Jürgen Hentsch

Lebenslauf von Jürgen Hentsch

Auf 35 Jahre Schauspielerfahrung in Fernsehen, Kino und Theater kann Jürgen Hentsch inzwischen zurückblicken. Nach seiner Ausbildung an der stattlichen Schauspielschule Berlin, hatte er zwischen 1965 und 1990 Engagements am Deutschen Theater Berlin, dem Burgtheater und an der Schaubühne Berlin. Neben zahllosen Haupt- und Nebenrollen gehörten die des Professor Dr. Ernst Schultze in Romuald Karmakars "Der Totmacher" (1995) und die des Heinrich Mann in der dreiteiligen Fernsehserie "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" (2000; Regie: Heinrich Breloer) zu den bedeutendsten. Für "Die Manns" wurde Jürgen Hentsch mit dem "Adolf-Grimme-Preis" und dem "Bayerischen Fernsehpreis" ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Swallow, mein wackerer Mustang. Karl-May-Roman (ISBN: 9783742425959)

Swallow, mein wackerer Mustang. Karl-May-Roman

Erscheint am 21.09.2022 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

Alle Bücher von Jürgen Hentsch

Cover des Buches Der Meister und Margarita (ISBN: 9783867174534)

Der Meister und Margarita

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Erschienen am 08.10.2009
Cover des Buches Der menschliche Makel (ISBN: 9783742409249)

Der menschliche Makel

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Erschienen am 22.03.2019
Cover des Buches Sternstunden der Menschheit (DAISY Edition) (ISBN: 9783866107168)

Sternstunden der Menschheit (DAISY Edition)

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Erschienen am 26.01.2009
Cover des Buches Auch ich in der Champagne! (ISBN: 9783742406880)

Auch ich in der Champagne!

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Erschienen am 31.08.2018
Cover des Buches Die fröhliche Wissenschaft (ISBN: 9783742413369)

Die fröhliche Wissenschaft

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Erschienen am 13.03.2020
Cover des Buches Goethes Briefwechsel mit einem Kinde (ISBN: 9783862315505)

Goethes Briefwechsel mit einem Kinde

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Erschienen am 01.04.2015

Neue Rezensionen zu Jürgen Hentsch

Cover des Buches Der menschliche Makel (ISBN: 9783742409249)K

Rezension zu "Der menschliche Makel" von Philip Roth

Ein neues Lieblingsbuch
Knigaljubvor 3 Jahren

Das war mein erstes Buch von Philip Roth - und wird definitiv nicht das letzte gewesen sein! "Der menschliche Makel" ist ein unglaublich guter Roman!

Was mir so gefallen hat? Fangen wir mal mit dem Unspektakulären an: Der Aufhänger der Geschichte ist eine im Seminar getätigte Äußerung eines Hochschuldozenten (die aufgrund einer mangelnden Entsprechung ins Deutsche mit einer ganzen Phrase übersetzt werden musste) über zwei nie anwesende Studenten.
Mal abgesehen davon, dass mir diese Art von bloßen „Listenstudenten‟ spätestens seit Abschaffung der Anwesenheitspflicht irgendwie bekannt vorkommt (Stichwort Aktualität), werden hier eine ganze Reihe an Fragen aufgeworfen: Was darf Political Correctness? Wie weit muss und wie weit darf sie gehen? Wer hat die Deutungshoheit über zweideutige Äußerungen? Wann sprechen wir von einer im Affekt geäußerten ungünstigen Formulierung und wann sind wir bei Hate Speech angelangt?

Dass Coleman Silk Opfer falscher Verleumdungen wird, sieht zumindest Nathan Zuckerman, der Erzähler und Bekannte von Silk, so. Deshalb beschließt er, ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und Colemans Geschichte aufzuschreiben, in der er nicht nur die ganze Wahrheit erzählen, sondern auch ein wohlgehütetes Geheimnis des Hochschuldozenten lüften wird.
Auch dieses In-Augenschein-Treten des Erzählers, das das Erzählte wahr erscheinen lässt, gefällt mir unheimlich gut.

Mal abgesehen davon, dass Nathan Zuckerman hervorragend erzählen kann und es eine wahre Freude ist, ihm zuzuhören/ihn zu lesen, macht Roth von der gesellschaftlichen Norm abweichende und somit wahnsinnig interessante Charaktere zu den Protagonisten seiner Geschichte. Diese schildert er so fern von jeglicher Schwarweißmalerei, dass sie dem Leben entnommen zu sein scheinen.

Nebenbei spinnt der Autor psychologisch interessante Themen (z.B. Auswirkungen häuslicher Gewalt) ein, ohne diese unnötig plakativ in den Mittelpunkt des Beschriebenen geraten zu lassen (bzw. sie in ihrer Brutalität „auszuschlachten‟), und verarbeitet auch gesellschaftlich relevante Themen (z.B. Auswirkungen des Vietnamkriegs, Rassentrennung).

Gegen Ende erreicht das Buch den Höhepunkt seiner Spannung und kommt zu einem Schluss, der die Geschichte um Coleman Silk zu einem Ende bringt und gleichzeitig einen Ausblick auf die Zukunft (des Erzählers) gibt. Diese Symbiose aus Ende und Anfang sowie der Perspektivwechsel (hin zum Leben des Erzählers) waren für mich der krönende Abschluss und haben mir ebenfalls sehr gut gefallen.

Der im Titel erwähnte „menschliche Makel‟ wird im Roman näher erläutert, entfaltet aber, ähnlich wie der Aufhänger, erst bei Betrachtung des englischen Originaltitels seine Bedeutungsvielfalt.
Übersetzt wurde das Buch dennoch ausgesprochen gut (und preisgekrönt) von Dirk van Gunsteren.

Als Hörbuch wird es angemessen ruhig und unaufgeregt gelesen von Jürgen Hentsch. Dass es sich bei dem von MDR-Kultur herausgegebenen Hörbuch um eine gekürzte Version handelt, hat dem Verständnis der Geschichte keinen Abbruch getan. Offenbar wurde hier sehr behutsam und geschickt verfahren - ich habe nichts vermisst.

Fazit:
Ein Meisterwerk der Literatur, das mich wirklich begeistern konnte, auch als (gekürztes) Hörbuch.

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Cover des Buches Der Meister und Margarita (ISBN: 9783867174534)B

Rezension zu "Der Meister und Margarita" von Michail Bulgakow

Wenn der Teufel in Moskau zum Ball lädt
Belurivor 5 Jahren

Inhalt in Kürze:

Im Moskau der 1930er Jahre ist im wahrsten Sinne des Wortes der Teufel los. Denn der Satan höchstpersönlich gibt sich, zusammen mit seinen Spießgesellen, die Ehre, der russischen Hauptstadt einen Besuch abzustatten. Mitten in der Karwoche taucht er auf, denn sein alljährlicher Satansball soll in einer Moskauer Wohnung stattfinden. Aber wo der Teufel ist, ist das Unheil nicht weit und so erleben die Moskauer die ein oder andere Böse Überraschung. Mitten in diesem Trubel sucht die unglücklich verheiratete Margarita ihre wahre Liebe, die vor einiger Zeit urplötzlich verschwunden ist. Eine satirische Geschichte voller Liebe, Tragik, Komik und vielem mehr.

Charaktere:

Es ist wirklich schwierig zu sagen, wer nun die Protagonisten waren, denn etwa die Hälfte der Geschichte war vorüber, als zum ersten Mal die titelgebenden Figuren aufgetaucht sind. Das hat mich anfangs wirklich irritiert, denn es verschwand eine CD nach der anderen im Player, aber warum das Buch nun Meister und Margarita heißt, war mich lange nicht klar. Im Nachhinein kann ich aber trotzdem sagen, dass der Titel recht gut gewählt ist, denn zumindest in der zweiten Hälfte der Geschichte nimmt ihr Handlungsstrang eine sehr wichtige Rolle an. Zuvor war eher der Schabernack der Helfershelfer des Teufels die führende Thematik und wie sie die Ruhe und Ordnung der russischen Hauptstadt massiv gestört haben. Man muss diese Art von Humor mögen, aber ich habe mich über einige Aktionen hervorragend amüsiert und vor allem das Gespann Korowjew und Behemoth habe ich wirklich lieb gewonnen.

Die Handlung:

Diese Geschichte ist anders, denn sie hat enorm viele Facetten. Es besticht durch seine Tiefe, seinen tiefschwarze Humor, aber auch durch die Geschichte zweier Liebenden, denen das Leben schwer mitgespielt hat. Neben einen Handlungsstrang in Moskau, gibt es noch einen Zweiten der eine philosophische Abhandlung der letzten Tage von Jesus von Nazareth ( im Buch Jeschua) darstellt. Im Verlauf des ersten Handlungsstrangs erfährt man, dass der Zweite ein Auszug aus dem Buch des Meisters ist. Man hat also eine Geschichte in der Geschichte. Mehr will ich auch gar nicht erzählen, da ich sonst zu viel verrate. Neben der Liebesgeschichte mit ist das Buch vor allem eine Gesellschaftskritik Moskaus der 1930er Jahre, in denen einige Dinge auf Korn genommen werden.

Zum Hörbuch:

Es ist sicherlich kein Hörbuch, welches man mal zwischendurch hört, denn allein seine enorme Länge von über 10 Stunden lässt das nicht zu. Außerdem muss man sich schon ziemlich konzentrieren, denn es gibt eine Vielzahl von Charakteren, die man auseinander halten muss. Durch die russischen Namen, von denen zwei auch noch relativ ähnlich waren, war das oftmals leichter gesagt als getan und ich muss sagen, das ist ein Grund warum ich lieber das Buch gelesen hätte. In einem Buch kann man schnell mal ein paar Seiten zurückblättern und sich noch einmal vergewissern, wer nun wer war, aber die meisten CD-Player spielen nur ganze Kapitel ab und es war teilweise recht lästig sich manche Stellen ein zweites Mal anzuhören, nur um sich im Klaren zu sein, wer nun gemeint war.

Fazit: „Der Meister und Margarita“ wird nicht umsonst als der “Russische Faust” bezeichnet und hat mir wirklich gut gefallen. Für alle Freunde von Klassiker kann ich es nur empfehlen

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Cover des Buches Der Meister und Margarita (ISBN: 9783867174534)S

Rezension zu "Der Meister und Margarita" von Michail Bulgakow

‚Wenn Menschen völlig ausgeraubt sind [...], suchen sie Zuflucht bei übernatürlichen Kräften.‘
sabatayn76vor 5 Jahren

Moskau in den 1930er Jahren: Berlioz, Chefredakteur einer Literaturzeitschrift, und der junge Lyriker Besdomny treffen sich an einem warmen Frühlingsabend auf dem Patriarchenteichboulevard und beginnen eine angeregte Diskussion über Jesus Christus. Da spricht sie ein mysteriöser Fremder an, der später auf sehr unterschiedliche Weise beschrieben wird:

‚So heißt es in dem einen Bericht, der Mann sei klein, habe Goldzähne und lahme auf dem rechten Fuß. Ein anderer Bericht besagt, der Mann sei riesengroß, habe Platinkronen und lahme auf dem linken Fuß. Ein dritter teilt lakonisch mit, der Mann habe keine besonderen Kennzeichen.

Es sei zugegeben, daß die Berichte samt und sonders nichts taugen.

[...]

Der Beschriebene lahmte überhaupt nicht, war weder klein noch riesig, sondern einfach groß. Was seine Zähne betrifft, so trug er links Platinkronen und rechts Goldkronen. [...] Das rechte Auge war schwarz, das linke aber grün. [...]

Kurzum - ein Ausländer.‘

Der Fremde, der sich Voland nennt und sich als Professor für schwarze Magie ausgibt, verwickelt Berlioz und Besdomny in ein Gespräch über Pontius Pilatus und die Verurteilung Jesu von Nazareth (im Roman Jeschua han-Nasri).

Allerdings handelt es sich bei Voland keineswegs um einen gewöhnlichen Ausländer, sondern um den Teufel höchstpersönlich. Mit dessen Erscheinen geschehen in Moskau viele absonderliche Dinge, die unter anderem zum Tod Berlioz‘ und zu Besdomnys Psychiatrieaufenthalt führen.

All diese Ereignisse machen den Leser/Hörer schließlich mit dem Meister bekannt, der einen Roman über Pontius Pilatus geschrieben hat, nun Patient in der selben Psychiatrie wie Besdomny ist und der sich nach seiner großen Liebe Margarita sehnt, von der er nun getrennt ist und die an Volands Frühlingsball als Königin teilnimmt.

Ich habe ‚Der Meister und Margarita‘ vor einigen Jahren in der Übersetzung von Thomas Reschke gelesen und nun in gleicher Übersetzung als Hörbuch gehört.

Bereits beim Lesen des Romans war ich fasziniert von den ersten Kapiteln, von der überzeugenden Stimmung, die Michail Bulgakow aufbaut, von den realistischen Beschreibungen Moskaus und von den magischen Momenten, in denen Menschen schweben, Katzen in Straßenbahnen einsteigen und der Teufel mit seinen Gefährten die Stadt unsicher macht.

Dabei haben mir nicht nur der Sprachwitz Bulgakows und seine detailreiche Charakterisierung der bisweilen sehr skurrilen Protagonisten gefallen, sondern auch die weiteren Erzähl- und Deutungsebenen (z.B. die Diskussionen über Religion in der atheistischen Sowjetunion, das Faustische Thema, die Zeitreise zur Kreuzigung Jesu).

Durch die vielen Ebenen und Themen ist ‚Der Meister und Margarita‘ ein unglaublich facettenreicher Roman, der einerseits Einblicke in das Leben in der Sowjetunion in den 1930ern und eine Satire auf den Stalinistischen Überwachungsstaat mit Versorgungsengpässen und Willkürherrschaft bietet, andererseits durch die magische Komponente perfekt unterhält und amüsant zu lesen/hören ist.

Das Hörbuch wird von den verschiedenen Sprechern ausgezeichnet gelesen und wirkt durch die Musikeinspielungen dramatisch und düster. Ich kann den Roman sowohl in der Hörbuchfassung als auch als Buch empfehlen.

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