Jürgen Bauer

 4 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Das Fenster zur Welt, Ein guter Mensch und weiteren Büchern.

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Das Fenster zur Welt

Das Fenster zur Welt

 (9)
Erschienen am 15.09.2013
Ein guter Mensch

Ein guter Mensch

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Erschienen am 01.08.2017
Epilepsie, Schwangerschaft und Fertilität

Epilepsie, Schwangerschaft und Fertilität

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Erschienen am 03.08.2005
Perfide Rache

Perfide Rache

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Erschienen am 10.11.2016
Parallele Welten

Parallele Welten

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Erschienen am 11.12.2015
Eingruppierung im öffentlichen Dienst

Eingruppierung im öffentlichen Dienst

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Erschienen am 01.06.2010

Neue Rezensionen zu Jürgen Bauer

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franzzis avatar

Rezension zu "Ein guter Mensch" von Jürgen Bauer

Wenn die Zukunft früher kommt...
franzzivor einem Jahr

"Zuerst ruinieren die Unwetter alles und dann das. Wollen mir vorschreiben, was ich alles kaufen muss, damit der Hof wieder läuft." Norbert wischt sich mit dem Handrücken über die Stirn. "Aber wer kann sich das schon leisten. Du hast ja keine Ahnung, wie es ist. Wenn das Einzige stirbt, was man noch hat."Ein Geräusch aus seiner Gurgel, wie ein Ballon, der Luft verliert. "Wir müssen eben neu anfangen."
"Neu anfangen, ha, wenn ich das schon höre. Kinder können neu anfangen. Und Idioten. Wir werden nicht verdursten, wir werden verhungern."

Es ist ein düsteres und freudloses Mitteleuropa, in das Jürgen Bauer uns in "Ein guter Mensch" verklappt. Die Menschheit hat kein Mittel gefunden: nicht gegen den Klimawandel, die Hitzen, Dürren und Fluten; nicht gegen die Verteilungsungerechtigkeit der Ressourcen auf dem Planeten; nicht gegen den Mangel des wertvollsten aller Rohstoffe und dessen Privatisierung: Wasser. Es gibt seit Monaten Notfallpläne, die Trinkwasserversorgung fällt aus, der hektische Alltag, wie wir ihn noch kennen stirbt genauso wie die Grünflächen, Parks und Balkonpflanzen. Die Festung Europa wird ein Bollwerk gegen die vielen Menschen, die kommen, weil sie noch weniger Wasser und ein noch unwirtlicher verwüstetes Heimatland haben. 
Marko, aus dessen Sicht Bauer aus einem Sommer eines nicht näher benannten Zukunftsjahres erzählt, ist noch einer von den Privilegierten: Er hat noch einen Job. Bei der Notwasserversorgung, die die Rationen bringt. Er kann etwas Gutes tun. Ein guter Mensch sein, wie er sagt. Er muss sich kümmern. Um seine taumelnden Freunde, seinen alkoholkranken großen Bruder. Und die Argumente-Torpedos abwehren, die sein Beifahrer und Freund immer wieder abfeuert, der findet, dass das alles nicht so weitergehen kann.
Es ist ein erschütterndes Buch. Ein kluges Buch. Ein fesselndes Buch. Ich habe es in einem Rutsch gelesen. In seinem Ton, der faszinierend und abschreckend zugleich ist, erinnert es stellenweise an "Hool" von Winkler. Allzu fern kann die Zukunft nicht sein, die Bauer skizziert. Die Leute erinnern sich noch an Fury in the Slaughterhouses "Time to wonder" wenn sie an ihre Jugend denken. Und sie erinnern sich an die düsteren Zukunftsszenarien, die sie ignoriert haben, weil die Zukunft ja weit weg ist. Und dann kam die Zukunft früher...
Dabei macht Bauer viele zentrale Fragen auf: Was ist das, ein guter Mensch? Einer der vernünftig ist, das System stützt, gerade wenn es schwierig ist? Oder der, der rebelliert, scheinbar unvernünftig agiert - aber die Freude und das Spiel in diese hoffnungslose Gegenwart zurückholt? Wer bringt der Gesellschaft mehr Sinn? Wie viel Regelhörigkeit ist angebracht in Krisenzeiten - und auf wen ist noch Verlass? Was zählt noch wirklich im Leben, wenn es nicht einmal mehr genügend Wasser gibt, um das Geschirr zu spülen? Und was macht es mit den Menschen, wenn das Überlebensnotwendigste knapp geworden ist - und der globale Verteilungskampf sich nicht mehr um Geld, Einfluss und Wohlstand dreht, sondern ein wortwörtlicher Überlebenskampf jedes Einzelnen ist?
Das Buch fragt und beschreibt. Antworten muss sich der Leser selbst. Das ist klug komponiert. Aber für meinen Geschmack lässt der Autor die Geschichte zu früh zurück - oder mit zu vielen losen Enden liegen. Das ist aber auch alles, was es zu kritisieren gibt. 

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AnneEstermanns avatar

Rezension zu "Ein guter Mensch" von Jürgen Bauer

Ein guter Mensch von Jürgen Bauer [Buchrezension]
AnneEstermannvor einem Jahr

Zum Buch

Wasserknappheit macht sich das zweite Mal über Mitteleuropa breit und Marko arbeitet zusammen mit seinem Freund Berger in dieser wahrlich hitzigen Zeit als Tankwagenfahrer, um das verbleibende Wasser aufzuteilen. Doch es dauert nicht lange, bis es zu Auseinandersetzungen kommt, denn das kostbare Nass wird streng rationiert. So kommt Marko oftmals an seine eigenen Grenzen, sieht mit an, wie sich eine ältere Frau die Pulsadern vor ihm aufschneidet, nur, um noch ein wenig Wasser zu bekommen. Gern würde Marko auch Richtung Norden weggehen, wie es viele Menschen bereits getan haben, doch ihm fehlt das nötige Kleingeld. Ausserdem kümmert er sich um seinen kranken Bruder.

Doch während Marko die Hoffnung nicht verliert, zweifelt Berger immer mehr an dem bestehenden System und bald mobilisiert  sich „Die dritte Welle“, eine Bewegung mit einem rasant wachsenden Anstieg an Aggressivität gegen die Wasseraufteilung und –verschwendung.

Mein Fazit

Der dritte Roman von Jürgen Bauer liest sich überzeugend flüssig und schnell. Mit mageren aber treffenden Worten hat er einen eindrücklichen Roman zu Papier gebracht, welcher die aufgeheizte und ausweglose Situation darstellt, wenn anhand des Klimawandels alles außer Kontrolle gerät.  Man merkt, wie Menschen zwischen Elend und Vernunft wanken und sie versuchen, die letzten Kraftreserven aus ihren Gliedern zu mobilisieren.

Autor Jürgen Bauer schafft, dass man sich als Leser oft selber die Frage stellt, wie man in solch einer schwierigen Situation handeln würde. Wäre man ein guter Mensch?

 „Ein guter Mensch“ ist packend mit einem leider recht abrupten Ende. Trotzdem bekommt der Roman von mir vier von fünf Sternen wegen seiner Trefflichkeit wie auch Aktualität!

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ulrikerabes avatar

Rezension zu "Ein guter Mensch" von Jürgen Bauer

Hitze, Durst und kostbares Wasser
ulrikerabevor einem Jahr

„It's hot here at night, lonely, black and quiet
On a hot summer night
Don't be afraid of the world we made
On a hot summer night“ (Billy Idol)


Ja, das Leben ist kein Hit. Nicht in der Welt von Marko Draxler.
Das Land verbrennt, die Sonne heizt unbarmherzig. Seit über einem Jahr hat es nicht geregnet, Wasser ist das kostbarste Gut und nur mehr rationiert erhältlich. Die Grenzen zum Süden sind dicht, Flüchtlinge – die Durstigen – leiden in den Auffanglagern noch mehr als der Rest der Bevölkerung. Ohne Geld gibt es kaum eine Chance, weiter in den Norden zu gelangen.
Marko fährt mit Tanklastern Wasser zu den Verteilerzentren. Er will ein guter Mensch sein, seinen Beitrag leisten. Er fühlt sich verantwortlich für seinen labilen Freund Berger, genauso wie für seinen alkoholkranken Bruder Norbert, obwohl er selber immer wieder zu den Verlieren zählt.
Bis sich eine Bewegung - die „Dritte Welle“ - erhebt, gegen die Korruption, gegen die Rationierung, gegen die Ungerechtigkeit.
Dieses Buch erzeugt Durst, die Hitze, der Staub und der Dreck, all das ist fast körperlich spürbar. Mit eindringlicher, knapper Sprache schildert der Autor wenige Tage in diesem aufgeheizten Land und lässt mit einem infernalischen Ende die Emotionen sprichwörtlich überkochen.
Jürgen Bauer legt in seiner Dystopie nicht nur den Finger auf das immer weiter voranschreitende Problem des Klimawandels, vielmehr müssen wir uns die Frage stellen, wann wir bereit dazu sind, die Menschlichkeit über den Haufen zu werfen. Die grässlichen Widersacher Vernunft und Gewissen spielen einander aus und letztlich bleibt nur mehr die Selbsterhaltung als moralischer Gradmesser. „Ich bin doch trotzdem ein guter Mensch“, fragt sich Marko am Ende des Tages. Sind wir das nicht alle?

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