Jürgen Becker Schnee in den Ardennen

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Inhaltsangabe zu „Schnee in den Ardennen“ von Jürgen Becker

Eine Dachkammer in einem abgelegenen Gehöft ist der Raum von Imaginationen und Erinnerungen. Hier beginnt der Erzähler sein „Journal“, und was er aufzeichnet, sind Vorgänge in nächster Umgebung und in ferner Vergangenheit, im Traum und in der Wirklichkeit. Beckers Beobachtungen streifen die Hügellandschaft seiner rheinischen Heimat, wandern nach Berlin und in den deutschen Osten, richten sich auf Bilder der ersten Jahre nach dem Krieg, erinnern sich an einen Karmann Ghia und an lange Fernsehabende, daran, wie man vor dem Radio saß, um Welt zu empfangen, an Möbel und Bilder. Indem sich der Autor seiner Wahrnehmungen vergewissert, geht er ihren Spuren nach, reflektiert sie, variiert ihre Motive, schreibt sie – und damit sein wie das Leben anderer – fort.
In Schnee in den Ardennen vermischt Jürgen Becker die Formen von Tagebuch, Reiseerzählung und Roman. Täuschende Wahrnehmungen, ironische Berichte, lakonische Mitteilungen, poetische Notate – im Wechsel der Schreibweisen hält er seinen Lesern einen Spiegel vor, in dem jeder sich selbst, seine Erfahrungen und Geschichten erkennen wird.

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  • Rezension zu "Schnee in den Ardennen" von Jürgen Becker

    Schnee in den Ardennen

    Gruenente

    08. December 2009 um 13:57

    Schnee in den Ardennen ist das "Buch der Stadt Köln" von 2009. zum ersten Mal wurde ein heimischer Autor ausgewählt. Der Autor schreibt ein Journal, eine Art Tagebuch, in dem er Erinnerungen mit aktuellen Geschehnissen (z.B. 11.9.2001) verknüpft. Das Handlungsfreie Buch lässt auch Neuigkeiten seines Freundes Jörn einfliessen. Dieser hat einen alten Bekannten, Achim, der eines Tages verschwand auf einer griechischen Insel als Micha, wieder gefunden. Dort versucht sich der Künstler in einer neuen, einsamen Identität auszuleben. Doch erkannt flieht er die Insel wieder mit unbekanntem Ziel. Diese nette Parabel ist eingebettet in kleine Notizen über das bergische Dorfleben, das Treiben am Vogelhaus und die Erinnerungen an eine längst verstorbene Katze. Vorzüglich geschrieben, aber ein wenig ziellos. Erst am Schluss des Bucher rafft sich der Autor auf neuen Zielen entgegen zu gehen (in die Ardennen, um dort im Schnee den Schauplatz für ein Foto zu finden). Ein Buch, dessen Ziel sich mir so nicht erschliesst. Aber ein wunderbares Buch um in einem Lesezirkel diskutiert zu werden.

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