Jürgen Osterhammel Die Verwandlung der Welt

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Inhaltsangabe zu „Die Verwandlung der Welt“ von Jürgen Osterhammel

<p>"Ein Meilenstein deutscher Geschichtsschreibung."<br /> <em>Jürgen Kocka, DIE ZEIT</em><br /> <br /> "Niemand, der sich mit dem beschäftigt, was man gemeinhin Neuere Geschichte nennt, wird an diesem Werk fortan vorbeikommen."<br /> <em>Andreas Eckert, Literaturen </em><br /> <br /> "Nichts weniger als eine stupende, die Welt umspannende Universalgeschichte des 19. Jahrhunderts, die den weiten und analytischen Blick mit dem historischen Detail in einzigartiger Weise verbindet, eine Fülle von Einsichten ermöglicht und überdies hervorragend lesbar ist."<br /> <em>Kathrin Meier-Rust, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag </em><br /> <br /> "Der Kern des Buches, in dem pointillistische Beobachtungen auf raffinierte Weise zu Analysen verdichtet werden, bietet nicht nur ein intellektuelles Feuerwerk, sondern auch großes Lesevergnügen."<br /> <em>Andreas Fahrmeir, Frankfurter Allgemeine Zeitung</em></p>

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  • Leserunde zu "Der Turm der Welt" von Benjamin Monferat

    Der Turm der Welt

    BenjaminMonferat

    Hallo liebe Lesenden,der eine oder die andere wird sich möglicherweise noch an meine Präinkarnation erinnern, als Stephan M. Rother, der gemeinsam mit Euch und Ihnen zum Beispiel diese Leserunde bestritten hat. Nun, es gibt große Neuigkeiten. Ich bin nicht länger Gandalf der Weiße, sondern ... Also, kurz gesagt: Als Autor voluminöser zeithistorischer Romane veröffentliche ich als Benjamin Monferat. (Irgendwie seh ich im Video aus wie frisch aus den Katakomben. Autorenschicksal: Man kommt zu wenig raus.)Monferats Erstling, "Welt in Flammen", die Erzählung um die letzte Fahrt des Simplon Orient Express, wird mancher vielleicht schon gelesen haben. Die Resonanz - auch hier auf LovelyBooks - hat mich schlicht umgehauen. Platz sieben bei den Jahresbesten. Klasse.Mit "Der Turm der Welt" legen wir nun am 26. August im Wunderlich Verlag den Nachfolger vor, eine spektakuläre Geschichte vor dem Hintergrund der gigantischsten Massenveranstaltung des 19. Jahrhundert, der Pariser Weltausstellung des Jahres 1889. Ihr Prunkstück - der Eiffelturm - erinnert bis heute an dieses Ereignis.Die Völker Europas versammeln sich zu einem Fest des Friedens - doch ein düsterer Schatten hängt über Paris, die Drohung eines verheerenden Anschlags, der die Stadt, den Kontinent, die Welt ins Chaos stürzen könnte. Die ersten Seiten des Textes sind ganz aktuell (5.8.2016) in der offiziellen Leseprobe zu bestaunen (rechte Seite: "Downloads"); etwas mehr sogar in unserer Kingsize-Version. Hier erhebe ich zudem die Stimme und spreche zum Volke. Will sagen: Ich lese eine der ersten Szenen des Romans. Eigentlich sollte ja jedes Empfangsgerät irgendwelche Lautsprecher haben. Wer das Ganze nicht hören kann, gebe mir Bescheid. Dann ruf ich an und lese vor. Mehr zum Buch gibt es noch einmal hier zu lesen. Und hier berichtet der Autor, was für ein ausgesucht ekelhaftes Gefühl es ist, monatelang literarisch an einem Anschlag zu arbeiten - und dann geschieht dieser Anschlag tatsächlich, im Jahre 2015 und vor den Augen der Welt. Das Buch konnte danach nicht mehr dasselbe sein. Es ist mir noch wichtiger geworden, und ich sehe es inzwischen als Zeichen an die bösartigen Menschen mit den Kalaschnikows, die glauben, unsere Art zu leben zerstören zu können. Und an die anderen bösartigen Menschen, die auf dem Rücken der Opfer ihr eigenes Süppchen kochen wollen, indem sie den Angehörigen einer ganzen Religion die Schuld zuschieben. Ihr - werdet - nicht - gewinnen!Wobei diese Schwere und Düsternis keineswegs aus jeder Seite der Geschichte spricht. Das Lektorat war zwischenzeitlich immer mal in Sorge, ob sie nicht zu gut gelaunt klingt. (Ich geb's ja zu: "Serge der Concierge" ist wirklich etwas albern. Aber, hey, schließlich ist es mein Name, der richtig groß auf dem Buch steht. Der Name des Verlags steht da sehr viel kleiner.)"Der Turm der Welt" ist also der Titel, den ich mit Euch lesen möchte. Was dann aber meine Frage wäre: Damals, im neunzehnten Jahrhundert, wurde auf einer Weltausstellung Kulturen aus fremden Ländern gezeigt. Das war noch völlig unbekannt für die europäischen Besucher. Ebenso unbekannt wie die pochenden, stampfenden, dampfenden Maschinen. Eine Menge zu sehen also. - Wie aber müsste so eine Ausstellung heute aussehen, damit sie spannend wird für Euch, heute, da wir es gewohnt sind, die ganze Welt mit Hilfe weniger Klicks serviert zu bekommen - auf dem sieben Zoll-Display. Auf der Pariser Weltausstellung war Gottlieb Daimler zugegen, mit dem ersten Automobil, Thomas Alpha Edison mit dem ersten Gerät, das Klänge und Stimmen aufzeichnen konnte. Und heute? Hat das Pokemon denselben faszinierenden Schauwert? (Ich könnte übrigens schwören, dass es das vor ein paar Jahren schon mal gab, dieses Pokemon, genau dasselbe Tier. Fehler in der Matrix vielleicht.) Doch das Fremde, das Neue, das Unbekannte und Exotische: Gibt es das überhaupt noch? Wie würde das aussehen - für Euch? Just kommt mir noch in den Sinn, dass ich gar nicht verraten habe, was es dabei überhaupt zu gewinnen gibt, wenn man die Frage beantwortet. Wobei das vermutlich irgendwo da oben schon steht. 20 Exemplare unseres hochwertigen Titels "Der Turm der Welt" warten auf die glücklichen Gewinner. Unser unparteiisches Katzenrudel ist bereits hoch motiviert, die Sieger zu ermitteln.Berücksichtigt werden sämtliche Bewerbungen, die bis zum 9. August eingehen. Danach werden die Exemplare an die Gewinner überlichtschnell versandt, und wir können loslegen. Da "Der Turm der Welt" vierzehn Tage später auch schon rauskommt, können sich dann auch die Enthusiasten anschließen, die das Buch im Handel erworben haben (was Verlag und Handel freut. Den Autor sowieso.)Mir bleibt an dieser Stelle nur noch zu sagen, dass ich mich Ungeheuer freue ... halt, klein, führt sonst zu Missverständnissen ... dass ich mich ungeheuer freue auf unsere Exkursion in die aufregendste Stadt der Welt.À bientôt - in Paris!Benjamin Monferat / Stephan Rother

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  • Leserunde zu "Der Klang der Erde" von Dieter Bührig

    Der Klang der Erde

    DieterBuehrig

    Ich möchte euch wieder zu einer Leserunde einladen, diesmal jedoch nicht über einen Krimi sondern über meinen ersten historischen Roman "Der Klang der Erde". Zum Buch: Der Geiger Max Auerbach hat nach dem Scheitern seiner Ehe eine Anstellung beim Lübecker Stadtorchester unter Leitung des jungen Dirigenten Wilhelm Furtwängler gefunden. Als der glühende Verehrer Mahlers im Mai 1911 vom Tod des Wiener Meisters erfährt, verliert er jeden Halt: Auerbach entwickelt eine gefährliche Persönlichkeitsstörung. Er nimmt einen Doppelgänger wahr, der ihm aufträgt, in München die Orchesterpartitur von Mahlers „Lied von der Erde“ zu stehlen und den Dirigenten der Uraufführung, Bruno Walter, zu töten … Ein historischer Roman aus der Zeit des Fin-de-Siècle (also der turbulenten Zeit kurz vorm 1. Weltkrieg) nach Motiven aus dem "Lied von der Erde" von Gustav Mahler. Ein Roman über die Würde unerfüllter Träume. ... Nur für Leser, die keine Berührungsängste mit der Musik haben ... Zum Einstieg ein paar kleine Fragen: Warum lest ihr historische Romane ? Warum beschäftigt ihr euch mit der Vergangenheit? Wäre es nicht besser, den Blick in die Zukunft zu richten? Ich freue mich auf die Leserunde zu einem Buch, das mir besonders am Herzen liegt.

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  • Leserunde zu "20 populäre Irrtümer über den Wilden Westen" von Alexander Emmerich

    Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über den Wilden Westen

    TheissVerlag

    Yieeha und Yippie Ya Yo! Heute starten wir wieder in eine neue, spannende Leserunde – und wir würden uns freuen, wenn DU dabei bist :) Ausgesucht haben wir einen ganz besonders schönen Titel aus unserem Programm, mit dem wir Euch erfreuen wollen: „Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über den Wilden Westen“ von Alexander Emmerich Und worum geht es da? Natürlich um den guten alten Wilden Westen! Und an was denkt man da? Richtig! An Ungebundenheit, Freiheit, Weite! Die Luft riecht nach Blei, waghalsige Räuber überfallen rasende Postkutschen und todesmutige Indianer greifen mit Kriegsgeschrei gut bewachte Forts an, während der »Lonesome Cowboy« allein in den Sonnenuntergang reitet … Aber war das wirklich so? Entspricht unsere Vorstellung von Abenteuer und Wildnis wirklich den Fakten, oder ist alles pure Fiktion, genährt von zu vielen John-Wayne-Filmen und Karl-May-Büchern? Und die Faszination des Wilden Westens lässt nicht nach, wenn man die Klischees hinterfragt. Im Gegenteil! Flüssig und mitreißend erzählt Alexander Emmerich, wie wild der Westen wirklich war… Zu unserer Leserunde zu „Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über den Wilden Westen“ verlosen wir unter allen Bewerbern 10 tolle Leseexemplare. Mitmachen ist ganz einfach:                            Schreibt uns bis zum 29. September was Euch am Wilden Westen fasziniert! Wir freuen uns auf Eure Antworten! Und wer weiß, vielleicht findet sich davon das eine oder andere ja auch im Buch wieder ;) Die glücklichen Gewinner werden am selben Tag von uns per PN benachrichtigt. Für Fragen stehen wir Euch natürlich immer gerne zur Verfügung :) Und nun: viel Glück und viel Spaß! Es grüßt Euch, Euer Theiss-Team

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    • 205
  • Leserunde zu "Der Klang des Pianos" von Elisabeth Büchle

    Der Klang des Pianos

    Arwen10

    Ich freue mich, euch heute wieder zu einer Leserunde mit Elisabeth Büchle einladen zu können. Diesmal lesen wir das Buch "Der Klang des Pianos" Freundlicherweise stellt der Verlag wieder 5 Freieexemplare zur Verfügung. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag Gerth Medien. Nun habt ihr Zeit, euch bis zum 07. Mai 12 Uhr zu bewerben. Danach lose ich die Gewinner aus. Vorraussetzung ist wie immer die Teilnahme an der Leserunde und das Schreiben einer Rezension möglichst auch bei amazon und /oder bei einer anderen Verkaufsplattform. Leserundenstart: ca.15.Mai Bitte beantwortet mir auch die Frage, ob ihr andere Autoren von Gerth Medien kennt bzw. welche Autoren/Bücher ihr gerne mal in einer Leserunde lesen möchtet ? Dann könnte ich die evtl. in kommenden Leserunden anbieten. Hier die Homepage zum Stöbern: http://www.gerth.de/ Und darum geht es in dem Buch: Freiburg, 1912: Richard darf einen lukrativen Auftrag ausführen. Als Klavierbauer für die Firma Welte soll der junge Mann ein selbstspielendes Piano auf einem Luxusliner einbauen: der Titanic. In Irland trifft er auch die bezaubernde Norah wieder, die sein Leben gehörig auf den Kopf stellt. Die Stewardess soll sich um das Wohl der reichen Gäste auf dem Schiff kümmern. Doch mit einer gewagten Rettungsaktion im irischen Hafenviertel schafft sich Norah mächtige Feinde. Als finstere Ganoven hinter ihr her sind, versucht Richard, sie zu beschützen. Und als die Titanic schließlich aus Southampton ausläuft, blicken beide in eine ungewisse Zukunft ... Hier die Leseprobe und der Trailer zum Buch: http://www.gerth.de/index.php?id=201&sku=816663 Und Trailer Extra: https://www.youtube.com/watch?v=XLu9EE73s9c Wie gefällt euch der Trailer ?

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    • 369
  • Leserunde zu "Goldsommer" von Elisabeth Büchle

    Goldsommer

    Arwen10

    Hier möchte ich euch noch ein Buch und seine Autorin vorstellen. Diesmal aus dem Gerth Medien Verlag. Der Verlag stellt dankenswerter Weise 5 Bücher des Titels "Goldsommer" zur Verfügung. Die Gewinner der Bücher erklären sich bereit an dieser Leserunde teilzunehmen und danach eine Rezension zu schreiben. Bis zum 29. Januar 2012 könnt ihr euch für die Bücher bewerben. Die Auslosung und Bekanntgabe der Gewinner/innen erfolgt am 30.Januar. Die Leserunde mit Begleitung der Autorin beginnt am 13. Februar 2012 Zum Inhalt des Buches, das in der Nachkriegszeit spielt: Schwarzwald, 1940: Amrei ist gerade erst 14 Jahre alt, als Vater und Bruder in den Zweiten Weltkrieg ziehen und sie zurücklassen. Notgedrungen kümmert sie sich um Haus und Hof, ihren kleinen Neffen und eine demenzkranke Frau. Unbemerkt beherbergt sie auch einen entflohenen britischen Kriegsgefangenen, der ihr das Leben rettet und dem sie anschließend zur Flucht verhilft. Nach Kriegsende beschließt Amrei, eine Reitpension zu eröffnen. Unter den ersten Gästen ist Tom, der sich stark zu der burschikosen und doch so reizvollen Frau hingezogen fühlt. Und dann taucht ein weiterer, unverhoffter Besucher auf. Während Amrei eine Entscheidung treffen muss, trachtet jemand nach dem Leben ihres Neffen Ein vielschichtiger Roman, der ein lebendiges Bild vom Deutschland der Nachkriegszeit zeichnet. zur Leseprobe: http://www.gerth.de/index.php?id=details&sku=816581 Infos zur Autorin: http://www.elisabeth-buechle.de/

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    • 322

    SiCollier

    27. February 2012 um 10:15
    Beitrag einblenden
    Arwen10 schreibt Die Eroberung der Brücke von Remagen, das muss ich wirklich mal nachschlagen. Remagen ist gar nicht so weit von mir.

    Da habe ich vor vielen Jahren den Film dazu gesehen, nie wieder. (War das nicht eine der ersten Rollen für Volker Lechtenbrink?) Sowas wie Großeltern habe ich nie gehabt. Der Vater meiner Mutter ...

  • Rezension zu "Die Verwandlung der Welt" von Jürgen Osterhammel

    Die Verwandlung der Welt

    LESE-ESEL

    24. June 2011 um 11:26

    Intelligente Weltgeschichte über das 19. Jhd., in dem sich die Welt in vielen Bereichen in einem kaum vorstellbaren Maß völlig veränderte. Das Buch geht nicht chronologisch vor, sondern behandelt einzelne Themen (vgl. Tags) und deren Entwicklung. Diese Gliederung nimmt auch den "Laien-Leser", der nicht den Wissenshintergrund eines "studierten Historikers" hat, zuverlässig und spannend mit. Osterhammel gibt einen fundierten Blick in "die faszinierende Welt von gestern" und die dramatischen Umbrüche, die das Leben jedes einzelnen verändert haben. Osterhammel schreibt lebendig und anschaulich - mit 1300 Seiten ein ideales Buch für eine fordernde und entspannende Lektüre, die den vergleichenden Blick auf die heutige, beschleunigte Welt schärft.

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  • Rezension zu "Die Verwandlung der Welt" von Jürgen Osterhammel

    Die Verwandlung der Welt

    michael_lehmann-pape

    20. February 2011 um 12:09

    Die Stellung der Weichen für die Moderne Welch ein umfassendes Buch. Schon der äußere Eindruck erschlägt fast. 1307 Seiten, zudem 260 Seiten Anhang (bestens aufbereitet übrigens unter Anmerkungen, einem ausführlichem Literaturverzeichnis, einem Personen- Sach- und Orts- Register). All dies weist zunächst auf eine ungeheure Fleißarbeit des Autors hin, ein Eindruck, der sich von der ersten Seite an bestätigt. In den gewählten Themen, der gründlichen Annäherung an jedes Thema und den vielfachen Verästelungen, denen Osterhammel nachgeht wird deutlich, dass so gut wie alles, was es zum 19. Jahrhundert, dieser entscheidenden, geschichtlichen Epoche auf dem Weg zur Moderne weltweit, zu sagen gibt, im Buch besprochen wird (und gefunden werden kann). Mehr als nur ein oberflächliches Bild wesentlicher Züge des 19. Jahrhunderts bietet das Buch, bei weitem mehr. Immer und immer wieder versteht es Osterhammel, einerseits in die Tiefe seiner dargestellten Universalgeschichte vorzudringen, ohne andererseits seinen leitenden, roten Faden zu verlieren. Denn nicht nur die industrielle Revolution, der Beginn von Mobilität und wesentliche Werke der Kunst- und Kulturgeschichte finden in diesem Jahrhundert Höhepunkte und Transformationen, auch die Veränderung der zu Beginn des Jahrhunderts noch vorherrschenden Zentriertheit auf Europa hin zu Amerika, aber auch Afrika und Asien findet sich in diesen Jahren des radikalen Wandelns gesellschaftlichen und geschichtlichen Lebens angelegt. Allein schon die Darstellung und Auswertung Forschungsreisen des 19. Jahrhunderts, die die Welt mehr und mehr bekannt machten, an die entlegenen Winkel der Erde vordrangen, dabei nicht nur exotisches Material mitbrachte, sondern auch vielfältige kulturelle Eindrücke und Ideen (die Osterhammel natürlich benennt und in ihren Folgen aufzeichnet) und damit die ersten Schritte zu einer weltweiten Vernetzung einleiteten ist im Kern ein Lehrbuch an sich. Aber auch die für sich stehende, hervorragende Einleitung und Annäherung an das geschichtliche Thema mit ruhigen, ausführlichen Darstellungen zur medialen Lust (und Sucht) der Zeit, zur Einordnung des genauen zeitlichen Rahmens (wunderbar hier das Kapitel über die Uhr und die damit einhergehende subjektive Beschleunigung der Zeit) und der ein wenig exotisch anmutende, in der Umsetzung aber ein wesentlicher Teil zur grundlegenden Verortung des 19. Jahrhunderts mit seiner lange Zeit aufrechterhaltenen „Miltärgrenze“ zum sogenannten „Orient“ hin darstellt. Neue Blickwinkel eröffnet Osterhammel hier durchaus, indem er vermeintlich geschichtliche Selbstverständlichkeiten auf ihre tatsächliche Wirkung hin überprüft. Vielfältige, konkrete Beispiele nutzt Osterhammel, um seine Wertungen und Folgerungen prägnant zu untermauern, gerade in der Vielfalt der Fakten und der überaus klugen Darstellung der Wechselbeziehungen erhält das Buch eine tiefe Anschaulichkeit und birgt fundierte Einsichten in die tatsächliche Lebenswirklichkeit der Zeit und folgert aus diesen, sich massiv verändernden, Lebenswirklichkeiten jene Linien heraus, die das Gesicht der Welt bis zum heutigen Tag mitprägten. Chronologisch übrigens ist das Buch nicht angeordnet, gerade hier liegt der besondere Reiz der je konzentrierten Darstellung der wesentlichen Themenbereiche. Sesshafte und Mobile in ihrer dynamischen Reibung mitsamt der Aufbruchstimmung gerade in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ein genauer Blick auf die Lebensstandards mit ihrem immensen Gefälle zwischen Arm und Reich, der Suche nach Sicherheit und der, fast notwendigen, Bereitschaft zu Risiken sind ebenso Gegenstand ausführlicher Betrachtung, wie der Siedlungskolonialismus, die Stabilität der Imperien (und was solche überhaupt ausmacht), die damit einhergehenden Konkurrenzen, und, und, und. Jürgen Osterhammel ist in allen Teilen gelungen, was er sich vorgenommen hat, eine globalgeschichtliche Darstellung einer Zeiten wendenden Epoche, die in sich ruhig und stabil an vielen Orten zunächst wirkt und dennoch der Nährboden für vielfache, dynamische Entwicklungen gewesen ist. Das Buch wird in seiner Tiefe und seinem thematischen statt chronologischen Ansatz zu Recht als Meilenstein geschichtlicher Darstellungen angesehen und liegt hier bereits in 6. Auflage vor. Zudem ist es Osterhammel ebenfalls gegeben, flüssig und verständlich, einsichtig und bildhaft zu schreiben und tatsächlich eine Vielzahl neuer Thesen und analytischer Ergebnisse in der Betrachtung des 19. Jahrhunderts vorzulegen.

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