Jürgen Domian Dämonen

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 1 Leser
  • 3 Rezensionen
(2)
(0)
(2)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Dämonen“ von Jürgen Domian

»Die Stille und der Tod, das sind meine Themen – mit Hansen gehe ich ihnen auf den Grund.« (Jürgen Domian)
Ein Mann hat das Leben satt. Er ist gesund, nicht depressiv. Er hat einfach genug. In einer Winternacht in Lappland will er sich nackt in den Schnee legen und sterben.Schon im Sommer bricht er auf in den Norden. Doch statt den Frieden des Abschieds bringt dieser Rückzug den Kampf: Die Dämonen der Stille fallen ihn an.

Kurz aber sehr bewegend

— Frau_J_von_T

Stöbern in Romane

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

Man wird sich dem Konsum bewusst und dem immer „schnellen“ vorankommen.

Calipa

Eine Liebe in Apulien

Unterhaltsamer Roman mit Urlaubsfeeling

Giovanni

Die andere Schwester

Nicht schlecht erzählt, doch zu viele Nebensächlichkeiten und etwas kitschig.

sommerlese

Was nie geschehen ist

Eine sehr persönliche Nabelschau über drei (und mehr) Generationen hinweg. Kann man lesen – muss man aber nicht.

gst

Ein anderer Morgen

Feinfühlig und engagiert. Ein Buch, das vieles hinterfragt.

Eva_Maria_Nielsen

Wie die Stille unter Wasser

Mal wieder ein schönes Buch

mutz100

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • "Muss man leben, nur weil man lebt?"

    Dämonen

    Frau_J_von_T

    20. February 2018 um 10:22

    Zugegeben, ich bin kein großer Fan von Jürgen Domian. Die meisten Menschen kennen ihn wohl weniger als Autor, dafür aber als Moderator seiner Sendung, welche bis vor wenigen Monaten nachts im TV und Radio lief.Als mir sein neuer Roman aber das erste Mal über den Weg lief, war ich sofort angefixt und musste es unbedingt lesen.Domian erzählt in seinem Buch die Geschichte von Hansen. Seinen Vornamen erfährt der Leser nicht. Hansen hat beschlossen, sich an seinem 60. Geburtstag in Lappland das Leben zu nehmen. Nicht weil er krank oder depressiv ist. Nein, Hansen will einfach nicht mehr leben. Sein Job langweilt ihn und auch von der täglichen Routine und Eintönigkeit ist er einfach nur genervt. Sein Sohn Philipp ist schon lange aus dem Haus, eine Partnerin hat er nicht, und auch keine Freunde. Bis auf einen: Kay. Aber ihre Freundschaft besteht auch nur aus langen Nächten mit ermüdenden Gesprächen und zu viel Alkohol.Hansen plant sein Ableben akribisch. Bereits ein halbes Jahr vor seinem geplanten Freitod reist er nach Skandinavien. Dass er dort auf all seine Dämonen treffen wird, ahnt er noch nicht.„Warum ist es nicht eine durchaus legitime und gute Entscheidung, sich das Leben zu nehmen, wenn einen das Leben nicht mehr interessiert? Muss man leben, nur weil man lebt?“Dieser Satz direkt zu Anfang des Romans, hat mir zu denken gegeben. Überhaupt gibt diese Geschichte so viele Denkanstöße, dass man sie immer wieder zur Seite legt, innehält und das Gelesene reflektiert.Bisher war ich selber der Meinung, dass Suizid keine Lösung ist. Als diese sehe ich es auch nach wie vor nicht. Aber Jürgen Domian beschreibt und argumentiert so überzeugend, dass ich als Leser meine Sicht auf die Dinge geändert habe. Wir sagen selber immer wieder, dass jeder für sein eigenes Leben verantwortlich ist. Dass jeder sein Leben so gestalten soll, wie er es möchte. Warum aber gilt das nicht für den Tod?„Je stiller es um ihn herum ist, desto lauter erscheint ihm sein Inneres, und je einsamer er sich fühlt, desto klarer sieht er sich selbst. Kein schöner Anblick.“ In einer einsamen Hütte in Lappland schaut Hansen also seinem Tod entgegen. Bei etlichen Wanderungen durch die wunderschöne stille Landschaft, beginnt sich Hansen mit seinen eigenen Dämonen auseinanderzusetzen. Anfangs ergibt er sich ihnen, aber irgendwann beginnt er gegen sie zu kämpfen. Und mit jedem errungenen Sieg schwankt seine Entscheidung immer mehr…„Aus den Abgründen seines Herzens steigen die Dämonen seines Lebens auf und Hansen bleibt nichts anderes übrig, als sie anzusehen, sich ihnen zu stellen, mit ihnen zu kämpfen.“Ich möchte an dieser Stelle nicht mehr verraten. Aber ich möchte euch dieses Buch ans Herz legen. Es ist keine einfache Lektüre. Menschen die vielleicht selber schon mit dem Thema Suizid konfrontiert wurden, wird es schwer fallen es zu lesen. Auch arbeitet Domian im Roman mit vielen eingefügten Textstellen aus bekannter und weniger bekannter Literatur, die die jeweiligen Ereignisse im Roman noch unterstreichen, aber nicht immer leicht verständlich sind.Jürgen Domian schreibt hier definitiv kein Plädoyer für den Freitod. Aber er setzt sich seit Jahren dafür ein, dass das Thema Suizid kein Tabuthema mehr ist, und dieser Roman ist auf jeden Fall ein guter Schritt. Meine Sicht auf die Dinge hat er auf jeden Fall verändert

    Mehr
  • schwere Kost

    Dämonen

    Buchstabenschatz

    30. January 2018 um 20:14

    zum Inhalt:  Hansen ist lebensmüde, im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat das Leben satt, sieht absolut keinen Sinn mehr in seinem Tun und Dasein. Aber nicht auf depressive Weise. Er ist einfach fertig mit leben. Gut durchgeplant beschließt er sich an seinem 60 Geburtstag, am 21. Dezember im hohen Norden das Leben zu nehmen. Alkoholisiert und nackt in den Schnee will er sich legen - bei minus 30 Grad. Er reist bereits ein halbes Jahr vorher zu seiner letzten Stätte und trifft, in der Einsamkeit seiner gemieteten Hütte, auf seine inneren Dämonen. meine Meinung: Insgesamt ist es eine sehr schwere und bedrückende Kost gewesen. Der Freitod ist immer noch ein Tabuthema. Mich als betroffene Angehörige, hat es noch mal mehr mitgenommen, Hansens inneren Kampf zu erleben. Die Struktur ist klar und gut zu lesen, dennoch störten mich am Ende die vielen Zitate aus diversen literarischen Werke der Weltgeschichte, die ich als unstudierte teilweise gar nicht tiefergehend begriffen habe. Die Kapitel empfand ich als relativ lang, was aber dem Lesefluß keinen Abbruch tat. Die Hauptfigur 'Hansen' ist sehr gut ausgearbeitet, dennoch fand ich nicht so richtig Zugang zu ihm. Teilweise lag es an der Wortwahl - gibt es wirklich Leute die sich so gestochen ausdrücken und auch so denken? Zwischendurch hoffte ich sogar auf Zwangseinweisung in die Psychiatrie - nicht wegen dem Vorhaben, sondern wegen den wirren Fantasien. Das Ende war mir zu trocken, zu abrupt, zu unrealistisch. [Spoiler Anfang] Und es bleiben noch offene Fragen: Was ist mit Kay? Ist er nicht irgendwie Schuld an dem Tod von Phillip, weil er sein Versprechen an Hansen gebrochen hat? Macht er sich nun nicht unweigerlich Vorwürfe?? Weiß Hansen denn nun warum ihm Phillip wirklich gefolgt ist? Wie ist die Beziehung nun zwischen Kay und Hansen? Natürlich hat das nichts mit der eigentlichen Botschaft dieses Buch zu tun, aber es stört mich. [Spoiler Ende] Das Cover ist recht spartanisch gehalten, spiegelt aber den Inhalt ganz gut wieder. Ein tiefgründiges, philosophisches Werk, das mich leider nicht ganz überzeugen konnte. ich vergebe 3 ★★★

    Mehr
  • Ein Buch, das unterhält und zum Nachdenken anregt

    Dämonen

    Silkchen2909

    03. November 2017 um 13:11

    Hansen wird in sieben Monaten 60 Jahre alt. Allerdings plant er kein rauschendes Fest, um sein Leben und seine Gesundheit zu feiern, sondern den Tod. Er ist gesund, hat einen Sohn und eigentlich geht es ihm gut. Aber er hat einfach keine Lust mehr zu leben. Den Suizid plant er in Nordschweden mit einer Flasche Hochprozentigem und dem Schnee als tödlichem Werkzeug, das ihn erfrieren lässt.   Jürgen Domian hat mit Dämonen seinen dritten Roman geschrieben und es scheint auffällig viele Parallelen zwischen dem Protagonisten Hansen und dem Autor Domian zu geben. Dass von beiden die Nachnamen präsenter sind als die Vornamen und dass beide am 21.12. Geburtstag haben (Jürgen Domian wird in diesem Jahr sogar wirklich 60) und dass beide ihre Urlaube gern in Skandinavien verbringen, sind nur die offensichtlichen Dinge.   „Dämonen“ ist keine einfache Lektüre. Nicht nur, weil das Buch mit der Grundvoraussetzung, dass jemand sich selbst töten möchte, schon eher düster anmutet, sondern auch der Verlauf, die Dämonen, haben mich als Leser immer wieder einhalten und nachdenken lassen. Jürgen Domian schafft es auf den 192 eine der Situation angemessene Atmosphäre zu schaffen.   Die Dämonen, die laut Domian Dinge wie Schuld, böse Züge im Charakter, Feigheit und Trägheit sind, übermannen Hansen, die Stille macht ihn fast verrückt. Der Text wird immer wieder durch Zitate aus anderen Büchern (von der Bibel bis zu anonymen Autoren), sogenannten Metatexten, untermauert und gestärkt. Und auch als Leser habe ich das gespürt und musste gelegentlich eine Lesepause einlegen, um dies zu verarbeiten. Meisterhaft gemacht von Jürgen Domian. Hansen Geschichte hat mich nicht nur interessiert, ich wollte ihn fast nicht mehr los lassen.   Die Geschichte um Hansen ist toll erzählt, seine Gedanken, seine Ängste, sein Blick aufs Leben sind grandios erzählt. Mich hat das Buch als Menschen weiter gebracht, ich habe einige Tage über meine Dämonen nachgedacht und sehe diese nun klarer vor mir. Eine beeindruckende Leistung eines Romans!

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks