Jürgen Petschull Der letzte Tanz im Paradies

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Inhaltsangabe zu „Der letzte Tanz im Paradies“ von Jürgen Petschull

Wir schreiben das Jahr 1899. Vom Hamburger Hafen reisen die Passagiere der »Emily Godeffroy« ins Herz der Kolonie Deutsch-Neuguinea. Ihr Auftrag: Sie sollen herausfinden, ob es im unzugänglichen Vulkangebiet der Insel tatsächlich eine Diamantenmine gibt. Sie sind auf ein exotisches Abenteuer gefasst. Doch mit aufständischen Kannibalen haben sie nicht gerechnet …

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  • Rezension zu "Der letzte Tanz im Paradies" von Jürgen Petschull

    Der letzte Tanz im Paradies

    anushka

    20. June 2010 um 14:17

    Drama in der Südsee In Hamburg sortieren die Angestellten des Museums Godeffroy Schädel von Eingeborenen als ihnen Besonderheiten an einem bestimmten Schädel auffallen. Es stellt sich heraus, dass dies der Schädel des deutschen Forschers Sebastian Kleine ist, der im Jahr zuvor im Auftrag des Hauses Godeffroy nach Deutsch-Neuginea aufgebrochen ist. Mitten in der Südsee entspinnt sich eine Geschichte um Liebe, Betrug, Verrat und ein wahres Drama der deutschen Kolonien. Zusammen mit dem Generalbevollmächtigten des Hauses Godeffroy Theobald Kolber und der katholischen Hebamme Anna Scharnhorst bricht Kleine im Jahr 1898 auf ins Abenteuer. Anna ist mit einem deutschen Missionar verlobt, von dem sie nur ein Foto und einige romantische Briefe hat, doch ihr steht eine böse Überraschung bevor. Kolber und Kleine haben den geheimen Auftrag zu prüfen, ob ein angebotenes Stück Land mitten im Urwald wirklich eine Diamentenmine ist. Diese könnte das angeschlagene Handelshaus Godeffroy vor dem Ruin retten. Während sich die einen im Paradies sehnen, brodelt es unter den anderen bereits. Immer wieder werden Missionare und Siedler angegriffen und getötet. Gleichzeitig gibt es unter den Kolonialbeamteten Korruption und finanzielle Interessen. Aber auch Eifersucht und zarte Liebesbande kommen nicht zu kurz. Jürgen Petschull hat einen Südsee-Roman mit Kriminalgeschichte verbunden. Und auch wenn der Leser von vornherein weiß, dass Kleine sterben wird, hofft er doch immer wieder, dass sich doch noch alles wenden möge. Ausgehend vom Jahr 1899 und dem Zeitpunkt, zu dem Kleines Schädel gefunden wird, wird die Geschichte rückblickend erzählt mit Hilfe von Kleines Tagebuch, das er Godeffroy als seinem Mäzen gewidmet hat. Petschull spinnt in einem Rahmen von Fakten eine fiktive Geschichte, die schlußendlich wieder zeigt, aus welch niederen Motiven Menschen getötet werden. Zudem zieht er den Leser mit Geschichten von Eingeborenen und Kannibalen in den Bann. Faszinierend, wie selbstbewusst und Selbstverständlich die neuen Siedler und Herrscher sich in einem derart feindlichen Umfeld bewegen. Auch die Geschichte der deutschen Kolonien in der Südsee ist überaus interessant, da den wenigsten bewusst sein dürfte, dass es in der Südsee deutsche Kolonien gab. Hinzu kommen die modernen Entwicklungen und der Wettlauf um die Vorherrschaft im Welthandel. Petschull schont auch seine Charaktere nicht und auch wenn der Tod Kleines doch den Höhepunkt der Geschichte bildet, entwickelt sie sich nicht nur dahin, sondern erinnert immer wieder daran, dass Kleine auch einen wichtigen Auftrag hatte, dessen Abschluss gefunden werden muss. Die Schlussszenen machen deutlich, dass geliebte Menschen nach deren dramaturgisch inszeniertem Tod nicht einfach vergessen werden und die Zurückgebliebenen einfach ihr Leben weiterleben - wie leider in viel zu vielen anderen Büchern - sondern zeigen, dass deren Verlust eine Lücke hinterlässt. Fazit: ein gut gelungener und fundierter historischer (Kriminal-)Roman mit einem außergewöhnlichen Handlungsort, der einem selten eine Lesepause gönnt und sich positiv vom historischen Einheitsbrei abhebt.

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  • Rezension zu "Der letzte Tanz im Paradies" von Jürgen Petschull

    Der letzte Tanz im Paradies

    Chilischoten

    19. March 2010 um 14:52

    Der Roman "Der letzte Tanz im Paradies " von Jürgen Petschull ist in der Tat der letzte Tanz, denn die erhoffte Diamantenmine in Deutsch - Guinea war ein Betrugsmanöver, die Hamburger Kaufmannsfamilie ist damit bankrott, der Wissenschaftsmitarbeiter ist tot und der Generalbevollmächtigte arbeitslos. Die Geschichte zeigt uns wieder einmal die Habsucht der Menschen, die grenzenlose Dummheit und Borniertheit von angeblich gebildeten Europäern gegenüber indigenen Völkern und die Herrschaftsansprüche von Außenstehenden, welche ganz schnell wie Sand durch die Finger rinnen können. Sehr empfehlenswert!

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