Jürgen Schaefer Lob des Irrtums

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Inhaltsangabe zu „Lob des Irrtums“ von Jürgen Schaefer

Liebe deine Fehler!Liebe deine Fehler! Sie zeigen uns Grenzen auf, lehren Demut und Toleranz. Fehler eröffnen die Möglichkeit, beim nächsten Mal Grenzen zu überwinden, es anders, besser zu machen. Scheitern, das wir als solches annehmen, weist neue Wege. Der Wissenschaftsjournalist Jürgen Schaefer plädiert auf der Basis von Erkenntnissen aus Neuro- und Sozialwissenschaft, aus Evolution und Philosophie für eine neue Kultur der Fehlergelassenheit. Erst wer das Recht hat, Fehler zu begehen, entwickelt Mut und Kreativität, Wagnisse einzugehen, unbekanntes Terrain zu erkunden. Denn nur wo wir irren dürfen, sind wir frei – und es gilt: »Wir funktionieren nicht, wir leben.«

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  • weg vom Perfektionismus

    Lob des Irrtums
    sab-mz

    sab-mz

    23. June 2014 um 16:41

    Jürgen Schaefer ist Wissenschaftsjournalist und arbeitet bei GEO als Redakteur. Das Buch mit dem Untertitel "Warum es ohne Fehler keinen Fortschritt gibt" macht Mut den Perfektionismus abzulegen. Ärgern wir uns nicht alle über Fehler, die wir machen. Ich persönlich habe es schon in der Schule gehasst, wenn rote Striche am Rand einer Klassenarbeit Fehler signalisierten. Damit bin ich sicher nicht alleine. So sind wir nun mal erzogen. Hin zur Fehlerlosigkeit. Eindrucksvoll, mit ganz vielen Belegen aus der Neurowissenschaft, der Evolution, man denke nur an Darwin, usw. erklärt der Autor warum es Fehler braucht. Der Autor fordert dazu auf seine eigenen Fehler zu lieben. Das fällt schwer, aber Jürgen Schaefer hat so eindeutige Beispiele dafür, dass sich die Mühe des Weges dahin lohnt. Besonders beeindruckt hat mich seine Schilderung der Geschichte von Ang Lee, der aus Taiwan in die USA emigrierte, um seinen grossen Traum zu verwirklichen. Er wollte Schauspieler werden. Während des Studiums legt er sich fest Regisseur zu werden. Für seine Diplomarbeit wird er ausgezeichnet, er hofft auf den grossen Durchbruch. Die Agentur, die ihn vertritt, beschafft ihm keinen Job. Er und seine Familie leben vom Geld das seine Frau verdient. Er will umschulen. Dies verhindert seine Frau. Nach 6 Jahren gewinnt er einen Wettbewerb . Mit dem Preisgeld dreht er in 48 Tagen einen Film der zu Herzen geht. Der Durchbruch ist geschafft. Ang Lee wurde für 38 Oscars nominiert, 12 mal hat ihn bekommen. Dies ist einer der Beweise, dass auch Niederlagen zum Erfolg führen können. Viele Irrtümer fallen uns ja gar nicht auf. Zeugenaussagen, die beeinflusst sind vom Individuum das sie macht. In bester Absicht und mit der festen Überzeugung die Wahrheit zu sagen, aber beeinflusst von der subjektiven Wahrnehmung. Optische Täuschungen verschieben die Wahrheit ebenso. Es gibt viele Beispiele im Buch von Jürgen Schaefer. Beispiele, die auf der einen Seite Mut machen Fehler zuzulassen, auf der anderen Seite aber auch aufzeigen, dass ein Leben ohne Fehler gar nicht möglich ist. Fehlerlos leben würde Stillstand bedeuten. Viele Entdeckungen verdanken wir auch Irrtümern. Ohne Irrtum hätten wir kein Penicillin und viele andere Dinge mehr. Hierzu liefert der Autor sowohl den wissenschaftlichen Hintergrund wie auch Beispiele. Das Buch ist sehr fundiert geschrieben. Ich kann es nur jedem Leser empfehlen, der bereit ist neue Gedanken zuzulassen.

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  • weg vom Perfektionismus

    Lob des Irrtums
    sab-mz

    sab-mz

    23. June 2014 um 16:41

    Jürgen Schaefer ist Wissenschaftsjournalist und arbeitet bei GEO als Redakteur. Das Buch mit dem Untertitel "Warum es ohne Fehler keinen Fortschritt gibt" macht Mut den Perfektionismus abzulegen. Ärgern wir uns nicht alle über Fehler, die wir machen. Ich persönlich habe es schon in der Schule gehasst, wenn rote Striche am Rand einer Klassenarbeit Fehler signalisierten. Damit bin ich sicher nicht alleine. So sind wir nun mal erzogen. Hin zur Fehlerlosigkeit. Eindrucksvoll, mit ganz vielen Belegen aus der Neurowissenschaft, der Evolution, man denke nur an Darwin, usw. erklärt der Autor warum es Fehler braucht. Der Autor fordert dazu auf seine eigenen Fehler zu lieben. Das fällt schwer, aber Jürgen Schaefer hat so eindeutige Beispiele dafür, dass sich die Mühe des Weges dahin lohnt. Besonders beeindruckt hat mich seine Schilderung der Geschichte von Ang Lee, der aus Taiwan in die USA emigrierte, um seinen grossen Traum zu verwirklichen. Er wollte Schauspieler werden. Während des Studiums legt er sich fest Regisseur zu werden. Für seine Diplomarbeit wird er ausgezeichnet, er hofft auf den grossen Durchbruch. Die Agentur, die ihn vertritt, beschafft ihm keinen Job. Er und seine Familie leben vom Geld das seine Frau verdient. Er will umschulen. Dies verhindert seine Frau. Nach 6 Jahren gewinnt er einen Wettbewerb . Mit dem Preisgeld dreht er in 48 Tagen einen Film der zu Herzen geht. Der Durchbruch ist geschafft. Ang Lee wurde für 38 Oscars nominiert, 12 mal hat ihn bekommen. Dies ist einer der Beweise, dass auch Niederlagen zum Erfolg führen können. Viele Irrtümer fallen uns ja gar nicht auf. Zeugenaussagen, die beeinflusst sind vom Individuum das sie macht. In bester Absicht und mit der festen Überzeugung die Wahrheit zu sagen, aber beeinflusst von der subjektiven Wahrnehmung. Optische Täuschungen verschieben die Wahrheit ebenso. Es gibt viele Beispiele im Buch von Jürgen Schaefer. Beispiele, die auf der einen Seite Mut machen Fehler zuzulassen, auf der anderen Seite aber auch aufzeigen, dass ein Leben ohne Fehler gar nicht möglich ist. Fehlerlos leben würde Stillstand bedeuten. Viele Entdeckungen verdanken wir auch Irrtümern. Ohne Irrtum hätten wir kein Penicillin und viele andere Dinge mehr. Hierzu liefert der Autor sowohl den wissenschaftlichen Hintergrund wie auch Beispiele. Das Buch ist sehr fundiert geschrieben. Ich kann es nur jedem Leser empfehlen, der bereit ist neue Gedanken zuzulassen.

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  • Fortschritt durch Fehler

    Lob des Irrtums
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    03. June 2014 um 09:48

    Fortschritt durch Fehler Niemand bekommt (oder hat bekommen) gerne eine rot übersäte Arbeit in der Schule zurück. Das bedeutet eine schlechte Note, unter Umständen eine Versetzungsgefahr, wenn nicht noch Schlimmeres. „Nicht bestanden“, in der Schule, in der Ausbildung, beim Examen in einem Studium, der GAU. Im übertragenen Sinne gilt dies natürlich für alle Bereiche des modernen Lebens. Weil überall bewertet wird nach den Kategorien „richtig oder falsch“. Was an Mode in ist, was an Aussehen gerade zählt, das bei der Arbeit alles möglichst perfekt erledigt wird, dass in der Erziehung nichts daneben geht. Wer einen Fehler macht, der wird das zu spüren bekommen (wenn es auffällt). Ob im Fußball ein reguläres Tor nicht gegeben wird und damit das ganze Endspiel einen anderen Verlauf nimmt, wer auf der Arbeit sich einen dicken Schnitzer leistet, wer privat „daneben tritt“. Gut, wenn man auf einen „gnädigen Bewerter“ trifft, schlecht, wenn Menschen drum herum sind, denen es fast eine Lust bereitet, anderen dann ihre Macht zu beweisen und weidlich im Fehler herum zu bohren. Die „bunten Blätter“ sprechen da jede Woche ihre eigene Sprache bis hin zu den „Shitstorms“ im Internet. Keine Frage, und dies ist einer der wesentlichen Punkte im Hintergrund auch diesen Buches, dass so eine Mentalität der Angst sich verbreitet. „Mach ja nichts falsch“ ist die Devise, die an vielen Orten die Befindlichkeit mit bestimmt. Und nun fordert Jürgen Schaeffer zum Gegenteil fast auf (natürlich in sehr differenzierter und verständlicher Form). Lernen, „unsere Fehler zu lieben“, das ist, wofür er in die Bresche geht und was er sehr flüssig, überzeugend und gut zu lesen in diesem Buch dem Leser nahe legt. Zu Recht. Nicht nur, weil er es sagt, sondern weil es der Logik und der Einsicht folgt. Denn echtes Lernen geschieht nur da, wo auch Neuland betreten wird. Und Neuland bedingt, dass man sich noch nicht darin auskennt, also auch falsche Wege einschlägt, sich das „Neue“ erst einmal auch unter dem Risiko von Fehlern erschließen muss. Fehler fordern eine kreative Problemlösung. Um grundsätzlich kreativ zu bleiben, bedarf es eines Spielraums. „Nur, wo wir irren dürfen, sind wir wirklich frei“. Fehler passieren. Auf jeden Fall. Selbst bei jenen, denen Perfektion über alles geht und jeder Fehler hochnotpeinlich berührt. Denn, so erläutert Schaeffer, das „Arbeitsgedächtnis“ für das „Hier und Jetzt“ hat nur eine begrenzte Kapazität und ist äußerst Stressanfällig. Verwechslungen, “Freudsche Fehlleistungen“, mangelnde Konzentration, „Fehler passieren in allen Lebensbereichen“. Gerade wenn bestimmte Aufgaben wichtig und wesentlich sind und die viel Konzentration benötigen (und dann hoffentlich auch gelingen), die „Nebenschauplätze“ bieten dann ein breites Feld für „Fehler“. So ist es anzuraten, und darin kann der Leser Schaeffer gut folgen, eine „Fehlergelassenheit“ zu erwerben, ein angehen gegen den eigenen Perfektionsdrang. Denn je entspannter eine Aufgabe angegangen wird, je weniger groß die Angst vor einem Fehler ist, desto wahrscheinlicher gelingt die Aufgabe. Und, vor allem, desto offener ist der Mensch, aus Fehlern, die dennoch geschehen, seine nachhaltigen Schlüsse zu ziehen, zu lernen. Alleine das Kapitel zum „Perfektionismus“ im Buch lohnt in dieser Hinsicht die Lektüre und führt den Versuch, das Leben zu kontrollieren ad Absurdum. Auch wenn es manchmal folgenschwere Fehler sind (denen man mit aller Kompetenz natürlich entgegenwirkt, nicht nur im medizinischen Bereich). Um also Fehlern möglichst gut zu begegnen, die Rate an tatsächlichen Fehlern gering zu halten, bedarf es, paradoxerweise, ein „Rechnen mit Fehlern“ und einer „Offenheit Fehlern“ gegenüber. Mit einem Wort, eine „Fehlerfreundlichkeit“, wie Schaeffer nicht müde wird, im Buch an vielfältigen Beispielen zu erläutern. Eine sehr überzeugende und sehr anregende Lektüre, die eine andere Haltung eröffnet. „Gehen Sie auf den Überbringer der schlechten Nachricht zu! Lassen Sie ihn leben. Gratulieren Sie ihm zu seinem Mut“. So lernen alle aus Fehlern. 

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