Jürgen Schreiber

 3.3 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Gnadenlos, Ein Maler aus Deutschland und weiteren Büchern.
Jürgen Schreiber

Lebenslauf von Jürgen Schreiber

Jürgen Schreiber wurde am 30. Januar 1947 in Heilbronn geboren. Schreiber ist seit über 30 Jahren Journalist u.a. für die Stuttgarter Zeitung, Frankfurter Rundschau, GEO und dem Zeit-Magazin. Seit 1999 war er für den Berliner Tagesspiegel tätig, dessen Chefredakteur er seit 2001 ist. 2005 veröffentlichte er seinen ersten Roman »Ein Maler aus Deutschland« welches das Familiendrama des deutschen Malers Gerhard Richter aufdeckt. 2007 veröffentlichte er ein Buch über die gemeinsame Zeit in Frankfurt mit Joschka Fischer sowie 2009 über Monika Ertl. Schreiber wurde mit dem »Wächter-Preis« und dem »Theodor-Wolff-Preis« ausgezeichnet.

Neue Bücher

Ein Verräter wie er

Erscheint am 01.02.2019 als Hardcover bei Droemer.

Alle Bücher von Jürgen Schreiber

Gnadenlos

Gnadenlos

 (8)
Erschienen am 09.04.2012
Ein Maler aus Deutschland

Ein Maler aus Deutschland

 (2)
Erschienen am 02.10.2017
Die Stasi lebt

Die Stasi lebt

 (1)
Erschienen am 01.05.2009
Meine Jahre mit Joschka

Meine Jahre mit Joschka

 (1)
Erschienen am 04.12.2008
Sie starb wie Che Guevara

Sie starb wie Che Guevara

 (1)
Erschienen am 11.02.2009
Gnadenlos: Warum Menschen morden

Gnadenlos: Warum Menschen morden

 (0)
Erschienen am 15.04.2011
Ein Verräter wie er

Ein Verräter wie er

 (0)
Erschienen am 01.02.2019
Corporate Security Management

Corporate Security Management

 (0)
Erschienen am 19.05.2014

Neue Rezensionen zu Jürgen Schreiber

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Rezension zu "Die Stasi lebt" von Jürgen Schreiber

Und sie sind noch da ...
TheSilencervor 2 Jahren

So ganz haut der Titel des Buches nicht hin. "Die Stasi vermodert" wäre treffsicherer, aber vermutlich nicht so verkaufsfördernd.

Jürgen Schreiber, Journalist für Zeitungen wie "Der Tagesspiegel" oder die "Süddeutsche Zeitung", hat über zehn Jahre recherchiert und alte Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) aufgesucht - mehr oder weniger auch aufgescheucht.

Die heute alten Säcke, die im Biedermann-Kostüm Model Strickjacke und Gummibundhose den braven Rentner mimen, versuchen sich zu rechtfertigen, leugnen oder ducken sich weg. Die Charakter-Schweine, die selbst nach November '89 ihr Denunziantentum nicht aufgaben und ihre eigenen Kollegen verpfiffen, um sich beim Klassenfeind von vor nur kurzer Zeit Liebkind zu machen, leben noch immer in den Hochburgen von Schutzbezirken oder Bonzenvierteln - rententechnisch gleichgestellt mit denen, die sie schikanierten.

Als (West-)Berliner ist es schwer, diesem Thema aus dem Wege zu gehen. Ich habe seit dem Mauerfall mehrere Menschen kennengelernt, die als "Politische" gesessen haben, weil sie sich dem System verweigerten. 
Ich habe zwei Stasi-Akten von Familienmitgliedern lesen dürfen.
Die eine plante ihre Flucht aus der Diktatur mit einem Schlauchboot und vertraute sich der falschen Freundin an. Der andere weigerte sich als Grenzpolizist auf einen Flüchtenden zu schießen.
Beide können über ihre Knasterlebnisse bis heute nicht frei sprechen. Beide haben seelischen Schaden genommen.

Und doch stellen sich die Täter von damals als Opfer dar, jene, die der braunen Diktatur lediglich ein rotes Mäntelchen umhängten und auf einem anderen Level weitermachten.

Das Buch ist eine Sammlung von in Zeitungen veröffentlichten Reportagen. Für Interessierte ein perfekter Einstieg ins Thema. Für jene, die sich damit schon früher befaßten, gibt's leider nicht all zu viel neues.

Schreiber stellt sich nach zehn Jahren Recherche auch die Frage, wie es sein kann, daß SED-PDS-DieLinke ein dermaßen großes Wählerpotential haben kann.
Ich ergänze die Frage mal: wie kann man gegen eine braune NPD sein und gleichzeitig rote Ewiggestrige gutheißen?

Tip für Berlin-Besucher:
In der Gedenkstätte Hohenschönhausen  in Berlin führen ehemalige Häftlinge durch den Stasi-Knast und stehen Rede und Antwort. Dort stellt man sehr schnell fest, daß man nicht immer so viel essen kann, wie man kotzen möchte.

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Rezension zu "Gnadenlos" von Jürgen Schreiber

Über die Abgründe in menschlichen Köpfen
Babschavor 5 Jahren

Der Autor, selbst Reporter, rollt in seinem Buch zwanzig wahre Verbrechensfälle der letzten Jahrzehnte aus der deutschen Lebenswirklichkeit auf, die seinerzeit teils spektakulär durch die Medien gegangen sind, teils auch nur regionale Aufmerksamkeit erregten. Und er macht das immer sehr speziell und hochinteressant mit vielen oftmals bisher völlig unbekannten Hintergrundinformationen. Ganz gezielt widmet er sich neben dem bewusst emotionslosen Abspulen der reinen Fakten entweder den Täterpersönlichkeiten selbst mit ihren teils unglaublichen Motiven wie auch sonstigen Beteiligten aus dem Tatumfeld, z. B. den Eltern von Mördern oder Opfern oder Justizvertretern und schreckt -streckenweise sehr couragiert- dabei auch nicht davor zurück, hierbei so manche still schweigend zugeschüttete Grube wieder auszuheben. Ein buntes, erschreckendes Kaleidoskop teils wahnsinniger Gewalttaten aus dem wahren Leben, das gerade durch den hervorragenden Schreibstil zu fesseln vermag. Ein Werk, das qualitativ -mindestens- in einer Liga mit den bekannten vergleichbaren Werken eines Ferdinand von Schirach anzusiedeln ist. 

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Rezension zu "Gnadenlos" von Jürgen Schreiber

Rezension zu "Gnadenlos" von Jürgen Schreiber
michael_lehmann-papevor 8 Jahren

Das Geheimnis des Bösen

Wenn man in den Nachrichten davon hört, in der Zeitung auf entsprechende Schlagzeilen trifft, unter Umständen sogar im Umfeld des eigenen Lebensraumes auf das trifft, was bei Kain und Abel der Überlieferung nach das erste Mal in den Raum trat und seitdem als das bei weitem geächtete Verbrechen gilt, wenn man mit Mord konfrontiert wird, dann ist oft das Unverständnis groß. „Wie kann man nur“, ist eine der Fragen, die sich jeder vernünftig denkende Mensch stellt und das nicht nur, weil dieses schwerste der Verbrechen auch die schwersten Strafen nach sich zieht.

Jürgen Schreiber hat sich in 20 einzelnen Fällen diesem Verbrechen zugewandt. Konkreter vor allem der Frage hinter dem jeweiligen Mord versucht, zu nähern. Vielfältig sind die vordergründigen Motive, die hinter dem Geschehen eines Mordes stecken können, vornehmlich Leidenschaften sind es, die Menschen zu dieser äußersten Tat treiben. Aber auch Kalkäl und Berechnung finden sich häufiger, als man vermuten mag und ebenso Motive, die der persönlichen Ebene zunächst distanziert gegenüber stehen wie politische Attentate (auch wenn ein eher künstliches Hassgefühl hier durchaus nicht selten erweckt wird).

Aus eigener Erfahrung des Journalisten kann Schreiber hier ebenso schöpfen („In einem langen Reporterleben kommt einiges an Mord und Totschlag zusammen“), wie auch aus fundierter und gründlicher Recherche von Verbrechen, die Schreiber zu Zeiten nicht selbst bearbeitet hatte, die er aber nun gründlich und umsichtig von allen verfügbaren Seiten her aufrollt. Auch extreme Situationen begegnen im Buch, die, wie Schreiber zu Recht bemerkt, ein einigermaßen vernünftig denkender Mensch „einfach nicht mehr in sein Leben integrieren kann“. Wie jener Mord, wo einer sich daheim ins warme Bett zur Gattin legt, nachdem er einige Minuten vorher einfach so eine Frau ermordet hat. Diese „dünne Membran, die uns im Alltag von der Schattenlinie trennt“ ist eines der Hauptinteressen Schreibers, immer wieder versucht er, für sich (und damit für den Leser) Erklärungen oder Antworten zu finden, warum Menschen diese Schattenlinie, teils auch aus völlig nichtig erscheinenden Gründen, überschreiten.

So gelingt es Schreiber durchaus, in den 20 Reportagen, manches Licht ins Dunkle einer Tat zu bringen. Dass Hans-Joachim Klein, politischer Attentäter im Rahmen einer OPEC Konferenz 1975, im Dunstkreis des Top Terroristen „Carlos“ sich befindend, an sich bereits im Vorfeld und als junger Mann pathologische Züge aufwies (mangelnde „Vorsichtssicherung“) ist einer dieser Hintergründe eines Verbrechens, die Schreiber akribisch zusammenträgt und in denen er Erklärungsmuster anbietet und andeutet. Ebenso interessant zu lesen ist Schreibers Blick hinein in die Parallelgesellschaft aktiver türksicher Blutrache in Wiesbaden, wo mit hochgerüsteter Waffen- und Informationstechnik quasi inmitten der beschaulichen Stadt Jagd aufeinander gemacht wurde. Oder auch seine Reportage über den „perfekten Mord“ an Detlev Rohwedder, der in seinem Haus erschossen wird und bis heute keine Spur des Täters vorliegt.

Interessante Fälle von großer Bandbreite finden sich im Buch, durchaus mit Distanz von Schreiber nachvollziehbar vorgebracht. Fälle, bei deren Schilderung er da, wo es möglich (und nötig) ist, auch das private Umfeld von Tätern und Opfern zu Wort kommen lässt und einen umfassenden Einblick in die „Schattenseite“ menschlicher Persönlichkeit eröffnet. Natürlich gibt es letztendlich keine befriedigende Antwort für die Taten, durchaus aber handfeste Erklärungsversuche und Hintergrundinformationen, die dem Leser einen breiten Blick auf die vorgelegten Taten ermöglicht.

Fundiert recherchiert, umfassend dargelegt ohne ausufernd zu werden und, wo es möglich ist, mit vielfachen erweiterten Informationen versehen bietet das Buch einen flüssig und gut zu lesenden Einblick in das Verbrechen des Mordes aus vielfältigen Sichtweisen und Erscheinungsformen heraus.

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Jürgen Schreiber wurde am 30. Januar 1947 in Heilbronn (Deutschland) geboren.

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