Die Honigfabrik

von Jürgen Tautz und Diedrich Steen
4,8 Sterne bei6 Bewertungen
Die Honigfabrik
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Der Anfänger sowie der erfahrene Imker finden hier hilfreiche und spannend erzählte Anregungen zum Gesamtzusammenhang eines Bienenvolkes.

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Eine interessante Erklärung zum Aufbau eines Bienenstocks.

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Inhaltsangabe zu "Die Honigfabrik"

»Fleißig sind die Bienen nicht, aber sie machen glücklich. Garantiert.« (Jürgen Tautz, Diedrich Steen)

Warum dürfen bei den Bienen die Jungs nicht bleiben, wenn es kuschelig wird? Und was hat es mit den sexuellen Ausschweifungen einer jungen Königin auf sich? Dieses Buch gibt die Antworten. Es erzählt vom Leben in einem Bienenvolk und lädt ein zu einem Gang durch die Honigfabrik, die es betreibt. Eine Welt voller eigenwilliger Typen, cleverer Praktiken und verblüffender Regelwerke. Denn auch wenn es so aussieht, als herrsche bei den Bienen vor allem anarchische Krabbelei: Sie haben einen Plan, den sie mit erstaunlichem Geschick, faszinierenden Fähigkeiten und in beeindruckender Teamarbeit umsetzen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783579086699
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Gütersloher Verlagshaus
Erscheinungsdatum:25.04.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    MelaKafers avatar
    MelaKafervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Der Anfänger sowie der erfahrene Imker finden hier hilfreiche und spannend erzählte Anregungen zum Gesamtzusammenhang eines Bienenvolkes.
    Die Wunderwelt der Bienen - unglaublich komplex

    Professor Jürgen Tautz und Daniel Steen haben sich zusammengetan, um dem interessierten Anfänger, aber auch dem erfahrenen Imker die Wunderwelt der Bienen aus praktischer und wissenschaftlicher Sicht mit den neuesten Erkenntnissen näher zu bringen. Es ist ein fantastisches Buch entstanden, dass sich spannend wie ein Roman liest und einem auch sehr komplexe Zusammenhänge mit Hilfe erklärender Fotos und Abbildungen sehr gut verständlich erläutert. Ich dachte, schon ein bisschen etwas über Bienen zu wissen, aber was ich hier alles neues erfahren durfte, hat mich sprachlos gemacht. In sechs umfangreichen Kapiteln, die in gut lesbare kürzere Unterkapitel unterteilt sind, bringen einem die Autoren näher, wie das Kollektiv Bienenstock funktioniert und wer welche Aufgaben übernimmt. Neu war für mich, dass die Bienen nicht ein Leben lang dieselben Aufgaben erfüllen, sondern verschiedene Bereiche durchlaufen, oft auch bedarfsabhängig. Und dass die Biene gar nicht so fleißig ist, wie ihr Ruf behauptet. Da sie als Team fungieren, darf der einzelne auch mal faul sein.
    Diesem Buch mit einer Rezension auch nur annähernd gerecht zu werden, grenzt an ein Ding der Unmöglichkeit. 
    Ich möchte die Honigfabrik als ein Standardwerk bezeichnen, dass bei keinem Imker im Regal fehlen sollte. Und auch ich als Laie werde durch das immer wieder drin lesen, die Wunderwelt der Bienen nach und nach immer besser verstehen lernen.
    Ein wahrlich großes Buch.

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    Antekvor 7 Monaten
    Absolute Empfehlung für alle, die sich für Wunderwerke der Natur interessieren

    Mein Papa hatte Bienen, als ich ein Kind war, musste seine Hobbyimkerei dann aber krankheitsbedingt aufgeben und damals war ich noch zu jung, um sie zu übernehmen. Ich habe die Stunden mit ihm im  Bienenstand, beim Honigschleudern und im Winter beim Füttern mit Zuckerwasser oder neuen Bespannen der Rahmen geliebt. Dass Bienen kleine Wunderwerke sind und dass die Menschheit ohne sie ganz armselig dran wäre, war mir klar. Da ich mich allgemein sehr für die Tierwelt interessiere und überlege, ob ich das Hobby nicht doch vielleicht wieder aufzunehmen soll, habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut und ich wurde nicht enttäuscht.


    Wie wird bei Bienen im Winter eingeheizt? Müssen Bienen schlafen und ja wie lange? Warum kann ein Reinigungsflug so manche Hausfrau unglücklich machen? Was hat es mit dem Läusepipi auf sich? Was sind Tankstellenbienen, was Bestäubungsimker, was ist dran am Mythos Bienensterben oder wie kann man diese Insekten schützen? Das alles sind einige der unzähligen Fragen, die man in diesem Buch beantwortet bekommt.


    Der Untertitel eine Betriebsbesichtigung kann fast wörtlich genommen werden, denn nach einer kurzen Einleitung geht es im ersten Kapitel um die Produktionsstätte sowie die Produktionsmittel. Im zweiten wird dann die Belegschaft vorgestellt. Auf die Produktpalette wird im dritten ein Blick geworfen, bevor sich Kapitel vier der Gründung von Tochterfirmen widmet. Die beiden Kapitel feindliche Angriffe sowie Firmensterben schließen sich an und das Buch endet mit einem Epilog zu „Bienen ein Lebensgefühl“.


    Der Sprachstil liest sich locker, leicht. Diedrich Steen, mit über zwanzig Jahren Erfahrung als Imker plaudert hier aus dem Nähkästchen und der Biologe Prof. Dr. Jürgen Trautz, einer der renommiertesten Bienenforscher, unterlegt dies wissenschaftlich. Beide Teile sind in einem Plauderton gehalten und selbst komplizierte Sachverhalte werden so präsentiert, dass auch ein Laie sie gut verstehen kann. Sehr gut gefällt mir, dass die beiden Autoren jede Menge Humor im Gepäck haben und man deshalb viel schmunzeln kann. Richtig toll sind auch die witzig, pointierten Überschriften der einzelnen Abschnitte.


    So kann man z.B. im Abschnitt „Angriff der Spermabomber“, darüber lesen, dass die Männer unter den Bienen, „genetisch defizitär ausgestattet“, „praktisch jedes Klischee, das es in punkto Männlichkeit gibt erfüllen“. Erhält dazu die wissenschaftliche Erklärung, dass eben eine Königin Eier nicht befruchtet, wenn sich daraus Drohnen entwickeln sollen und diese daher nur den halben Chromosomensatz der Eizelle haben, weil keiner vom Spermium hinzukommt. Zusätzlich erfährt auch noch so kleine Details, wie z.B. dass die Erkenntnis, dass die Königin ohne Befruchtung männliche Nachkommen in die Welt setzt, erst einmal enormen Ärger mit der Kirche einbrachte, war das doch nur bei Jesu Geburt möglich.


    Einiges an (Halb-)Wissen war aus meiner Kindheit und auch aus dem Biologieunterricht der Schule noch in meinem Gedächtnis verankert. Klar Drohnen sind männliche Bienen, das wusste ich, auch vom Schwänzeltanz hat mir mein Papa erzählt. Jetzt weiß ich aber z.B. auch, welche Versuche Karl von Frisch dazu unternommen hat, was dabei aufgrund technischer Möglichkeiten noch nicht beachtet werden konnte  oder welche Faktoren noch mitspielen, damit die anderen Bienen die neuen Futterstellen auch finden. Bautechniken, für die die Menschheit  jahrelang geforscht hat, Flügel, die man ausklinken kann, um dann wie bei einem Flugmotor im Leerlauf heizen oder kühlen zu können, Temperaturfühler gehören dabei natürlich zur Grundausstattung, das sind nur wenige Beispiele für die zahlreichen Informationen, die  die immensen Leistungen der Bienen noch deutlicher machen. Gut gefällt mir auch, dass auf den Mythos Bienensterben eingegangen wird, der ja im Moment in aller Munde ist. Nun kann ich auch bei diesem Thema fundiert Stellung beziehen.

     

    Das Buch wird durch einige Farbfotos im Anhang und zahlreichen Abbildungen im Text ergänzt, was mir sehr gut gefallen hat. Erwähnenswert finde ich auch das sehr ansprechende Layout nicht nur durch die übersichtlich, einladende Gliederung der einzelnen Abschnitte. So fliegen zu Kapitelbeginn jeweils Bienen ähnlich dem Cover und Mikroskope kennzeichnen die Abschnitte, wenn sich der Wissenschaftler unter den beiden Autoren zu Wort meldet.


    Alles in allem völlige Begeisterung für dieses Sachbuch, das nicht nur leicht verständlich Wissen über Bienen bringt, sondern dabei auch noch wirklich amüsant unterhält.

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    KerstinMCs avatar
    KerstinMCvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine interessante Erklärung zum Aufbau eines Bienenstocks.
    Hier lernst du viel über Bienen auf erzählerische Weise

    In vielen Rezensionen lese ich immer etwas vom ersten bzw. letzten Satz eines Buches. Bei diesem Buch möchte ich dir diese zwei Sätze nicht vorenthalten. Denn der erste ist ganz nah an meinem Lebensmotto und der letzte ist einfach wahr.

    "Es könnte jetzt so schön sein."(1. Satz)

    "Bienen geben Hoffnung und – sie machen glücklich." (letzter Satz)

    Zwischen diesen zwei Sätzen kannst du sehr viel über das Leben der Bienen erfahren. Warum wir Bienen für unser eigenes Leben brauchen und warum es immer gut ist, einen Imker in der Familie zu haben.

    Für mich ist es nicht das erste Sachbuch über Bienen. Doch ich habe wieder einiges dazu gelernt. Jetzt kann ich erklären, warum man nicht hektisch hin und her laufen sollte, wenn man in der Nähe von Bienen ist. Ich denke für Wespen gilt eine ganz ähnliche Erklärung. Bienen können schnelle Bewegungen klar und deutlich sehen, langsame hingegen können sie kaum wahrnehmen. Deshalb ist es besonders für Imker sehr wichtig mit Ruhe und Langsamkeit an den Bienenvölkern zu arbeiten. Als ich diesen Abschnitt gelesen habe, musste ich an meinen Mann in voller Imkermontur denken. Wie er panisch durch den Garten rennt, wenn sich gerade besonders viele Bienen um ihn versammelt haben. Diese Reaktion wird wohl den ein oder anderen Stich begünstigt haben. Mal sehen ob er sich meinen Ratschlag nach der Lektüre des Buches im nächsten Bienenjahr zu Herzen nimmt.

    Das Buch kann man in zwei Bereiche teilen. Zum Einen sind da die Abschnitte, die mit einem Mikroskop gekennzeichnet sind. Dies deutet auf wissenschaftliche Abhandlungen hin. Ich fand es verständlich genug geschrieben für einen interessierten Leser. Diese Abschnitte stammen von Jürgen Tautz. Er ist Doktor der Biologie und ein renommierter Bienenforscher. Er gibt dem Buch das nötige Hintergrundwissen aus Wissenschaft und Forschung.

    Zum Anderen sind da die Abschnitte, die mit einer fliegenden Biene gekennzeichnet sind. Sie sind ganz allgemein gehalten und für jeden verständlich. Hierfür ist Diedrich Steen verantwortlich. Er ist Verlagslektor und Imker aus Leidenschaft. Er berichtet von seinen Erfahrungen und Beobachtungen. Zusammen bilden diese beiden Bereiche ein sehr gut zu lesendes Buch. Wem allerdings die Abschnitte mit dem Mikroskop zu tief ins Eingemachte gehen, der kann diese auch über blättern. Und begnügt sich dann mit den rein informativen und erzählerischen Abschnitten. In Gänze überwiegt der informative Anteil gegenüber dem wissenschaftlichen.

    Ich habe in diesem Buch auf erzählerische Weise sehr viel wieder über Bienen gelernt und freue mich auf das Frühjahr, wenn unsere Bienen wieder fliegen.

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    K
    katze102vor einem Jahr
    originell, fundiert, unterhaltsam und lehrreich

    Die beiden Autoren, ein Bienenwissenschaftler und ein Imker, haben das Leben in einem Bienstock auf äußerst originelle Weise erklärt, souverän, witzig und fundiert; zahlreiche Abschnitte mit wissenschaftlichem Erkenntnissen runden das Lesevergnügen ab und sind durch Punktierung am Seitenrand und einem dargestellten Mikroskop neben der Überschrift gekennzeichnet.

    In sechs Kapiteln werden die unterschiedlichen Entwicklungsphasen und damit verbundene Jobs der Bienen in ihrem Volk, das Bienenjahr sowie die Tätigkeiten des Imkers in dessen Verlauf, Bedrohungen für die Bienen, die Geschichte der Imkerei und Wandel in der Bienenhaltung und mehr erklärt. Alles wird sehr anschaulich und witzig dargestellt, z.B. werden die Drohnen als „Callboys für die Königin“ bezeichnet oder ein abgehender Schwarm als „Eine Tochterfirma wird gegründet“ oder vom „Rudelkuscheln in der Kiste“ berichtet – und vermittelt dabei so viel Fach- und Hintergrundwissen auf äußerst unterhaltsame Weise. Abgerundet wird das Buch durch einen kleinen Bildteil, eines Quellen- und Buchverzeichnisses sowie Internet- und Videolinks.

    Für mich als Hobbyimkerin bot diese Betrachtung aus einem ganz neuen, originellen Blickwinkel
    ein köstliches Lesevergnügen mit einigen ganz neuen Erkenntnissen und Verknüpfungen. Zum Thema habe ich schon etliche Bücher gelesen, bin von diesem ganz begeistert und kann es nur wärmstens weiterempfehlen.

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    JoJansenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannend wie ein Krimi, lehrreich wie ein Fachbuch. Eine faszinierende Kombination.
    Spannend wie ein Krimi, lehrreich wie ein Fachbuch

    »Die Honigfabrik« ist ein in mehrfacher Hinsicht faszinierendes Buch. Zum Einen ist es sprachlich so gestaltet, dass es flüssig wie ein spannender Roman zu lesen ist. Zum Anderen steckt es so voller Wissen und interessanter Fakten über die Bienen, dass ein Aha-Erlebnis sich an das nächste reiht. Auch der Ansatz, die Welt der Bienen wie ein Unternehmen zu betrachten, gefällt mir sehr gut. Immer wieder staunte ich beim Lesen, wie hochgradig effizient die Honigproduktion mit allen dazugehörigen Arbeitsschritten organisiert ist, und wie perfekt diese »Firma« arbeitet. Ein Lehrbeispiel für so manches menschliche Unternehmen. 

    Dem Autorenduo Jürgen Tautz (Professor der Uni Würzburg und international anerkannter Bienenexperte) und Dietrich Steen (Programmleiter im Verlag und seit 20 Jahren Imker aus Leidenschaft) gelang es von der ersten Seite an, mich in den Bann dieses Buches zu ziehen und mit der Begeisterung für die Bienen anzustecken. Allein schon die Kapitelüberschriften klingen verlockend: »Von dicken Mädchen, Geschwisterliebe und wütenden Amazonen«, Zickenterror mit Todesfolge« oder »Betriebsspionage, Raubüberfälle und Aliens aus Asien« laden dazu ein, diese Kapitel direkt auf zuschlagen. Aber halt! Die Erläuterungen des Buches bauen bei aller Spannung aufeinander auf. Man sollte es besser von vorn bis hinten der Reihe nach lesen, also eher wie einen spannenden Krimi, als wie ein fachliches Nachschlagewerk. Egal, ob es um die unterschiedlichen Aufgaben der Bienen in der Honigfabrik geht, um den genauen Ablauf der Honigproduktion oder um die Gefahren, die den Bienen in der heutigen Zeit drohen, jedes Kapitel liest sich spannend und trotz des vermittelten Wissens erstaunlich leicht. 

    Die Gestaltung des Buches ist sehr lesefreundlich - Farbfotos finden wir erst auf mehreren Seiten am Ende des Buches, sodass zunächst das Lesevergnügen im Vordergrund steht. Grafische Elemente (Mikroskop und senkrechte Pünktchenline am Seitenrand) verraten, wenn es etwas wissenschaftlicher wird. In diesen Teilen finden sich manchmal auch erläuternde Schwarzweißzeichnungen und statistische Kurven. Ein Lesebändchen hilft, nach einer Pause sofort zur zuletzt gelesenen Seite zurückzukehren. Die Gestaltung des Schutzumschlags ist eine gelungene Kombination aus einem Fachbuch  zukommender Sachlichkeit und etwas leidenschaftlicher Verspieltheit und sollte sowohl Imker als auch interessierte Laien ansprechen. 

    Fazit: Ein wunderbares Buch, um es, auf einer Sommerwiese liegend, zu lesen, das Summen der Bienen als Hintergrundmusik im Ohr. Oder um bei kaltem Wetter vom Sommer zu träumen. Und in jedem Fall ganz nebenbei sein Wissen über diese faszinierenden Insekten zu vervielfachen. 5*****



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    M
    michael_lehmann-papevor einem Jahr
    Schön zu lesende Darstellung „aus dem Inneren“ eines Bienenstocks

    Schön zu lesende Darstellung „aus dem Inneren“ eines Bienenstocks

    Dass Bienen eine zentrale Bedeutung für das gesamte Leben auf der Erde in sich tragen und dass diese Gattung aus einigen sehr handfesten (und dennoch nicht einfach zu lösenden) Gründen in ihrer Existenz seit Längerem bedroht ist, dass ist inzwischen weitgehend auch in der Öffentlichkeit bekannt.

    Da passt es gut, dass die beiden Autoren (der eine Wissenschaftler, der andere, familiär „vorbelastet“) in vielfacher Form mit Bienen zu tun haben und, wie der Untertitel es ausdrückt, durchaus in der Lage sind, den Leser mit auf eine „Betriebsbesichtigung“ dieser komplexen Lebensweise und „Fabrikation“ zu nehmen, die am Ende breit informiert und, tatsächlich, sehr für dieses „Wunder der Natur“ einnimmt.

    Vermittels legerer Wortwahl werden dabei von Beginn Assoziationen geweckt, die dem Leser umgehend ein inneres Bild vermitteln, dass in den folgen Ausführungen dann sachkundig und detailliert vertieft wird.

    „Feng Shui in der Finsternis“ verweist auf die Organisation und Form der „Einrichtung“ eines Bienenstockes als eine Form feingestrickten „Netzwerkes“.

    „Saisonarbeit im Rhythmus der Jahreszeiten“ erläutert, vom „Rudelkuscheln in der Kiste“ bis zum Schlaf der Honigbienen und deren Fähigkeit zur „Delegation von Aufgaben“ die Arbeitsweise.

    Der „Bienentanz“ als ausgeklügelte Form der Kommunikation, die Drohnen als „Königinnen“ Be-Spaßer, die hierarchische Struktur des Alltagslebens der Bienen und dann, sehr konkret, was genau und wie genau da „produziert“ wird, all das lässt den Leser mit neu gewonnener Ehrfurcht auf eine solche hochentwickelte Lebensweise und „Kultur“ schauen.

    Dass sogar „Filialen“ gegründet werden zwecks Expansion (als „Schwarm), wie der Mensch (sachte) in dieses filigrane Netzwerk eingreifen kann und das sogar eine Form von „Betriebsspionage“ und „nackter Diebstahl“ unter Bienen nicht selten vorkommen, das rundet das komplexe Bild bestens ab.

    Wie ebenso, wenn der „verwundbarste Teil“ des Ganzen in seinen Gefährdungen aufgezeigt wird (wenn die Königin „ersatzlos“ stirbt, stirbt der Bienenstock), wie auch andere Faktoren der Gefährdung (bei denen der Mensch eine Rolle spielt) nicht zu kurz kommen im Buch.

    Und ebenso, natürlich, welche Möglichkeiten der Mensch besitzt, dem entgegen zu wirken (und dass dies bereits weitläufig geschieht in der Forschung, aber selbst in stark sich verbreitenden der Hobby-Imkerei).

    Alles in allem eine leicht zu lesende, sehr kenntnisreiche Darstellung der Biologie und Kultur der Bienen, ihre Bedeutung für das Leben auf dem Planeten, ihre Gefährdung in der Gegenwart und, insgesamt, was das für ein „Lebensgefühl ist“, „Biene zu sein“.

    Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Literaturtests avatar
    Liebe Lovelybooksleserinnen und -leser,


    wir verlosen 4 Exemplare der "Honigfabrik" von Jürgen Tautz und Diedrich Steen.


    Um an der Verlosung teilzunehmen, müsst ihr uns lediglich schreiben, warum ihr das Buch gewinnen wollt.


    Viel Erfolg!
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    Letzter Beitrag von  Antekvor 7 Monaten
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