Jørn Precht

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Das Geheimnis des Dr. Alzheimer

Das Geheimnis des Dr. Alzheimer

 (11)
Erschienen am 02.08.2017

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Rezension zu "Das Geheimnis des Dr. Alzheimer" von Jørn Precht

Spannender und interessanter, zeitgeschichtlicher Roman
Seehase1977vor 2 Tagen

Frankfurt am Main, 1901: Karl Walz, ein junger Krankenpfleger der in ärmlichen Verhältnissen lebt, hat einen Traum: er möchte Arzt werden. Als seine Ziehmutter Auguste eine seltsame Krankheit ereilt, möchte Karl nur eines, nämlich die geheimnisvolle neue Krankheit enträtseln, die das Gedächtnis seiner erst 50-jährigen Ziehmutter mehr und mehr zerstört. Er erhält die einmalige Chance, als Assistent des Psychiaters und Gerichtsgutachters Dr. Alois Alzheimer zu arbeiten. Zusammen analysieren und erforschen die beiden die Geisteskrankheit von Auguste Deter. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt …


Meine Meinung:
Der zeitgeschichtliche Roman „Das Geheimnis des Dr. Alzheimer“ von Jørn Precht wurde mir von eine Lesefreundin empfohlen. Gott sei Dank – denn vermutlich hätte ich dieses spannende und interessante Buch sonst nie gelesen.

Floskeln wie „Alzheimer lässt grüßen“ hat wohl jeder von uns schon mal in irgendeiner Weise benutzt. Doch wem und was genau wir diese Redewendung zu verdanken haben, weiß kaum jemand genauer. Der Autor Jørn Precht nimmt den Leser mit in die Vergangenheit und erzählt teils fiktiv, teils auf Tatsachen beruhend, das Leben und Wirken des Dr. Alois Alzheimer.

Schon nach den ersten Seiten war ich wie gebannt von der Geschichte. Die detailreichen, bildhaften Schilderungen katapultierten mich zurück in die Jahrhundertwende, wo ich dem Krankenpfleger Karl und seinem Mentor Dr. Alzheimer über die Schulter blicken durfte. 

Die Einblicke die mir gewährt wurden waren sehr interessant und spannend. Die Höhen und Tiefen der Forschung, die sparsamen Mittel die damals dafür zur Verfügung standen waren beeindruckend zu lesen. Dem fortschrittlichen Denken und Handeln der Ärzte und Forscher stand aber auch eine Bevölkerung gegenüber, die auf die Erkrankten seinerzeit oft mit Unverständnis und Angst reagierten. Das verdeutlichen vor allem die Schilderungen der sogenannten „Irrenhäuser“, in denen teils menschenunwürdige Verhältnisse herrschten und in denen kranke Menschen weggesperrt und eingepfercht wurden wie Vieh. 

Die fiktive Rahmengeschichte um Karl Walz, aber auch die historischen Ereignisse um Dr. Alois Alzheimer gehen fließend ineinander über. Das Bindeglied liegt bei Auguste Deter, im Buch die Ziehmutter des Krankenpflegers Walz und Patientin Alzheimers. Tatsächlich war Auguste Deter die Patientin, die den Psychiater und Neuropathologen zu Berühmtheit verholfen hat. Er beschrieb als erster eine Demenzerkrankung, die heute als Alzheimer-Krankheit
bekannt ist. 

Mein Fazit:

Der Roman „Das Geheimnis des Dr. Alzheimer“ von Jørn Precht erzählt informativ, spannend und unterhaltsam ein Stück deutscher Medizingeschichte. Man hat es hier keinesfalls mit trockenem Geschichtsunterricht zu tun, man bekommt auch keine unaussprechlichen medizinischen Fachbegriffe um die Ohren gehauen, im Gegenteil! Precht versteht es gekonnt, historisch Belegtes mit einer fiktiven Erzählung zu vereinen und dem Leser somit höchsten Lesegenuss zu bieten. Ich habe den Roman in einem Rutsch durchgelesen und kann hierfür eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Ein Buch, das definitiv mehr Beachtung verdient!

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Rezension zu "Das Geheimnis des Dr. Alzheimer" von Jørn Precht

Alois Alzheimer und Auguste Deter - seine bedeutenste Patientin
Rose75vor 5 Monaten

In diesem Buch wird in einer schönen und spannenden Geschichte erzählt, wie Alois Alzheimer, ein neue Form der Demenz erforscht. 
Im Verlauf des Buches erfährt man viel über die damalige Sicht der psychischen Erkrankungen und die Konkurrenz zwischen den wissenschaftlichen Lagern. 
Da das Buch u.a. als Drehbuch konzipiert ist, kommt vielleicht auch bald ein Film. 

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Rezension zu "Das Geheimnis des Dr. Alzheimer" von Jørn Precht

Auf der Spur der Krankheit des Vergessens
Patnovor 8 Monaten

Jeder kennt den Begriff „Alzheimer“ als Synonym für die Krankheit des Vergessens. Aber wer weiß schon, dass der Psychiater und Gerichtsgutachter Dr. Alois Alzheimer diese Krankheit im Jahre 1906 erstmals beschrieben hat. Als ich im Verlagsprogramm des Gmeiner Verlages den Spannungsroman „Das Geheimnis des Dr. Alzheimer“ von Jørn Precht entdeckte, war meine Neugier geweckt. Die Geschichte beginnt im Jahr 1901 in Frankfurt am Main. Karl Walz ist ein mittelloser Krankenpfleger, der davon träumt Arzt zu werden. Als seine Ersatzmutter Auguste Deter plötzlich von einer geheimnisvollen Krankheit heimgesucht wird, bei der ihr geistiger Verfall rasant voranschreitet, studiert Karl zunächst medizinische Bücher. Dann bekommt er die Chance als Assistent für Dr. Alois Alzheimer zu arbeiten und mit ihm die neu entdeckte Krankheit zu analysieren. Doch Alzheimer hat Widersacher, die wilde Spekulationen über ihn und den mysteriösen Tod seiner Frau verbreiten. Obwohl Dr. Alzheimer dem jungen Karl gegenüber freundlich ist und ihn fördert, ist Karl zunehmend irritiert von Alzheimers Verschwiegenheit. Was hat sein Lehrmeister zu verbergen? Woher stammt die Narbe in Alzheimers Gesicht und wohin verschwinden die Morphiumreserven? Karl Walz ist ein junger wissbegieriger Mann. Mit Respekt und Anstand verrichtet er zunächst einfache Arbeiten und bildet sich nebenbei weiter. Er verfügt über ein enormes Fachwissen, ist aber bescheiden. Mit Karl Walz hat Buchautor Jørn Precht einen sympathischen Charakter geschaffen, der diesem Roman den besonderen Charme verleiht. Ich fand es rührend, wie er sich um Auguste Deter gekümmert hat, auch wenn diese ihn gar nicht mehr erkannte. Dr. Alois Alzheimer ist geheimnisvoll, aber auch sympathisch in Szene gesetzt. Obwohl er der Oberschicht angehört und über enorme finanzielle Mittel verfügt, begegnet er dem verarmten Walz stets auf Augenhöhe und scheut sich nicht davor, sein privates Geld in ihn und sein Medizinstudium zu investieren. Schließlich werden die beiden Männer zu Vertrauten und erforschen gemeinsam die rätselhafte Erkrankung, die über hundert Jahre später jeder als „Alzheimer“ kennt. Der Roman ist bildhaft und spannend geschrieben. Precht bringt die Stimmung der damaligen Zeit gut rüber. Tolles Setting! Besonders beeindruckt hat mich die detailreiche Beschreibung der Krankheitssymptome. So bekommt der Leser ein umfassendes Bild von den Auswirkungen dieser oder ähnlicher Hirnerkrankungen. Dabei geht der Autor feinfühlig taktvoll vor. Er nimmt Bezug auf historische Ereignisse und bindet die wahre Geschichte der Auguste Deter in seine Szenerie ein. Ich mag Romane, in denen reale Hintergründe thematisiert werden. Man kann aus ihnen immer etwas lernen. So habe ich also gebannt und interessiert das Geschehen verfolgt. „Das Geheimnis des Dr. Alzheimer“ ist ein lesenswerter Histo-Spannungsroman aus dem Buchverlag Gmeiner, der mich begeistern konnte!

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