Jürgen Seidel Blumen für den Führer

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Inhaltsangabe zu „Blumen für den Führer“ von Jürgen Seidel

Ein provokanter und bewegender Jugendroman über die Hitler-Verehrung in der frühen NS-ZeitSommer 1936. Die 15-jährige Reni wird auserwählt, Reichskanzler Hitler bei der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele pressewirksam einen Blumenstrauß zu überreichen. Reni ist überwältigt – verehrt sie Hitler doch glühend. Und nun soll sie – das Waisenkind – ihm von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten. Doch das große Glück kommt nicht von ungefähr. Reni ist nämlich gar kein Waisenkind, sondern die Tochter eines Grafen. Ihr Vater gehört zu den einflussreichsten Kreisen des aufstrebenden Nazi-Regimes und ist fest entschlossen, seine hübsche blonde und blauäugige Tochter künftig vorteilhaft einzusetzen. Reni kann ihr Glück kaum fassen – bis ihr Vater ihr rigoros den Umgang mit den sogenannten »Subjekten« untersagt. Damit meint er vor allem Jockel, den Jungen, in den sie sich bis über beide Ohren verliebt hat. Verzweifelt versucht Reni zu leugnen, dass in ihrer Welt plötzlich nichts mehr so hoffnungsvoll ist, wie es schien.

Absolut lesenswert und mit sehr viel Feingefühl erzählt.

— MelParadis
MelParadis

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  • 1936: Reni überreicht Blumen an den Führer

    Blumen für den Führer
    Lese-Krissi

    Lese-Krissi

    Aufmachung des BuchesDas Cover zeigt ein schwarz-weißes Foto mit einem Mädchen im Vordergrund. Einzig die Blumen und der Mantel des Mädchens mit geflochtenen Zöpfen stechen mit roter Farbe hervor. Auch der Buchtitel „Blumen für den Führer“ ist in roter Schrift geschrieben. An dem Cover erkennt man, dass die Geschichte nicht in unserer heutigen Zeit spielt.Inhalt Im Sommer 1936 finden die Olympischen Sommerspiele in Berlin statt. Dazu wird die fünfzehnjährige Reni, die als Waise in dem Mädchenpensionat Ulmengrund lebt, dazu auserkoren dem Führer bei der Eröffnung der Olympiade Blumen zu überreichen. Reni ist überglücklich, schließlich schwärmt sie, wie viele andere Mädchen aus ihrem Pensionat für den Führer. Ihr Leben soll sich nun gehörig ändern. Bisher hat sie als Waisenkind auf Ulmengrund gelebt und ihren Freundinnen erfundene Geschichte von ihren Eltern erzählt, die in Afrika mit Albert Schweitzer arbeiten würden. Nun lernt Reni eine neue Welt kennen und ihren Vater, ein reicher Graf, der der Politik des Führers sehr zugeneigt ist. Er verachtet Renis Freundschaft zu dem Knecht Jockel und auch die Erzieherin Waltraud ist ihm ein Dorn im Auge. Warum sieht man beispielsweise Jockel und auch Waltraud als Gefahr für die deutsche Zukunft?Meine Meinung Wie man an der Inhaltsangabe erkennen kann, spielt „Blumen für den Führer“ in der NSDAP-Zeit. Das war mir natürlich von vorne herein klar, als ich mir das Buch zulegte. Aber eigentlich dachte ich, dass die Geschichte nicht nur um 1936 spielt, sondern dass man auch vielleicht etwas von der Kriegszeit erfährt. Mir bleiben am Ende des Romans zu viele Fragen offen und der Schluss ist für mich nicht zufriedenstellend. Interessant ist es, wie die jugendlichen Mädchen den Führer verehren. Sie „lieben“ ihn richtig. Fragt sich woher diese Verehrung damals kam. Vielleicht wurden die Kinder einfach schon darauf hin erzogen. Es werden Zeitungsartikel von ihm gesammelt und Bilder angehimmelt. So etwas hätte ich mir nicht vorstellen können, aber ich denke, dass dies der Realität von damals entspricht. Bemerkenswert ist auch, dass „der Führer“ in dem Buch nie mit seinem richtigen Namen genannt wird. Ob das Absicht war? In dem Buch werden beispielsweise Jockel und die Erzieherin Waltraud polizeilich verfolgt. Besonders bei letzterer war nicht so richtig klar, warum? Ich denke, der Autor möchte damit auch ausdrücken, dass man so einiges in der Zeit der NSDAP nicht nachvollziehen kann. Warum werden Menschen verfolgt und in Rassen untergliedert? Warum sind Menschen schlecht, wenn sie eine kritische Meinung gegen die damalige Politik äußern? Also ich habe die Vermutung, man soll als Leser selbst im Dunkeln tappen, warum Waltraud nicht der Norm der Politik entspricht, ihre Arbeit im Pensionat verliert und warum sie verfolgt wird.Leider bleibt am Ende auch Waltrauds Verbleib irgendwie offen. Ich hätte gerne noch mehr zu ihrer Person erfahren. Sie hat in ihrer letzten Szene eine Art Schockerlebnis. Da wurde mir zu wenig aufgeklärt. Reni und Jockel haben ein Auge aufeinander geworfen. Doch Reni ist jetzt eine Komtesse und Jockel „nur“ ein geflohener Knecht, der Pilot werden möchte. Renis Vater, den sie gerade erst kennengelernt hat, scheint diese Freundschaft nicht gutzuheißen. Es ist auch etwas passiert, dass Jockel in einem weniger guten Licht darstellt. Reni steht zwischen den Stühlen, aber entscheidet sich immer wieder für ihren Vater und seine Ansichten. Sie möchte ihm zu gerne als Tochter gefallen und verändert sich langsam vom Charakter und wendet sich auch etwas von ihren Freundinnen im Pensionat ab. Sie grübelt zwar immer wieder Mal auch über ihren Vater und den Führer, aber letztendlich wird sie meiner Meinung nach zu sehr von der Gesellschaft ihres Vaters beeinflusst. Einerseits kam mir Waltraud sehr sympathisch herüber. Aber andererseits auch etwas seltsam. Sie schwärmt regelrecht für Reni. Das kam mir nicht so ganz normal herüber. Vielleicht sind es wirklich Muttergefühle gewesen, aber der Altersunterschied zwischen den beiden war vielleicht elf Jahre. Reni wird mit ihren blonden Haaren und blauen Augen als Augenweide beschrieben. Sie entspricht ja auch dem arischen Idealbild aus dem Dritten Reich. Jeder schwärmt für sie.Renis Erfindungsreichtum ist bemerkenswert. Sie erzählt ihren Freundinnen immer wieder Geschichten über Albert Schweitzer. Sie möchte auch ihren Vater dazu überreden mit dem Führer zu sprechen, dass Welldächer nach Afrika geschickt werden. Man merkt als Leser immer wieder, dass der Vater bei diesem Gespräch ausweicht. Aber Reni scheint felsenfest der Überzeugung, dass ihre Bitte erhört wird. Leider hat man hierzu auch nicht mehr viel erfahren am Ende. Der Schluss berichtet noch über den Verbleib von Jockel, aber endet mir einfach zu abrupt und wie schon erwähnt unbefriedigend. Ich hatte eigentlich erwartet, dass man noch mehr von der damaligen Zeit erfährt. Und ob Reni vielleicht auch eine spätere Abneigung gegen diese Politik entwickelt. Gut finde ich, dass es hinten im Buch ein Glossar gibt. Dort werden erwähnte reale Personen beschrieben und Begriffe erklärt. Der Erzählstil hat mich leider auch nicht richtig überzeugt und mitgerissen. Ich konnte zu keinem Charakter einen richtigen Bezug aufbauen. Am Ende war ich irgendwie froh, dass ich das Buch fertiggelesen hatte. Mein Fazit Ein Buch, dass meiner Meinung nach noch mehr hätte ausgearbeitet werden können. Die Geschichte hat interessante Hintergründe und ist sicherlich auch vom Autor gut durchdacht. Leider konnte es mich nicht richtig fesseln. Zwei Sterne von mir.

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  • Rezension zu "Blumen für den Führer" von Jürgen Seidel

    Blumen für den Führer
    Leserrezension2010

    Leserrezension2010

    17. August 2010 um 13:31

    K13 Blumen für den Führer - Jürgen Seidel Kategorie: Kinder- und Jugendbuch Ein Blumenstrauß für die Weltgeschichte? Titel: Blumen für den Führer Autor: Jürgen Seidel Genre: Historischer Jugendroman ISBN: 978-3-570-13874-8 Verlag: cbj, 2010 Preis: 16,95 € „Ein so ungewöhnlich hübsches Gesicht wie deines kann es zum Beispiel nur in unserem Volk geben und nicht in Russland, das leuchtet jedem ein.“ 1936. Drei Jahre nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten sollen in Deutschland die 36. Olympischen Spiele stattfinden. Menschen von nah und fern werden erwartet. Der Führer Adolf Hitler wird als weltoffener Mensch präsentiert. Während er für die einen die Rettung für Deutschland initiiert, ist er für die anderen der personifizierte Schrecken. Die Meinungen sind umstritten, doch die Mehrheit ist davon überzeugt, dass der Führer das Deutsche Reich wieder zu einem eigenständigen und ruhmreichen Land machen kann. Auch die Mädchen auf Haus Ulmengrund, einem Mädchenpensionat im Mittelgebirge Rhön, vergöttern den Führer. Darunter ist die fünfzehnjährige Renate Anstorm. Allgemein als Reni bekannt, wird sie von jedem geliebt und geschätzt. Mit einer regen Fantasie unterhält sie stets ihre Freundinnen im Mädchenpensionat, auf dem sie seit nunmehr vier Jahren lebt. Doch jetzt erfährt sie, dass sie kein Waisenkind ist, so wie die anderen Mädel. Ihr Vater Graf Haardt ist der Besitzer des Pensionats und der Ländereien rundherum. Nachdem Reni dies erfährt, verändert sich ihr Leben von einen auf den anderen Tag. Sie, welche allgemein als Tausendschön bekannt ist, soll dem Führer bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Berlin einen Blumenstrauß überreichen. Jürgen Seidel erzählt mit Blumen für den Führer eine bewegende Geschichte eines jungen Mädchens, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen, die während der Zeit des Nationalsozialismus spielen, spiegelt der Autor nicht die Rolle der Verfolgten wider. Vielmehr wird die Seite der Befürworter der Nationalsozialisten beleuchtet. Für die meisten ist es bis heute unvorstellbar, warum die Menschen diesem Mann gefolgt sind und ihm vertraut haben. In Anbetracht der Zeit ist dieser Gedanke jedoch nicht unbedingt verwerflich. Mit der Besiegelung des Versailler Vertrages wurde Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg zu Reparationszahlungen, sowie Gebietsabtretungen verpflichtet. Für viele Anhänger der NSDAP bestand die Hoffnung darin, dass der neue Reichskanzler Deutschland zur Unabhängigkeit und neuer Macht verhilft. Auf insgesamt 420 Seiten bringt der Autor einen sehr umfangreichen, aber dennoch leicht verständlichen Jugendroman auf den Buchmarkt. Begriffe, wie der „Versailler Schandvertrag“ und wichtige Personen werden in einem Glossar jugendgerecht erläutert. Für viele mag 1 seine Darstellung der deutschen Geschichte verherrlichend wirken. Dennoch ist nicht zu verleugnen, dass die Diktatur unter Adolf Hitler ohne die richtige Unterstützung nicht so aufgeblüht wäre. Blumen für den Führer von Jürgen Seidel ist ein sehr lesenswerter Roman für Jung und Alt. Sicherlich profitieren nicht nur Jugendliche ab zwölf Jahren von der Geschichte. Die einfühlsamen und bildlichen Beschreibungen geben dem Roman die richtige Farbe, um dem Leser ein rundes Gesamtbild zu liefern. Man lebt mit den Figuren, hofft und bangt mit ihnen, ohne dabei den bitteren Unterton dieser Epoche zu vergessen. Ein erstklassiger Jugendroman, der die andere Seite des „Dritten Reichs“ beleuchtet und zum Nachdenken anregt. Prädikat wertvoll! Der Autor Jürgen Seidel ist deutscher Schriftsteller, welcher 1948 in Berlin geboren wurde. Vor seinem Abitur lernte er die Welt kennen. Von Australien über Südostasien und Kanada, kam er letztlich wieder nach Deutschland. Mit Blumen für den Führer veröffentlicht Seidel, neben

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  • Rezension zu "Blumen für den Führer" von Jürgen Seidel

    Blumen für den Führer
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    Reni ist eine ganz normale 15jährige mit den ganz normalen Problemen einer 15jährigen: erste Liebe, Schwärmerei für einen Star, Tagträume. Ganz normal? Nein, denn Reni ist keine heutige Jugendliche, sondern sie wächst im Nationalsozialismus auf; der Roman spielt im Jahr 1936. Ihre Tagträume beschäftigen sich nicht mit einer Modelkarriere, sondern mit ausgedachten Eltern, denn Reni ist Waise und lebt im Heim. Mit ihrer überbordenden Phantasie erzählt sie ihren Freundinnen Geschichten über die Zusammenarbeit ihrer fiktiven Eltern mit Albert Schweitzer in Lambarene. Der von den Mädchen verehrte Star ist kein Musiker oder Schauspieler, sondern Hitler, der als Retter aus Hunger und Bedeutungslosigkeit gesehen wird. Und die erste Liebe scheitert daran, dass Renis Freund Jude ist. Die im Roman beschriebene Kindheit im Nationalsozialismus ist für heutige Jugendliche kaum vorstellbar. Nicht nur, weil es weder Computer, noch Handy, ja, nicht einmal Fernseher gab, nicht nur, weil die politische Situation völlig anders war, sondern auch, weil Kinder und Jugendliche damals eine Pflichtenlast zu erfüllen hatten, unter der heutige Pubertierende, für die der Abwasch schon eine Zumutung ist, zusammenbrechen würden. Früher musste neben den zahlreichen Aufgaben im Haushalt auch noch im Stall und auf dem Feld gearbeitet werden, so viel, dass die Kinder vor Müdigkeit kaum in der Lage waren, dem Schulunterricht zu folgen. Dabei waren die Kinder, wie auch die Protagonisten dieses Buches, der familiären Brutalität der Erwachsenen ausgeliefert. Schläge gehörten zur Tagesordnung. Die psychischen Folgen des Ersten Weltkriegs wirkten in die Familien hinein, auch dies klingt im Roman an. Kaum vorstellbar für heutige Jugendliche ist auch, wieso Hitler solch großen Rückhalt in der Bevölkerung hatte. An eine Erklärung dieses Phänomens tastet sich der Roman behutsam heran. Hitler hat die soziale Lage großer Bevölkerungsteile, die nach dem Ersten Weltkrieg hungerten, schlagartig verbessert. Dadurch wurde er zum humanitären Helden, zumal erst einmal nicht bekannt wurde, auf wessen Kosten diese sozialen Errungenschaften finanziert wurden. Dazu kam noch, dass die Olympiade 1936 das Ansehen der Deutschen in der Welt nach dem verlorenen Krieg erstmals wieder steigerte. Wobei, auch das wird im Buch angesprochen, die anderen Staaten vor der immer stärker werdenden Ausgrenzung der Juden aus dem öffentlichen Leben die Augen verschlossen. Reni macht im Buch einen märchenhaften Aufstieg durch. Es stellt sich heraus, dass sie die Tochter eines Grafen ist, der sie in die gesellschaftlichen Kreise im Dunstkreis Hitlers einführt. Leider muss Reni allzu bald feststellen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt und dass zum Erwachsenwerden auch der Umgang mit Verzicht und Enttäuschungen gehört. All diese großen Themen werden im Buch mit einer so selbstverständlichen Leichtigkeit behandelt, dass es nie überladen wirkt und die Lektüre nie langweilig wird. Es ist einfach, sich in die Charaktere hinein zu versetzen und ihre Handlungen nachvollziehen zu können. Dieser Roman sollte Schullektüre werden! Eine Anregung zum Schluss: In das sehr gelungene Glossar sollte auch der gleich zu Beginn des Buches benutzte Begriff „Neger“ aufgenommen und kritisch kommentiert werden.

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  • Rezension zu "Blumen für den Führer" von Jürgen Seidel

    Blumen für den Führer
    Binea_Literatwo

    Binea_Literatwo

    09. June 2010 um 19:26

    „Wer das Versteck verrät, dem wächst die Hand aus dem Grab, wenn er tot ist, oder er muss für immer durch die Welt fahren wie der Ewige Jude.“ Am liebsten erfindet das Waisenkind Renate Anstorm, von allen aber nur Reni genannt, Geschichten und erzählt sie ihren Freundinnen im Heim Ulmengrund, indem auch sie wohnt. Ihre Fantasie kennt keine Grenzen, sie ist hilfsbereit und hätte gerne bekannte Eltern und eine aussichtsreiche Zukunft. Da dies alles für sie aber nicht greifbar ist, hält sie sich an ihren Fantasien und Geschichten fest und baut damit auch alle Leute um sich auf und lässt so die Sonne aus ihrem Herzen in andere hinein. Aber es gibt nicht nur lustige Gespräche, sondern auch das Thema Führer steht im Mittelpunkt, in einem tiefen Gespräch mit einer der Mitarbeiter im Heim. Reni hat zu ihr eine starke Bindung, dennoch dürfen nicht alle Meinungen, gerade auch nicht gegen den Führer, frei und offen ausgesprochen werden. Es gehen Veränderungen vor, die auch im Heim Fragen aufwerfen. „Sie meinen bestimmt, dass jeder das ist, was er sein möchte oder was er glaubt zu sein.“ Jungs spielen natürlich auch eine Rolle bei den fünfzehn jährigen Mädchen und bei der Arbeit auf dem Feld hat Reni eine kurze Begegnung mit Jockel, einem jüdischen Jungen, der aus einem harten Elternhaus kommt und in dem immer noch wohnt. Von jetzt auf gleich ändert sich das Leben von Reni. Nicht wegen Jockel, sondern wegen zwei anstehenden Ereignissen. Sie soll dem Führer bei den Olympischen Spielen in Berlin einen Blumenstrauß übergeben, das größte Glück für Reni, denn sie schwärmt für den Führer und malt sich aus, was sie dann später ihren Enkelkindern darüber erzählen könnte. Reni zieht aus dem Heim Ulmengrund aus und in ein ganz anderes, für sie immer unnormal erscheinendes Leben ein, wo sie vieles über sich und ihre Familie erfährt und viel zu verarbeiten hat. Mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge betritt sie nun Neuland. „Wir kommen aus der Ewigkeit und gehen in die Ewigkeit.“ „…zwischen der Unterschiedlichkeit der Völker und Rassen und der Gleichheit aller Menschen die Idee eines Weges liegt…ein Weg, für den wir uns entscheiden können oder nicht. Die Verschiedenheit ist die Stelle, an der wir jetzt auch stehen. Die Gleichheit ist das Ziel, die Zukunft.“ „Blumen für den Führer“ von Jürgen Seidel musste einfach mit. Wegen des Covers, wegen des Titels und wegen der Thematik, die immer wieder eine Rolle spielt, nicht nur in Gesprächen mit Freunden und Bekannten. Ein Buch, das für die Jungend geschrieben ist, scheint mir dabei am passendsten, und gerade mit der Protagonistin Reni kommt vieles näher, wird umschrieben wie auch beschrieben und ist dennoch in einer Geschichte verpackt, in der es nicht nur um die Zeit des Führers geht. Jürgen Seidel versucht bewusst an einigen Enden der Kapitel den Spannungsbogen zu lassen und wechselt gern dabei zwischen den Protagonisten. Besonders gut gelungen sind die dezenten Verweise auf das anhängende Glossar, was nicht zwingend benutzt werden muss, aber Lücken zu manchen mitspielenden oder erwähnten Personen und Begriffen schließt, sowieHintergründe erweitert erklärt und dadurch den Weitblick fördert.

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  • Rezension zu "Blumen für den Führer" von Jürgen Seidel

    Blumen für den Führer
    Mandel

    Mandel

    27. May 2010 um 21:49

    „Ein so ungewöhnlich hübsches Gesicht wie deines kann es zum Beispiel nur in unserem Volk geben und nicht in Russland, das leuchtet jedem ein.“ 1936. Drei Jahre nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten sollen in Deutschland die 36. Olympischen Spiele stattfinden. Menschen von nah und fern werden erwartet. Der Führer Adolf Hitler wird als weltoffener Mensch präsentiert. Während er für die einen die Rettung für Deutschland initiiert, ist er für die anderen der personifizierte Schrecken. Die Meinungen sind umstritten, doch die Mehrheit ist davon überzeugt, dass der Führer das Deutsche Reich wieder zu einem eigenständigen und ruhmreichen Land machen kann. Auch die Mädchen auf Haus Ulmengrund, einem Mädchenpensionat im Mittelgebirge Rhön, vergöttern den Führer. Darunter ist die fünfzehnjährige Renate Anstorm. Allgemein als Reni bekannt, wird sie von jedem geliebt und geschätzt. Mit einer regen Fantasie unterhält sie stets ihre Freundinnen im Mädchenpensionat, auf dem sie seit nunmehr vier Jahren lebt. Doch jetzt erfährt sie, dass sie kein Waisenkind ist, so wie die anderen Mädel. Ihr Vater Graf Haardt ist der Besitzer des Pensionats und der Ländereien rundherum. Nachdem Reni dies erfährt, verändert sich ihr Leben von einen auf den anderen Tag. Sie, welche allgemein als Tausendschön bekannt ist, soll dem Führer bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Berlin einen Blumenstrauß überreichen. Jürgen Seidel ist deutscher Schriftsteller, welcher 1948 in Berlin geboren wurde. Vor seinem Abitur lernte er die Welt kennen. Von Australien über Südostasien und Kanada, kam er letztlich wieder nach Deutschland. Mit Blumen für den Führer veröffentlicht Seidel, neben Das Geheimnis um die Seelenpest, einen weiteren Jugendroman mit historischer Handlung. In Seidels Roman spielt Reni Anstorm die Schlüsselrolle. Als scheinbare Waise wird sie eines Tages ihrem Vater vorgestellt, der sie in den Kreis der Schönen und Reichen integrieren möchte. Vieles was für das Mädchen vorher unvorstellbar war, stellt sich als gar nicht so unrealistisch heraus. Obwohl Renate ein sehr gelassenes Kind ist, wächst ihre Aufregung bis ins Unermessliche, bis sie schließlich im Berliner Olympiastadion vor dem Führer höchstpersönlich steht. Viele Berühmtheiten, wie Julius Schaub, den persönlichen Chefadjudanten des Führers, oder Viktoria von Dirksen, welche im Berliner Hotel Kaiserhof regelmäßig Soireen mit Persönlichkeiten des Naziregimes veranstaltete, lernt Reni während ihrer Zeit mit ihrem Vater kennen. Doch auch wenn dies noch so viel Schönes für die heranwachsende Frau mit sich bringt, muss sie vieles hinter sich lassen. Ihre Freundinnen, wie auch ihre Liebe zu Jockel. Jürgen Seidel erzählt mit Blumen für den Führer eine bewegende Geschichte eines jungen Mädchens, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen, die während der Zeit des Nationalsozialismus spielen, spiegelt der Autor nicht die Rolle der Verfolgten wider. Vielmehr wird die Seite der Befürworter der Nationalsozialisten beleuchtet. Für die meisten ist es bis heute unvorstellbar, warum die Menschen diesem Mann gefolgt sind und ihm vertraut haben. In Anbetracht der Zeit ist dieser Gedanke jedoch nicht unbedingt verwerflich. Mit der Besiegelung des Versailler Vertrages wurde Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg zu Reparationszahlungen, sowie Gebietsabtretungen verpflichtet. Für viele Anhänger der NSDAP bestand die Hoffnung darin, dass der neue Reichskanzler Deutschland zur Unabhängigkeit und neuer Macht verhilft. Auf insgesamt 420 Seiten bringt der Autor einen sehr umfangreichen, aber dennoch leicht verständlichen Jugendroman auf den Buchmarkt. Begriffe, wie der „Versailler Schandvertrag“ und wichtige Personen werden in einem Glossar jugendgerecht erläutert. Für viele mag seine Darstellung der deutschen Geschichte verherrlichend wirken. Dennoch ist nicht zu verleugnen, dass die Diktatur unter Adolf Hitler ohne die richtige Unterstützung nicht so aufgeblüht wäre. Blumen für den Führer von Jürgen Seidel ist ein sehr lesenswerter Roman für Jung und Alt. Sicherlich profitieren nicht nur Jugendliche ab zehn Jahre von der Geschichte. Die einfühlsamen und bildlichen Beschreibungen geben dem Roman die richtige Farbe, um dem Leser ein rundes Gesamtbild zu liefern. Man lebt mit den Figuren, hofft und bangt mit ihnen, ohne dabei den bitteren Unterton dieser Epoche zu vergessen. Ein erstklassiger Jugendroman, der die andere Seite des „Dritten Reichs“ beleuchtet und zum Nachdenken anregt. Prädikat wertvoll!

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