Jürg Amann Vater, warum hast du mich verlassen

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Inhaltsangabe zu „Vater, warum hast du mich verlassen“ von Jürg Amann

Was geschieht mit einem Menschen, dem durch besondere Zeitumstände, durch Prophezeiungen, in die er hineinwächst, und durch die eigene geistige Veranlagung Göttlichkeit aufgebürdet wird?
Antworten auf diese Frage gewinnt Jürg Amann aus den vier neutestamentlichen Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Aus diesen Texten hat Amann die Autobiografie Jesu Christi extrahiert, eine faszinieren-de Erzählung, in der uns einer der berühmtesten Heilsbringer der Menschheitsgeschichte nahekommt wie nie zuvor – ganz im Sinne des Fazits von Pontius Pilatus, dem römischen Statthalter, der Jesus gegen eigenes Ermessen und nur unter dem Druck der Menge zum Kreuzestod verurteilte und ausrief: 'Seht, ein Mensch!'

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  • „Seht, ein Mensch!“

    Vater, warum hast du mich verlassen

    WinfriedStanzick

    28. March 2013 um 16:10

    Jürg Amann hat in seinem letzten Buch in einem "dramaturgischen Prozess" die Aufzeichnungen von  Rudolf Heß  mit dem Titel „Der Kommandant“ veröffentlicht, ein Buch, das man schnell gelesen hat und von dem man lange erschüttert bleibt. Die naive und uneinsichtige Selbstdenunziation eines glühenden Nationalsozialisten, der über lange Jahre das größte Vernichtungslager geleitet hat, das die Menschheit kennt und in dem eine unvorstellbare Zahl von Juden, Zigeunern, politischen Häftlingen und "Asozialen" erschossen, später dann systematisch vergast und verbrannt wurden, gibt einen unter die Haut gehenden Einruck, von dem, was damals passiert ist.   Der Leser wird gezwungen, geradezu in den Kopf eines Massenmörders für die Dauer seiner Lektüre eingesperrt, sich mit dem Monolog von Rudolf Höß auseinanderzusetzen. Da ist kein Abstand mehr möglich. Das Grauen und die Unmenschlichkeit solchen Denkens und Handelns werden unmittelbar.   Nun hat er, sozusagen als Kontrapunkt aus den Berichten der vier neutestamentlichen  Evangelien unter dem Titel „Vater, warum hast du mich verlassen“ eine Autobiographie Jesu Christi verfasst. Er nennt ihn ausdrücklich Jesus Christus, und nicht etwa distanziert Jesus von Nazareth.   Wenn er Jesus in der Ich-Form sein Leben erzählen lässt, wobei er sehr genau und in einer theologisch absolut überzeugenden Auswahl von Texten der vier Evangelien vorgeht, dann tut er es, um sich dem „Ecce homo“ („Seht, ein Mensch!“) des Pontius Pilatus anzuschließen.   Das Buch endet mit dem letzten Satz, den der am Kreuz sterbende Jesus ausrief: „ Vater, warum hast du mich verlassen?“ und damit genau an der Stelle, wo die Lebensgeschichte des Jesus von Nazareth in die Glaubensgeschichte des Jesus Christus übergeht, die sich gebrochen von den Menschen, aber ungebrochen vom Heiligen Geist hinzieht bis zum Osterfest 2013.   Jürg Amann hat aus den vorliegenden Quellen eine faszinierende Erzählung geschaffen, in der dem Leser einer der berühmtesten Heilsbringer und Gotteslehrer der Menschheitsgeschichte so nahe kommt, wie selten zuvor. Mit einer poetischen Sprache hat er sich eingefühlt in die Seele eines Menschen, der unabhängig davon, ob man an ihn glaubt, als einer der größten Menschenfreunde der Weltgeschichte bezeichnet werden kann.      

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