Jürgen Noltensmeier Tweedhosenastronaut

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Inhaltsangabe zu „Tweedhosenastronaut“ von Jürgen Noltensmeier

Jürgen Noltensmeier präsentiert eine neue Sammlung von Geschichten, skurril, meist komisch, manchmal traurig, aber immer voller Fantasie. Da ist Andy Warhol plötzlich in der muffigen westfälischen Provinz zu finden und ein Tagesausflug während des Leipziger Wave-Gothic-Treffens gerät zur Reflexion über das eigene verpfuschte Liebesleben. Die CD enthält Live-Aufnahmen von Lesungen im Ilses Erika (Leipzig) und dem Club Bärenzwinger (Dresden) sowie Musik.

„Spießertum und tumbe Selbstgewissheit − Noltensmeier entlarvt und verspottet sie. Seine Kurzgeschichten sind mit leichter Hand geschrieben. … Sein neues Werk, der Kurzgeschichtenband „Tweedhosenastronaut“ erscheint sogar extra mit Hör-CD. Noltensmeiers Humor ist so trocken wie sein Stimme, wenn er vorliest, sachlich und unerschrocken.“
(Radio Eins, Büchermagazin Seite Eins)

„Es ist ein literarisches Roadmovie, das Jürgen Noltensmeier mit seinem Geschichtenband „Tweedhosenastronaut“ vorlegt. … Wer hervorragend erzählte (post-?) moderne Literatur á la Michel Houellebecq. sucht – auch der wird fündig werden.“ (Stadtmagazin Kreuzer)

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  • Rezension zu "Tweedhosenastronaut" von Jürgen Noltensmeier

    Tweedhosenastronaut

    secretdanny

    04. October 2007 um 12:45

    »Oma sieht aus wie ein von einer Maschinengewehrsalve getroffenes Lederkissen. Manchmal wenn ich zu Besuch in ihrem alten Haus in Wennemen bin, taucht sie plötzlich auf, um mir irgendwas vorherzusagen oder einfach nur so, weil sie sich langweilt. »Die Stadt hat sich verändert, Jo, seitdem du sie damals in Brand gesetzt hast. Man findet sich gar nicht mehr zurecht zwischen all den Neubauten.« Prinzipiell startet Jürgen Noltensmeier mit seinen Geschichten irgendwo im skurrilen Alltag, um nach und nach in eine Welt abzutauchen, die zwar nicht als ganz „normal“ zu bezeichnen wäre, hier und da jedoch Parallelen aufweist. Nicht dass es sich hier um ein Fantasy Genre handelt. Nein! Vielmehr artet es fantastisch wortwitzig und grotesk in der Realität aus, auch wenn diese vom Autor selbst etwas dubios verzerrt wurde. Von zwei Brüdern, die sich dem Diebstahl von Löschblättern hingeben. Nicht, um sie zwischen ihre Schulhefte zu klemmen, um die feuchte Tinte aufzusaugen. Eher zweckentfremdet werden sie zusammengrollt und kollektiv weggeraucht. Dass Andreas sich dieser Sache in voller Zufriedenheit hingibt mag schon merkwürdig sein. Aber dass auch sein kleiner, sechsjähriger Bruder Sven Geschmack daran findet ist doch schon etwas sonderbar. Ebenso wie die Anekdote des großen Polyglott Japan, ein Lamm, das Glück hatte! Nicht nur, weil es von seinem Besitzer kurz nach der Geburt von Kopf bis Fuß abgeschleckt wird, wie die Schafsmutter es vormacht. Vielmehr weil es die Feldrasur vom Mietmähdrescher-Klaus überlebt, der ja bekanntlich ganz gern mal und doch versehentlich das ein oder andere Schaf auf der Weide mit wegputzt. Der Verwendungszweck ist letztendlich verwertbarer Natur. Landet doch so manches wegrasierte Schäfchen auf dem Grill. Vom diagnostizierten Schafpeter beim Menschen, einem in eine Hauswand rasenden Volvo aus dem ein Tweedhosenastronaut entsteigt und Gefahr läuft, mit dem Vorschlaghammer attackiert zu werden bis hin zu Olaf Ronneburger, der immer wieder zwei Sorten Tiere in einen Käfig sperrt und schaut was passiert. Brosen und Miss Utah, ein Pfingstausflug mit Picknick (und Quick-Fick) im Grünen sind nur kleine Auszüge aus Noltensmeiers Kuriositätensammlung in schriftlicher Form. Flott zu lesen! Dialogstarke Storys die nicht selten dem Leser ein Schmunzeln abverlangen und hier und da trotz makaberer Ausweitung gewisser Unfälle doch immer wieder witzig und abnorm sind. Geschichten, die im Alltag eines „normalen Menschen“ eher selten vorkommen mögen und doch in ihrer Einzigartig- und Beklopptheit eine Art literarisches Kunstwerk darstellen, das mit diversen Experimenten versehen letztendlich doch die richtige Formel ausspuckt. Die beiliegende Audio-CD beinhaltet fünf der Kurzgeschichten, die vom Autoren selbst vorgelesen werden (teils Liveausschnitte). Eine tolle Idee seitens des noch jungen Verlages, der den Mut aufbrachte, diese Neuerung am Markt durchzusetzen. © by Daniel Biester | Literaturreport.com

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