Jürgen Todenhöfer Du sollst nicht töten

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Inhaltsangabe zu „Du sollst nicht töten“ von Jürgen Todenhöfer

Jürgen Todenhöfer mit einem sehr persönlichen Plädoyer für den Frieden

'Wieso darf man Kinder töten?' Auf diese Frage bekommt Jürgen Todenhöfer schon als Kind nach dem Bombenangriff auf Hanau 1945 keine Antwort. Heute, nachdem er viele Jahre damit verbracht hat, Kriegsgebiete zu bereisen, Menschen dort zu erkennen, wo andere nur Feinde sehen wollen, erinnert er sich und stellt wieder die alles entscheidende Frage: 'Wie kann, was im eigenen Land als schändliches Verbrechen gilt, außerhalb der Grenzen eine Heldentat sein?'

Sein Buch, das sich vornehmlich aus seinen dramatischen Erlebnissen während des Arabischen Frühlings speist, legt Zeugnis ab von Hass, Demütigung und Vernichtung – gestern und heute. Immer wieder fragt er sich, warum Menschen moralische Grenzen überschreiten. Nicht nur jene, die vergewaltigen, foltern und töten, sondern auch jene, die am Schreibtisch andere aussenden 'zur Verteidigung' von Freiheit und Frieden. Immer wieder konfrontiert Jürgen Todenhöfer das Bild, das öffentlich von Kriegen gezeichnet wird, mit der Realität vor Ort. Er gibt den Namenlosen ein Gesicht und zeigt uns unsere beschämenden Feindbilder.

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    Du sollst nicht töten

    Buecher-Liebe-de

    02. June 2017 um 18:12

    Über den Inhalt Mehr als ein halbes Jahr lang hat Jürgen Todenhöfer die Revolutionsschauplätze Ägypten, Libyen und Syrien bereist. Und immer wieder Iran, Afghanistan und auch Gaza. In Reportagen schildert er das Leben im Krieg und in der Revolution und berichtet von Gesprächen mit Rebellen und Staatsführern vor Ort. Seine Analysen und Schlussfolgerungen sind ein aufrüttelnder Gegenentwurf zur gängigen Verharmlosung der Kriege unserer Zeit. Todenhöfers Fazit: Es gibt keine anständigen Kriege. Krieg ist Terrorismus. Das gilt auch für die Kriege des Westens. Die Hauptschuld daran tragen nicht die Soldaten, sondern die, die dieses mörderische Spektakel inszenieren. Meine Meinung Jürgen Todenhöfer ist dafür bekannt, dass er sich in gefährliche Gebiete begibt und über seine dortigen Erlebnisse und Erfahrungen berichtet – entsprechend abenteuerlich ist dieses Buch. Herr Todenhöfer beschreibt seine Besuche bei den Menschen, die versuchen, ihr normales Leben Tür an Tür mit dem Krieg fortzusetzen, er beschreibt seine Besuche in Kriegskrankenhäusern, er berichtet von Gesprächen mit Soldaten und sogar über seine Treffen mit Assad. Der Leser bekommt einen (vermutlich extrem kleinen) Eindruck davon, wie das Leben ist, wenn nur wenige km entfernt Bomben explodieren und Schüsse zu hören sind. Ich selbst kenne Krieg nur aus den Nachrichten, als etwas, das weit weg passiert und dass hoffentlich auch weit weg bleibt. Wie man aus dem Titel „Mein Traum vom Frieden“ erkennen kann, ist ein Krieg auch für Herrn Todenhöfer etwas Sinnloses, Unverständliches. Das ist auch für mich. Und nach diesem Buch ist es das noch viel mehr. Fazit Man hat schon eher das Gefühl, man würde ein Abenteuerroman oder ähnliches lesen, keine reellen Erlebnisse. Das macht das Buch natürlich spannend, es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Macht man sich aber klar, dass es kein Abenteuerroman, sondern die bittere Realität ist, dann macht das auch sehr traurig. Zurzeit ist so viel Hass in Deutschland zu verzeichnen, vielleicht sollten einfach mal mehr Menschen dieses Buch lesen, denn es eröffnet auch eine ganz andere Sichtweise auf Kriege, deren Auswirkung auch wir seit einigen Monaten zu spüren bekommen.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 06.01.2018: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   294 Punkte Astell                                           ---    20 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  893 Punkte Beust                                          ---   424 Punkte Bibliomania                               ---   285 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  515 Punkte ChattysBuecherblog                --- 316 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   192 Punkte Code-between-lines                ---  199 Punkte DieBerta                                    ---   88  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Yolande                                       --   233 Punkte

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  • schonungslos und detailgetreu gegen die Kriege der Welt

    Du sollst nicht töten

    sab-mz

    27. July 2014 um 14:44

    Der Autor Dr.Jürgen Todenhöfer, Jahrgang 1940, ist Jurist.   Er war und ist in verschiedenen Bereichen tätig, als Politiker für die CDU lange Jahre im Bundestag, als Richter in Kaiserslautern, als Vorstand im Burda-Konzern und als Journalist. Durch seine Tätigkeit im Rüstungsausschuß war er auch mit der Thematik Krieg und Frieden befasst. Sein Buch will wachrütteln, der Autor will verdeutlichen, dass viele Dinge, die wir tagtäglich lesen, nicht stimmen. Es beginnt mit frühen Erinnerungen zum Thema Krieg, mit der Zerstörung Hanaus 1945. Todenhöfers erste Begegnung mit dem Krieg. Eine Passage, die eindrücklich zeigt, wie dies das Kind Jürgen Todenhöfer geprägt hat möchte ich hier zitieren "...Von meinen Großeltern und meiner Mutter wusste ich, dass die Amerikaner schon in wenigen Tagen in Hanau einmarschieren würden. Dann wäre der schreckliche Irrsinn, wie meine Mutter den Krieg nannte, endlich vorbei." Der Autor ist aufgewachsen in den letzten Jahren des 2.Weltkrieges und den Nachkriegsjahren, mit den Lügen um den Krieg. Dieses Buch ist Abdul Latif gewidmet, einem Gefährten, der den Autor bei seinen Reisen im Mittleren Osten (2011 bis 2013) begleitet hat und dabei getötet wurde. Anfang 2011 beginnen die Einwohner der Länder im Mittleren Osten gegen ihre Regierungen aufzustehen und sie zu bekämpfen. Sehr bewusst ist Dr.Todenhöfer mit Zeugen zusammen gereist. Begleitern, die Protokoll geführt, fotografiert haben, usw.. Ihm war klar, dass er Zeugen und Dokumente brauchen würde, dass man dementieren würde auch von Seiten der Regierungen. Es kann nicht sein was nicht sein darf. Der Autor untertitelt sein Buch mit "Mein Traum vom Frieden". Ob dieser Traum jemals in Erfüllung geht??? Er bereist Länder wie Ägypten, Syrien, Lybien, Afghanistan, Irak und Iran und auch den Gaza-Streifen. Todenhöfer schildert ganz beeindruckend und detailgetreu seine Erfahrungen bei den insgesamt 7 Monate dauernden Reisen. Er schägt sich auf keine Seite sondern beschreibt die Vergehen der Rebellen und der Staatsführungen gleichermaßen. Dies erfolgt mit soviel Detailtreue, dass ich das Buch oft nicht weiterlesen konnte. Ich musste es häufiger zur Seite legen, Pause machen ob der Gräueltaten von beiden Seiten. Für mich ist es sehr bedrückend zu lesen zu welchen entsetzlichen Taten Menschen fähig sind. Und zwar nicht nur die Terroristen sondern auch Soldaten im Namen ihres jeweiligen Landes. Auch Oberst Klein wird nicht ausgespart und auch nicht was aus ihm wurde, nicht etwa ein Entlassung aus der Bundeswehr, sondern eine Beförderung. Ausgehend von den Ereignissen des 9.September beginnt der Krieg der USA und der westlichen Welt gegen die Terroristen. Ein grosses Kapitel befasst sich mit den Kriegen des George W.Bush. Kriege, die sich gegen Terroristen richten sollen, aber das Volk treffen. Bin Laden und andere Terroristen sollen sterben, koste es was es wolle und seien es Menschenleben. Schonungslos, und in dem Bewusstsein, dass er sich dadurch selbst gefährdet, schreibt Todenhöfer gegen die Regierungen der westlichen Welt, gegen den "Krieg gegen den Terror", der nur Muslime zu Schuldigen erklärt und klärt auf warum es wirklich geht, nämlich um Ressourcen dieser Länder, wie Bodenschätze, man denke an das Öl, Macht,usw. Dr.Todenhöfer plädiert für eine friedliche Welt ohne Tote, eine Welt, die Konflikte verbal löst. Man kann sich auch den Verhandlungstisch setzen. Er plädiert auch dafür, dass der mündige Bürger sich auf allen Seiten Informationen einholt. Da wir ja nicht in der Lage sind, dies persönlich zu tuen, bleiben uns nur Bücher wie dieses. Das Buch ist mit beeindruckenden und bedrückenden Fotos bestückt und mit einem sehr ausführlichen Quellen- und Anmerkungsverzeichnis. Ich bin sehr traurig, dass ich aus terminlichen Gründen nicht nahc Frankfurt zu seiner Lesung fahren konnte und hoffe diesen mutigen an anderer Stelle einmal erleben zu können. Mein Fazit: Dr.Jürgen Todenhöfer ist ein Buch gelungen, dass auf alle Fälle eines beim Leser erreicht, es rüttelt wach. Das Buch sensilbilisiert den Leser nicht alles zu glauben was man so hört und sieht in den Medien. Aber Achtung es ist harte Kost, nichts für ganz sensible Wesen, es ist so schonungslos geschrieben, wie auch Kriege schonungslos sind. Danke an den Autor

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  • schonungslos und detailgetreu gegen die Kriege der Welt

    Du sollst nicht töten

    sab-mz

    27. July 2014 um 14:44

    Der Autor Dr.Jürgen Todenhöfer, Jahrgang 1940, ist Jurist.   Er war und ist in verschiedenen Bereichen tätig, als Politiker für die CDU lange Jahre im Bundestag, als Richter in Kaiserslautern, als Vorstand im Burda-Konzern und als Journalist. Durch seine Tätigkeit im Rüstungsausschuß war er auch mit der Thematik Krieg und Frieden befasst. Sein Buch will wachrütteln, der Autor will verdeutlichen, dass viele Dinge, die wir tagtäglich lesen, nicht stimmen. Es beginnt mit frühen Erinnerungen zum Thema Krieg, mit der Zerstörung Hanaus 1945. Todenhöfers erste Begegnung mit dem Krieg. Eine Passage, die eindrücklich zeigt, wie dies das Kind Jürgen Todenhöfer geprägt hat möchte ich hier zitieren "...Von meinen Großeltern und meiner Mutter wusste ich, dass die Amerikaner schon in wenigen Tagen in Hanau einmarschieren würden. Dann wäre der schreckliche Irrsinn, wie meine Mutter den Krieg nannte, endlich vorbei." Der Autor ist aufgewachsen in den letzten Jahren des 2.Weltkrieges und den Nachkriegsjahren, mit den Lügen um den Krieg. Dieses Buch ist Abdul Latif gewidmet, einem Gefährten, der den Autor bei seinen Reisen im Mittleren Osten (2011 bis 2013) begleitet hat und dabei getötet wurde. Anfang 2011 beginnen die Einwohner der Länder im Mittleren Osten gegen ihre Regierungen aufzustehen und sie zu bekämpfen. Sehr bewusst ist Dr.Todenhöfer mit Zeugen zusammen gereist. Begleitern, die Protokoll geführt, fotografiert haben, usw.. Ihm war klar, dass er Zeugen und Dokumente brauchen würde, dass man dementieren würde auch von Seiten der Regierungen. Es kann nicht sein was nicht sein darf. Der Autor untertitelt sein Buch mit "Mein Traum vom Frieden". Ob dieser Traum jemals in Erfüllung geht??? Er bereist Länder wie Ägypten, Syrien, Lybien, Afghanistan, Irak und Iran und auch den Gaza-Streifen. Todenhöfer schildert ganz beeindruckend und detailgetreu seine Erfahrungen bei den insgesamt 7 Monate dauernden Reisen. Er schägt sich auf keine Seite sondern beschreibt die Vergehen der Rebellen und der Staatsführungen gleichermaßen. Dies erfolgt mit soviel Detailtreue, dass ich das Buch oft nicht weiterlesen konnte. Ich musste es häufiger zur Seite legen, Pause machen ob der Gräueltaten von beiden Seiten. Für mich ist es sehr bedrückend zu lesen zu welchen entsetzlichen Taten Menschen fähig sind. Und zwar nicht nur die Terroristen sondern auch Soldaten im Namen ihres jeweiligen Landes. Auch Oberst Klein wird nicht ausgespart und auch nicht was aus ihm wurde, nicht etwa ein Entlassung aus der Bundeswehr, sondern eine Beförderung. Ausgehend von den Ereignissen des 9.September beginnt der Krieg der USA und der westlichen Welt gegen die Terroristen. Ein grosses Kapitel befasst sich mit den Kriegen des George W.Bush. Kriege, die sich gegen Terroristen richten sollen, aber das Volk treffen. Bin Laden und andere Terroristen sollen sterben, koste es was es wolle und seien es Menschenleben. Schonungslos, und in dem Bewusstsein, dass er sich dadurch selbst gefährdet, schreibt Todenhöfer gegen die Regierungen der westlichen Welt, gegen den "Krieg gegen den Terror", der nur Muslime zu Schuldigen erklärt und klärt auf warum es wirklich geht, nämlich um Ressourcen dieser Länder, wie Bodenschätze, man denke an das Öl, Macht,usw. Dr.Todenhöfer plädiert für eine friedliche Welt ohne Tote, eine Welt, die Konflikte verbal löst. Man kann sich auch den Verhandlungstisch setzen. Er plädiert auch dafür, dass der mündige Bürger sich auf allen Seiten Informationen einholt. Da wir ja nicht in der Lage sind, dies persönlich zu tuen, bleiben uns nur Bücher wie dieses. Das Buch ist mit beeindruckenden und bedrückenden Fotos bestückt und mit einem sehr ausführlichen Quellen- und Anmerkungsverzeichnis. Ich bin sehr traurig, dass ich aus terminlichen Gründen nicht nahc Frankfurt zu seiner Lesung fahren konnte und hoffe diesen mutigen an anderer Stelle einmal erleben zu können. Mein Fazit: Dr.Jürgen Todenhöfer ist ein Buch gelungen, dass auf alle Fälle eines beim Leser erreicht, es rüttelt wach. Das Buch sensilbilisiert den Leser nicht alles zu glauben was man so hört und sieht in den Medien. Aber Achtung es ist harte Kost, nichts für ganz sensible Wesen, es ist so schonungslos geschrieben, wie auch Kriege schonungslos sind. Danke an den Autor

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  • Gegen eine systematische Dämonisierung und für den Frieden

    Du sollst nicht töten

    michael_lehmann-pape

    16. September 2013 um 13:07

      Seit Jahren bereits wird Jürgen Todenhöfer nicht müde, seine Idee von einer „guten Welt“, einem gedeihlichen Miteinander der Menschen und Kulturen, medial mitzuteilen.   Gleichgültig nun, ob Kritiker ihm „Gutmenschentum“ oder „Überspitzungen“ oder „Profilneurosen“ vorwerfen oder umgekehrt Anhänger seinen Ideen und Darlegungen breite Zustimmung entgegenbringen, Todenhöfer ist vor allem nicht nur einer des „abstrakten Wortes“, sondern auch einer, der macht, tut und handelt. Der sich vor Ort begibt. Der sich Eindrücke verschafft und diese überzeugend reflektiert.   Für sein neues Werk war Todenhöfer wieder ausführlich unterwegs. Genau da, wo „es weh tut“. Bei jenen, die für die breite Bevölkerung und die politische Spitze der westlichen Welt eher als „der Feind“ gelten. Syrien an allererster Stelle. Ägypten, Libyen, Iran, Irak, Gaza, Afghanistan. Und mehr noch, Todenhöfer reist hier nicht als eine Art „Tourist auf Risiko“, sondern erhält ob seiner Bekanntheit vielfachen Zugang zu Gesprächen, zu Kämpfern, zum einfachen Volk, zu Gefangenen und vermag dadurch, ungefilterte Eindrücke der Verhältnisse vor Ort zu vermitteln.   Aus all dem fokussiert sich seine klar erkennbare und durchaus „west-kritische“ Haltung. Hehre Ideal und wohlfeile Reden beeindrucken ihn nicht, schonungslos nennt er, sicherlich in Teilen auch überspitzt bis polemisch, die eigentlichen Gründe für die vielfachen kriegerischen Auseinandersetzungen, in denen die westliche Welt mit involviert ist, beim Namen. Wirtschaftliche Interessen, Ressourcen, Bodenschätze sind viel eher Antriebsfeder so manchen Säbelrasselns und scharfer Worte in einem vollmundig behaupteten „Krieg gegen den Terror“, als demokratische Ideale oder echte Friedensbemühungen (die aber auch Todenhöfer natürlich nicht in Bausch und Bogen umfassend abstreitet). Klare Tendenzen sind es allerdings in seinen Augen schon, die zu einer „Dämonisierung des Islam“ führen oder noch führen können. Mit weitreichenden, schrecklichen Folgen für die „einfachen“ Menschen vor Ort. Folgen, die Todenhöfer ungeschminkt dem Leser vor Augen führt.   Gerade in seinen breiten Ausführungen zu „den Kriegen des George W. Busch“ weist Todenhöfer schon systematisch auf, wie der Feind sich selber geschaffen wurde („Terrorzuchtprogramme“), natürlich vornehmlich aus wirtschaftlichen Gründen und wie dann die eigenen Marionetten (durchaus nachvollziehbar von Todenhöfer in der Entwicklung dargstellt) zu „Todfeinden“ wurden (ebenso auch unter Erwägung von finanziellen, wirtschaftlichen und ressourcenorientierten Gründen).   Einhergehend mit dieser „roten Linie“, die sich durch die Motive zu Kriegen und Interventionen ziehen, weist Todenhöfer viele ganz einfache, kleine und erschütternde Geschichten der „normalen“ Menschen am jeweiligen Ort zu erzählen, die dem Leser eindringlich vor Augen führen, wer eigentlich wirklich welchen Preis für die „große Interessenspolitik“ real zahlt. Wie bei der „Trauerfeier von Asisabad“, Greise, Kinder, zerfetzte Körper, die in offizieller Sprachregelung als „30 getötete Taliban“ vermerkt werden. Oder jene Gespräche mit inhaftierten (und gefolterten) Soldaten Gadaffis in Bengasi, die ein ganz anders Bild vermitteln als die tägliche Berichterstattung aus Krisengebieten.   Seite für Seite ein Kaleidoskop des Grauens des Krieges, einer Offenlegung von Gründen für so manche dieser Kriege, in denen man die Empörung Todenhöfers breit spürt.   Insgesamt verzichtet Todenhöfer auf breit angelegte „Verbesserungsprogramme“ in seinem Buch, schildert jedoch immer wieder jene Momente der Hoffnung und des Miteinanders, die für ihn die Richtung zum Besseren hin vorgeben. Ansonsten findet der Leser ausführlich und emotional dicht eine geographisch geordnete Darstellung von Todenhöfers monatelangen Reisen in die Zentren des Kriege unserer Tage und eine Reflektion dessen, was diese Kriege in den Augen Todenhöfers an Interessen antreibt und das es daneben tatsächlich jenen „Traum vom Frieden“ auch real zu finden gibt, den Todenhöfer in er Schilderung von Begegnungen immer wieder vor Augen führt.   Eine emotional nicht einfache, durchaus empörte, aber auch sehr informative Lektüre „aus erster Hand“.

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