Jürgen Schreiber

 3.3 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Gnadenlos, Ein Verräter wie er und weiteren Büchern.
Autorenbild von Jürgen Schreiber (© Oliver Jung Fotografie)

Lebenslauf von Jürgen Schreiber

Journalist durch und durch: Jürgen Schreiber wurde 1947 in Heilbronn geboren. Schreiber ist seit über 30 Jahren als Journalist u.a. für die Stuttgarter Zeitung, die Frankfurter Rundschau, GEO und das Zeit-Magazin tätig. Seit 1999 war er für den Berliner Tagesspiegel tätig, dessen Chefredakteur er von 2001 bis 2007 war. 2005 veröffentlichte er seinen ersten Roman »Ein Maler aus Deutschland«, welches das Familiendrama des deutschen Malers Gerhard Richter aufdeckt. 2007 veröffentlichte er ein Buch über die gemeinsame Zeit in Frankfurt mit Joschka Fischer sowie 2009 über Monika Ertl. Schreiber wurde mit dem »Wächter-Preis« und dem »Theodor-Wolff-Preis« ausgezeichnet.

Alle Bücher von Jürgen Schreiber

Cover des Buches Gnadenlos9783442744534

Gnadenlos

 (7)
Erschienen am 09.04.2012
Cover des Buches Ein Verräter wie er9783426277584

Ein Verräter wie er

 (2)
Erschienen am 01.02.2019
Cover des Buches Ein Maler aus Deutschland9783492312127

Ein Maler aus Deutschland

 (2)
Erschienen am 02.10.2017
Cover des Buches Die Stasi lebt9783426782514

Die Stasi lebt

 (1)
Erschienen am 01.05.2009
Cover des Buches Meine Jahre mit Joschka9783548372396

Meine Jahre mit Joschka

 (1)
Erschienen am 04.12.2008
Cover des Buches Sie starb wie Che Guevara9783538072749

Sie starb wie Che Guevara

 (1)
Erschienen am 11.02.2009
Cover des Buches Gnadenlos9783641055806

Gnadenlos

 (0)
Erschienen am 15.04.2011
Cover des Buches Corporate Security Management9783639634112

Corporate Security Management

 (0)
Erschienen am 19.05.2014

Neue Rezensionen zu Jürgen Schreiber

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Rezension zu "Ein Verräter wie er" von Jürgen Schreiber

DDR Zeitdokument....
lievke14vor einem Jahr

Der Autor Jürgen Schreiber hat mit diesem Buch ein Stück DDR-Vergangenheit aufgearbeitet und beleuchtet einen wahren Kriminalfall, der in den Stasi-Archiven unter Verschluss gehalten wurde.

Im Jahre 1961 erschießt ein Offizier des DDR Militärgeheimdienstes zwei aus den eigenen Reihen stammende Agenten....und das aus den wahrscheinlich niedrigsten Beweggründen, die man sich nur vorstellen kann: Habgier und Feigheit.
Fünf Jahre wähnt er sich in Sicherheit....hat er doch seiner Meinung nach alle Spuren, die zu ihm führen könnten, vertuscht.

Sehr detailreich beschreibt Jürgen Schreiber die Tat und alle nachfolgenden Ereignisse bis zur Ergreifung des Täters und dem Urteilsspruch.

Die historischen Fakten sind unglaublich interessant. Die Stasi- und Geheimdienst-Geschichte der DDR bietet immer wieder  tragische und unfassbare Episoden, in denen oft unbescholtene Menschen Opfer des Systems wurden.

Hier lernen wir einen überzeugten Genossen kennen, der linientreu seine Arbeit verrichtete, oftmals aber auch eigene Schwächen mit List und Tücke verborgen hat und immer wieder seinen Konsumdurst nach westlichen Gütern stillen musste. Dies wurde ihm schließlich zum Verhängnis.

Was die eigentliche Story an interessanten und brisanten Fakten bereithält, macht der Autor aber durch einen unmöglichen Schreibstil zunichte.

Und damit kommen wir auch zur Krux der Geschichte.

Es war von Anfang bis zum Ende ein Krampf dieses Buch zu lesen.
Ich mag grundsätzlich einen anspruchsvollen Schreibstil. "Ein Verräter wie er" sollte allen Anschein nach auch zu dieser Gattung gehören. Allerdings wollte der Autor hier ein bisschen zu viel.
Der Schreibstil lässt sich nur mit extem antiquiert und reißerisch beschreiben.

Der Autor warf hier zudem mit Fremdwörtern um sich als gebe es kein Morgen....leider auch für Begriffe, bei denen keine Not bestanden hätte, normal gebräuchliche Ausdrücke oder Redewendungen zu benutzen. Permanente Wiederholungen und Effekthascherei waren irgendwann nur noch ermüdend.
Eine nüchterne und klare Schreibweise hätte der Geschichte gut getan.

Schade!

Ich habe dieses Buch durchgelesen, weil ich sehr interessiert an deutscher Geschichte bin. Solche Art von Zeitgeschichte sollte aber von der breiten Masse gelesen werden....besonders von jungen Menschen, denen dieses Kapitel der deutschen Geschichte nicht oder nur wenig bekannt ist.

Denn solche Vorfälle/Ereignisse sollten nicht in Vergessenheit geraten.

Ich kann es allerdings niemanden verübeln, der dieses Buch nach 20 Seiten abbricht.





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Rezension zu "Ein Verräter wie er" von Jürgen Schreiber

Ein Spion in der Ego-Falle
R_Mantheyvor einem Jahr

Wenn Major Hellmut Scheithauer ein Verräter im klassischen Sinne gewesen wäre, hätte er sich in den Westen abgesetzt. Probleme hätte ihm eine solche Flucht nicht bereitet, denn er war ständig im Westen. Mit diesen Aufenthalten beginnt sein Drama. Zu Anfang der 1960er Jahre entfaltet die westliche Konsumwelt ihre Verführungen bei Scheithauer. Er zweigt kleine Beträge von Zahlungen an seine Westspione ab und benutzt sie für seinen privaten Konsum. Die Stasi erhält gefälschte Quittungen von ihm. Als zwei seiner Leute sich anfangen zu beschweren und seinen Chef sprechen wollen, gelangt Scheithauer an den Scheideweg: Entweder die Sache fliegt auf und seine Karriere beim militärischen Geheimdienst der DDR ist zu Ende oder er löst das Problem anders.

Scheithauer kommt auf die für ihn einfachste, aber wohl auch dümmste Idee. Er richtet seine beiden Spione hin. In Waldstücken nahe der Transitautobahn. Fünf Jahre später wird er gefasst. Wie die Ermittler ihm auf die Spur gekommen sind, ist eigentlich eine Meisterleistung, denn die Spurenlage war dünn und die aufgefundenen Toten konnten nicht so einfach identifiziert werden.

Selbstverständlich hielt die DDR dieses Verbrechen geheim. Nicht einmal Scheithauers Ehefrau kannte die Vorwürfe gegen ihn, noch erfuhr sie, dass man ihn zum Tode verurteilt hatte. Er starb eben in der Haft. Wäre dieser Fall bekanntgeworden, hätte er mit Sicherheit die Rekrutierungsversuche der Stasi im Westen erheblich erschwert. Wer will schon gerne von seinem Führungsoffizier ermordet werden?

Jürgen Schreiber hat sich durch unzählige Akten gequält, um Scheithauers Doppelmord der Öffentlichkeit bekanntzumachen. Interessant ist nach den vielen Jahren nicht nur der reale Fall, sondern vor allem das Offenlegen der tatsächlichen Verhältnisse innerhalb des im Westen so gefürchteten DDR-Geheimdienstes. Wenn man dieses Buch gelesen hat, bleibt vom Selbstporträt der Hauptabteilung Aufklärung und anderer Dienste der DDR nicht mehr viel übrig. Besonders imposant sind dabei die gegenseitigen Bespitzlungen selbst hoher Offiziere, für die Schreiber zahlreiche Belege anführt, die im Nachhinein ziemlich lustig und albern klingen.

Für Leser, die niemals in diesem System gelebt haben, mag das Buch mitunter seine Längen haben. Der tatsächliche Fall ist eigentlich banal und lässt sich kurz abhandeln. Schreiber aber hat so viele DDR-Akten gelesen, dass er ihn etwas in die Länge zieht und dabei immer wieder mit Einzelheiten etwas abseits des eigentlichen Geschehens ausschmückt, auch wenn dies durchaus interessant sein kann. Auch bei seinen psychologischen Ausführungen über Scheithauers Persönlichkeitsprofil kann man geteilter Meinung sein, denn im Grunde ist die Sache recht einfach. Scheithauer ist gewissermaßen ein Klassiker, jedenfalls was sein Mordmotiv anbelangt. Es dürfte in der Kriminalgeschichte recht häufig vorkommen. Menschen wie Scheithauer finden nicht zufällig zum Geheimdienst. Ihnen liegt diese Tätigkeit, weil sie bereits mit genügend krimineller Energie ausgestattet sind. Scheithauer konnte lügen, dass sich die Balken biegen.

Das musste er auch, denn die Rekrutierung von Spionen läuft sehr häufig auf Erpressung hinaus. Den Kandidaten wird etwas vorgespielt, sie werden in eine bestimmte Falle gelockt und dann damit erpresst. Das war auch im Falle seiner Opfer so.

Kommen solche Menschen erst einmal auf die schiefe Bahn, und ist dann ihre Enttarnung möglich, dann handeln sie konsequent nach ihrem bisherigen Muster, immer vorausgesetzt, sie können auch morden und haben die Mittel dazu.

Das Buch ist also in vielerlei Hinsicht eine interessante Quelle. Vielleicht empfindet nicht jeder Leser den Stil von Jürgen Schreiber als besonders flüssig. Aber das ist nur eine Randbemerkung.

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Rezension zu "Die Stasi lebt" von Jürgen Schreiber

Und sie sind noch da ...
TheSilencervor 4 Jahren

So ganz haut der Titel des Buches nicht hin. "Die Stasi vermodert" wäre treffsicherer, aber vermutlich nicht so verkaufsfördernd.

Jürgen Schreiber, Journalist für Zeitungen wie "Der Tagesspiegel" oder die "Süddeutsche Zeitung", hat über zehn Jahre recherchiert und alte Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) aufgesucht - mehr oder weniger auch aufgescheucht.

Die heute alten Säcke, die im Biedermann-Kostüm Model Strickjacke und Gummibundhose den braven Rentner mimen, versuchen sich zu rechtfertigen, leugnen oder ducken sich weg. Die Charakter-Schweine, die selbst nach November '89 ihr Denunziantentum nicht aufgaben und ihre eigenen Kollegen verpfiffen, um sich beim Klassenfeind von vor nur kurzer Zeit Liebkind zu machen, leben noch immer in den Hochburgen von Schutzbezirken oder Bonzenvierteln - rententechnisch gleichgestellt mit denen, die sie schikanierten.

Als (West-)Berliner ist es schwer, diesem Thema aus dem Wege zu gehen. Ich habe seit dem Mauerfall mehrere Menschen kennengelernt, die als "Politische" gesessen haben, weil sie sich dem System verweigerten. 
Ich habe zwei Stasi-Akten von Familienmitgliedern lesen dürfen.
Die eine plante ihre Flucht aus der Diktatur mit einem Schlauchboot und vertraute sich der falschen Freundin an. Der andere weigerte sich als Grenzpolizist auf einen Flüchtenden zu schießen.
Beide können über ihre Knasterlebnisse bis heute nicht frei sprechen. Beide haben seelischen Schaden genommen.

Und doch stellen sich die Täter von damals als Opfer dar, jene, die der braunen Diktatur lediglich ein rotes Mäntelchen umhängten und auf einem anderen Level weitermachten.

Das Buch ist eine Sammlung von in Zeitungen veröffentlichten Reportagen. Für Interessierte ein perfekter Einstieg ins Thema. Für jene, die sich damit schon früher befaßten, gibt's leider nicht all zu viel neues.

Schreiber stellt sich nach zehn Jahren Recherche auch die Frage, wie es sein kann, daß SED-PDS-DieLinke ein dermaßen großes Wählerpotential haben kann.
Ich ergänze die Frage mal: wie kann man gegen eine braune NPD sein und gleichzeitig rote Ewiggestrige gutheißen?

Tip für Berlin-Besucher:
In der Gedenkstätte Hohenschönhausen  in Berlin führen ehemalige Häftlinge durch den Stasi-Knast und stehen Rede und Antwort. Dort stellt man sehr schnell fest, daß man nicht immer so viel essen kann, wie man kotzen möchte.

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Jürgen Schreiber wurde am 30. Januar 1947 in Heilbronn (Deutschland) geboren.

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