Jürgen Neffe

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Autor von Darwin, Einstein und weiteren Büchern.

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Marx. Der Unvollendete

 (7)
Neu erschienen am 24.09.2018 als Taschenbuch bei Pantheon.

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Darwin

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Erschienen am 20.11.2017
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Erschienen am 01.07.2006
Marx. Der Unvollendete

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Erschienen am 08.09.2014
Marx. Der Unvollendete

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Rezension zu "Marx. Der Unvollendete" von Jürgen Neffe

Rezension zu "Marx. Der Unvollendete" von Jürgen Neffe
abavor 3 Monaten

Der Missverstandene

Auch Genies sind nur Menschen. Mit Macken, Träumen, Ängsten, Problemen, Illusionen. Sie sind in der Lage, Großartiges zu schaffen, aber sie können natürlich auch Fehler machen und Unzugänglich sein. Sie sind Menschen mit allem Drum und Dran.
In seinem Buch "Marx. Der Unvollendete" zeigt Jürgen Neffe, dass all dies (und noch mehr überraschende Tatsachen und Charakterzüge) auch für Karl Marx gilt.

"Marx. Der Missverstandene" könnte auch ein guter Titel für dieses Buch sein. Karl Marx, der (theoretische) Revolutionär, der Kommunist schlechthin - love him or hate him, wie Marmite. Keinem Menschen wurden so viele politische und wirtschaftliche Katastrophen, so viele Toten und tyrannischen Regierungen angehängt. Weil er die historische Figur ist, die man am meisten mit dem Kommunismus in Verbindung bringt. Dieser Mann und sein Vermächtnis wurden bis heute, mehr als 130 Jahre nach seinem Tod, nicht vergessen und werden als Ursache schwerer Krisen in Ländern - ein aktuelles Beispiel ist Venezuela, dessen Ökonomie von einem Tyrannen innerhalb weniger Jahre zerstört, und von einem Einwanderungsland in eine Nation von Wirtschaftsflüchtlingen verwandelt wurde. Und das im Namen des Kommunismus.
Und dabei war Marx hauptsächlich ein Philosoph mit einer Vision, in der er nur der Wohlstand und die Freiheit aller Menschen aller Nationen beabsichtigte. Dies wird in Jürgen Neffes Buch besonders deutlich gemacht.

In "Marx. Der Unvollendete" versucht Jürgen Neffe die komplexe Persönlichkeit und das Werk Karl Marx' zu erklären. Ein fast mammuthaftes Unternehmen. Dafür muss er jahrelang Literatur von und um Marx gelesen haben, aus denen er in seinem Buch lange, häufig und ausführlich zitiert. Daran musste ich - für die Philosophie ein Mysterium ist - mich gewöhnen. Für mich waren solche Auszüge aus Briefen und Tagebüchern am interessantesten, weil sie viel über die Person von Karl Marx sagen. Oft haben mich diese auch überrascht, weil sie Marx' menschliche Seiten deutlich zeigten. Und diese Seiten waren nicht immer positiv.

Jetzt zitiere ich auch: "Wer seine Genialität sucht, wird sie nicht in einer Schublade finden. Sie steckt, um im Bilde zu bleiben, im ganzen Schrank. Oder besser noch: im gesamten Möbelhaus."
So beschreibt der Autor, aus meiner Sicht sehr treffend, den multiplen Karl Marx, der auch große Schwierigkeiten hatte, seine Werke zu Ende zu bringen (vielleicht gerade wegen seiner besonderen Genialität, die in einem ganzen Möbelhaus steckt).

Ich glaube, ich habe alles, was Jürgen Neffe an Biografien über große Genies geschrieben hat, gelesen. Mit Marx dringt er in ein nicht naturwissenschaftliches Gebiet ein. Auch er ist ein Alleskönner. Wer seine Biografien über Einstein und Darwin gelesen hat, weiß, dass er mit vollem Einsatz schreibt und recherchiert. Auch bei Marx hat er das gemacht.

In einem Fernsehinterview sagte Jürgen Neffe, dass er die Figur Karl Marx immer verstehen wollte. Das hat ihn zu diesem Buch inspiriert. Außerdem wollte er auch Karl Marx revidieren: er war ein Denker und ein unermüdlicher Schriftsteller, der die Welt verändern wollte.
Vor allem war er aber ein ganz normaler Mensch.

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wandablues avatar

Rezension zu "Marx. Der Unvollendete" von Jürgen Neffe

Zu Anfang war ich sehr begeistert.
wandabluevor 3 Monaten

Zu Anfang war ich sehr begeistert.
Jürgen Neffe schreibt endlich einmal eine komplizierte Biographie in verständlicher Sprache. Kompliziert ist die Biographie, weil Karl Marx komplizierte Bücher geschrieben hat. Und in ausschweifendem, raumgreifendem Stil.


Jürgen Neffe stellt den Menschen Karl Marx dar, inmitten seines Schaffens und seiner Privatheit. Dabei erklärt er die marxschen (marxistischen) Begriffe, so dass man sie nachvollziehen kann.

Wenn Jürgen Neffe interpretiert und wertet, gefällt er mir am besten. Ich will ja Neffe lesen. Hinten raus zitiert er mir zu viel. Viel zu viel. Sicher, das heißt, dass der Autor quellsicher ist. Daran zweifle ich aber gar nicht. Die Sache ist die, wenn ich Neffe lese, will ich auch Neffe lesen und wenn ich Marx lesen wollte, hätte ich etwas von Marx gelesen. Und dass der Autor wissenschaftlich zu arbeiten in der Lage ist, muss er mir nicht beweisen.

Den Menschen Karl Marx kenne ich jetzt besser. Sympathisch ist er mir nicht geworden. Er konnte ein rechter Kotzbrocken sein.

Karl Marx musste viel leiden. Einen großen Teil seines Leidens hat er selbst verschuldet. Er war gescheit, eine Geisteskoryphäe, aber seine Prioriäten waren selten die richtigen. Seine Empathiefähigkeit hatte enge Grenzen.

Fazit: Verständliche, teilweise zu weitschweifige Biographie, deren erster Teil mich sehr begeisterte. Leider ließ die Begeisterung allmählich nach.

Kategorie: Biographie.
Verlag: Bertelsmann, 2017

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bloggingbookreviews avatar

Rezension zu "Marx. Der Unvollendete" von Jürgen Neffe

Ein wirklich unglaubliches Buch.
bloggingbookreviewvor 4 Monaten

Karl Marx hatte insbesondere nach seinem Tod viel Leid zu ertragen. Im Leben trotz unglaublicher Schaffensleistung nie mit üppigem Geld belohnt, schlug sich der freischaffende Philosoph und Kommunist durch London, damals Hauptstadt und Refugium aller Sozialist*innen weltweit. Ein wahrhaft spannendes Leben, aus dessen Schaffen heute noch erstaunliche Erkenntnisse gezogen werden. 


Jürgen Neffe schafft es auf knapp 600 Seiten darzulegen worin die Grundrisse der marx'schen Philosophie liegen und erklärt in verständlicher Art und Weise, allerdings nicht auf Kosten von Wortspielereien die erheblichen Pfeiler seiner Theorie. In einer gut nachvollziehbaren Reihenfolge eignet sich Neffe sehr nachempfindsam das Leben in London an und beschreibt anhand des Briefverkehrs zwischen Marx und Engels die Umstände unter denen beide gelebt haben mussten. Hierbei entsteht eine für mich einmalige Symbiose, die zum Verständnis von Marx einen Bären-Anteil trägt. Das Zusammenspiel von persönlicher Geschichte und Theorie, sowie der immerwährenden sozialistisch geprägten Praxis des "Mohren" ergibt in der Summe eine gelungene Autobiographie mit vielen Facetten, die sich allerdings nicht als Gute-Nacht-Lektüre eignet. Dafür ist sie denke ich allerdings auch nicht da. 

Ich empfehle das Studium der Theorien von Karl Marx so oder so fast jede*m der sich tiefgehender mit Politik und/oder Wirtschaft auseinandersetzen möchte. Hierbei handelt es sich allerdings um ein Muss. Ich kann und muss das Buch jedem Menschen ans Herz legen und es würde mich nicht überraschen, wenn es im Laufe der kommenden Jahre zum Kanon der Marx-Literatur gehören wird. 

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