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Quinn_

vor 1 Monat

(32)

Zuerst einmal muss ich sagen, dass es im Großen und Ganzen Spaß gemacht hat das Buch zu lesen. Der Schreibstil ist leicht und flüssig und die Unterteilung der Absätze und Kapitel ist gut gewählt. Das Buch ist weiterhin mit viel Charme und Witz erzählt, leider entsprachen die meisten Anspielungen und lustigen Situationen nicht meinem Humor.
Mit den Charakteren wurde ich leider nicht so warm. Die meisten fand ich zwar sympathisch aber sehr in sie hineinversetzen konnte ich mich leider nicht. Außerdem hatte ich bei Jonathan Probleme ihn mir als einen 50-jährigen Herrn vorzustellen, sondern sah ihn stattdessen vor meinem geistigen Auge als einen Mann, irgendwas zwischen Mitte/Ende Zwanzig und Anfang Dreißig. Vermutlich weil er sich eher wie ein Mittzwanziger verhält, anstatt seinem Alter entsprechend. Weiterhin fand ich ihn zwischenzeitlich sehr unheimlich. Er stalkt Lena ja regelrecht. Nur damit er sie (Achtung Spoiler Alarm!) verkuppeln kann? Für die Infos, die er dafür bräuchte, hätte er sich auch einfach ausnahmsweise Mühe geben und sich mit Lena so weit anfreunden können, sodass sie ihm diese Dinge über sich selbst erzählt, anstatt ihr nachzuspionieren und sich bei ihren Freunden einzuschleimen. Auch die Art und Weise wie er sie und ihren besten Freund Rick verkuppeln will, hat mich ein bisschen irritiert. Natürlich, als Programmierer mit einer Schwäche auf der zwischenmenschlichen Ebene, liegt es Nahe, das er auf seine eigene Weise vor geht, nur das er dies auf die gleiche Weise versuchen will, über die Lena ihren Ex-Freund kennen gelernt hat, ist mir ein Dorn im Auge gewesen. Ich kann verstehen, wieso Lena davon ebenfalls nichts hält. Sie verbindet Flirtportale mit etwas Negativem und ich hatte den Eindruck, dass die Beziehung von Rick und Lena, durch den gleichen Anfang wie die von Lena und ihrem Ex über eine Dating-Plattform ebenfalls unter keinem guten Stern steht.
Was für mich ebenfalls einen kleinen Minuspunkt darstellt, ist der Eindruck, dass die eigentliche Geschichte (auf die zumindest der Titel schließen lässt) sehr spät anfängt und nur von kurzer Dauer ist. Es war, als hätte der Autor zum Ende hin keine Lust mehr gehabt, die Geschichte genauso ausführlich weiterzuerzählen, wie zu Beginn und so wirkt das Ende leicht herunter gerattert.

Fazit:

„Zwei Likes für Lena“ ist ein nettes Buch für Zwischendurch, welches sich schön flüssig lesen lässt, mit dem ich persönlich allerdings nicht ganz warm werden konnte.
Ich vergebe 3 ½ von 5 möglichen Sternen.

Autor: Jürgen Seibold
Buch: Zwei Likes für Lena
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