz. Die Personen sind gut dargestellt und kommen in diesem Krimi symphytisch rüber. Mit all Ihren Sorgen, Ängsten, Schwächen aber auch Stärken kann man mit ihnen fühlen und sich hineinversetzten. Auch die gut beschriebenen Landschaft kann man sich bildlich vorstellen und meint, da schon mal gewesen zu sein. Durch seine kurzen Kapitel lässt sich das Buch gut lesen. Gespickt mit teilweise historischen Bildern in den einzelnen Kapiteln ist es gut recherchiert vom Autor Jörgen Bracker. Das Nachwort klärt dann über die wahren Begebenheiten auf und zum Schluss wird auch die Sage der Nebelbraut – die sich wie ein roter Faden durch den Roman zieht – aufgeklärt. Fazit: Wer ein spannendes Buch haben möchte, das man nicht mehr aus der Hand legen will, sollte sich dieses Buch unbedingt kaufen. Es ist weit mehr als ein Krimi und regt auch zum Denken nach, ob man nicht das ein oder andere mal zu heftig reagiert hat, z. B. auf einen Fremden….

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  • Rezension zu "Hinter der Nebelwand" von Jörgen Bracker

    Hinter der Nebelwand

    Themistokeles

    11. January 2012 um 10:29

    Inhalt: Im Jahr 1911 wird Karl Theodor Behr aus einem kleinen Fischerdorf an der Nordseeküste Besitzer eines eigenen Kutters, jedoch ist an diesen Besitz gebunden, dass er Marga, die Tochter seines Geldgebers zur Frau nimmt. Behr liebt jedoch schon seit langem Elsbeth Mandrukeit, welche jedoch aufgrund ihrer Herkunft und antisemitischen Gründen im Dorf nicht sonderlich beliebt ist. Zudem wird Elsbeth augrund eines ehemaligen Verehrers, als Nebelbraut bezeichnet, da dieser sie so nach einer alten Sagengestallt benannte. In einer nebligen Nacht verschwinden dann plötzlich sowohl Elsbeth, als auch der Kutter von Behr und es dauert nicht lang, dann wird eine Leiche an den Strand gespült und Wittenborg, der Arzt des Dorfes, wird in den Fall verwickelt. Meinung: In meinen Augen ist es Jörgen Bracker auf eine wunderbare Weise gelungen die Welt, wie sie in der Gegend an der Nordsee um 1911 war, zum Leben zu erwecken. Allein die Beschreibungen der Lebensweise, wie auch Fortbewegungsmitteln und Gedankengut, spiegeln die damalige Zeit sehr gut wieder und schaffen es einen in diese Zeit zu versetzen, da eine sehr stimmige Atmosphäre erzeugt wird. Zudem versetzen auch die medizinischen Vorgehensweisen des Doktors Wittenborg sehr eindrücklich in diese Zeit. Des Weiteren schafft es der Autor sehr real wirkende Charaktere zu schaffen, die unterschiedlichste Wesenszüge und Motive aufweisen und dem Roman daher auch eine unterschwellige Spannung bescheren, da insbesondere die Mordermittlungen so geschickt gemacht sind, dass viele ein gutes Motiv hätten. Außerdem hat mir Wittenborgs Art an die Ermittlungen heranzugehen sehr gefallen, da sich mich ein wenig an die Art von Watson aus den Holmes-Werken erinnert hat. Es hat mir auch sehr gefallen, dass weniger der Mord an sich im Mittelpunkt stand, als viel mehr den Ablauf der Tat sowie das Motiv was dahinter steht zu entschlüsseln und die Art wie Wittenborg an dieses Unterfangen herangeht. Ebenso muss ich sagen, fand ich es sehr gelungen, wie der Autor mit unterschiedlichsten Mitteln die Atmosphäre des Romans beeinflusst hat, wie unter anderem durch das Wetter, welches meist in seiner Form sehr zum Geschehen passte und sie eine ganz bestimmte Stimmung und Atmosphäre hervorrief, bei der man oft schon ahnen konnte, wann etwas schlimmeres passieren könnte. Auch wenn manches in der Geschichte zu erahnen war, blieben für mich jedoch auch viele Dinge bis zum Ende spannend und bis zu ihrer Auflösung unklar, denn nicht mit jedem Teil der Auflösung des Falls hätte ich gerechnet. Aus diesen Gründen handelt es sich für mich um einen sehr guten Krimi mit einer ganz besonderen Atmosphäre.

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  • Rezension zu "Hinter der Nebelwand" von Jörgen Bracker

    Hinter der Nebelwand

    nirak03

    08. January 2012 um 13:25

    Der Roman „Hinter der Nebelwand“ beginnt mit der Taufe eines Fischkutters in typisch Norddeutschem Stil des Jahres 1911 nämlich mit Kartoffelsalat und Würstchen. Der Jungfischer Karl Theodor Behr genannt Flosse lässt sein Schiff taufen und muss gleichzeitig erfahren das sein Vater ihm schon eine Braut ausgesucht hat. So soll auch sein Schiff nun MARGA heißen. Einzig Flosse hat schon eine heimliche Braut und zwar die Polin Elsbeth. Es kommt zu einem Skandal. Dann wird am Pfingstmontag eine Leiche gefunden. Der Tote wurde erschossen. Hier beginnt nun der eigentliche Krimi. Der Landarzt Dr. Frank Wittenborg beginnt mit seinen Ermittlungen und der Autor lässt den Leser an seinen Gedanken teilhaben. So geht es von Eckstedt mit der Bahn quer durch Schleswig Holstein nach Kiel und zurück. Aber nicht nur in dem Todesfall wird ermittelt es kommen auch andere Dinge zur Sprache die die Menschen damals bewegt haben. Der drohende Krieg mit England wird hier genauso diskutiert wie das Problem der Wanderarbeiter aus Osteuropa. Der Fremdenhass der Bevölkerung ist deutlich zu spüren und richtet sich überwiegend gegen Elsbeth die auch vielfach einfach die Nebelbraut genannt wird. Mit seinem Erzählstil hat der Autor es geschafft mich in den Bann zu ziehen. Einmal begonnen konnte ich auch nicht mehr aufhören zu lesen. Der Erzählstil ist ein wenig der Redensweise Norddeutschlands angepasst aber nur soviel das die Stimmung gut vermittelt wird, es sich aber trotzdem gut und zügig lesen lässt. Immer wieder gibt es typische Redewendungen auf Plattdeutsch wie das hier zu Lande heute noch geläufige „Lütt un Lütt“ was für ein kleines Bier und einen Korn steht, die hier zusammen getrunken werden. Diese Einschübe vermitteln einmal mehr ein Gefühl für die Menschen und lässt den Eindruck erstehen mitten unter ihnen zu sein. Auch die Spitznamen wie Flosse und viele mehr vermitteln ein authentisches Bild von Land und Leute. Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet worden und werden schnell lebendig. Der Jungfischer Behr, der Landarzt Dr. Wittenborg und viele andere sind mir schnell sympathisch geworden und es hat großen Spaß gemacht sie auf einem Stückweg ihres Lebens zu begleiten. Die Aufmachung des Buches ist liebevoll gestaltet worden. Es gibt Abbildungen von Postkarten und Fotos aus dem Anfang des 20 Jahrhundert. Diese Bilder vermitteln das Gefühl ein zeitgenössisches Dokument zu lesen. Sie heben die Atmosphäre des Buches noch einmal hervor und haben mir gut gefallen. Auch gibt es am Ende eine Auflistung der Daten und Orte der Bilder. Ein ausführliches Nachwort beendet „Hinter der Nebelwand“ In diesem klärt Jörgen Bracker darüber auf, was historisch belegt ist und was seiner Fantasy entsprungen ist. So was lese ich immer wieder gern und hat mir auch hier gut gefallen. Zumal es sehr ausführlich ist. Auch gefällt mir gut das die eigentliche Tat historisch belegt ist und einige Protagonisten eben reale Vorbilder hatten. Mein Fazit: Hinter der Nebelwand ist nicht nur einfach ein historischer Krimi sondern erlaubt auch einen Einblick in das Leben der Dithmarscher Bevölkerung des letzten Jahrhunderts. Er war spannend zu lesen und hat die Atmosphäre der Zeit und die Stimmung der Menschen sehr gut wieder gegeben. Hinter der Nebelwand war rundherum stimmig und hat mir gut gefallen. Er ist nicht nur ein „muss“ für jeden Dithmarscher sondern auch eine gute Wahl für jeden der gern historische Krimis liest. Eine unbedingte Buchempfehlung.

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  • Rezension zu "Hinter der Nebelwand" von Jörgen Bracker

    Hinter der Nebelwand

    Blaustern

    07. January 2012 um 20:00

    Hinter der Nebelwand ist ein historischer Kriminalroman, der auf einer wahren Begebenheit beruht und im Jahre 1911 an der deutschen Nordseeküste spielt. Der Jungfischer Karl Theodor Behr, genannt Flosse, ist stolz auf seinen ersten Kutter, der zum Stapellauf bereit steht. Bei der Schiffstaufe läuft aber alles anders als er es sich vorgestellt hatte. Der Vorhang fällt, und das Schiff heißt Marga, ebenso wie seine zukünftige Verlobte, von dessen Verlobung er weder eine Ahnung gehabt hatte noch ihr zugestimmt hätte. Er wurde von Margas Vater, dem Fabrikanten Nonnenworth, einfach vor versammelter Mannschaft vor vollendete Tatsachen gestellt. Der war der Meinung, dieses Recht zu besitzen, da er den Kutter finanziert hatte. Dabei hatte Flosse sich seine Zukünftige bereits anderweitig gewählt, die Polin Elsbeth Mandrukeit, Betty, die aber aufgrund ihrer Herkunft im Dorf und auch von seinen Eltern nicht gern gesehen wurde. Die Nebelbraut wurde sie abwertend nach einer Sage genannt. Doch Flosse störte sich nicht daran und traf sich weiterhin mit Betty, die kurz darauf auf mysteriöse Weise verschwand. Und plötzlich war auch sein Kutter im Nebel verschwunden, als er am frühen Morgen mit seinen Freunden zur Robbenjagd aufbrechen wollte. Er lieh sich von Altfischer Ohm dessen Motorboot und verfolgte die Entführer. Am Vormittag wurde das Boot mit seiner Leiche an Land gespült. Eine Schussverletzung am Kopf obduzierte Landarzt Wittenborg, und er wurde zusammen mit Ohm für die Ermittlungen des Mordes von der Polizei beauftragt. Nun beginnt die Suche, die sich im Nebel und im Fremdenhass verliert. Was war geschehen, und wo ist Betty? Das Buch liest sich gut und schnell und ist spannend bis zum Ende. Man kann sich gut in die Zeit und in die Landschaft hineinversetzen, so als wäre man direkt vor Ort.

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  • Rezension zu "Hinter der Nebelwand" von Jörgen Bracker

    Hinter der Nebelwand

    siebenundsiebzig

    07. January 2012 um 14:55

    Das Buch beginnt mit einer Schiffstaufe. Ein junger Krabbenfischer, so scheint es, hat sein Lebensziel erreicht und leistet sich einen Kutter. Der Stapellauf und die Schiffstaufe enden jedoch gleich mit einem Desaster. Eine starke Windhose beschädigt das neue Schiff. Überhaupt ist das Schicksal dem neuen Besitzer nicht gerade gnädig. Er muss sich zwischen zwei Frauen entscheiden und seine Zukunft steht wahrlich unter keinem guten Stern. Der reparierte Kutter wird entführt, seine eigentliche Liebe verschwindet unter verdächtigen Umständen und er selbst wird erschossen aufgefunden. Bei den Ermittungen zu dieser Mordsache, an der nicht nur behördliche Organe sondern auch private Pesonen beteiligt sind, wird der Leser selbst irgendwie ins Geschehen hineingezogen. Der Roman spielt im Jahre 1911. Es handelt sich dabei um einen authentischen Kriminalfall. Fremdenhass und Familiengeheimnisse sowie ein grausamer Selbstmord lassen den Leser betroffen diese "gute alte Zeit" miterleben. Dazu kommt noch das Mysterium einer alten Sage um die "Nebelbraut" welche im Hintergrund des Geschehens irgendwie die Fäden spinnt. Für mich war es ein spannendes und interessantes Buch, Daß ich gerne weiterempfehle.

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  • Rezension zu "Hinter der Nebelwand" von Jörgen Bracker

    Hinter der Nebelwand

    dorli

    05. January 2012 um 17:26

    Dithmarschen 1911. Die Schiffstaufe seines Kutters läuft für den Jungfischer Karl Theodor Behr, genannt Flosse, nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. Ein falscher Name ziert das Heck. Während der Feierlichkeiten wird er in eine von seinem Vater arrangierte Verlobung mit Marga gezwungen, denn Flosses Beziehung zu der aus Polen stammenden Elsbeth Mandrukeit ist sowohl seinen Eltern und wie auch anderen Dorfbewohnern ein Dorn im Auge. Kurz darauf erfährt er, dass sein Vater seine ganzen Ersparnisse verbraucht hat. Es kommt zu einem großen Streit. Und dann geschieht ein Mord. Eine Leiche wird in einem Motorboot im Hafen von Eckstedt angespült. Landarzt Dr. Frank Wittenborg und Altfischer Jens Ohm werden von der Polizei als Ermittler eingesetzt und machen sich auf, den Mörder zu finden. „Achter Dünen un Diek…“ geht es nicht immer idyllisch und beschaulich zu. An Pfingsten 1911 ereignet sich an der Küste Dithmarschens ein grausamer Mord. Diese wahre Begebenheit ist die Grundlage für Jörgen Brackers Krimi „Hinter der Nebelwand“. Zunächst lernt der Leser Land und Leute kennen. Unterschiedlichste Ereignisse, viele entstanden aus der damaligen großen Fremdenfeindlichkeit gegenüber den aus Polen zugezogenen Krabbenfischern, liefern allerhand Motive, die zu dem im Klappentext angekündigten Mord führen könnten. Dabei wird immer mehr Spannung aufgebaut, denn im Vorfeld der Tat lassen sich weder Opfer noch Täter aus den Geschehnissen erkennen. In die Realität hat der Autor eine Sage von einer „Nebelbraut“ eingewoben, die der ganzen Geschichte eine mystisch-geheimnisvolle Atmosphäre gibt. Besonders interessant finde ich, dass die während der Ermittlungen genannten Orte und Wege alle der Wirklichkeit entsprechen und zum Teil auch durch Fotos an den Kapitelanfängen dargestellt werden. Auch die Sprache finde ich sehr gut gelungen. Einige wenige plattdeutsche Einschübe unterstreichen den Schauplatz der Handlung und zeitlich fühle ich mich durch die Sprechweise der Protagonisten in das frühe 20. Jahrhundert zurückversetzt. Exakt recherchiert, spannend geschrieben und bis zum Schluss fesselnd. Ein absolut lesenswerter Krimi.

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  • Rezension zu "Hinter der Nebelwand" von Jörgen Bracker

    Hinter der Nebelwand

    Deli

    04. January 2012 um 20:01

    In diesem historischen Krimi, welcher auf einer wahren Begebenheit beruht, werden wir vom Autor in den hohen Norden um 1911 entführt. Nach den Feierlichkeiten um eine Schiffstaufe und die Bekanntgabe einer Verlobung passiert sogleich grauenvolles. Die Flut spült ein führerloses Boot in den Hafen. Eine Leiche mit Schußverletzung mitten im Gesicht gibt viele Rätsel auf. Der ansässige Landarzt Dr. Frank Wittenborg wird mit der Obduktion der Leiche beauftragt und nimmt dann auch danach die Ermittlungen auf eigene Faust auf. Dieser historische Krimi ist angereichert mit Originalbildern und -karten der Schauplätze. Das Buch ist in sich sehr stimmungsvoll gestaltet. Schon das Cover ist sehr ansprechend und geheimnisvoll gestaltet. Alles scheint im Nebel zu versinken. Die Bilder tragen ihr übriges dazu bei um sich wunderbar in die Zeit in der der Krimi spielt, zu versetzen. Gut gefallen hat mir auch, dass das Buch nicht wie so oft mit dem Mord beginnt, sondern zuerst die Personen vorgestellt werden, so ist man als Leser dazu verführt bereits seine Fantasie spielen zu lassen, da man ja weiß es wird nicht bei den heiteren Feierlichkeiten bleiben. Ein sehr spannendes Buch welches ich jedem der kurzweilige Unterhaltung sucht, nur empfehlen kann. Ich bedanke mich vielmals bei Herrn Bracker und dem Verlag für mein Rezensionsexemplar und das beantworten sämtlicher Fragen.

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  • Rezension zu "Hinter der Nebelwand" von Jörgen Bracker

    Hinter der Nebelwand

    Buecherfee82

    02. January 2012 um 18:38

    Ein historischer Kriminalroman. Herr Behr junior, der wegen seiner großen Hände Flosse genannt wird feiert die Schiffstaufe seines Kutters. Gegen seinen Willen wurde der Kutter MARGA genannt, nach einer ehemaligen Schulkameradin von ihm, dessen Verlobung an der Schiffsfeier bekannt gegeben wurde und von der er selbst bis dato nichts wusste. Ziemlich sauer darüber hat er einen Streit mit seinem Vater, der das alles eingefädelt hat, damit Flosse sich von der "Polackin" Elsbeth Mandrukeit fern hält. Doch Betty, wie sie von ihm genannt wird ist stumm und vertraut Flosse. Sie ist schwanger und glücklich, bis es zu einem Streit kommt. Pfingstmontag 1911 wird die Bevölkerung in Dithmarschens Fischereiorten in helle Aufregung versetzt. In einem Motorboot wird ein toter angespült, der mit einem Schuss hingerichtet worden ist. Die Polizei, der Altfischer Ohm und der Landarzt Dr. Wittenborg begeben sich auf Spurensuche. Dieses Buch fand ich sehr spannend. Jörgen Bracker hat aus einem wahren historischen Hintergrund ein faszinierendes Buch gemacht. Mord, Selbstmord, versuchter Missbrauch, Fremdenhass, Wahnsinn und Liebe begleiten uns durch das gesamte Buch. Vielseitige Charaktere, die man sich gut vorstellen kann und eine Hafenlandschaft am Deich, bei der man sich fühlt, als würde man selbst dort wohnen. Obwohl sich einiges um Schiffe drehte und ich keine Ahnung davon habe, habe ich mich nie verloren, oder fehl am Platz gefühlt. Dieses Buch ist das Erste, das ich 2012 ausgelesen habe und gerne weiterempfehle.

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  • Rezension zu "Hinter der Nebelwand" von Jörgen Bracker

    Hinter der Nebelwand

    Penelope1

    29. December 2011 um 07:32

    In diesem Buch, der auf einem tatsächlichen Kriminalfall basiert, werden wird der Leser an die Nordseeküste Anfang des 20. Jahrhunderts geführt. Jungfischer Behr hat seinen größten Wunsch erfüllt und sieht erwartungsvoll der Taufe seines eben vom Stapel gelaufenen Kutters entgegen. Die Taufe hingegen endet mit seiner unfreiwilligen Verlobung mit Marga, der Namensgeberin seines Schiffes. Doch nicht genug damit – seine wahre Liebe, die Polin Elsbeth mit dem an eine Legende angelehnten Spitznamen „Die Nebelbraut“ wird von den Einwohnern seines Heimatortes abgelehnt. Als der neue Kutter am nebligen Pfingstmontag verschwindet und kurze Zeit später ein Motorboot mit einer Leiche an Bord zurück im Hafen von Eckstedt angespült wird, ist der Schock groß. Zum Glück wird der angesehene Landarzt Wittenborg in die Ermittlungen eingeschaltet, der nicht nur die Obduktion der Leiche übernimmt, sondern der sich auch eingehend der Suche nach Kutter, Täter und nicht zuletzt nach der verschollenen „Nebelbraut“ annimmt. Hierbei hat er nicht zuletzt mit Ängsten, Vorurteilen, aber auch Missverständnissen zu kämpfen, die ihm die Aufklärung des Nebels, den diesen Fall umgibt, nicht unbedingt vereinfachen… ** Ein historischer Krimi, der den Leser in das Jahr 1911 katapultiert, an die Nordseeküste, den Deich, die See, die besonders bei Nebel gefährlich und unnahbar ist. Und so eigen wie die See ist, so eigen scheinen auch die Bewohner hinter dem Deich zu sein: während der Ausländerhass zum Beispiel mit dem „Wehrverein in Gründung“ seine Blüten treibt und sich gegen die Eingliederung von ausländischen Zuwanderern wehrt, nutzen sie diese auf schamlose Weise und ohne Rücksicht auf Verluste aus. Dazwischen steht eine Liebe, die auf gefährlichen Pfaden wandelt: Jungfischer Behr ist ausgerechnet in Elsbeth verliebt, eine Polin mit zweifelhaftem Ruf als „Nebelbraut“. Überhaupt : die Nebelbraut, die auf eine alte – fiktive – Legende hinweist, die der Geschichte einen zusätzlichen, geheimnisvollen Reiz verleiht. Dabei steht der Kriminalfall scheinbar im Hintergrund, vielmehr scheint es dem Autor ein Anliegen, dem Leser dieses besondere Land am Deich mit seinen Menschen näher zu bringen. Dies gelingt ihm eindrucksvoll, die Schilderung der Landschaft und seiner Bewohner ist so bildhaft, dass man sich gleichsam dorthin versetzt fühlt - man spürt JörgenBrackers persönliche Verbundenheit und Liebe. Obwohl er sich nur selten der original-plattdeutschen Sprache des Deiches bedient, gelingt es ihm, die Stimmung und besondere Atmosphäre der Nordseeküste wiederzugeben, insbesondere immer wieder durch eingeflochtene, authentische Ausdrucksweisen wie z.B. „Lütt unn Lütt“ oder „Klogschieter, Maaten“ usw. Die recht kurzen Kapitel, die oft mit einem historisch belegten Foto beginnen, verstärken diesen Eindruck und machen das Lesen zu einem kurzweiligen Abenteuer, bei dem keinen Langeweile aufkommt. Im Nachwort erhält der Leser eine weiterführende Erklärung über die realen Begebenheiten dieses Buches , die zusammen mit den Literaturhinweisen zu weiteren Informationen und persönlichen Recherchen einladen. Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen, wobei mich die Schilderungen von Land und Leuten dennoch am meisten beeindruckt haben. Dem Autor ist eine Kombination zwischen historischem Krimi und Landschaftskunde gelungen, die absolut lesenswert ist und neugierig auf eine Fortsetzung macht, die hoffentlich noch folgen wird…!

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