Jürgen Bauer Was wir fürchten

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Inhaltsangabe zu „Was wir fürchten“ von Jürgen Bauer

»Das erste Mal fühlte ich die Angst, als mein Vater Kornkreise in ein Feld am Ortsrand trat und meine Mutter mich losschickte, um ihn nach Hause zu holen, bevor die Nachbarn etwas bemerken konnten.«
Georg erzählt aus seinem Leben, das von Unruhe und Angst gezeichnet ist. Die Furcht vor seinem psychisch kranken Vater lässt ihn an allen Versuchen scheitern, Vertrauen und Stabilität zu finden. Erst als Erwachsener gelingt es ihm, die Kontrolle über sein eigenes Leben zu erlangen und sich sicher zu fühlen, bis traumatische Ereignisse die Idylle zerreißen und sein Verfolgungswahn erneut ausbricht.
Seine Mutter hält ihn für verrückt, Georgs Frau scheitert daran, ihn zu beschützen, und auch sein bester Freund glaubt nicht an seine Erzählungen.
Doch was, wenn Georgs Ängste berechtigt sind und die Menschen in seinem Leben tatsächlich ein Geheimnis verbergen? Was, wenn sich wirklich alles nur um ihn dreht?
Im Dialog zwischen Georg und seinem Gegenüber entwickelt sich ein Machtspiel um die Wahrheit und ihre Bedeutung. Doch wer entscheidet, ob eine Geschichte richtig erzählt ist? Vielleicht liegt die Lösung bei jener Person, der er seine Geschichte anvertraut. Schritt für Schritt wird Georgs Leben entblättert, bisherige Antworten werden infrage gestellt und müssen neu überdacht werden.

Ein erzählerisches Katz- und Mausspiel. Die packende Geschichte eines Angstpatienten zwischen Wahn und Wirklichkeit

— FranzHelle

“Was wir fürchten” dreht sich um Wahn und Wahrheit, behandelt Ängste und Paranoia authentisch und trotzdem spannend. Eine gelungene Mischung

— Alexandra_Luchs

Ein beeindruckendes, berührendes, auch beunruhigendes Buch. Und ganz anders als Jürgen Bauers erster Roman.

— Buechermensch

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  • Die packende Geschichte eines Angstpatienten

    Was wir fürchten

    FranzHelle

    01. September 2016 um 11:30

    Auf einer Terasse sitzen zwei Männer. Einer - der Ich-Erzähler Georg - erzählt dem anderen seine Lebensgeschichte. Schon hier beginnt das Verwirrspiel: wer ist Georgs namenloses Gegenüber? Ein Therapeut, ein Fremder, ist es gar ein Verhör oder findet dieses Gespräch nur in Georgs Kopf statt? Hier beginnt das Katz und Mausspiel mit dem Leser, der in einen soghafte Erzählung hineingerissen wird. Der Autor Jürgen Bauer hat sein Buch als „Familienroman mit Thrillerelementen“ bezeichnet, und das trifft es ziemlich gut. Der Protagonist ist Angstpatient und leidet unter Kontrollwahn, da er in einer Familie aufgewachsen ist, die vom Wahn und Angst des eigenen Vaters geprägt wurde. Das Buch stellt die Fragen nach dem richtigen Maß an Kontrolle, Sicherheit und Prinzipien im eigenen Leben, Fragen, die man auch gesellschaftspolitisch spiegeln kann. Ein Zitat aus dem Buch zum Schluß: „Meine Angst ist jederzeit bei mir und passt auf mich auf... Beschützt mich. Vor mir, vor Ihnen. Gleichzeitig  ist ein solches Leben kein Leben mehr, wenn man sich der Angst ergibt.“Leseempfehlung!

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  • Beeindruckend, Berührend, Beunruhigend

    Was wir fürchten

    Buechermensch

    Inhalt Georg leidet an Angstzuständen, in Rückblicken erzählt er einer Person, die man als Leserin oder Leser noch nicht kennt, seine Lebensgeschichte. Von der Kindheit über seine Ehe bis ins spätere, vom Alleinsein gekennzeichnete, Leben. Doch wer ist die Person, die ihm zuhört? Nach und nach merkt man, dass Georg vielleicht gar nicht paranoid ist, dass seine Ängste vielleicht einen Grund haben! Erster Eindruck Zuerst war ich sehr überrascht. Ich kannte Jürgen Bauers ersten Roman und hatte mir etwas ähnliches erwartet. Doch "Was wir fürchten" ist ganz anders, beinahe wie ein Krimi. Doch je länger ich gelesen habe, desto mehr habe ich gemerkt, dass vieles von dem, was ich am ersten Roman mochte, auch hier zu finden ist - nur in einer anderen Form. Auch jetzt geht es um Aufwachsene, um Allein-Sein, um die Menschen, die einen prägen. Nur ist die Spannung hier stärker, sodass das Buch manchmal fast beunruhigend wird. Stil Ich fand den Stil sehr spannend. Die einzelnen Kapitel sind Erzählungen aus Georgs Leben - zwischen den Kapiteln sind Gespräche mit einer Person, deren Identität erst ganz am Ende aufgeklärt wird. So wird auch ein Spiel mit den Lesern gespielt. Man weiss selber lange nicht: was ist wahr und was nicht? Empfehlung Ich kann das Buch in jedem Fall empfehlen. Ich habe es - voller Spannung nach dem ersten Roman - sofort aus der Buchhandlung geholt und am selben Tag fast ausgelesen. Es ist spannend erzählt, bietet aber auch noch nach dem Zu-Ende-Lesen Stoff für Gedanken, Assoziationen. Hier werden - glaub ich - viele fündig. Krimi- und Thrillerfans ebenso wie Leser, die Familienromane mögen, oder Erzählungen über das Aufwachsen. Große Empfehlung!

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  • Angst über alles

    Was wir fürchten

    Babscha

    29. May 2015 um 23:04

    Der Vater: Halt einfach den Mund. Du bist ja paranoid. Die Mutter : Wenn Du so wirst wie Dein Vater, bring ich mich um. Die Ehefrau: Das ist alles nur in Deinem Kopf. Georg ist krank, so viel ist klar. Schwer krank, genau wie sein Vater. Und er hat auch noch das genetische Pech, die gleiche Krankheit wie dieser zu kriegen. Schwerste paranoide Angststörungen mit Verfolgungswahnzuständen, die ihm von klein auf das Leben zur Hölle machen. Und je älter er wird, desto mehr wird ihm, seiner Familie und Umwelt klar, was da abgeht. Der Vater hat mit seinen regelmäßigen Klinikaufenthalten absolut genug mit sich selbst zu tun, die Mutter negiert die Situation, bis es nicht mehr geht. Einzig sein Freund Simon, der ihn erst gnadenlos bloßstellt, jedoch später fest an seiner Seite stehen wird, ist eine Art Anker für den in den Sturmgewalten seiner Krankheit umherschlingernden Jungen. Dann lernt er noch Sylvia kennen, seine spätere Frau, die trotz aller Bemühungen ebenfalls an der Situation verzweifeln wird. Und nach dem Tod seines Vaters läuft alles aus dem Ruder. Georg fühlt sich von seiner Umwelt massivst bedroht und taucht für zwei Jahre vollständig in einen selbstgebauten "Bunker" ab. Als er endlich wieder auf der Bildfläche erscheint, ist das Chaos perfekt. Den Überbau des Buches bildet ein Gespräch zwischen dem mittlerweile vierzigjährigen Georg und einem zunächst unbekannten Mann, mit dem er sich ganz bewusst über Stunden belauert und austauscht und der in der ganzen verzwickten Geschichte eine offensichtlich tragende Rolle spielt, die sich aber erst ganz am Schluss und nach diversen Rückblenden, in denen der Protagonist uns sein ganzes Leben erzählt, offenbaren wird. Und dieser geniale Kunstgriff setzt einem ohnehin schon beklemmenden, düsteren Buch, das einen als Leser direkt packt, dann noch die Krone auf. Immer wieder führt Bauer den Leser aufs Glatteis, lässt ihn wieder und wieder neu abtauchen in die Seele eines wirklich kranken Menschen, der an sich selbst verzweifelt und erst nach langer Zeit erkennt, was wirklich gespielt wird. Ein überzeugendes, megaspannendes Kammerspiel.

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  • Eine Geschichte zwischen Wahn und Wahrheit

    Was wir fürchten

    Alexandra_Luchs

    Georgs Vater leidet unter einer paranoiden Angststörung. Solang Georg denken kann, wird das Leben der Familie bestimmt von Wahnvorstellungen, Krankenhausaufenthalten und den abwesenden Phasen (ausgelöst durch schwere Medikamente) des Vaters. Als Georg erste Anzeichen eigener Paranoia zeigt, ist seine Mutter schier verzweifelt. Nun viele Jahre später leidet auch Georg tatsächlich an einer ausgewachsenen Angststörung und Verfolgungswahn. In „Was wir fürchten“ berichtet Georg einem unbekannten Erzähler wie es dazu kam und welche Episoden ihn derart prägten. Die Art und Weise wie „Was wir fürchten“ erzählt wird, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es wechseln sich Dialoge zwischen Georg und seinem unbekannten Zuhörer mit Episoden aus Georgs Leben ab. Immer berichtet Georg aus seiner Perspektive, seine Erzählungen klingen in sich logisch, Ängste zum Teil begründet. Erst durch die Rückfragen und Skepsis des Zuhörers kommen leise Zweifel an den Erzählungen auf. Durch diese Kontraste kommt eine tolle Spannung innerhalb des Romans zustande. Ich liebe Geschichten, die die Wahrheit in Zweifel stellen und in „Was wir fürchten“ geschieht genau das: Seite für Seite verstrickt sich der Leser mehr in die Geschichte, glaubt mal fest an bestimmte Aspekte der Geschichte, sucht mal ratlos nach der Wahrheit. Generell scheint bei „Was wir fürchten“ kein Satz zufällig gesetzt, keine Beschreibung willkürlich und keiner der Charaktere bloßes Beiwerk. Alles wirkt sehr durchdacht und fügt sich wunderbar dem Hauptthema der Ängste und Paranoia. Zum Beispiel spiegelt der Aufbau des Romans das zwanghafte Kreisen der Angststörung, um die immer gleichen Themen wieder. Sie sprach völlig frei und ohne Zögern: „Wie geht es Ihnen?“ Ich dachte: „Du bist ja paranoid“ Ich dachte: „Es wird mir wieder besser gehen.“ Doch ich brachte nur hervor: „Ich weiß es nicht.“ – S. 168 Dieses „Ich dachte:“ und die immer gleichen Gedanken über die Aussagen von Freunden und Familie verfolgen Georg und verfolgen daher auch den Leser im Verlaufe des Buches. Eine wirklich tolle Idee. Manchmal war mir die Gedankenwelt von Georg zwar ein bisschen zu anstrengend, zu verengt und beängstigend. Aber genau das ist es, was seine Krankheit ausmacht. Echte Kritik habe ich daher nicht. Daher bleibt für mich bei diesem Buch nur eine Bewertung von 5 von 5 Sternen übrig. Das Spiel mit Wahrheit und Wahn, tolle emotionale Szenen und ein spannender Aufbau haben mich überzeugt.

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    Postbote

    21. May 2015 um 11:44
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