Jürgen Israel Katzendorfer Tagebuch

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Inhaltsangabe zu „Katzendorfer Tagebuch“ von Jürgen Israel

nstatt einem Nachwort: Der Dorfschreiberpreis von Katzendorf In den Pfarrhäusern im siebenbürgischen Hügelland wurden viele Bücher geschrieben. Die Pfarrherren kamen nach ihrem Studium in Deutschland in die Heimat zurück, waren oft Lehrer in der Stadt oder auf dem Land, bis sie es in reiferen Jahren schafften, eine vakante Pfarrstelle in einer Gemeinde der evangelisch-deutschen Landeskirche AB (Augsburger Bekenntnis) in Rumänien als Ruhepol zu beziehen. Hier konnten sie neben den vertrauten spärlichen Gotteshandlungen Rosen ziehen, Bienen betreuen und Bücher schreiben. Es wurde viel zu Papier gebracht in Transsilvanien, an lauen Nachmittagen oder in langen Abendstunden. Briefe zockelten in Postkutschen oder mit der k.u.k. Eisenbahn an ferne Adressaten, wobei auch die Brüder Grimm einmal zu diesen zählten. Allerdings brachte es keine Geschichte aus dieses Land zu Weltruhm, dies war einer Geschichte über dies Land beschieden, und der Ire Bram Stoker war ihr Weltmeister. Nach dem zweiten Weltkrieg wanderten erst die treuen Kirchenbesucher in den Westen aus, dann folgten ihnen auch die vereinsamten Pfarrer. Die Pfarrhäuser, oft an die Mauer einer Kirchenburg gelehnt, versanken in einen kalten Schlaf, Tinte und Papier waren verschwunden. Heute übt sich Rumänien in der Demokratie, Leute kommen und gehen, schauen in die verriegelten Kirchen und finden die einsamen Pfarrhäuser mit ihren verwilderten Gärten als Landsitz nicht unattraktiv. Das Pfarrhaus von Katzendorf, rumänisch Cata, machte einen Anfang. In diesem Hause wurde ich einst als Pfarrersohn geboren, kam wie viele andere nach Deutschland, kehrte allein und mit Filmteam immer wieder zurück, und 1990 war es endlich soweit. Ich übernahm das baufällige Anwesen und gestaltete hier in jahrelanger Verbundenheit und Arbeit ein Refugium für Freunde und bald für Gäste aus aller Welt. Das Tintenfass wurde durch den Laptop ersetzt, und der Gedanke lag nahe, dass sich in der ehemaligen Sommerküche unter dem uralten Turm ein Dichter häuslich einrichten könnte. Es entstand der „Dorfschreiberpreis von Katzendorf“. Seit 2011 vergibt eine Jury diesen Preis an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die hier nach Schaffenslust bis zu einem Jahr wohnen und träumen können. Das tägliche Brot und ein geheizter Kachelofen im Winter sind das Preisgeld. Elmar Schenkel, der bewanderte Anglist aus Leipzig, war 2011 der erste Preisträger und in seinem Buch „Mein Jahr hinter den Wäldern“ begegnet eine wachsende Leserschar dem erzählten Katzednorf. Ihm folgte Jürgen Israel, der mit dem Fahrrad und zu Fuß die Landschaft und seine Hirten erkundete. 2014 kam Carmen Francesca Banciu, die einst aus Rumänien wegging und jetzt mit Originalaufnahmen aus Katzendorf im Deutschlandfunk ihre alte Heimat wieder aufleben ließ. Seit Frühjahr 2016 verfügt die Berlinerin Tanja Dückers über die Dichterklause unter dem Turm, und die noch ungeschriebenen Worte klopfen an die Tür. Natürlich ist es wünschenswert, wenn nach dem Weggang des jeweiligen Dorfschreibers die Krähen auf dem Turm von einem Manuskript verkünden, das wie ein frischgebackenes Brot auf dem Tisch liegt. Denn die Bewohner der Dichterklause sollen erzählen und berichten. Vielleicht auch von einem Pfarrer in den Jahren um 1940, der neben seinen Bienen, Pferden und seiner Geige die Gottespflicht nicht vergaß, sich den Nazihäschern widersetzte, Kopf und Kragen riskierte, seine Gemeinde auf der Flucht 1944 mit der Kutsche bis vor Wien anführte, die Dorfbewohner ein Jahr darauf nach Katzendorf zurück brachte und weiterhin an seinen siebenbürgischen Predigten zimmerte. Auch von diesem Andenken lebt der Dorfschreiberpreis von Katzendorf. Frieder Schuller, 22 November 2016, Berlin

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