Jürg Liechti Null Bock auf Therapie

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Inhaltsangabe zu „Null Bock auf Therapie“ von Jürg Liechti

Sicherheit und Unsicherheit in nahen Beziehungen Das Buch, das zum Kongress 2013 erscheinen wird, thematisiert einerseits den Stand der Wissenschaft in Bezug auf das Chancen- und Risikopotenzial in Familienbeziehungen und andererseits daraus abgeleitetes Handlungswissen für die ambulante und stationäre Therapie.§Mit Beiträgen u. a. von Karin und Klaus Grossmann, Monique und Jürg Liechti-Darbellay, Wilhelm Rotthaus, Silke Wiegand und Martin Rufer.

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  • Das Chancenpotential familiärer Ressourcen für die Therapie

    Null Bock auf Therapie

    michael_lehmann-pape

    09. July 2013 um 11:31

      In Bezug auf die Kinder- und Jugendlichentherapie stellen sich zwei Elemente in den letzten Jahren als zunehmende von Bedeutung dar.   Zum einen steigt die Zahl psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Und zum zweiten stellt sich mehr und mehr die Summe familiärer Bindungen und familiärer Gefühle als wichtiges Instrument dar, sowohl für die Motivation von Kindern und Jugendlichen zur therapeutischen Hilfe als auch für die Effizienz therapeutischer Maßnahmen.   Auf Basis dieser Erkenntnisse bieten die Herausgeber in diesem Band einen breiten und differenzierten Blick auf das vorhandene „Familienpotential“. Auf die tiefe Bedeutung „sicherer Bindungen“ als unabdingbare Grundlage für eine psychisch gesunde Entwicklung ebenso, wie vorhandene (Bindungs-) Konflikte ein nicht zu unterschätzendes Reservoir an „Ressourcen“ darstellen.   Diese beiden expliziten Betrachtungen im Buch gerade als „Gegensatzpaar“, „sichere Bindungen – vorliegende Konflikte“, sind als Einstieg in das Buch und die Thematik vorrangig zu empfehlen. In Verbindung mit dem dargestellten „5- Phasen – Konfliktlösungsmodell“ bieten beide Kapitel eine wichtige Grundlegung für den wissenschaftlichen Blick auf Chancen und Risiken der Einbindung familiärer Ressourcen in den Therapieverlauf.   Gerade auch weil der Angang zur Therapie zwischen Erwachsenen und Jugendlichen sehr verschieden sich gestaltet, ist die Besinnung auf die familiären Gefühle als „Ressourcen“ in der Kinder- und Jugendtherapie letztlich unverzichtbar. Was im Buch klar zum Ausdruck kommt und argumentativ überzeugend dargestellt wird.   „Erwachsene nehmen unter Leidensdruck von sich aus Hilfe in Anspruch. Bei seelisch belasteten Kindern sind es die Eltern, die Handeln“. Und damit sind zumindest die Eltern umgehend Teil des therapeutischen Prozesses.   In diesem Sinne sind auch die Einlassungen zur „systemisch-bindungsbasierten Motivationspraxis“ im Buch zu lesen. Je sorgfältiger das Gefühls- und Beziehungsgeflecht im therapeutischen Prozess von Beginn an gesehen und thematisiert werden kann, desto höher steigen die Chancen auf eine sich steigernde Motivation der jugendlichen Klienten. Eine Beziehungsarbeit, die dann auch Misserfolge („Jetzt sind wir zusammen gescheitert“) als Ressource noch konstruktiv zu nutzen weiß.   Anhand ausgewählter Einblicke in das ein oder andere Fallbeispiel wird die Gratwanderung in der Therapie mit Jugendlichen ebenfalls deutlich. Grenzüberschreitungen, Relativierungen, „sich erproben bis zu ausreizen“ gehören zu einer „normalen“ Entwicklung dazu und nur im Rahmen der Bindungen wird deutlich werden können, wo Leid“ beginnt und wo „gesunde Erprobung auch gegen den Strich“ aufhört.   Im Gesamten eine, auch in der Sprache, komplexe und fundierte, durchaus auch praxisorientierte, wissenschaftliche Annäherung an einen wichtigen und wesentlichen Bereich eines erfolgreichen therapeutischen Handelns an und mit Kindern und Jugendlichen.

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