Jürgen Neffe

 3.9 Sterne bei 54 Bewertungen
Autor von Darwin, Einstein und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jürgen Neffe

Jürgen Neffe (*1956, Herne), promovierter Biochemiker, begann im Anschluss an sein Studium der Physik, Biologie und Philosophie 1985 seine journalistische Karriere als Redakteur und Autor beim Magazin GEO. 1991 erhielt für seine Reportage Der Fluch der Guten Tat den Egon-Erwin-Kisch-Preis. Von 1993 bis 2003 war er – mit zweieinhalbjähriger Zwischenstation als Korrespondent in New York – als Reporter beim Spiegel tätig. Anschließend baute er für die Max-Planck-Gesellschaft das Berliner Hauptstadtbüro auf, das er bis Ende 2003 leitete. Seine Einstein-Biografie gehörte 2005 zu den Top-Ten-Jahresbestsellern und wurde von der Washington Post zum Book of the Year (2007) gewählt. Sein biografischer Reisebericht Darwin. Das Abenteuer des Lebens (2008) bildete die Grundlage für das erste Libroid, ein hypermedial erweitertes E-Book. 2014 legte er mit Mehr als wir sind seinen ersten Roman vor. 2017 folgte mit der viel beachteten Biografie Marx. Der Unvollendete ein weiterer Bestseller. Neffe publiziert nebenher Artikel und Essays, vor allem für Die Zeit. Für Zeit-Wissen hat er ein neues Format fiktiver Interviews mit Geistesgrößen entwickelt, die mit echten Zitaten aus ihren Werken, Briefen und Gesprächen zu aktuellen Themen Stellung beziehen, zuletzt mit Karl Marx zur Corona-Krise.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Das Ding – Der Tag, an dem ich Donald Trump bestahl

Erscheint am 07.08.2020 als Hardcover bei Europa Verlag.

Alle Bücher von Jürgen Neffe

Cover des Buches Darwin9783328103127

Darwin

 (26)
Erschienen am 20.11.2017
Cover des Buches Einstein9783499619373

Einstein

 (22)
Erschienen am 01.07.2006
Cover des Buches Marx. Der Unvollendete9783570553787

Marx. Der Unvollendete

 (8)
Erschienen am 24.09.2018
Cover des Buches Mehr als wir sind9783328101901

Mehr als wir sind

 (3)
Erschienen am 11.09.2017
Cover des Buches Marx. Der Unvollendete9783844528251

Marx. Der Unvollendete

 (2)
Erschienen am 25.09.2017

Neue Rezensionen zu Jürgen Neffe

Neu

Rezension zu "Darwin" von Jürgen Neffe

Auf den Spuren des großen Evolutionswissenschaftlers
Aischavor 5 Monaten

Der von mir sehr geschätzte Literaturkritiker Denis Scheck urteilte über dieses Werk: "Ein sensationell lesenswertes Buch." Und er hat - wieder einmal - Recht.

Autor Jürgen Neffe begab sich auf die Spuren Charles Darwins, 175 Jahre nachdem dieser 1831 zu seiner fünfjährigen Forschungsreise auf der Beagle aufgebrochen war. Neffe vergleicht seine eigenen Reiseeindrücke mit den Notizen in Darwins Tagebüchern, und man meint als Leser, die Entstehung der bahnbrechenden Evolutionstheorie in Echtzeit miterleben zu dürfen. Auch der Mensch Darwin wird einem bei der Lektüre näher gebracht, seine Krankheiten, seine Ehe, sein Ringen um die Vereinbarkeit von christlicher Schöpfungslehre und seinen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen.

Der Autor bringt alles mit, was es braucht, um aus einem derart komplexen Vorhaben eine gleichermaßen allgemeinverständliche wie interessante und tiefsinnige Reportage hervorzubringen. Neffe studierte Biologie, Physik und Philosophie und arbeitete jahrzehntelang als Redakteur für "Geo" und den "Spiegel".

Hervorragend gelungen ist ihm die Synthese aus eigener Reiseerzählung und der Biografie Darwins. Neffes Text enhält zahlreiche Zitate aus Darwins "Fahr der Beagle", die sich erstaunlich nahtlos in seine Erzählung einfügen. Die Zitate sind im Fließtext lediglich durch kursive Schrift kenntlich gemacht, teils wechselt der Erzähler (Neffe / Darwin) innerhalb des Satzes, und doch wirkt alles wie aus einem Guss.

Für ein Paperback ist die Ausstattung sehr überdurchschnittlich: Die Fotostrecke enthält viele historische Bilder und Fotos von Neffes Reise. Im Anhang finden sich Weltkarten der Reiserouten Darwins und Neffes, ein tabellarischer Lebenslauf Darwins, Quellen und Literaturhinweise und (was für eine Arbeit!) penibel genaue Nachweise der Hunderte von Zitaten. Ein wirklich schönes gestalterisches Detail: Zu Beginn jedes der 26 Kapitel ist eine Weltkugel abgebildet, auf der diejenigen Länder bzw. Regionen grafisch markiert sind, die in den folgenden Abschnitten beschrieben werden.

Ein außergewöhnlich lesenswertes Buch über ein wirklich beachtenswertes Projekt!

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Rezension zu "Marx. Der Unvollendete" von Jürgen Neffe

Rezension zu "Marx. Der Unvollendete" von Jürgen Neffe
abavor 2 Jahren

Der Missverstandene

Auch Genies sind nur Menschen. Mit Macken, Träumen, Ängsten, Problemen, Illusionen. Sie sind in der Lage, Großartiges zu schaffen, aber sie können natürlich auch Fehler machen und Unzugänglich sein. Sie sind Menschen mit allem Drum und Dran.
In seinem Buch "Marx. Der Unvollendete" zeigt Jürgen Neffe, dass all dies (und noch mehr überraschende Tatsachen und Charakterzüge) auch für Karl Marx gilt.

"Marx. Der Missverstandene" könnte auch ein guter Titel für dieses Buch sein. Karl Marx, der (theoretische) Revolutionär, der Kommunist schlechthin - love him or hate him, wie Marmite. Keinem Menschen wurden so viele politische und wirtschaftliche Katastrophen, so viele Toten und tyrannischen Regierungen angehängt. Weil er die historische Figur ist, die man am meisten mit dem Kommunismus in Verbindung bringt. Dieser Mann und sein Vermächtnis wurden bis heute, mehr als 130 Jahre nach seinem Tod, nicht vergessen und werden als Ursache schwerer Krisen in Ländern - ein aktuelles Beispiel ist Venezuela, dessen Ökonomie von einem Tyrannen innerhalb weniger Jahre zerstört, und von einem Einwanderungsland in eine Nation von Wirtschaftsflüchtlingen verwandelt wurde. Und das im Namen des Kommunismus.
Und dabei war Marx hauptsächlich ein Philosoph mit einer Vision, in der er nur der Wohlstand und die Freiheit aller Menschen aller Nationen beabsichtigte. Dies wird in Jürgen Neffes Buch besonders deutlich gemacht.

In "Marx. Der Unvollendete" versucht Jürgen Neffe die komplexe Persönlichkeit und das Werk Karl Marx' zu erklären. Ein fast mammuthaftes Unternehmen. Dafür muss er jahrelang Literatur von und um Marx gelesen haben, aus denen er in seinem Buch lange, häufig und ausführlich zitiert. Daran musste ich - für die Philosophie ein Mysterium ist - mich gewöhnen. Für mich waren solche Auszüge aus Briefen und Tagebüchern am interessantesten, weil sie viel über die Person von Karl Marx sagen. Oft haben mich diese auch überrascht, weil sie Marx' menschliche Seiten deutlich zeigten. Und diese Seiten waren nicht immer positiv.

Jetzt zitiere ich auch: "Wer seine Genialität sucht, wird sie nicht in einer Schublade finden. Sie steckt, um im Bilde zu bleiben, im ganzen Schrank. Oder besser noch: im gesamten Möbelhaus."
So beschreibt der Autor, aus meiner Sicht sehr treffend, den multiplen Karl Marx, der auch große Schwierigkeiten hatte, seine Werke zu Ende zu bringen (vielleicht gerade wegen seiner besonderen Genialität, die in einem ganzen Möbelhaus steckt).

Ich glaube, ich habe alles, was Jürgen Neffe an Biografien über große Genies geschrieben hat, gelesen. Mit Marx dringt er in ein nicht naturwissenschaftliches Gebiet ein. Auch er ist ein Alleskönner. Wer seine Biografien über Einstein und Darwin gelesen hat, weiß, dass er mit vollem Einsatz schreibt und recherchiert. Auch bei Marx hat er das gemacht.

In einem Fernsehinterview sagte Jürgen Neffe, dass er die Figur Karl Marx immer verstehen wollte. Das hat ihn zu diesem Buch inspiriert. Außerdem wollte er auch Karl Marx revidieren: er war ein Denker und ein unermüdlicher Schriftsteller, der die Welt verändern wollte.
Vor allem war er aber ein ganz normaler Mensch.

Kommentare: 1
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Rezension zu "Marx. Der Unvollendete" von Jürgen Neffe

Zu Anfang war ich sehr begeistert.
wandabluevor 2 Jahren

Zu Anfang war ich sehr begeistert.
Jürgen Neffe schreibt endlich einmal eine komplizierte Biographie in verständlicher Sprache. Kompliziert ist die Biographie, weil Karl Marx komplizierte Bücher geschrieben hat. Und in ausschweifendem, raumgreifendem Stil.


Jürgen Neffe stellt den Menschen Karl Marx dar, inmitten seines Schaffens und seiner Privatheit. Dabei erklärt er die marxschen (marxistischen) Begriffe, so dass man sie nachvollziehen kann.

Wenn Jürgen Neffe interpretiert und wertet, gefällt er mir am besten. Ich will ja Neffe lesen. Hinten raus zitiert er mir zu viel. Viel zu viel. Sicher, das heißt, dass der Autor quellsicher ist. Daran zweifle ich aber gar nicht. Die Sache ist die, wenn ich Neffe lese, will ich auch Neffe lesen und wenn ich Marx lesen wollte, hätte ich etwas von Marx gelesen. Und dass der Autor wissenschaftlich zu arbeiten in der Lage ist, muss er mir nicht beweisen.

Den Menschen Karl Marx kenne ich jetzt besser. Sympathisch ist er mir nicht geworden. Er konnte ein rechter Kotzbrocken sein.

Karl Marx musste viel leiden. Einen großen Teil seines Leidens hat er selbst verschuldet. Er war gescheit, eine Geisteskoryphäe, aber seine Prioriäten waren selten die richtigen. Seine Empathiefähigkeit hatte enge Grenzen.

Fazit: Verständliche, teilweise zu weitschweifige Biographie, deren erster Teil mich sehr begeisterte. Leider ließ die Begeisterung allmählich nach.

Kategorie: Biographie.
Verlag: Bertelsmann, 2017

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