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JoergenBracker

vor 2 Jahren

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1) Vorboten einer Kriegsfurie sind in den Hamburger Vierlanden zu verspüren.
2) "Prager Fenstersturz" des katholischen Statthalters und Entmachtung des
rechtgläubigen Königs durch den calvinistischen Landtag.
2) Gegenschlag der "Katholischen Liga" und Flucht des calvinistrischen  "Winterkönigs" aus Prag nach Hamburg.
3) Zusammen mit dem Winterkönig gelangt der junge Spielmann Václav nach Hamburg, der mit einem Lied von John Dowland Begeisterung auslöst und das Herz eines klugen Bauernjungen aus den Vierlanden.
4) Václav arbeitet hier für die Hamburger "Wöchentliche..."  und stößt dabei auf den schwunghaften Waffenhandel mit Spanien, das die Calvinisten in den Niederlanden ausrotten will.
5) Václav erfährt von der grausamen Hinrichtung seines Vaters durch den katholischen Statthalter in Prag und bittet seinen Freund Jonas, ihn bei einem Racheakt zu unterstützen.
6) Die calvinistischen Presbyter verlangen von Václav, die Rache für den Vater zu einem Fanal zu erweitern, von dem Jonas nichts ahnt.
7) Am 2. Juli 1622 fliegt auf der Elbe bei Neumühlen unterhalb von Hamburg ein Waffenschmugglerschiff mit 37 nichtsahnenden Gästen an Bord in die Luft. Alle sterben. Niemand wird berichten, was wirklich geschah. Und doch - nach Jahrhunderten kommt di Wahrheit ans Licht.

Autor: Jörgen Bracker
Buch: Spielmanns Fluch

nirak03

vor 2 Jahren

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Hier möchte ich gern mitlesen. Wie der Zufall es will, habe ich gerade erst ein Buch gelesen indem gerade jenes Schiff am 2. Juli in die Luft flog. Ich bin gespannt wie es hier erzählt wird. Zum zweiten warte ich schon lange auf ein neues Buch des Autors "Hinter der Nebelwand" und "Die Reliquien von Lissabon" haben mir schon so gut gefallen.

Autor: Jörgen Bracker
Bücher: Hinter der Nebelwand,... und 1 weiteres Buch

Kingoftheapplerings

vor 2 Jahren

Wow ... spannende Aufzählung, die Lust auf das Mitlesen macht.

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JoergenBracker

vor 2 Jahren

@Svanvithe

Ich sehe mit Freude, wie genau Du jeder inhaltlichen Wendung auf den Grund gehst und untersuchst, welchen Anteil Stil und Formulierungen an der Verdeutlichung des Geschehens haben. Jörgen

nirak03

vor 2 Jahren

Vielen Dank, dass ich hier mitlesen durfte. Das Buch und vor allem die Geschichte haben mir gut gefallen.

http://www.lovelybooks.de/autor/J%C3%B6rgen-Bracker/Spielmanns-Fluch-1180642876-w/rezension/1200442685/

http://wasliestdu.de/rezension/eine-verhaengnisvolle-liebe

http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,38682.msg872188.html#msg872188

http://www.buechertreff.de/thread/88327-joergen-bracker-spielmanns-fluch/?postID=1715040#post1715040

http://www.steffis-buecherkiste.de/bkf/index.php?topic=3229.msg50600#msg50600

http://buchcouch-forum.de/forum/index.php/topic,10241.msg118982.html#msg118982

Svanvithe

vor 2 Jahren

Jörgen, ich bitte um Nachsicht für mein zögerliches Schreiben. Morgen geht's weiter. Gestern Abend habe ich die letzten Seiten gelesen...

Svanvithe

vor 2 Jahren

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Jonas träumt und beim Öffnen der Augen wird er mit einem Anblick belohnt, "den ein Traumbild nicht hätte übertreffen können: Er sah in das liebreizendste Gesicht einer weiblichen Gestalt - es wollte Verheißungen erzählen und doch nicht jedes Geheimnis preisgeben. Es war umrahmt und teilweise verhängt von goldblonden Spirallocken, die wie Kaskaden einer kleinen, domistizierenden Quelle über die Wangen und Ohren auf die Schultern und den üppigen Busen hinabrauschten." (Seite 55) - Kein Wunder, dass Jonas der liebenswürdigen Schönen (zunächst) verfällt. Auch wenn ihn anfangs das Gewissen drückt, ist Riecke doch Valckenburghs Freundin. Aber da er - wie ich annehme - noch keinerlei Erfahrung diesbezüglich mit dem anderen Geschlecht hat, ist er leicht zu verführen. Bis er erkennt, dass er einem Trugbild aufgesessen ist, die Riecke nicht die junge prachtvolle Schönheit ist, die sie glauben gemacht hat.

Und dann lernt er Václav kennen, "schlank und licht wie eine Birke, schmal der Kopf, blass und ernst das Gesicht - eher grüblerisch. Die großen Augen, tiefdunklen Seen gleich" verraten unter einer "hohen Stirn verhaltene Traurigkeit" (Seite 103) - Und mir kommt es so vor, dass dieses Mal besonders die Musik auf Jonas verführerisch wirkt, er verzaubert ist. Allerdings muss ich gestehen, dass mir das zwischen den beiden etwas zu schnell ging. Den inneren Zwiespalt, in den Jonas ob seiner Liebe zu Václav gerät, finde ich jedoch nachvollziehbar. Ebenso wie seine Angst, dass Riecke droht, die "stille Sünde" offenbaren und folglich anzeigen zu wollen. Verständlich, dass sich Jonas den zu erwartenden Folgen - Tod auf dem Scheiterhaufen - nicht aussetzen will.

Ich habe zudem den Eindruck, dass Václav Jonas verunsichert. Alles das, von dem er glaubte, so und nicht anders müsse es sein, wird ad absurdum geführt. Und nur darum erkläre ich mir auch, dass Jonas zum willenlosen Instrument des Spielmanns wird. "Jonas erging sich in geradezu kritikloser Bewunderung für den vielseitigen Virtuosen und sehnte jeden Abend und jede Nacht herbei, um immer wieder neue - nicht nur musikalische - Überraschungen in Václavs Armen zu erleben." (Seite 114) - Das passt irgendwie gar nicht zum sonst energischen jungen Mann. Aber Liebe macht bekanntlich blind, und im Fall von Jonas unterdrückt sie auch die ihm eigene Persönlichkeit. Und doch ist die Hoffnung, dass er aufwacht, nicht verloren. "Ihm dämmerte, dass er vor dem Wind in eine falsche Richtung segelte." (Seite 117)

Ansonsten steht es fest, dass es einen Zusammenhang zwischen einem Relief und Jonas gibt. Nicht nur weil das Abbild darauf im sehr ähnlich sieht, liegt eine Verbindung nahe. Auch wurde er in seinem Körbchen in der Nähe dieses Holzstückes gefunden. Ich bin aber doch froh gewesen, als die Ähnlichkeit von Schwarzem Reiter und Jonas als Schauspieler nicht auffällt, nachdem die Maskerade missglückt. Der Tollen Christian war einfach zu sehr auf das Stück und deren Aussage fixiert.

Der Herzog durchaus ergriffen, was das Geschehen in Vierlanden betrifft, und er übernimmt persönlich die Schuld daran. Das hat mich überrascht, damit hätte ich nicht gerechnet. Jonas scheint es ebenso zu gehen.

Zwei schöne Formulierungen:

"Sie... schauten über die Elbe, deren leichte Wellen wie Tausende kleiner Flämmchen das flach einfallende Sonnenlicht widerspiegelten und einen geruhsamen Tag versprachen." (Seite 62)

"DIE DUNKELHEIT LEUGNETE den Beginn des Tages. Eine Wolkendecke bis zum Horizont drückte jeden Tatendrang zu Boden." (Seite 85)

Nach wie vor gefällt mir die Verwendung von nicht geläufigen Ausdrücken:

- wenn der Salzkahn auf den Steg zuschwoit (Seite 64)
- Anna knötert (Seite 66)
- die Dramaturgie ein unauffälliges Kompartiment erfordert (Seite 68)
- eine muntere Intrade (Seite 95)

Gelungen finde ich besonders auch die Einarbeitung des historischen Hintergrundes. Gerade Hamburg als "Waffenkammer" war für mich neu.

JoergenBracker

vor 2 Jahren

In diesem Augenblick habe ich die ausführliche, sorgfältig ponderierte REzi gelesen. Beglückend für einen Autor, wenn er sich so vollkommen verstanden weiß! Danke für die mächtige Arbeit, die Du Dir mit meinem Roman aufgehalst hattest. Mir hat es viel Freude gemacht. Jörgen

JoergenBracker

vor 2 Jahren

@Svanvithe

Großartig! Ich bin tief beeindruckt von dieser allumfassenden, für den Leser besonders wertvollen Rezension. Danke für all die Mühen! Jörgen

dorli

vor 2 Jahren

Hier auch meine Rezi. Vielen Dank, dass ich mitlesen durfte.

http://www.lovelybooks.de/autor/J%C3%B6rgen-Bracker/Spielmanns-Fluch-1180642876-w/rezension/1200943990/

http://www.buecher.de/shop/hamburg/spielmanns-fluch/bracker-joergen/products_products/detail/prod_id/43017712/#product_rating

http://www.buch.de/shop/home/suche/?sq=Spielmanns+Fluch&sswg=ANY&timestamp=1445538060838#reviewsCustomer

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