Jürgen Brand

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Cover des Buches Hafterlebnisse eines DDR-Bürgers 1.Teil (ISBN: 9783737504812)

Hafterlebnisse eines DDR-Bürgers 1.Teil

(1)
Erschienen am 17.08.2014

Neue Rezensionen zu Jürgen Brand

Cover des Buches Hafterlebnisse eines DDR-Bürgers 2. Teil (ISBN: 9783737504829)
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Rezension zu "Hafterlebnisse eines DDR-Bürgers 2. Teil" von Jürgen Brand

TanteGhost
Das Licht am Ende des Tunnels

Die Fortsetzung von Teil 1, das Ziel erreicht und doch nicht im Schlaraffenland.


Inhalt: Jürgen Brand kämpft auch in diesem Band um seine Ausweisung aus der DDR. Der Ausreiseantrag bringt ihm nichts weiter, als dass ihn die Stasi auf dem Kicker hat, wodurch er wieder einmal in Haft wandert. – In diesem Fall landet er in einem Lager im Harz, wo er aber seine alt bekannte Nummer durchzieht und die Arbeit verweigert. Irgendwann wissen die mit ihm nicht mehr weiter und er kommt wieder nach Torgau. – Auch hier dasselbe Spiel. Arbeits- und Autoritätsverweigerung, viel Einzelhaft und Folterungen Ala DDR-Knast. 

Wieder wird er in die DDR zurück entlassen, dabei wollte er doch in den Westen. Allerdings bekommt er nach einer Zeit endlich seine Ausreise genehmigt. Die Behörden erkennen ihm seine Staatsbürgerschaft ab und er darf offiziell mit dem Zug in den Westen ausreisen, wo er sich ein neues Leben aufbaut.

Im Westen angekommen, fliegen ihm die gebratenen Tauben auch nicht gerade in den Mund, aber er hält durch, er kämpft und kann sich ein Leben aufbauen. – Nach der Wende kämpft er wieder mit den Behörden um Gelder, die ihm zustehen und die er in jedem Fall haben will. Die Haft hat Spätfolgen bei ihm hinterlassen.


Fazit: Ein kleinformatiges, dünnes Büchlein mit lediglich einem Stück Gefängnismauer und dem vergitterten Fenster. – Ob das jetzt wirklich von Torgau ist, oder ein x-beliebiges Stück Gefängnismauer, kann ich nicht sagen. In jedem Fall macht es klar, worum es geht.


Die Handlung setzt genau da an, wo Teil 1 aufgehört hat. Es ist also unbedingt erforderlich, den ersten Teil wirklich vorher zu lesen. Ansonsten bekommt man hier eine scheinbar völligzusammenhanglose autobiographische Story erzählt, die dann, meiner Meinung nach, ihren kompletten Sinn verliert.

Die Erlebnisse, welche hier geschildert wurden, haben auf jeden Fall eins klar gemacht. Der Gefängnisalltag in der DDR war auf jeden Fall kein Zuckerschlecken und das Fußfassen in der BRD auch alles andere als einfach. – Was so im Knast abging und die dementsprechenden Gedankengänge waren irgendwie nicht anders, als im ersten Teil, aber in der BRD wurde es ihm dann auch alles andere als leicht gemacht. Schon damals haben die „Wessis“ nicht auf die „Ossis“ gewartet und sie waren nichts weiter als Schmarotzer, die sich im goldenen Westen ausruhen wollen. – Allerdings konnte man das von Herrn Brand nicht behaupten. Und gerade am Anfang konnte man wirklich von einem Durchschlagen reden, als er noch nicht wusste, wo der Hase langläuft.

Was die Spekulationen angeht, die mit der Vergiftung zu tun hatten, die er mal erlitten hat, sind nur Spekulationen. - Fakt ist aber mal, dass es durchaus möglich gewesen wäre, wenn die Stasi ihn wirklich hätte vergiften wollen. Da gab es in jedem Fall mehr als nur einen solcher Angelegenheiten.

Zum Schluss hin, war ich dann schon ein wenig angekotzt von Herrn Brand und seinen Forderungen. Ich hatte den Eindruck, dass er den Streit mit den Behörden sprichwörtlich gesucht hatte. Aber in jedem Fall bin ich der Meinung, dass es ihm nur wieder ums Geld ging. Entschädigung hier, Stütze da. Und dieses steht ihm zu und jedes steht ihm zu. – Meine Güte, es bekommt nun mal nicht jeder wirklich alles was ihm zusteht. 


Herr Brand beschreibt alles mit einfachen, aber eingängigen Worten. Seine Gedanken zur Politik und seiner Situation sind dabei so einsilbig wie verständlich. – In der DDR konnte man selten von einem freien Willen und freier Berufswahl reden. Aber ob man das jetzt so in dieser Ausführlichkeit gebraucht hätte, ist für mich noch fraglich.

Das Buch selber ist klein und leicht, gut und stabil geklebt, jedoch nicht so bocksteif, dass man es kaum auf bekommen würde. Es lag die ganze Zeit gut in der Hand. Ein weiterer Vorteil ist die augenfreundliche Seitenaufteilung. Dauerlesen war kein Problem und ich habe die paar Seiten auch so gut wie in einem Rutsch durch gehabt.

Vom Inhalt her, habe ich bekommen, was ich erwartet hatte. Lediglich die Ausreis in die BRD war offen, wo ich nicht wusste, ob und wie er es schafft. – Fakt ist, er hat es geschafft und er hat sich dann, allen Widerständen zum Trotz, ein Leben und eine Existenz aufgebaut. – Ein bisschen zum Schmunzeln fand ich die Tatsache, dass er trotz allem immer noch die „Eingaben“ geschrieben hat. War er in einer Sackgasse, hat er außgerechnet die Bildzeitung kontaktiert. Irgendwie hat das für mich die Ernsthaftigkeit ein wenig herausgenommen. 


Eine spannende Fortsetzung und ein wirklich eigenartiges Finale. Mit seinen letzten Sätzen hat er irgendwie ein ganz anderes Gesicht gezeigt, als im Rest der Bücher.

Trotzdem, es ist ein Schicksal, ein hartes Schicksal und es ist unheimlich mutig das so zu erzählen. – Leseempfehlung!

Cover des Buches Hafterlebnisse eines DDR-Bürgers 1.Teil (ISBN: 9783737504812)
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Rezension zu "Hafterlebnisse eines DDR-Bürgers 1.Teil" von Jürgen Brand

TanteGhost
Außgerechnet Torgau ...

Folter in der Haft, waren in der DDR normal, aber so eindrücklich und ehrlich habe ich noch keinen darüber reden hören.


Inhalt: Jürgen Brand hat sein Leben in verschiedenen Büchern aufgearbeitet und gerade die Bücher über seine Hafterlebnisse haben hier wohl eine besondere Bedeutung.

Jürgen Brand beschreibt in diesem Teil den Weg, wie er ins Gefängnis gekommen ist, wie es ihn dann nach Torgau verschlagen hat und was er dort alles unternommen hat, um eben nicht in der Masse zu verschwinden.

Immer wieder ist die Rede von offener Rebellion, immer wieder macht er auf sein Anliegen aufmerksam und immer wieder wird aber auch deutlich, was das für ihn am Ende bedeutet hat. Zum einen haben wir da die gesundheitliche Komponente, aber dann eben auch die zwischenmenschliche. – Einfach war das sicher nicht.


Fazít: Diese Bücher befanden sich auf meinem SuB, weil mein Partner sich die eigentlich mal gekauft hatte. Und wenn man ehrlich ist und nur einen Bruchteil der DDR mitbekommen hat, dann kann man sich schon vorstellen, dass das, was hier berichtet wird, sicherlich nicht langweilig sein wird.

Das Buch ist im Selfpublishing erschienen, wohl weil sich für diese Lebensgeschichte kein Verlag gefunden hat. – Wenn man das Buch gelesen hat, wird einem irgendwo auch klar, warum das so ist.


Jürgen Brand beschreibt autobiographisch, wie es ihm in der DDR so grob erging und dass er einen Ausreiseantrag gestellt hat. – Dass das für viele nicht ohne Folgen geblieben ist, sollte einigen bekannt sein, was aber hier abgegangen ist, war schon nicht von schlechten Eltern.

Man muss dazu sagen, dass der Antrag von Herrn Brand abgelehnt worden ist.  Da konnte ich die Argumente der DDR-Behörden schon auch irgendwie verstehen. Er hat in der DDR Schul- und Ausbildung bekommen und will seine Arbeitskraft nun nicht diesem Land, sondern einem anderen zukommen lassen. Darum ging es doch am Ende immer. – Fachkräfteabwanderung sollte und musste verhindert werden.

Jedenfalls war Herr Brand von da ab auf dem Schirm von Horch und Guck. - Die Stasi war noch nie besonders menschenfreundlich, was sich hier dann ganz besonders zeigte. 

Herr Brand wurde jedenfalls immer noch radikaler in dem, was er sagte und und forderte. Das führte dann zu seiner Untersuchungshaft, die schon nicht einfach war und höchst eindrücklich beschrieben wurde. Später kam dann seine Verurteilung und er kam Außgerechnet nach Torgau. Ein sehr berühmt berüchtigter Knast in der DDR.

In Torgau werden die Schilderungen dann ganz besonders eindrücklich. Physische und psychische Folter, auch hier Stasispitzel überall und immer wieder dieser Zwang, sich der DDR entsprechend erziehen zu lassen, um wieder auf freien Fuß zu gelangen. Besonders die Eindrücke, die er aus der Einzelhaft und Absonderung berichtet, mit der unzureichenden Versorgung in allen Bereichen. – Da habe ich ihn schon ein wenig bewundert, dass er das so durchgehalten hat.

Herr Brand lässt aber auch keine Gelegenheit aus, um auf die DDR, ihre Führung und alles in diesem Land zu schimpfen. – Ja sicher, man war nicht unbedingt frei und man hat unter Verhältnissen gelebt, die man heute nicht mal mehr obdachlosen Menschen zumuten würde, aber wenn ich jetzt mal an meine Kindheit denke, es war ja doch nicht alles schlecht. Zumindest so lang, wie man hübsch artig mit dem Strom schwamm.


Das Buch ist klein und handlich, ziemlich dünn und dadurch auch schnell gelesen. Die Art zu erzählen, ist sehr einfach gehalten und hat mich vor keinerlei Probleme irgendwelcher Art gestellt. Einzig die hin und wieder hineingeratenen grammatikalischen Fehler haben mich hier und da etwas stolpern lassen. Das waren die Momente, wo ich gemerkt habe, dass es so erzählt wurde, wie Herrn Brand der Schnabel gewachsen war. Fast hatte ich das Gefühl, dass er nun, wo er es nun mal konnte, erst recht so richtig Dampf abgelassen hat.

Die Seitenaufteilung war ganz augenfreundlich. Schriftgröße und Zeilenabstand waren sehr vorteilhaft formatiert. Und besonder angenehm habe ich empfunden, dass der Text so ausgerichtet war, dass man am inneren Rand des Buches etwas mehr Platz als üblich hatte. So war ich gar nicht gezwungen, es nun mit aller Gewalt aufzubiegen und konnte ganz easy Leserillen vermeiden.

Die Dokumente, welche am Ende des Buches abgebildet wurden, waren nur leider nicht lesbar. So sehr es mich auch interessiert hätte, was jetzt genau in den Dokumenten stand, war es am Ende doch zu klein geraten und ich konnte es trotz Brille nicht lesen.


Dieses Buch ist wirklich für alle empfehlenswert. Nur ein Einzelschicksal in der DDR, aber in der Art gab es leider viel zu viele davon und noch heute wird das alles tot geschwiegen. – Dabei ist das doch so eindrücklich und menschenfeindlich, dass man das wirklich allen mal zu lesen geben sollte. Kuscheljustiz gab es seinerzeit nicht!

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