Jürgen Domian Interview mit dem Tod

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Inhaltsangabe zu „Interview mit dem Tod“ von Jürgen Domian

Ein Buch von großer Ernsthaftigkeit und Tiefe. Mit über zwanzigtausend Menschen hat Jürgen Domian bisher in seiner Nacht-Talkshow gesprochen – vom Mörder bis zum Lottomillionär, vom Show-Star bis zum Obdachlosen, vom Priester bis zum Satanisten. Einer jedoch, für den er sich immer schon brennend interessiert hat, fehlt in der langen Reihe seiner Interviewpartner: der Tod. Mit ihm spricht Domian jetzt. In einem fiktiven Interview unterhält er sich über alle existenziellen Fragen des Lebens und schildert seine lebenslange, oft zermürbende Auseinandersetzung mit dem Tod. Eine Begegnung, die den Blick auf das Leben schärft.

Sehr persönliche Betrachtungen über den Tod und unser Verhältnis zu "ihm". Sollte man in Ruhe lesen um es reflektieren zu können.

— markus1708
markus1708

Harter Tobak

— brauneye29
brauneye29

Sehr geschickt wie der Autor seine Philosophie dem Leser näher bringt; ein kleines Werk das zum Nachdenken anregt

— Insider2199
Insider2199
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  • Jürgen Domian interviewt den Tod.

    Interview mit dem Tod
    markus1708

    markus1708

    30. December 2016 um 00:30

    Durch seine Tätigkeit als Nachttalker hatte Domian sehr häufig Gespräche über den Tod. Aber er hat sich bereits davor und privat sehr intensiv mit dem Sterben und was danach kommt,  befasst. Und so führt er hier nun ein Gespräch mit "dem Tod" und seiner Rolle in unserem Leben. Unterbrochen wird das durch philosopische Betrachtungen, Rückblicke auf bewegende Telefonate und den Umgang anderer Kulturen mit dem finalen Ende. Das Buch ist einerseits sehr bewegend und brachte mich mehr als einmal an den Rand der Tränen. Auf der anderen Seite ist es erschreckend nüchtern und abgeklärt,  behandelt es doch ein Thema das für viele mit Schmerzen und Trauer verbunden ist. Ich kann es nur zur eigenen Lektüre weiter empfehlen,  rate aber dazu, es in Ruhe zu lesen. Vielleicht an einem Winterabend mit einem Glas Wein. Und abgeschaltetem Telefon. 

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  • Harter Tobak

    Interview mit dem Tod
    brauneye29

    brauneye29

    06. December 2016 um 13:16

    Zum Inhalt: Ein Buch von großer Ernsthaftigkeit und Tiefe. Mit über zwanzigtausend Menschen hat Jürgen Domian bisher in seiner Nacht-Talkshow gesprochen – vom Mörder bis zum Lottomillionär, vom Show-Star bis zum Obdachlosen, vom Priester bis zum Satanisten. Einer jedoch, für den er sich immer schon brennend interessiert hat, fehlt in der langen Reihe seiner Interviewpartner: der Tod. Mit ihm spricht Domian jetzt. In einem fiktiven Interview unterhält er sich über alle existenziellen Fragen des Lebens und schildert seine lebenslange, oft zermürbende Auseinandersetzung mit dem Tod. Eine Begegnung, die den Blick auf das Leben schärft. Meine Meinung: Hui, ist das Buch berührend. Ja, die Dialoge mit dem Tod sind rein fiktiv und natürlich beeinflusst durch den Autoren, aber sie bringen einen ganz schön ins Grübeln. Die Teile, in denen Domian von sich, seinen Umgang mit dem Tod und seine Erlebnisse in der Talkshow erzählt, haben mich mehr als einmal nahe ans Heulen geführt. In Teilen war ich natürlich auch aufgrund eigener Erlebnisse sehr berührt. Im Normalfall gebe ich Bücher nach dem Lesen weiter, hier werde ich wahrscheinlich das Buch behalten und irgendwann nochmal lesen. Fazit: Bestimmt nicht jedermanns Ding 

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  • Leserunde zu "E.D.E.N." von Mike Engel

    E.D.E.N.
    literaturschock

    literaturschock

    Der Autor wird an dieser Leserunde teilnehmen! Verlost werden Taschenbücher und auf Wunsch auch das E-Book. Mystik. Spannung. Liebe. Gibt es Gott oder ist er eine Erfindung des Gehirns? Das ist hier die Frage. Der lebensmüde Bauingenieur Stoller begegnet kurz vor seinem geplanten Selbstmord der Liebe auf den ersten Blick und hat wenig später ein mystisches Erlebnis, das sein Leben auf den Kopf stellt. Stoller muss herausfinden, was er erlebt hat: Ist er im Gefühlsrausch verrückt geworden oder tatsächlich auserwählt? Wahn oder Wahrheit? „Vom Himmel sah er blendend weißes Licht, rein und überirdisch. Aus diesem Himmelslicht lösten sich sphärische Gebilde, weiß umhüllte Engelswesen formten sich und flossen im geistigen Strom heran. Fürchte dich nicht.“ Ein Atheist sucht Gewissheit, eine Pianistin Liebe, ein Neurologe den Gottes-Algorithmus. Und der Teufel? Zum Autor: Mike Engel lebt in Berlin, hat Soziologie studiert und mehr als 300 Drehbücher für 20 TV-Reihen geschrieben. Im Emons-Verlag erschien 2015 sein Kriminalroman "Alt mit Schuss" (zusammen mit Michael Naseband). Zusammen mit dem Autor verlosen wir 15 Exemplare von "E.D.E.N." unter allen, die sich auf ein ganz besonderes Abenteuer einlassen wollen. Wenn ihr an der Leserunde teilnehmen möchtet, müsst ihr euch dafür über den "Jetzt bewerben"-Button bewerben*, indem ihr bis zum 14.02. auf diese Frage antwortet: Wenn es einen Gott gäbe, wie würde er eurer Vorstellung nach aussehen? Ich bin gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde - am besten innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Buches - sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir nur Gewinne nur innerhalb Europas und nur einmal pro Haushalt verschicken. Weitere Leserunde ab 29.04. auf Leserunden.de geplant. Dort werden ebenfalls bis zu 10 Exemplare des Buches verlost. Viel Spaß und viel Glück! Susanne

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    • 715
  • Der Tod zu Gast bei Domian

    Interview mit dem Tod
    Code-between-lines

    Code-between-lines

    08. October 2014 um 21:34

    Zum Inhalt: Der Radio- und TV-Moderator Jürgen Domian, bekannt aus der gleichnamigen Late-Night-Talk-Sendung, in welcher er bereits unzählige Menschen zu ihren Lebenseinstellungen befragt hat und sich ihre großen und kleinen Probleme des Alltags angehört hat, interviewt in diesem Buch einen ganz besonderen Gast: den Tod. Motiviert ist das Buch aus Domians ihn bereits sein ganzes Leben begleitendes Interesse an dem Tod und die Faszination an essentiellen Fragen wie: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wie fühlt es sich an, zu sterben? Wie möchte ich sterben? Was erwartet mich an der Schwelle vom Leben ins große Unbekannte? In kurzen Kapiteln widmet er sich den Themen Himmel und Hölle, Religiosität und Glauben, das Konzept des Todes in unterschiedlichen Kulturen, Berichte von Nahtod-Erfahrungen, die Frage des selbstbestimmten Sterbens und der aktiven/passiven Sterbehilfe und immer wieder der Frage - was kommt danach? In jedes dieser Kapitel verpackt er einen großen Anteil eigener Erfahrungen, Fragen aber auch Ängste. Am Ende der Kapitel steht immer ein Interview-Abschnitt, in dem Domian seine Fragen dem Tod direkt stellt. Eigene Meinung: Die Idee des Buches hat mir sehr gut gefallen. Ich fand es sehr spannend, die Einstellungen, Fragen und auch Ängste des Autors in Bezug auf den Tod in der auf diese Art aufgearbeiteten Weise  zu lesen - zumal dies ein Thema ist, über welches man nicht sehr häufig, und wenn doch, nicht in diesem Detail, mit anderen Menschen spricht. Auch die Herangehensweise hat mit gut gefallen - die Verknüpfung eigener Erfahrungen und Fragen mit eher theoretischen Aspekten - die Äußerungen von Schriftstellern aus unterschiedlichen Epochen zum Thema, religiöse Ansätze, Impulse aus anderen Kulturen - und nicht zuletzt die Interviewpassagen mit dem Tod, in welchen der Autor seine Vorstellung bezüglich des Wesens des Todes und einer übergeordneten "Wahrheit hinter allem" verpackt, hat mir sehr gut gefallen. Auch Informationen über so wichtige Themen wie Palliativ-Medizin und das Hospitzwesen,  auf die offenbar noch immer zu wenige Menschen Zugriff haben, fand ich sehr gut beschrieben und sehr gut, dass sie in diesem Rahmen erwähnt wurden. Nicht alle Aspekte fand ich so spannend, dass sie mich richtig gefesselt haben, aber viele Denkansätze haben mir gut gefallen und insgesamt finde ich, dem Autor ist eine gute und vollständige Mischung gelungen. Eine Frage ist für mich jedoch offen geblieben: hat Herr Domian, dessen unbeantwortete Fragen nach dem Wesen des Todes ja der Hauptantrieb hinter dem Buch waren, am Ende für sich Antworten, bzw.zufriedenstellende Denkansätze finden können? Oder beschäftigt ihn die Frage nach dem Ende des Lebens nach wie vor so stark, wie es bei ihm schon seit früher Jugend der Fall ist? Die Antwort auf diese Frage habe ich leider nicht aus dem Buch herauslesen können.

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  • Interview mit dem Tod

    Interview mit dem Tod
    MissJaneMarple

    MissJaneMarple

    06. March 2014 um 21:47

    Inhalt:  Herr Domian für ein Interview mit dem Tod und vor jedem Gesprächsabschnitt lässt er uns an seinem Leben / seinen Gedanken teilhaben. Meinung: Eigentlich lese ich solche Bücher nicht, da Astrid aber eine kleine Leserunde ins Leben gerufen hat und mich der Titel des Buches ansprach, fand es den Weg auf meine Couch. Ich fand das Buch sehr anspruchsvoll, aber doch gut zu lesen, da die Interviewsequenzen alles etwas auflockerten. Über die Ansichten von Herrn Domian kann und haben wir "gestritten". Aber es wird niemand verleugnen können, dass das Buch unheimlich zum Nachdenken anregt. Wer sich mit dem Thema Tod beschäftigt bzw. beschäftigen möchte, der sollte ruhig auch dieses Buch lesen. Fazit: Ein durchaus gelungenes Buch zu einem wirklich schweren Thema! Ich kann es nur allen wärmstens empfehlen!

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  • Der Tod

    Interview mit dem Tod
    Sabine17

    Sabine17

    01. March 2014 um 22:40

    Dieses Buch habe ich in einer kleinen, aber feinen Leserunde gelesen. Jedes der 9 Kapitel des Buches beginnt mit persönlichen Schilderungen von Jürgen Domian und endet mit einem Interview-Teil mit dem Tod. Der Autor berichtet, wie er sich intensiv mit dem Tod beschäftigt hat. Dazu hat er sich in jungen Jahren sehr viel mit der Religion und mit vielen Philosophen beschäftigt. Dabei machte er selbst Phasen von beinah fanatischer Religiösität bis zum Atheismus durch. Er greift Themen wie Sterbehilfe, Hospize, Palliativmedizin und Nahtoderfahrung auf. Die Interview-Teile haben mir nicht so gefallen. Es war klar, dass der Autor keine Antworten auf die Fragen zum Tod geben kann. Daher war dies ein belangloseres Rumgeplänkel. Ohne diese Teile wäre meine Bepunktung besser ausgefallen. Durch dieses Buch habe ich mich einmal intensiv und kompakt mit dem Thema Tod auseinandergesetzt. Durch den Austausch in der Leserunde wurde dies noch verstärkt. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich noch einmal kurz und gebündelt mit dem Thema beschäftigen möchte.  

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  • Rezension zu "Interview mit dem Tod" von Jürgen Domian

    Interview mit dem Tod
    MaryLouise

    MaryLouise

    11. August 2012 um 23:58

    >>> Jürgen Domian ist Moderator der Telefon-Talkshow »Domian«. In seiner Sendung hat er mit rund zwanzigtausend Interviewpartnern gesprochen - vom Mörder bis zum Lottomillionär, vom Show-Star bis zum Obdachlosen, vom Priester bis zum Satanisten. Einer fehlt in der langen Reihe seiner Talk-Gäste, denn er ist scheu und meidet die Öffentlichkeit. Er zählt zu den Top-Prominenten dieser Welt, hat tausend Gesichter, aber nur eine Aufgabe. Er ist alt und doch für immer jung, er ist äußerst fleißig und schläft nie. Einige nennen ihn »Gevatter« oder »Schnitter«, für andere ist er schlicht: der Tod. <<< (weltbild.de) Cover Na ja, ist jetzt nichts besonderes. Aber ich mag das Mikro..^^ Inhalt Jürgen Domian will Rätsel um den Tod und das Leben danach klären. Viele Jahre hat er sich mit dem Thema beschäftigt und nun ist ein Buch dabei heraus gekommen, in welchem er sich selbst - den Tod spielend - interviewt. Also was ich von Anfang an sagen muss ist, dass mich die Art, wie Herr Domian den Tod spielt, wenig beeindruckt hat. Ich fand es eher anmaßend, dass er sich dadurch als allwissen darstellt, was er nun wirklich nicht ist. Natürlich versucht er Fragen zu klären wie: Hat der Mensch eine Seele?, Gibt es ein Leben nach dem Tod?, Was ist überhaupt nach dem Tod?... Ja... aber als Antwort gibt es leider nur allgemeine Fakten, die sich jeder selbst zusammenreimen kann, wenn er sich denn Gedanken macht. Es geht in dem Buch viel um Religionen - vorallem das Christentum, weil er selbst mal angeblich Fanatiker war, aber es dann auf Grund von ein zwei erläuterten Fakten doch nicht mehr war. Es sind mir nicht viele inhaltliche Fehler aufgestoßen, aber einer den ich auch unbedingt noch einmal nieder schreiben muss, damit andere, die an dieses Buch gehen kein falsches Bild bekommen. Der Buddhismus wird zwar nicht oft erwähnt, aber dennoch steht im Buch, dass die Buddhisten Buddha verehren. Dazu hätte er wahrscheinlich eher schreiben müssen, dass die Buddhisten Buddha fälschlicher Weise verehren. Denn normal ist nirgendwo niedergeschrieben, dass Buddha verehrt werden soll. Es wird auch von keinem Verlangt. Buddhisten sollen sich niemandem "unterwerfen" und sollen auch niemanden anbeten. Es ist vielleicht ein winziges Detail, aber so winzig es auch ist, es stößt mir sauer auf. Wenn Jürgen Domian schon Fakten in seinem Buch darstellen will, so soll er es doch mit der sonst so gelungenen Informationsgewinnung recherchieren. Auch sonst finde ich, dass Herr Domian manches in einem falschen Bild zeigt. Ich bin kein Christ und werde es wahrscheinlich auch nie werden - in Schutz nehmen möchte ich manche trotzdem - denn er schiebt die Kirche so in den Vordergrund, merkt aber nicht, dass die meisten Fakten, die er nennt gar nichts mit dem Glauben der Christen ansich zu tun haben, sondern eher mit den merkwürdigen Machenschaften der Kirchenoberhäupter. Das hat im Grunde genommen kaum etwas mit den Christen ansich zu tun. Zum allgemeinen werden kaum Informationen wiedergegeben, die Neuland für mich wären. Nur ein, zwei Dinge fanden "Gehör", weil ich die noch nicht ausführlich kannte. Das tibetanische Totenbuch zum Beispiel.. Alles andere hat mich wenig vom Hocker gehauen. Schreibstil Die Haupttexte waren oftmals, für mich zumindest, sehr verschachtelt. ich musste manches öfter lesen und so schwand meine konzentration von Wort zu Wort.. Die Interview Passagen fand ich auch nicht sonderlich schön, weil ich immer überlegen musste, was soll jetzt Herr Domian gesagt haben und was soll der Tod gesagt haben? Ich weiß nicht, ob man das im Print besser lesen kann, als Digital, aber es hat mich beim digitalen genervt. Fazit Die einzigen Sachen, die ich toll fande war, dass Herr Domian sich überhaupt versucht hat mit dem Thema auseinander zu setzen und, dass wenigstens die Kommentare der dazugehörigen Leserunde sehr aufschlussreich waren und ich zumindest dort mehr gelernt habe.

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  • Rezension zu "Interview mit dem Tod" von Jürgen Domian

    Interview mit dem Tod
    parden

    parden

    15. July 2012 um 18:28

    DER TOD UND DAS LEBEN - ZWEI SEITEN EINER MEDAILLE... "Im Grunde ist der Tod das Thema meines Lebens. Nicht die Liebe, die Schönheit oder die Gerechtigkeit. Nein, mein Lebensthema ist der Tod." So die einleitenden Worte Domians zu diesem Buch, verbunden mit dem Geständnis, über kein anderes Thema so viel, so oft, so kontrovers, so verzweifelt nachgedacht zu haben wie über die Endlichkeit. Zwanzigtausend Interviewpartner hat Domian bereits gehabt in seiner bekannten Nacht-Sendung beim WDR. Doch der Tod selbst fehlt noch in der langen Reihe seiner Talk-Gäste. In diesem schmalen Band nimmt uns Domian mit in seine Gedanken- und Erfahrungswelt zum Thema Tod, das immer noch zu den Tabuthemen unserer Gesellschaft gehört. Dabei schildert er sowohl seine eigene, sehr persönliche Annäherung an dieses Thema und seine lange Suche nach Antworten als auch die Versuche der verschiedenen Weltreligionen und der Philosophen von der Antike bis in die Neuzeit, das Phänomen Tod zu erfassen und zu begreifen. Die kurzen Passagen des fiktiven Interviews mit dem Tod bilden dabei den Rahmen für die teils autobiografischen, teils sachlichen Darstellungen zu diesem Thema. Wer sich mit dem Thema Tod beschäftigt, kann das Sterben nicht ausklammern. Hier bezieht Domian klar Stellung zu Palliativmedizin und Hospizeinrichtungen sowie zur brisanten Fragestellung der Sterbehilfe. Ein deutliches Plädoyer für Mitmenschlichkeit und Würde, das ist es, was der Autor hier sehr nachdrücklich einfordert. Berührend aber kein bisschen voyeuristisch dann der Abschnitt, in dem Domian vom Tod seines Vaters erzählt. Beeindruckt war ich von der intensiven, fast schon lebenslangen Suche Domians nach Antworten auf die Frage nach dem Tod. So viel zum Thema Religionen und Philosophien zu lesen, zeugt schon von einem großen inneren Bedürfnis nach Erkenntnissen - und einer großen Angst. Angst vor dem Nichts, vor der Endgültigkeit, vor dem Auslöschen des eigenen Seins. In vielen Gedankengängen habe ich mich durchaus wiedererkannt, auch wenn ich mich nie so intensiv mit der Thematik beschäftigt habe. Und auch wenn es letztlich keine definitiven Antworten gibt, fand ich es sehr interessant, derart komprimiert die Versuche der Religionen und Philosophen zu lesen, dem Phänomen Tod auf die Spur zu kommen. Insgesamt ein kleines, kompaktes Werk, das trotz seiner Kürze einen umfassenden Blick auf das Thema Tod gewährt. Die Zwischenbilanz eines Suchenden, der sich nicht scheut, Fragen anzugehen, die sich wohl jeder von uns schon einmal gestellt hat. Beeindruckend in seinem Wissen, seiner Mitmenschlichkeit und seiner Offenheit.

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  • Rezension zu "Interview mit dem Tod" von Jürgen Domian

    Interview mit dem Tod
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    24. April 2012 um 09:38

    Er hat Tausende von Interviews geführt, Gespräche über Gott und die Welt, der Telefon-Talker Jürgen Domian, der seit 1995 die bimediale Telefon-Talkshow „Domian“ moderiert. In diesen Gesprächen begegnete er immer wieder Menschen, die ihn mit dem Thema Tod, Sterben und Sterbehilfe konfrontierten. Doch erst als er seinen sterbenden Vater auf einer Palliativstation begleitet hatte, fasste er den Mut, ein Gespräch mit dem Tod selbst zu führen. Die Gesprächsabschnitte seines „Interviews mit dem Tod“ sind vom Schriftbild her abgesetzt von den diese Gesprächsteile immer wieder unterbrechenden autobiographischen Überlegungen Jürgen Domians. Sie sind fokussiert auf das Thema Tod und seine Haltung dazu in den verschiedenen Phasen seines Lebens. Nach einer sehr christlichen Phase in seiner Jugend wurde Domian Atheist. „Alles Religiöse erschien mir absurd, lächerlich und vollkommen durchschaubar.“ Er konnte nicht mehr glauben. Das Thema Gott war für ihn erledigt. „Und ich merkte gar nicht, dass ich von einem Glauben in den nächsten gerutscht war. Hatte ich zuvor fest an Gott geglaubt, so glaubte ich jetzt fest daran, dass es ihn nicht gebe.“ Doch bei der Bewältigung seiner Auseinandersetzung mit dem Tod konnte ihm dieser neue atheistische Glaube überhaupt nicht weiterhelfen: „Den Tod aber konnte ich nicht leugnen. Der war überall und nicht zu übersehen. Und die landläufige atheistische Überzeugung, dass mit dem Tod definitiv alles zu Ende sei, entsprach nicht meiner Intuition. Irgendetwas in mir sträubte sich gegen diese Vorstellung. Was genau, konnte ich nicht sagen. Vielleicht steckte mein Narzissmus dahinter, der die Vorstellung ewigen Nichtsseins nach dem leiblichen Ende nicht duldete. Und so stand mir der Tod geheimnisvoller und bedrohlicher gegenüber denn je.“ Auch seine jahrelange Beschäftigung mit den Philosophen von der Antike bis hin zur Moderne konnte ihn nicht wesentlich weiterbringen. Erst die Begegnung mit den Mystikern der großen Religionen, so entnehme ich dem Verlauf seines Interviews mit dem Tod, haben ihm eine andere Richtung gezeigt. So sagt ihm der Tod auf seine Frage nach Gott, Gott sei Nichts. Es sei überall, und auch in ihm. Auf Domians Hinweis, das mache ihm aber Angst, sagt der Tod: „Nein. Der Gedanke soll dich trösten. Das Nichts in dir ist das Wertvollste und Reinste, was du hast. Es ist dein Urgrund.“ Und damit sei er mit allem verbunden. Als Domian das verständlicherweise nicht versteht, sagt der Tod: „Gott ist mit dem menschlichen Verstand nicht zu begreifen. Würdest du ihn begreifen, wäre es nicht Gott.“ Und er verweist darauf, dass die Religionen Gott sehr wohl auf diese Weise erklären: „Du musst nur genau hinschauen. Die großen Mystiker aller Religionen haben das Nichts, die Leere, die absolute Wirklichkeit erfahren, wissen darum und berichten davon. Ebenso manche Propheten.“ Zwischen diesen Gesprächsteilen, auf die man sich ganz einlassen muss, will man sie verstehen, setzt sich Domian mit dem Sterben seines Vaters auseinander und mit dem Thema Sterbehilfe und Palliativmedizin. In dem Bemühen um eine ethisch begründete Haltung beschreibt er die Argumente und zollt der Palliativmedizin großen Respekt. Hier hat er einen Umgang mit dem Sterben gefunden, der ihm den Tod etwas menschlicher werden lässt. „Interview mit dem Tod“ ist ein Buch über den eigenen Vater und dessen Leben und Sterben, es ist ein ehrliche autobiographische „Sinn-Bilanz“ und eine philosophisch und theologisch wertvolle Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit des Menschen und, der Theodizee und dem Sinn des Lebens. Manches von dem, was der Tod in diesem Buch ausspricht, ist schwer zu ertragen und fordert den Widerspruch des Lesers genauso heraus, wie ihm auch Domian immer wieder widerspricht. Wenn es dazu beiträgt, im Leser eine innere Auseinandersetzung mit diesem von den meisten Menschen verdrängten Thema auszulösen, dann ist die Absicht des Autors gelungen. Ein Buch, mit dem man ringt, dass einen nicht unberührt und unverändert zurücklässt.

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  • Rezension zu "Interview mit dem Tod" von Jürgen Domian

    Interview mit dem Tod
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. April 2012 um 22:29

    "Ein Buch über den Tod also. Ein Jahr habe ich mit mir gerungen, ob ich dieses Projekt beginnen soll. Es war ein ernstes Jahr." Nach diesen einleitenden Worten erzählt Jürgen Domian auf typisch authentische Art und Weise von seinen persönlichen Ansichten und Erfahrungen mit dem Prozess des Sterbens und dem Zustand des Todes. Das zuweilen tabuisierte Thema verarbeitet Domian in Form zweier "roter Fäden", die sich jeweils abwechselnd und inhaltlich ergänzend durch das Buch ziehen. Entlang des ersten Fadens begleitet man Domian bei seinen intimsten Begegnungen mit dem Tod, angefangen bei den ersten frühkindlichen Gedanken über die Endlichkeit des Lebens, bis hin zur Schilderung über den tragischen Verlust seines todkranken Vaters. Domian war früher überzeugter Christ, und er beschreibt nachvollziehbar, warum er sich dieser Glaubensrichtung plötzlich abgewendet und danach versucht hat, Antworten in den Schriften großer Denker, Philosophen und anderer Religionen zu finden. Durch einige dieser Antworten, die vom Autor zitiert und erklärt werden, musste ich mich durchkämpfen. Wer aber bislang keine Meinung zur sogenannten Palliativmedizin oder der in Deutschland verbotenen aktiven Sterbehilfe hatte, wird hier umfassend und leicht verständlich aufgeklärt und sich Domians Sichtweise als Befürworter womöglich anschließen. Faden Nummer zwei ist in Dialogform geschrieben. Domian stellt hier - ähnlich wie in seiner nächtlichen Talksendung - dem "Tod" Fragen und erhält daraufhin Antworten; eben ein richtiges "Interview mit dem Tod". Ohne zu viel vorweg zu nehmen, wird der Leser hier keine Fakten und Beweise auf ein Leben nach dem Tod (im Himmel, Jenseits oder in der Hölle) erhalten. Vielmehr stellt Domian seinen eigenen Glauben dar, den er sich nach lebenslanger Beschäftigung mit dem Tod erarbeitet hat. Wer sich spirituellen Denkansätzen gegenüber öffnen kann, wird an den Antworten des "imaginären Gesprächspartners" Gefallen finden; Antworten auf Fragen wie "Hat der Mensch eine Seele?", "Warum sterben unschuldige Menschen oder Kinder?", "Wie soll ich mit dem Verlust eines geliebten Menschen umgehen?", "Liebe, Leben, Tod? Was ist das?" usw. Mir sind große Ähnlichkeiten zu Neale Donald Walsch's "Gespräche mit Gott" aufgefallen, deren Dialoge zwischen Autor und Gott ein spiritueller Bestseller wurden. Für mich war das der einzige Wermutstropfen, da es keine neuen Erkenntnisse gab. Anders betrachtet könnte Domian mit seiner Popularität viele neue Leser für diese "allgemein gültigen Wahrheiten" begeistern. Wem seine Dialoge gefallen werden, dem lege ich die Werke von Walsch - speziell "Zuhause in Gott" - sehr ans Herz! Ich kann Domians Buch allen empfehlen, die sich dem Thema Tod öffnen und für sich selbst eine Antwort finden möchten, ohne zu sehr in esoterischen Klischees zu versinken. Domian serviert keine vorgefertigten Antworten auf einem Teller. Die rund 180 Seiten sind sehr übersichtlich und trotz der schweren Thematik schnell und recht einfach zu lesen. Fazit: Ein wertvoller Lesetipp für Betroffene, die selbst oder im persönlichen Umfeld mit dem Tod konfrontiert sind; für Trauernde, Hilfesuchende und den allgemein interessierten "was-steckt-hinter-den-Dingen"-Leser!

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