Jürgen Heimlich

 4 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Frau Else gibt ein Interview, Zentralfriedhofs-Führer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jürgen Heimlich

Verlagsausbildung, seitdem starkes Interesse für Literatur, und ab 1989 Anfänge als Autor. Zunächst Lyrik und lyrische Prosa, dann Theaterstücke (Stückbörsekatalog 2004), Erzählungen, Romane, Essays und Kindergeschichten. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien Zahlreiche Rezensionen für www.sandammeer.at

Alle Bücher von Jürgen Heimlich

Cover des Buches Frau Else gibt ein Interview (ISBN: 9783946185123)

Frau Else gibt ein Interview

 (2)
Erschienen am 05.07.2017
Cover des Buches Zentralfriedhofs-Führer (ISBN: 9783940921482)

Zentralfriedhofs-Führer

 (2)
Erschienen am 18.02.2008
Cover des Buches Die Rückkehr von K. (ISBN: 9783740770242)

Die Rückkehr von K.

 (1)
Erschienen am 27.10.2020
Cover des Buches Die zwei Leben des Sebastian (ISBN: 9783939404392)

Die zwei Leben des Sebastian

 (1)
Erschienen am 01.04.2006
Cover des Buches Die schüchterne Zeugin (ISBN: 9783902547859)

Die schüchterne Zeugin

 (1)
Erschienen am 25.04.2009
Cover des Buches Zentralfriedhof - Der Krimi (ISBN: 9783842494947)

Zentralfriedhof - Der Krimi

 (1)
Erschienen am 22.02.2012
Cover des Buches Das diabolische Experiment (ISBN: 9783867030793)

Das diabolische Experiment

 (0)
Erschienen am 01.09.2006
Cover des Buches Die Autorenpatenschaft (ISBN: 9783847681328)

Die Autorenpatenschaft

 (0)
Erschienen am 27.03.2014

Neue Rezensionen zu Jürgen Heimlich

Cover des Buches Die Rückkehr von K. (ISBN: 9783740770242)
Vera-Seidls avatar

Rezension zu "Die Rückkehr von K." von Jürgen Heimlich

Die Reinkarnation Kafkas
Vera-Seidlvor 10 Monaten

Ich gebe es zu. Ich bin keine Kafka-Kennerin. Es ist Jahre her, dass ich seine Erzählung "Die Verwandlung" las.
Bald nachdem ich mit der Lektüre von "Die Rückkehr von K.: (k)eine Biographie" begonnen hatte, sah ich mich in einen humorvollen Strudel hineingesogen, in welchem die Figuren Kafkas und Heimlichs so durcheinanderwirbelten, dass ich das Bedürfnis hatte, sie wieder trennen zu wollen. Deshalb vertiefte ich mich parallel in Kafkas Werke, womit der Autor wohl erreicht hat, was er erreichen wollte.
Doch ich sage es Ihnen gleich, Sie können Franz Kafka nicht von Jürgen Heimlich trennen. Wahrscheinlich ist Letzterer eine Reinkarnation des Ersteren.

Kein Staubsaugervertreter klopft an die Tür der Wohnung Heimlichs in Wien am Anfang des Buches, sondern Max Brod, Freund und Herausgeber Kafkas. Durch ihn erhält Heimlich eine Fahrkarte nach Prag, der Kafkastadt.
Dort angekommen gelangt er nach wenigen Zwischenstationen ins Naturtheater Oklahoma, welches sich in der Nähe von Prag befindet und gleichzeitig in Amerika, Kafkas Amerika. Drei Wochen lang kann er nun im Theater mitwirken oder länger. Mit dem Eintritt ins Naturtheater wird sein Alterungsprozess gestoppt.
Einen Tag lang erlebt er viel Unwirkliches. Am nächsten wird ihm bereits gekündigt, weil er seinem Erleben so skeptisch gegenüberstand.

Schade, dass sich der Schriftsteller so schnell geschlagen gab und abreiste. Wäre Heimlich heimlich geblieben, hätte er vielleicht noch folgende Szene im Theater erlebt.

"AUFNAHME VERA SEIDL", lese ich auf dem Schild an der Tür. Da dort mein Name steht, trete ich ein, ohne zu klopfen.
Sofort schiebt Herr Heimlich seinen Stuhl vom Schreibtisch zurück, erhebt sich und eilt mir mit einem Blatt Papier in der Hand entgegen. "Frau Seidl! Ihre Bewerbung wurde angenommen! Ich habe gerade Ihren Vertrag aufgesetzt. Bitte, lesen Sie ihn gründlich und unterzeichnen ihn dann unten links. Als Datum tragen Sie bitte den 2. Juli 2021 ein."
Das Dokument bleibt einen Augenblick in der Luft hängen, weil ich im genannten Tag meinen sechzigsten Geburtstag erkenne, welcher einen Tag später der hundertachtundreißigste von Kafka ist. Dann ergreife ich das Blatt und beginne, den Vertrag zu überfliegen. Beim achten Punkt bleibe ich hängen. Lese noch einmal, dieses Mal laut. "Mit dem Datum des Vertrages wird der Alterungsprozess von Vera Seidl beschleunigt."
Herr Heimlich sieht mich erwartungsvoll an. Ich enttäusche ihn nicht. "In Ihrem Vertrag stand, dass Ihr Alterungsprozess vor Ihrem fünfzigsten Geburtstag getoppt wird ..."
Der Schriftsteller unterbricht mich. "Ja! Die Verträge werden den Bewerbern angepasst! Ich fürchtete mich vor dem Altern. Sie freuen sich darauf." Nach einer Atempause bittet er mich, die Lektüre fortzusetzen. Stockend lese ich: "Mit der Beschleunigung des Alterns wird sich der Erkenntnisgewinn verdoppeln." Nachdem ich den Satz erfasst habe, lasse ich das Papier fallen, um Herrn Heimlich dankbar zu umarmen, stolpere aber ins Leere. Denn der Autor hat sich in Luft aufgelöst.

Bis ich Kafkas Sprache nachahmen kann, werden noch viele Jahre vergehen. Ich verspreche Ihnen, Jürgen Heimlich berherrscht das perfekt. Denn wie er im Buch schreibt, beschäftigt er sich seit dreißig Jahren mit Franz Kafka. Nein, er ahmt die Sprache Kafkas nicht nach. Er hat sie verinnerlicht!

Neben der vollkommenen Unwirklichkeit gelingt es dem Autor viele biographische Fakten aus dem Leben Franz Kafkas einfließen zu lassen, ohne dass das Szenario gestört wird.

Ein phantastisches Buch! Ich danke Jürgen Heimlich herzlich und verneige mich vor ihm mit Hochachtung.

 Vera Seidl 

 

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Cover des Buches Frau Else gibt ein Interview (ISBN: 9783946185123)
A

Rezension zu "Frau Else gibt ein Interview" von Jürgen Heimlich

Geschichte zum Anfassen
Alixwundervor 5 Jahren

Frau Else erzählt aus ihrem Leben. Sie gehört zur Kriegsgeneration und hat viel durchgemacht. Flucht und Vertreibung gab es auch schon vor 70 Jahren. Frau Else musste ihre Heimat verlassen.  Eine junge Journalistin hört sich ihre Geschichte an. Und dann geschieht ein Wunder und Frau Elses Leben nimmt eine unerwartete Wendung. Das Buch ist in einfacher Sprache geschrieben, aber das hat mich überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil. Frau Else ist mir sehr ans Herz gewachsen.

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Cover des Buches Zentralfriedhof - Der Krimi (ISBN: 9783842494947)
Ein LovelyBooks-Nutzers avatar

Rezension zu "Zentralfriedhof - Der Krimi" von Jürgen Heimlich

Rezension zu "Zentralfriedhof - Der Krimi" von Jürgen Heimlich
Ein LovelyBooks-Nutzervor 11 Jahren

Zunächst einmal fällt sofort das Cover auf. Wer würde dahinter einen Krimi vermuten? Die 104 Seiten umfassende Story liest sich flüssig, aber echte Spannung kommt nicht auf. Hervorzuheben ist der Wiener Schmäh’; recht amüsant beschreibt der Autor so manche Begebenheit, und einige Male muss der Leser einfach schmunzeln. Die Cameo-Auftritte von Jürgen Heimlich sind durchaus originell und aus jeder Zeile dieses Buches spricht die Begeisterung des Autoren zum Zentralfriedhof. Wer diesen mag, der findet den ungewöhnlichen Krimi durchaus unterhaltsam. Ein Cosy-Krimi der etwas anderen Art.

Fazit: Eine kleine, amüsante Geschichte rund um den Wiener Zentralfriedhof. Tote gibt es auch.

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