Jürgen Reichen Hannah hat Kino im Kopf

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(1)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Hannah hat Kino im Kopf“ von Jürgen Reichen

Einfache, leicht lesbare Darstellung der Reichen-Metode "Lesen durch Schreiben" und ihre Hintergründe für LehrerInnen, Sudierende und Eltern. Die Schrift klärt den Lesebegriff von "Lesen durch Schreiben", erläutert lernpsychologische Grundlagen, gibt Tipps, wie Eltern ihr Kind unterstützen können, warnt vor falschen Maßnahmen (lautes Vorlesen u.ä.) und bietet Hilfen bei Lernschwierigkeiten.

Stöbern in Sachbuch

Der Egochrist

ein zeitgemäßes Werk voller Authentizität, Introspektion und Kritik

slm

Nur wenn du allein kommst

Sehr lesenswerter Bericht, der informiert, nachdenklich macht und um gegenseitiges Verständnis wirbt.

Igelmanu66

It's Market Day

Ein gelungenes Kochbuch mit tollen Rezepten und eine Reise zu den angesagtesten Märkten Europas

isabellepf

Was das Herz begehrt

In einer lockeren, einfachen Art das wichtige Organ Herz näher gebracht!

KleineLulu

Die Stadt des Affengottes

Spannende Reise ins Herz Südamerikas

Sabine_Hartmann

Green Bonanza

Inspirierend, lecker und mit der Illusion, mal etwas richtig gesundes auf den Tisch zu stellen

once-upon-a-time

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Die Reichen-Methode "Lesen durch Schreiben und ihre Hintergründe"

    Hannah hat Kino im Kopf
    Rainbow

    Rainbow

    "Kinder lernen umso mehr, je weniger sie belehrt werden!" ist das Motto von Jürgen Reichens Didaktik und damit auch des von ihm entwickelten Leselehrgang "Lesen durch Schreiben". Im vorliegenden Buch erklärt er die Hintergründe desselben, berichtet von Erfahrungen und geht auch auf häufig geäußerte Fragen beziehungsweise Kritikpunkte ein, Bei "Lesen durch Schreiben" geht Reichen davon aus, dass der Schriftspracherwerb ähnlich verlaufen sollte wie das Sprechenlernen - die Kinder sollen intuitiv ("selbstgesteuert") und ohne unnatürliche Einschränkungen lernen können. Anhand einer Buchstabentabelle soll es ihnen möglich sein, durch Auflautieren schon von Beginn an "alle Wörter der Welt" zu schreiben. Das Lesen solle dann auch nicht durch mühsames Zusammenziehen von Lauten geübt werden, sondern werde sich selbstständig einstellen, wenn das Kind so weit wäre. Reichens Konzept ist heute aus Diskussionen zum Schriftspracherwerb nicht mehr wegzudenken und erfreut sich großer Beliebtheit. Die Schüler sollen mehr Verantwortung für ihr eigenes Lernen übernehmen können, auf ihre Interessen eingehen und im eigenen Tempo arbeiten können. Dies alles soll nicht nur Lesen durch Schreiben ermöglichen, sondern auch der Werkstattunterricht, der Teil des Konzepts ist. An dieser Stelle möchte ich jedoch nicht über das Konzept diskutieren, sondern über dessen Darstellung in "Hannah hat Kino im Kopf!" Das Buch richtet sich an Lehrer, Studenten und Eltern und erklärt von Anfang an sehr anschaulich, wie "Lesen durch Schreiben" funktioniert. Dabei werden grundlegende Fragen gestellt wie etwa, was eigentlich Lesen sei und dazu eingeladen, sich auf ein Experiment mit der Buchstabentabelle einzulassen. Kleine Anekdoten aus Reichens Erfahrung als Schüler und vor allem auch als Lehrer werden eingestreut, die einzelne Aspekte genauer erläutern. Dadurch ist der erste Teil des Buches nicht nur ausgesprochen informativ, sondern auch sehr gut zu lesen. Natürlich ist der Autor von seinem eigenen Konzept überzeugt, sodass die Darstellung nicht neutral ist. Trotzdem bietet sie viele interessante Impulse und Nachdenkenswertes. Der Schreibaspekt ist durchaus einleuchtend, aber leider trifft das nicht unbedingt auf den Leseaspekt zu. In der Theorie und auch der Erfahrung des Autors werden die Schüler irgendwann zu "Blitzlesern", wenn sie aufgrund ihres Wissens und der Erfahrung mit der Schrift automatisch den Weg vom gedachten Wort zum geschriebenen Wort umgekehrt vollziehen können. Wie genau das aber eigentlich funktioniert, kann Herr Reichen leider auch nicht erklären. Stattdessen betont er zum wiederholten Male, man dürfe Kinder, die noch nicht lesen können auf gar keinen Fall zum Lesen anhalten, da das nur schade. Da mag er rechthaben, aber auf die Frage, was ich als Lehrer mit einem Kind mache, das Ende der ersten Klasse immer noch nicht lesen kann und deswegen Schwierigkeiten mit zu bearbeitenden Aufgaben bekommt, gibt er auch keine Antwort. Gerade der zweite Teil des Buches ist dann auch sehr von Wiederholungen gekennzeichnet und liest sich sehr voreingenommen. In einem Exkurs zum Fibelunterricht, zur Legasthenie und zur Rechtschreibung geht der Autor auf deren Entwicklung ein und stellt seine Meinung dar, die sich wie eine Verschwörungstheorie liest (platt gesagt: Rechtschreibung sei da, um der Grundschicht den Aufstieg zu verwehren). Wenn er schreibt, dass es eigentlich ein Wunder sei, wenn jemand durch (seiner Meinung nach trotz) Fibelunterrichts überhaupt Lesen gelernt hat, fühle ich mich als kompetenter Leser, auf den eben das zutrifft, vor den Kopf gestoßen. Natürlich will Reichen von seinem Konzept überzeugen, aber der zweite Teil des Buches kam mir doch sehr von oben herab vor. Wieder sehr gut geschrieben und auch ausführlich ist dann aber der Abschnitt zum Werkstattsunterricht, der übersichtlich dessen Funktion, Aufbau und Anforderungen beschreibt und Reichens Erfahrungen aus langen Jahren als Lehrer erzählt. "Hannah hat Kino im Kopf!" ist durchaus ein interessantes Buch und bietet einen ausgezeichneten Überblick über den Leselehrgang "Lesen durch Schreiben" und deren Hintergründe, auch wenn sich über Reichens Sicht zu Fibelunterricht, Rechtschreibung und Legasthenie streiten lässt. Zu Bedenken ist auch, dass das Buch inzwischen 13 Jahre alt ist, und so vielleicht nicht ganz aktuell. Für Interessierte ist es empfehlenswert den Lehrgang aus Sicht des Begründers zu sehen, auch wenn ich ans Herz legen würde, sich außerdem einen etwas neutraleren Vergleich zwischen Fibelunterricht und Lesen durch Schreiben anzusehen.

    Mehr
    • 3
    Rainbow

    Rainbow

    16. January 2014 um 16:15