Jürgen Müller-Hohagen

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Alle Bücher von Jürgen Müller-Hohagen

Jürgen Müller-HohagenVerleugnet, verdrängt, verschwiegen
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Verleugnet, verdrängt, verschwiegen
Verleugnet, verdrängt, verschwiegen
 (2)
Erschienen am 17.02.2005
Jürgen Müller-HohagenGeschichte in uns
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Geschichte in uns
Geschichte in uns
 (1)
Erschienen am 01.01.2003
Jürgen Müller-HohagenPsychotherapie mit behinderten Kindern
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Psychotherapie mit behinderten Kindern

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Rezension zu "Verleugnet, verdrängt, verschwiegen" von Jürgen Müller-Hohagen

Rezension zu "Verleugnet, verdrängt, verschwiegen" von Jürgen Müller-Hohagen
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Der Autor, Diplom-Psychologe, 1946 geboren, schildert in diesem Buch seine Erfahrungen mit Patienten (es geht vor allem um die Altersgruppe der heute 30-50jährigen und teilweise auch noch deren Kinder), die seelische Schwierigkeiten haben, deren Ursache oft in der Vergangenheit der Eltern und/oder Großeltern liegen, nämlich in der NS-Zeit. Dem Psychologen geht es dabei nicht um Schuldzuweisen o.ä., sondern nur um das Aufzeigen, wie Probleme transgenerational weitergegeben werden, vor allem, wenn über diese seitens der Eltern/Großeltern stets geschwiegen wurde. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um Kriegsgefangene, Verfolgte, Vertriebene, Täter oder Menschen aus dem Widerstand geht. Die zentralen Themen drehen sich um Traumatisierungen, Ängste, Gewalt, Desorientierung, Loyalitätskonflikte, die an die Kinder und Kindeskinder unbewusst weitergegeben wurden und darum, wie sich das Erlebte im Seelenleben von den Kindern widerspiegelt. Wie wirken sich also Bombenhagel, Zerstörung, Schuldgefühle, Flucht und Vertreibung auf die Nachkommen aus? Als seelische Langzeitwirkungen von Soldaten beispielsweise nennt Müller-Hohagen hohe Reizbarkeit, cholerische Zornausbrüche, Unberechenbarkeit, Schwanken zwischen Unnahbarkeit und großer Bedürftigkeit, Mangel an Einfühlung, Kommunikationsstörungen, Ausüben von massiver Gewalt innerhalb der Familie (Prügel, seelische Gewalt, sexueller Missbrauch), Alkoholismus, Partnerschaftsprobleme, um nur einige zu nennen. Diese wiederum haben seelische Auswirkungen bei den Nachkommen, als da wären selbstdestruktive Störungen, unerklärliche Albträume, das Gefühl von Heimatlosigkeit und Verlorenheit, das Gefühl, nicht verwurzelt zu sein, Wahrnehmungsstörungen, diffuse Ängste bis hin zu unerklärlichen Selbstmordversuchen von Kindern, die doch in scheinbar sicherem Umfeld aufgewachsen sind. Der Autor beschreibt einfühlsam, wie Kinder das Unausgesprochene und Verleugnete aufnehmen, es aber nicht zu fassen vermögen und unter Umständen ein Leben lang an den verborgenen Schmerzen ihrer Eltern leiden. Er beschreibt ebenfalls sehr gut, dass es manchmal jahrelanger Therapien bedarf, bis er überhaupt an die verborgene Geschichte gelangt, denn er sucht nicht danach, vermutet erst einmal die Problematik in gegenwärtigen Situationen. Er gesteht, wie schwierig diese Themen auch für ihn selbst sind, wie er Wesentliches lange in der Therapie nicht bemerkt, ausblendet und verdrängt, wenn es um die NS-Zeit geht. Meist therapiert er dann die ganze Familie. Besonders tragisch scheint die Situation für Nachkommen zu sein, die zugleich von einem verfolgten Elternteil und einem anderen aus dem Kollektiv der Verfolger abstammen.
Die Schlussfolgerung des Psychologen aus seiner jahrzehntelangen Arbeit lautet, dass die Probleme erst gelöst werden können, wenn das Schweigen endet und eine Bewusstmachung erfolgt. Viele Lebenssituationen hätten sich dadurch entscheidend verbessern können.
Dr. Jürgen Müller-Hohagen leitet das Dachau Institut Psychologie & Pädagogik (zu finden im Internet). Dorthin kann sich jeder hinwenden, der Fragen und Probleme in der genannten Richtung hat.

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