Jürgen Todenhöfer Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'

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Inhaltsangabe zu „Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'“ von Jürgen Todenhöfer

Im Sommer 2014 führte Jürgen Todenhöfer mehrere Monate lang Gespräche mit deutschen Islamisten (via Skype), die sich dem IS-Staat angeschlossen haben. Die Erkenntnisse, die er in diesen Gesprächen gewann, sind mehr als erschreckend und enthüllen die mörderischen Absichten des sogenannten Kalifats, das einen weltweiten Gottesstaat errichten will und dabei auch vor Massenmorden nicht zurückschreckt, selbst unter Muslimen. Im November 2014 fuhr er als bislang weltweit einziger westlicher Journalist in das Zentrum des IS-Staats, nach Mossul, und nahm dort weitere Interviews auf. In seinem Buch beschreibt er eindringlich seine dortigen Erlebnisse.

Schockierend und interessant zugleich.

— MadamePenumbra
MadamePenumbra

So denkt man beim IS

— Buchperlentaucher
Buchperlentaucher

sich beide seiten anhören, wie schmerzlich es auch wird, und die antworten für die zukunft bittere schatten werfen können, das ist JT

— Buecherspiegel
Buecherspiegel

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  • Eine gefährliche Reise

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'
    Curin

    Curin

    10. June 2017 um 12:38

    2014 nimmt Jürgen Todenhöfer per Skype Kontakt mit IS-Kämpfern in Syrien auf und reist nach Mossul, um sich dort selbst ein Bild vom ,,Islamischen Staat" zu machen. Als Schutzgarantie hat er dabei nur eine Urkunde aus dem Büro des Kalifats, die ihn und seine Begleiter vor einer Hinrichtung bewahren soll... .In diesem Buch erzählt der Journalist davon, was er in Syrien im sogenannten ,,Islamischen Staat" erlebt hat und gibt zu einem großen Teil Interviews mit den Dschihadisten wieder, von denen einige schon vor seiner Abreise geführt worden sind.Jürgen Todenhöfer hat sich hier zu einer wirklich gefährlichen Reise aufgemacht, die sich für ihn und für den Leser sehr gelohnt hat. Er zeigt das ganz normale Leben im IS und spricht mit unterschiedlichen Menschen wie zum Beispiel einem Richter und einem Polizeichef. Erschreckend war dabei für mich zu lesen, dass die Leute auf der einen Seite gastfreundlich und zum Teil wirklich freundlich mit Todenhöfer und seinem Sohn umgehen, aber wenn es um ihren Glauben und ihre Sicht geht, extrem fanatisch und gewaltbereit sind. So hat mich Christian, ein Deutscher, welcher sich jetzt Abu Qatadah nennt, mit seinen Äußerungen wirklich erschreckt und auch fassungslos gemacht. Das Buch liest sich gut und es war für mich spannend, was Todenhöfer bei den Dschihadisten erlebt hat. Er stellt auch immer wieder kritische Fragen, womit er seine Interviewpartner oft verärgert. Allerdings geht er auf Themen, wie zum Beispiel den Umgang und die Rolle der Frau im IS,  Sklaven usw. nicht ausreichend ein. Insgesamt bekommt man mit ,,Inside IS" ein wirklich außergewöhnliches Buch, welches zeigt, welche Ziele der IS verfolgt und wie das Leben dort abläuft. Gerne empfehle ich es weiter.

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  • ‚Krieg ist der Terror der Reichen, Terror der Krieg der Armen.‘

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'
    sabatayn76

    sabatayn76

    21. April 2017 um 19:57

    Jürgen Todenhöfer berichtet in ‚Inside IS‘ einleitend von Al Qaida und Abu Musab Al Zarkawi, von Osama bin Laden und Ayman Al Zawahiri, von IS/ISI/ISIS und Abu Bakr Al Baghdadi, von der Geschichte des Islamischen Staates und dem Einfluss der USA. Dabei zieht er Parallelen zu anderen Epochen, Regionen und zu den Angriffskriegen des Westens und macht so deutlich, dass der Terror des IS nicht neu ist und worin die Ursachen für das Entstehen und das Erstarken des IS liegen. Aus seiner Zeit als Referendar und als Richter hat Todenhöfer gelernt, ‚auf der Suche nach der Wahrheit immer mit beiden Seiten zu sprechen. Auch wenn die Welt ihr Urteil bereits gesprochen hatte.‘, und so nimmt er Kontakt zu Jihadisten auf und reist schließlich selbst in den ‚Islamischen Staat‘, um mit Anhängern vor Ort zu reden und die Gegebenheiten mit eigenen Augen zu sehen. Ich habe mich schon intensiv mit dem Islam und dem Islamismus sowie der Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens beschäftigt und empfand Todenhöfers Buch als besonders gelungen und empfehlenswert, da die Thematik hervorragend aufbereitet wurde und sich das Buch sehr flüssig und spannend liest. Damit eignet sich ‚Inside IS‘ auch perfekt für Einsteiger ins Thema, die sich noch nicht intensiver mit den oben genannten Themen auseinandergesetzt haben. Sehr gut gefallen hat mir von Anfang an, dass Todenhöfer nicht nur packend schreibt, sondern im Vergleich zu anderen Autoren dennoch sehr sachlich bleibt und eine zu stark emotional gefärbte und reißerische Berichterstattung vermeidet, obgleich seine Ablehnung des IS durchweg deutlich wird. Für seinen Mut kann ich Todenhöfer nur bewundern, mich aber auch ungläubig fragen, wie er die Gefahr auf sich nehmen konnte, tatsächlich mitten ins Kriegsgebiet Rakka und in die IS-Hochburg Mossul zu reisen. Die so gewonnenen Einblicke sind jedoch von sehr großem Wert, denn Todenhöfer ermöglicht mit seiner Reise und seinem Buch einen einzigartigen Blick auf den IS, zeigt beide Seiten und räumt außerdem mit ein paar Vorurteilen auf, z.B. durch seine Schilderungen von Mossul. ‚Inside IS‘ ist somit ein extrem spannendes Sachbuch, das sich bisweilen wie ein Krimi liest und sehr viel Wissen vermittelt.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 18.08.2017: _Jassi                                           ---  73 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   208,5 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   81 Punkte Bellis-Perennis                          ---  564 Punkte Beust                                          ---   260 Punkte Bibliomania                               ---   184 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  350 Punkte ChattysBuecherblog                --- 210 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   103,5 Punkte Code-between-lines                ---  127 Punkte eilatan123                                 ---   46 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   109 Punkte Frenx51                                     ---  72,5 Punkte glanzente                                  ---   75 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   135 Punkte Hortensia13                             ---   113 Punkte Igelchen                                    ---   21 Punkte Igelmanu66                              ---  151 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    79 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   105 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   77 Punkte Katykate                                  ---   94 Punkte Kerdie                                      ---   190 Punkte Kleine1984                              ---   130 Punkte Kuhni77                                   ---   105 Punkte KymLuca                                  ---   100 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   211 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   190 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   82 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  52 Punkte mistellor                                   ---   149 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  115 Punkte Nelebooks                               ---  183 Punkte niknak                                       ----  268 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   180 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   93 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   48 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 57 PunkteSandkuchen                              ---   172 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   153 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   245 Punkte SomeBody                                ---   157,5 Punkte Sommerleser                           ---   168 Punkte StefanieFreigericht                  ---   190,5 Punkte tlow                                            ---   135 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   34 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   64 Punkte Wolly                                          ---   163 Punkte Yolande                                       --   150 Punkte

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  • Lebend vom 'IS' zurück

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'
    Federfee

    Federfee

    31. August 2016 um 11:52

    Er will es mit eigenen Augen sehen, mit 'ihnen' sprechen, ihre Motivation erkunden, aber - es ist brandgefährlich. Noch nie ist ein Journalist, der sich in die Nähe des sogenannten 'IS' gewagt hat, lebend zurück gekehrt.Im Sommer 2014 nimmt Jürgen Todenhöfer per Skype Kontakt zu deutschen Djihadisten auf, die sich der Terror-Organisation des sogenannten IS angeschlossen haben. Nach viel Hin und Her bekommt er am Ende ein Schreiben vom Büro des Kalifats, das ihm garantiert, dass er unbehelligt wieder ausreisen kann. Es ist eine gefährliche Mission, noch gefährlicher durch die Tatsache, dass sein Sohn und dessen Freund mitkommen. Der eine fotografiert und filmt, der andere führt Protokoll.Sie reisen über die Türkei ein und Todenhöfer erhält die Gelegenheit, die Millionenstadt Mossul zu besuchen. War der Empfang anfangs noch relativ freundlich, wird die Situation zunehmend frostiger und gefährlicher, obwohl Todenhöfer vorher klar gemacht hatte, dass er unbeeinflusst berichten und mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg halten will.Das Buch ist interessant zu lesen, keine Minuten langweilig, auch nicht, als die Islamisten ihre kruden Theorien erläutern. Sie halten 'ihren' Islam (sunnitisch) für den einzig wahren und wollen die Schiiten, die sich nicht dazu bekehren wollen, umbringen. Das sind Millionen Menschen im Iran und Irak und auch woanders. Demokratie finden sie verwerflich, denn 'nichts darf über den Gesetzen Allahs stehen'. Ständig wurde mit Allah und dem Koran argumentiert, aber wenn Todenhöfer nachhakte, dass ihr tatsächliches Verhalten (Enthauptungen, Sklaverei, etc.) damit nicht übereinstimme, verloren sich die IS-Kämpfer in verworrenen Theorien und bastelten sich ihre eigene Weltsicht zurecht.Gut finde ich den Brief am Ende des Buches, den Todenhöfer an den Kalifen geschrieben hat und wo er kritisch mit dem sog. IS ins Gericht geht und ihn als 'antiislamisch' bezeichnet. Auf Todenhöfers Webseite kann man ihn in voller Länge nachlesen.

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  • Einblicke in den sogenannten Islamischen Staat, dessen Strukturen, Ziele und Ideen

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'
    Buecherspiegel

    Buecherspiegel

    06. August 2016 um 17:18

    Es viel mir schwer das Buch zu lesen, warum? Es ist nun mal etwas anderes einen Roman zu lesen, in dem sehr viel über Gewalt geschrieben wird, als eine Reportage aus dem echten Leben. Als ich dann aber damit Anfing, ging alles ganz schnell. Merkwürdigerweise. Vielleicht lag es auch an den Ereignissen dieser Tage. Nizza, Türkei, Amerika, Deutschland. Tote und Verletzte all überall und irgendwie scheinbar aus denselben Gründen. Übergreifend. Angeblich religiös motiviert. Was davon übrig bleibt werden wir sehen. Wie auch beim sogenannten Putschversuch in der Türkei. Was das mit dem Buch zu tun hat? Eine ganze Menge. Die Welt scheint sich hauptsächlich nur noch um das Thema des religiös motivierten Verbrechens zu drehen. Was aber ist wirklich religiös, was eher der vorgeschobene Grund für diese Taten? Todenhöfer will es immer ganz genau wissen, was einerseits vielen nicht passt oder zumindest unheimlich ist, andererseits ist es gut zu wissen, dass auch die andere Seite gehört wird, um das Wieso und Warum in Erfahrung zu bringen. Auch wenn uns bei den Antworten übel wird. Es ist immer besser die Motive der Anderen zu kennen, um zu wissen, gegen was und wen man eigentlich kämpft. Sonst könnten die genutzten Waffen allesamt unwirksam sein. Todenhöfer beschreibt nicht nur die Gräuel die vom IS ausgeht, sondern auch die durch den Westen der letzten Jahrhunderte ausgeübte, die oftmals in Vergessenheit geraten ist. Damit will er mitnichten die Taten der IS entschuldigen sondern eben genau das beschreiben was es ist. In Vergessenheit geratene Kriege des Westens. Und Punkt. Aber wie oder was ist der IS, der Islamische Staat, wer gehört dazu, wer nicht, wer ist in den Augen der Machthaber ein Abtrünniger und gehört genauso dahin gemeuchelt, wie Ungläubige oder Nichtgläubige? Todenhöfer versucht zu entwirren. Im Laufe seiner Recherchen, die auch zur Vorbereitung seiner Reise dienen, klärt er auf. Mithilfe seines Sohnes Frederic versucht Todenhöfer über soziale Medien in Kontakt mit jungen IS-Kämpfern zu kommen , um zu erfahren, woher die Motivation kommt, diesen Kampf zu bestreiten, der im Grunde nicht ihrer ist. Er will verstehen. Es sind Interviews abgedruckt, die zum Teil sehr gruselig auf einen wirken. Wir sollten uns aber fragen, warum gehen junge Menschen in den Dschihad, wandern zum Islamischen Staat aus, und wie können wir sie daran hindern. Sind es wirklich diese strengen Regeln, der unbedingte Gehorsam gegenüber einer Religion? So wirklich kann man es ihnen nicht abnehmen. Denn auf der anderen Seite prahlen sie regelrecht damit, wie hart die Sharia zuschlägt, und das für bereits geringe Vergehen. Den Feinden aber den Kopf abzuschlagen, sich Sklaven, halten um so ungebüßt körperlichen wie seelischen Missbrauch zu begehen, das soll dann vollkommen normal sein. Nein, im Grunde geht es darum, Macht ausüben zu können, Gewaltphantasien ihren freien Lauf zu lassen, und das alles ungestraft. Die Religion, der Koran, zwar schon einige hundert Jahre alt, aber von verschiedenen Strömungen unterschiedlich ausgelegt, muss dafür herhalten. Aber gerade das ist auch im Islamischen Staat, so ist es zu lesen, nicht erlaubt, wie so vieles nicht. Entweder ihr seid für unseren strickten Kurs, unsere Auffassung der Religion, denn nur diese ist die Richtige, oder ihr seid alle des Todes. Auch wenn es 150 Millionen Muslime sind, die zwar nach dem Koran leben, aber dennoch falsch, und daher sterben sollen. Alle! Christen und Andersgläubige dürfen gerne für ihren Schutz eine Abgabe zahlen und können selbstverständlich so leben wie bisher. Kein Problem. Todenhöfer beschreibt seinen Kampf mit den Verantwortlichen um die Sicherheit während seines Aufenthaltes für ihn selbst, seinen Sohn und dessen Freund, Schutzname Malcolm. Die Interviews mit dem in Deutschland geborenen Christian E., nun mit einem arabischen Namen versehen, geben bereits einen tiefen Einblick in dessen Gedankenwelt, der des IS. Todenhöfer beharrt in diesen Gesprächen erstens auf ein Schreiben des Kalifen als Sicherheitsgarantie und zweitens macht er immer wieder klar, dass er auch unangenehme Fragen stellen wird. Warum er nun die Genehmigung bekommt zu ihnen Reisen zu dürfen, liegt wohl an seiner Glaubwürdigkeit, die der Autor in der arabischen Welt genießt; es sind Bücher von ihm in arabischer Sprache erschienen. Die zehn Tage nun sind ein Unternehmen, dass nicht jeder Journalist so auf sich nehmen würde. Am Anfang wird er tatsächlich noch mit neuen Kämpfern, unter ihnen auch eine deutsche Frau, über die Grenze gebracht. Der Autor beschreibt nun was er erlebt, von Bewachungen, Besichtigungen, inszenierten Interviews, zum Teil gutem Essen, und der allmählichen Verschlechterung der Stimmung. Warum? Todenhöfer will Antworten auf Fragen, die er, so wie angekündigt, jedem stellt, den er fassen kann. Fragen nach der Brutalität des IS, warum öffentlich beziehungsweise in veröffentlichten Videos die Hinrichtung von Journalisten und anderen Westlichen gezeigt wird. Warum es wieder Sklavenhaltung gibt. Die Antworten, die uns da um die Ohren fliegen haben selbstverständlich einen wahren Kern, zum Beispiel gibt es doch auch die in der westlichen Welt versklavten Frauen, sie meinen Prostituierte, die entsprechende Dienste leisten müssen. Aber kann, darf das ein Grund sein jetzt ganze Völkergruppen zu töten und zu versklaven? Der IS ist dieser Meinung. Die Sharia ersetzt nun Justitia, wozu braucht man Gerichte, mit all seinen Helfern wie Anwälte und Richter, es stehen bereits alle Urteile und Strafen im Koran beschrieben. Der Hinweis Todenhöfers, dass Mohammed ein fortschrittlicher Mensch war, und wenn er jetzt leben würde, ganz andere Schwerpunkte hätte, werden vom Tisch gewischt. Warum sollte Mohammed so etwas tun? Es steht alles geschrieben und unsere Auslegung ist korrekt. Die immer wieder gestellte Frage nach möglichen Anschlägen in Deutschland werden erst verneint, im Laufe des Aufenthaltes jedoch mit einem klaren „könnte sehr wohl sein“ beantwortet. Immer mit dem Hinweis darauf, wer sich zu den Gegnern des IS gesellt oder diese unterstützt, muss damit rechnen. Was der Autor und seine Mitreisenden erleben, erschrecken und erschüttern. Inzwischen ist auch der Film, als Reisetagebuch gedreht, im Fernsehen gezeigt worden und im Netz zugänglich.Todenhöfer endet sein Buch mit einem offenen Brief an den Kalifen des IS, wo er seine Sichtweise über den Koran darlegt. Richtig mulmig wird einem bei dem Verdacht der drei Reisenden, dass sie in einem ihrer Begleiter einer der gefürchteten Henker zu erkennen glauben. Und am Ende wird auch Todenhöfer mit dem Tod bedroht, sollte er jemals nach dieser Reise gefunden werden, denn die Sicherheitsgarantie des Kalifen gilt nun nicht mehr.Eindringlich geschrieben.

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  • Eine gefährliche Reise

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'
    Federfee

    Federfee

    22. July 2016 um 11:22

    Er will es mit eigenen Augen sehen, mit 'ihnen' sprechen, ihre Motivation erkunden, aber - es ist gefährlich. Noch nie ist ein Journalist, der sich in die Nähe des sog. 'IS' gewagt hat, lebend zurück gekehrt.Im  Sommer 2014 nimmt Jürgen Todenhöfer per Skype Kontakt zu deutschen Djihadisten auf, die sich der Terror-Organisation des sog. IS angeschlossen haben. Nach viel Hin und Her bekommt er am Ende ein Schreiben vom Büro des Kalifats, das ihm garantiert, dass er unbehelligt wieder ausreisen kann. Es ist eine gefährliche Mission, verstärkt durch die Tatsache, dass sein Sohn und dessen Freund mitkommen. Der eine fotografiert und filmt, der andere führt Protokoll.Sie reisen über die Türkei ein und Todenhöfer erhält die Gelegenheit, die Millionenstadt Mossul zu besuchen. War der Empfang anfangs noch relativ freundlich, wird die Situation zunehmend frostiger und gefährlicher, obwohl Todenhöfer vorher klar gemacht hatte, dass er unbeeinflusst berichten und mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg halten will.Das Buch ist interessant zu lesen, keine Minuten langweilig, auch nicht, als die Islamisten ihre kruden Theorien erläutern. Sie halten 'ihren' Islam (sunnitisch) für den einzig wahren und wollen die Schiiten, die sich nicht dazu bekehren wollen, umbringen. Das sind Millionen Menschen im Iran und Irak und auch woanders.Demokratie finden sie verwerflich, denn 'nichts darf über den Gesetzen Allahs stehen'. Ständig wurde mit Allah und dem Koran argumentiert, aber wenn Todenhöfer nachhakte, dass ihr tatsächliches Verhalten (Enthauptungen, Sklaverei, etc.) damit nicht übereinstimme, verloren sich die IS-Kämpfer in verworrenen Theorien und bastelten sich ihre eigene Weltsicht zurecht.Gut finde ich den Brief am Ende des Buches, den Todenhöfer an den Kalifen geschrieben hat und wo er kritisch mit dem sog. IS ins Gericht geht und ihn als 'antiislamisch' bezeichnet. Auf Todenhöfers Webseite kann man ihn in voller Länge nachlesen.

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  • Inside IS

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'
    jackdeck

    jackdeck

    29. April 2016 um 19:15

    Ich würde jedem Politiker oder Takshow-Teilnehmer dringend empfehlen, dieses Buch zu lesen. Es eröffnet Einblicke in die Wahvorstellungen des IS wie kein zweites vorher. Ich ziehe meinen imaginären Hut vor Jürgen Todenhöfer, ein solches Unterfangen, auch noch mit dem eigenen Sohn, durchzuführen. Dazu gehört Mut!Ich war hin- und hergerissen, zwischen Abscheu und Entsetzen und mach verständlicher Reaktion. Vielen, die jetzt den IS wegen ihrem brutalen Vorgehen geiseln, wäre vielleicht mal gedient, zerfetzte Körper von Kindern nach einem amerikanischen Drohnenangriff zu sehen. Vielleicht würde das helfen, die Relationen wieder ins rechte Licht zu rücken. Aber der Krieg der USA ist ja frei von solchen Horrorszenarien, sozusagen ein klinisch "sauberer Krieg", lediglich mit einigen "Kollateralschäden", wie es so schön im Militärjargon des 21. Jahrhunderts heißt.Um nicht missverstanden zu werden: Ich verurteile das Vorgehen des IS auf das Entschiedenste, aber genau so verabscheue ich das Handeln den US-Agressors. Beides ist in gleicher Weise widerlich.Erhellend für die zutiefst humane (nicht christliche!!!) Einstellung des Autors, ist der offene Brief am Ende des Buches. Viele der "Labertaschen" und selbstverliebten Wichtigtuer in Talkshows sollten sich daran mal ein Beispiel nehmen und einfach nur den Mund halten!!!Ein wichtiges Buch - unbedingt zu empfehlen.

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  • Inside IS

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'
    Mizuiro

    Mizuiro

    01. March 2016 um 00:12

    Ich lese ja eher selten Bücher aus diesem Genre. Generell kann ich mich bei Non-Fiction oft schlecht konzentrieren. Bei Todenhöfer war das aber anders! Den Beginn fand ich zugegeben etwas schleppend. Hier wird gefühlte hundert Seiten lang darüber geschrieben, dass der Westen und das Christentum sowas von überhaupt keine Unschuldslämmer sind. Ich weiß nicht genau, wer die Zielgruppe für dieses Buch hätte sein sollen, mir war das aber alles hinlänglich bekannt und ich empfand es als unnötig das auch noch zu erwähnen.  Auch das Heranziehen von Victor Hugo und dessen Zeitgenossen als Beispiel für westliche Schandtaten fand ich irgendwie übertrieben. Und dass ebendiese Schandtaten niemanden interessieren sollen, hätte ich auch nicht so unterschrieben. Da aber der Autor bestimmt mehr Ahnung von der tatsächlichen Manipulation der Medien hat als ich, habe ich das dann einfach so hingenommen. Und im Nachhinein fand ich diese ersten Kapitel des Buches sogar sehr gelungen, da es hilft Todenhöfers Ansichten und damit sein Handeln im Verlauf der Reise zu verstehen. Auch das, was der Autor immer wieder von sich selbst sagt, dass er bei einem Konflikt immer mit beiden Seiten redet, wird dadurch gut verdeutlicht. Und kurz nach dieser Einleitung hat das Buch es schließlich geschafft mich sehr zu fesseln - falls man das so sagen kann. Es war wirklich spannend zu lesen, wie die Reise des Autors schließlich wirklich abgelaufen ist, die Gastfreundschaft die er teilweise erlebte und die im Gegensatz zu so mancher ihm gegenüber getätigten Geste stand. Ich würde dem Buch eigentlich fünf Punkte geben, was mich dann doch etwas gestört hat, war die ab und an durchklingende Selbstgerechtigkeit. Besonders aufgefallen ist mir das, als der Autor genau dieses Wort ('selbstgerecht') verwendet um die Journalisten zu betiteln die ihn nicht fördern wollen. Und zwar nachdem er über eine halbe Seite lang seine großen Taten geschildert hat. Ist aber nicht weiter schlimm.. Vier Punkte!

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  • Ein Buch das einen tiefen Eindruck hinterlässt

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'
    SarahDanno

    SarahDanno

    12. February 2016 um 17:46

    Als Jürgen Todenhöfer mit diesem Buch und seinem Interview des deutschen IS-Kämpfers, welcher sich Abu Qatadah nennt, an die Öffentlichkeit trat, schlug ihm die ganze Wut der deutschen Medienmacht entgegen. Sie bezichtigten ihn der Kollaboration mit dem Feind, der Propaganda für eine Terrorgruppe. Diese Verdrehung der Tatsachen und diese Anfeindungen haben mich aufhorchen lassen. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, Autoritäten und sogenannte Experten hinterfragt, wird erkennen, dass die Medienlandschaft doch sehr eintönig ist in unserem Land. So wurde ich also auf dieses Buch aufmerksam und verstand endlich weshalb Jürgen Todenhöfer der deutschen Presse damit eine wohldosierte Ohrfeige verpasste. Im ersten Teil des Buches klärt der Autor darüber auf, wie es zur Entstehung von Feindbildern kommt. Wie der Eindruck der arabischen Welt vom Westen ist. Warum die unerträgliche Heuchelei von "humanitären Kriegen" genauso absurd ist wie der Glauben an einen "heiligen Krieg". Er zeigt auf wieso der Westen ein solch dringendes Bedürfnis nach Kontrolle über die Erdölversorgung haben und weshalb bei jedem Eingreifen des Westens bloß wirtschaftliche Ziele verfolgt werden. Danach beschreibt er in aller Offenheit seine Recherche und die Kontaktaufnahme mit den Söldnern des IS. Er führt Gespräche über Skype, will Antworten und hört sich die andere Seite an. Die Reise nimmt Gestalt an, nachdem Todenhöfer sich so gut wie möglich abgesichert hat, indem er ein Schreiben des selbsternannten Kalifen mit sich führt. Es ist eine spannende und unglaublich mutige Reise, die Todenhöfer mit seinem Sohn und dessen Freund unternimmt. Durch die Interviews die sie mit den IS-Kämpfern führen, bieten sie dieser Terrorgruppe Gelegenheit sich selbst bloßzustellen. Da erklären die selbsternannten Gotteskrieger Genozid und Versklavung für die Ziele ihrer Religion und sehen dabei nicht den Irrsinn und die verbrecherische Einstellung hinter ihren Aussagen. Die Terroristen wundern sich, weshalb die syrische Bevölkerung die vermeintlichen Befreier aus dem Ausland nicht willkommen heißt und schieben es auf einen nationalistischen Geist bei den Syrern. Der Leser sieht durch die Worte dieser Söldner, dass ihr Handeln absolut nichts mit Religion zu tun hat und dass deren religiösen Kenntnisse bestenfalls mangelhaft sind. Dadurch wird schnell deutlich, dass die von der westlichen Presse andauernde Konditionierung Islam=Terror eine bloße Propagandastrategie ist, die als neues Feindbild und Rechtfertigung für kommende Kriege dienen soll. So soll die Verknüpfung geschaffen werden zwischen einer Religion der Barmherzigkeit zu einer mordernen Verbrecherorganisation. Der IS bietet dafür die perfekte Projektionsfläche und ist das ideale Bild für den täglichen Zwei-Minuten-Hass der westlichen Medienlandschaft. Todenhöfer deckt auf, wie die von den USA und ihren Verbündeten gestützten Öl-Diktaturen den IS als eigene Söldnerarmee aufgebaut haben und ihn immernoch heimlich mit Waffen, Material, Geld und einem offenen Grenzübergang unterstützen. Ein faszinierendes Buch, welches einen auch nach dem Lesen einen tiefen Eindruck hinterlässt. Spannend von Anfang bis Ende. Ein journalistisches Meisterwerk. Als Jürgen Todenhöfer mit diesem Buch und seinem Interview des deutschen IS-Kämpfers, welcher sich Abu Qatadah nennt, an die Öffentlichkeit trat, schlug ihm die ganze Wut der deutschen Medienmacht entgegen. Sie bezichtigten ihn der Kollaboration mit dem Feind, der Propaganda für eine Terrorgruppe. Diese Verdrehung der Tatsachen und diese Anfeindungen haben mich aufhorchen lassen. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, Autoritäten und sogenannte Experten hinterfragt, wird erkennen, dass die Medienlandschaft doch sehr eintönig ist in unserem Land. So wurde ich also auf dieses Buch aufmerksam und verstand endlich weshalb Jürgen Todenhöfer der deutschen Presse damit eine wohldosierte Ohrfeige verpasste. Im ersten Teil des Buches klärt der Autor darüber auf, wie es zur Entstehung von Feindbildern kommt. Wie der Eindruck der arabischen Welt vom Westen ist. Warum die unerträgliche Heuchelei von "humanitären Kriegen" genauso absurd ist wie der Glauben an einen "heiligen Krieg". Er zeigt auf wieso der Westen ein solch dringendes Bedürfnis nach Kontrolle über die Erdölversorgung haben und weshalb bei jedem Eingreifen des Westens bloß wirtschaftliche Ziele verfolgt werden. Danach beschreibt er in aller Offenheit seine Recherche und die Kontaktaufnahme mit den Söldnern des IS. Er führt Gespräche über Skype, will Antworten und hört sich die andere Seite an. Die Reise nimmt Gestalt an, nachdem Todenhöfer sich so gut wie möglich abgesichert hat, indem er ein Schreiben des selbsternannten Kalifen mit sich führt. Es ist eine spannende und unglaublich mutige Reise, die Todenhöfer mit seinem Sohn und dessen Freund unternimmt. Durch die Interviews die sie mit den IS-Kämpfern führen, bieten sie dieser Terrorgruppe Gelegenheit sich selbst bloßzustellen. Da erklären die selbsternannten Gotteskrieger Genozid und Versklavung für die Ziele ihrer Religion und sehen dabei nicht den Irrsinn und die verbrecherische Einstellung hinter ihren Aussagen. Die Terroristen wundern sich, weshalb die syrische Bevölkerung die vermeintlichen Befreier aus dem Ausland nicht willkommen heißt und schieben es auf einen nationalistischen Geist bei den Syrern. Der Leser sieht durch die Worte dieser Söldner, dass ihr Handeln absolut nichts mit Religion zu tun hat und dass deren religiösen Kenntnisse bestenfalls mangelhaft sind. Dadurch wird schnell deutlich, dass die von der westlichen Presse andauernde Konditionierung Islam=Terror eine bloße Propagandastrategie ist, die als neues Feindbild und Rechtfertigung für kommende Kriege dienen soll. So soll die Verknüpfung geschaffen werden zwischen einer Religion der Barmherzigkeit zu einer mordernen Verbrecherorganisation. Der IS bietet dafür die perfekte Projektionsfläche und ist das ideale Bild für den täglichen Zwei-Minuten-Hass der westlichen Medienlandschaft. Todenhöfer deckt auf, wie die von den USA und ihren Verbündeten gestützten Öl-Diktaturen den IS als eigene Söldnerarmee aufgebaut haben und ihn immernoch heimlich mit Waffen, Material, Geld und einem offenen Grenzübergang unterstützen. Ein faszinierendes Buch, welches einen auch nach dem Lesen einen tiefen Eindruck hinterlässt. Spannend von Anfang bis Ende. Ein journalistisches Meisterwerk.

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  • Ein Buch das einen tiefen Eindruck hinterlässt

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'
    SarahDanno

    SarahDanno

    Als Jürgen Todenhöfer mit diesem Buch und seinem Interview des deutschen IS-Kämpfers

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  • Inside IS

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'
    jackdeck

    jackdeck

    09. February 2016 um 16:05

    Zehn Tage lang reiste Jürgen Todenhöfer als erster westlicher Publizist in Begleitung schwer bewaffneten Jihadisten durch den "Islamischen Staat". Eine abenteuerliche Unternehmung mit ungewissem Ausgang. Doch nur so ist es möglich, das Leben der gefährlichsten Terroristen der Welt hautnah nachzuvollziehen, ihren Alltag, ihre Motive. Bislang ist es niemandem gelungen, den IS so genau zu recherchieren. Todenhöfer: "Man muss dort gewesen sein, um das IS-Phänomen zu verstehen. Man muss seine Feinde kennen, wenn man sie besiegen will."Todenhöfer schreibt, was keiner hören möchte. Aber hören muss. Er gibt den Tätern ein Gesicht. Er schafft es, den berüchtigten deutschen IS-Mann Abu Qatadah so von seinen ehrlichen Absichten zu überzeugen, dass dieser ihm erlaubt, Kontakt zu seiner Mutter aufzunehmen. Das Interview mit der Mutter findet statt. Es ist erschütternd. Weil man begreift, was für ein wunderbarer, kluger, und zutiefst menschlicher junger Mann das war, bevor er sich die menschenverachtende konsequente Erbarmungslosigkeit des IS zu eigen machte. Es passt nicht in unsere Schablone von Gut und Böse, was da passiert ist. Er begegnet Terroristen des IS mit Menschlichkeit und ohne herablassenden Ton. Mit ernstgemeinten kritischen Fragen bringt er den Gegenüber ins Grübeln und manchmal auch in Rage. Wegen dieser ehrlichen nicht hinterhältigen Art hatte er das Vertrauen wichtiger IS-Entscheider bekommen, und ermöglicht allen Lesern durch dieses Buch einen Einblick in Beweggründe und Gedankenwelt der Terroristen. Habe das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen und ich bin froh, dass ich es gekauft habe. Wer sich informieren will ist hier richtig, noch authentischer geht nicht. Ich bewundere Jürgen Todenhöfer für seinen Mut!

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  • Ein Einblick.

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'
    VeraPestel

    VeraPestel

    01. February 2016 um 19:59

    Mir ist immer noch ganz mulmig, gerade habe ich das Buch zugeklappt. Es geht um ein Thema, über das wir hier und da hören, es vielleicht nicht so ernst nehmen, denn es ist ja so weit weg. Wir sitzen schön im Warmen in unserer westlichen Welt. Syrien, der Irak und die anderen arabischen Länder sind weit weg. Jürgen Todenhöfer war da, er war mittendrin. Beim IS. Zuvor hatte er ein halbes Jahr mit deutschen Kämpfern des IS geskypt, um eine Garantie für seine Reise zu bekommen, um überhaupt reisen und dokumentieren zu können. Normalerweise tötet der IS Journalisten und Andersgläubige. Denn für sie ist die Welt einfach: es gibt nur den Islam. Der regelt alles. Eine weitere Gesetzgebung braucht es nicht. Geurteilt und bestraft wird nach der Sharia. Juristen sind überflüssig. Nach einigem zähen Ringen bekam er schließlich die offizielle Erlaubnis des Kalifen, den Islamischen Staat zu bereisen, zu filmen, zu fotografieren und Interviews zu führen. Im Dezember 2014 ging es los. Todenhöfer reiste mit seinem Sohn und einem Freund an die türkische Grenze, um von dort aus in den Islamischen Staat geschleust zu werden. Etwas abenteuerlich gestaltete sich der Grenzübertritt, dann war er da, mitten im IS. Im Rekrutierungslager herrschte eine ausgelassene, freundliche Stimmung. Sie wurden neugierig aufgenommen. Erst einen Tag später traf er seinen Interviewpartner der letzten Monate. Frei bewegen durfte er sich allerdings nicht, ständig waren Kämpfer um ihn herum, die ihn von einem Ort zum nächsten brachten und genau beobachteten, mit wem er spricht und was sein Sohn fotografiert. Handys und Computer wurden ihnen sofort bei der Ankunft abgenommen. Todenhöfer unter Terroristen. Es drängte ihn die Frage, warum sich so viele Männer als Kämpfer anschließen, warum sie diesen mittelalterlichen Idealismus als ihre neue Religion annehmen. Und wie sich das tägliche Leben im Islamischen Staat gestaltet. Kann man dort normal leben? Ein wenig erfahren wir darüber in seinem Buch. Der Koran regelt das Leben. Er ist durchzogen von Barmherzigkeit. Das wiederholt Todenhöfer in seinen Interviews via Skype und während seiner Reise immer wieder. Was er beim Islamischen Staat findet, ist alles andere als barmherzig. Diese Auslegung des Koran hat nichts mit Barmherzigkeit zu tun. Warum schließen sich trotzdem so viele als Kämpfer an, auch aus Deutschland? Ganz klar wird es mir auch nach der Lektüre des Buches und der weiterführenden Beschäftigung mit dem Thema nicht. Noch nicht einmal Musik ist erlaubt. Rauchen auch nicht. Die Sklaverei ist wieder eingeführt worden. Eigentlich leben alle in ständiger Angst. Der Islamische Staat sagt, die Menschen würden ihn langsam akzeptieren. Ich denke, sie sind eingeschüchtert und schaffen es nicht zu fliehen. Eingeschüchtert durch die Grausamkeiten, die öffentlich begangen werden. Einem Dieb wird die Hand amputiert. Shiiten werden getötet, sie gelten als Abtrünnige. Grundsätzlich soll jeder umgebracht werden, der nicht konvertiert oder eine Schutzsteuer zahlt (das gilt lediglich für Christen und Juden). Wirklich jeder. Das wären Hunderte Millionen von Menschen. Die sollen wirklich alle getötet werden? Ein klares Ja als Antwort. Das ist Völkermord. Wie kann sich eine Gruppierung als die einzig Wahre darstellen und alle anderen sollen sich unterwerfen? Ausländische Gefangene werden vorgeführt, sie werden öffentlich geköpft, da die Regierungen für ihre Staatsbürger nicht zahlen. Und die Weltmächte schaffen es nicht, diesen Islamischen Staat zur Räson zu bringen. Was läuft falsch? Das frage ich mich dauernd, während ich das Buch lese. Wir kennen aus den Medien die Meldungen und Videos des IS. Wir sind einigermaßen informiert. Aber eben nur einigermaßen, da im täglichen Informationsdschungel viel verloren geht. Dann geht eine Bombe in Paris hoch, die Büros einer Satirezeitschrift werden zusammengeschossen, ein israelischer Supermarkt wird überfallen. In Deutschland gibt es auch schon Terrorwarnungen. Ein Fußballspiel wird abgesagt. Stimmt, und in England war auch schon mal etwas. IS ruft zu Anschlägen auf. Waren die das? Woher sollen wir das wissen. Todenhöfer ist jemand, der offen seine Meinung sagt, offene Briefe schreibt und dafür nicht nur Kritik, sondern Hetze erntet. Offene Worte passen nicht jedem. Dabei sollen sie nur helfen, dass wir uns eine Meinung bilden können. Es gibt mittlerweile zu wenig streitbare Menschen, die beide Seiten kennenlernen wollen. Aufgemischt wird zu selten. Was haben wir davon? Einheitsbrei und einen Mainstream, dessen Bewegungslosigkeit nicht mehr zu ertragen ist. Todenhöfer reißt uns aus dieser lethargischen Bequemlichkeit mit seiner Arbeit. Er zeigt uns eine Seite neben der offiziellen Berichterstattung. Dafür bekommt er Todesdrohungen. Ihm wird sogar die Verharmlosung des Holocausts vorgeworfen. Bleiben wir doch mal auf dem Teppich! Der respektvolle und faktenreiche Diskurs ist aus der Mode gekommen. Streiten ist eine Kunst, die nicht mehr beherrscht wird. Dieses Buch wird noch lange in mir nachhallen. Obwohl ich vom täglichen Leben nicht viel erfahre. Wie sieht der Alltag einer Familie dort aus? Er wird es selber nicht erfahren haben, er durfte nur so weit, wie seine Aufpasser ihn ließen. Der IS wollte ein positives Bild abgeben. Gelungen ist es ihm nicht. Das bestätigen die Berichte der Menschen, die geflohen sind. Im Grunde dreht sich die Reportage um wenige Fragen. Immer wieder bohrt er nach, das wird nicht gerne gesehen, immer wieder wiederholt er seine Fragen nach dem Warum. Warum folgen die Männer, warum wollen sie so leben und warum meinen sie, dass ihre Auslegung des Korans Allahs Wille ist? Ich habe das Thema neben den üblichen Schlagzeilen an mich herangelassen und entdecke die Bedrohung, bin ganz entsetzt von dem Zulauf, verstehe die Beweggründe weiterhin nicht. Seine Angespanntheit, die während des Lesens auf mich übersprang, bleibt. Danach fehlen mir die Worte. Anschlag in Bagdad. Anschlag in Istanbul. Deutsche unter den Toten. Es kommt immer näher. Ich drehe mich dabei im Kreis. Ich verstehe es einfach nicht. Kann man wohl auch nicht.

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  • sehr gutes Buch!!

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'
    marie_krs

    marie_krs

    17. January 2016 um 14:35

    sehr gutes Buch! Todenhöfer verschafft eine neue Sichtweise und einen neuen Informationsstand über den sogenannten 'islamischen Staat' ! 

  • Gewinnt die 15 Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2015!

    Lua und die Zaubermurmel
    Daniliesing

    Daniliesing

    Die Vorweihnachtszeit ist doch die schönste Zeit im Jahr für tolle Buchempfehlungen, oder? Da es ja schon eine kleine Tradition geworden ist, möchten wir vom LovelyBooks Team euch auch 2015 wieder unsere Lieblingsbücher des Jahres empfehlen und einen von euch sogar mit einem Buchpaket, das alle 15 Bücher enthält, glücklich machen! Bevor es mit den einzelnen Lieblingsbüchern losgeht, möchten wir euch aber ein wunderbares Kinderbuch ans Herz legen, das uns alle bezaubert hat und das Klein und Groß mit seiner berührenden Geschichte in seinen Bann zieht! "Lua und die Zaubermurmel" ist unser gemeinsamer Buchtipp für das Jahr 2015. Unsere Buchempfehlungen: 1. kultfigur empfiehlt: "Unterwerfung" von Michel Houellebecq Ein hochinteressantes Gedankenspiel zum schlummernden Konfliktpotential in unserer Gesellschaft und der Anpassungsfähigkeit des Einzelnen. Zeitlos und aktuell zugleich. Für mich ein geniales Buch, gerade weil es stellenweise auch banale und langweilige Seiten hat - denn so sind wir Menschen nunmal. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel" von Bradley Somer Ein Goldfisch fällt aus dem 27. Stock - vorbei an den vielen Fenstern des Hochhauses und den Geschichten der Menschen dahinter. Gekonnt verknüpft Bradley Somer die einzelnen Schicksale dieser Menschen - mal ganz gewöhnlich, mal total abstrus und verbindet sie zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk, das man in dieser Form bestimmt noch nicht gelesen hat! Genial! 3. TinaLiest empfiehlt: "Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann Ralf Rothmann hat mich mit seinem sprachlich sehr beeindruckenden Roman "Im Frühling sterben" aus einer Leseflaute geholt: Ich habe ebenso gebannt wie erschüttert von den Erlebnissen des Protagonisten Walter während der letzen Monate im zweiten Weltkrieg gelesen & auch nach dem Lesen hat mich der Roman nicht so schnell losgelassen. Ein beeindruckendes, leises und sehr starkes Buch! 4. doceten empfiehlt: "Chaos" von David Mitchell In "Chaos" erzählt David Mitchell in neun Geschichten über den freien Willen des Einzelnen in einer deterministisch-chaotischen Welt - nicht das kleinste Thema für einen Debütroman. Nahezu mikroskopisch klein sind jedoch oft die verbindenden Elemente zwischen den Geschichten, bis sie sich in ein großes Ganzes fügen, das wir wohl Leben nennen. Wer die Erzählweise aus dem bekannteren "Cloud Atlas" mag, wird auch von "Chaos" begeistert sein - ich bins! 5. Malista empfiehlt: "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren" von Mamen Sánchez Es gibt Bücher, die liest man und am Ende waren sie gut. Und es gibt Bücher wie Mamen Sanchez' "Die schönste Art sein Herz zu verlieren", erschienen im Thiele Verlag, welches einen auf eine Reise mitnimmt, die niemals enden soll! Die Faszination des Buches liegt in den pointierten Beschreibungen der Protagonisten, ihrer Herkunft und ihrer Lebensstile, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unbedingt lesen! 6. ValerieLiebtLesen empfiehlt: "Das achte Leben (Für Brilka)" von Nino Haratischwili Ich habe das Familienepos dieses Jahr im Sommerurlaub in Portugal gelesen und war vom ersten Moment an gefesselt von dieser spannenden Geschichte rund um acht beeindruckende Frauenfiguren. Die 1200 Seiten habe ich verschlungen und danach war ich fast ein wenig wehmütig, dass die Geschichte "schon" rum war. Grandios! 7. Sophia29 empfiehlt: "Das Geheimnis des weißen Bandes" von Anthony Horowitz In diesem Jahr bin ich auf den Sherlock Holmes-Geschmack gekommen. Deswegen zählt „Das  Geheimnis des weißen Bandes“ von Anthony Horowitz zu meinen absoluten Lesehighlights 2015. Die ersten Seiten dieses Buches haben ausgereicht, um mich voll und ganz in seinen Bann zu ziehen:   London im November 1890 – der unvergleichliche Detektiv Sherlock Holmes und sein alter Freund Dr. Watson setzen alles daran, das Geheimnis um „Das weiße Band“ schnellstmöglich zu lüften, um   weitere Morde zu verhindern. Ich habe die beiden wirklich gerne auf ihrer Verfolgungsjagd begleitet und von Seite zu Seite mehr der Auflösung dieses dubiosen Falls entgegengefiebert. Dieses Buch bietet nicht nur durch und durch sympathische Protagonisten und einen einzigartigen Stil des Autors, sondern garantiert vor allem auch Spannung bis zum Schluss. 8. HannaBuecherwurm empfiehlt: "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss Lasst euch nicht vom schleppenden Anfang des Buches trügen! Sobald ihr diesen einmal hinter euch habt, wird euch das Buch vollkommen fesseln und bis zur letzten Seite nicht mehr loslassen. Vor allem der originelle Schreibstil macht dieses Buch aus, macht euch darauf gefasst, wiederholt in Lachen ausbrechen zu müssen. Das Buch ist der Auftakt zu einem fantastischen Fantasy-Epos, auf dessen Fortsetzung ich nun richtig gespannt bin! 9. aba empfiehlt: "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie Gegen Ende des Jahres nur ein Lieblingsbuch zu nennen, fällt einem oft schwer, wenn fast jedes gelesene Buch diese Auszeichnung verdienen könnte. Dieses Mal ist es bei mir nicht so, ich musste keine Sekunde lang überlegen, die Entscheidung stand schon im Frühjahr fest. "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie ist mein absolutes Lieblingsbuch aus 2015. Für so viel Leidenschaft, so konsequente und menschliche Charaktere, und eine glaubhafte und spannende Entwicklung habe ich dieses Buch sehr geliebt. 10. Kathycaughtfire empfiehlt: "Wer die Nachtigall stört ..." von Harper Lee Eines der Bücher, das man in seinem Leben unbedingt gelesen haben sollte. Es ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, aber einer, den man schlichtweg lieben muss. Die Geschichte ist wunderschön, die Botschaft nach wie vor eine unglaublich wichtige und Harper Lee eine grandiose Autorin. 11. markusros empfiehlt: "Vom Inder, der auf dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden" von Per J. Andersson Das Buch und speziell der so mutige Pikay haben mir die eigene Lust am Abenteuer und an fernen Ländern nicht nur in den Lesestunden zurückgebracht. Ich bewundere den Mut, sich aus Überzeugung für eine Sache in Situationen zu begeben, ohne vorher alle Eventualitäten intellektuell durchdacht und durchdrungen zu haben. 12. Tree_Trunks empfiehlt: "Altes Land" von Dörte Hansen Für mich ist "Altes Land" von Dörte Hansen eines der besten Bücher 2015 gewesen. Die Geschichte beschreibt die kleinen Wunden, die sich die Generationen einer Familie gegenseitig zufügen können und erzählt von der Bürde der Vergangenheit. Gleichzeitig hat Dörte Hansen einen tollen Humor, der mich wirklich laut zum Lachen gebracht hat und der von einer ungetrübten Menschenkenntnis zeugt. Ein großartiges Buch über menschliche Stärken und Schwächen! 13. Tasmetu empfiehlt: "Ich bin Malala" von Malala Yousafzai Dieses Buch war so viel mehr als das, was ich erwartet habe und ließ mich tief berührt und nachdenklich zurück. Es ist die Geschichte des Swat Lands, es ist die Geschichte der Taliban, des Islams, es ist die Geschichte ihres Dorfes, ihrer Eltern, ihrer Freunde, ihrer Heimat, ihrer Flucht. Sympathisch, aufrüttelnd, aktuell. 14. nordbreze empfiehlt: "Bora" von Ruth Cerha Die Frankfurter Verlagsanstalt sollte dieses Buch nur zusammen mit einem Flugticket nach Kroatien verkaufen. Obwohl ich schon immer eine Wasser-Sehnsucht hatte, war diese noch nie so stark wie beim Lesen von "Bora". Ich möchte auch eine Insel erkunden, klettern, schwimmen, Wein trinken (ich mag gar keinen Wein ..) und Fisch essen. Ruth Cerha beschreibt das Inselleben einfach, alltäglich, aber trotzdem prägnant, so dass man das Gefühl hat, schon einmal dort gewesen zu sein (was ich für mich ausschließen kann. Ich war noch nie in Kroatien). Hinzu kommen mit Mara und Andrej zwei unaufdringliche Protagonisten, deren Liebesgeschichte so dezent aufgestellt ist, eigentlich will ich das gar nicht Liebesgeschichte nennen. Zwischen den beiden herrscht einfach eine große Vertrautheit, die ohne große Worte auskommt. Seid ihr neugierig auf unsere 15 Lieblingsbücher 2015 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 6. Januar Zeit, bei der Verlosung eines tollen Buchpakets mit allen 15 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns über den "Jetzt bewerben"-Button ganz oben nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir selbst immer so gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Welche sind eure Buchgeschenktipps des Jahres? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 990
  • Inside IS - 10 Tage im "Islamischen Staat"

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'
    Seehase1977

    Seehase1977

    05. January 2016 um 13:40

    Klappentext: Zehn Tage lang reist Jürgen Todenhöfer als erster westlicher Publizist in Begleitung schwer bewaffneter Jihadisten durch den „Islamischen Staat“. Eine abenteuerliche Unternehmung mit ungewissem Ausgang. Doch nur so ist es möglich, das Leben der gefährlichsten Terroristen der Welt hautnah nachzuvollziehen, ihren Alltag, ihre Motive. Bislang ist es niemandem gelungen, den IS so genau zu recherchieren. Todenhöfer: „Man muss dort gewesen sein, um das IS-Phänomen zu verstehen. Man muss seine Feinde kennen, wenn man sie besiegen will.“ Eindringlich wird vor den unmenschlichen und radikalen Zielen des IS gewarnt, für die es keine Rechtfertigung gibt. Vor allem keine islamische. Der IS sei ein Kind des völkerrechtswidrigen Kriegs gegen den Irak. Todenhöfers dramatischer Report aus dem „Reich des Bösen“ ist eine eindringliche Mahnung, um einen politischen Ausweg aus der Gewaltspirale im Mittleren Osten zu finden. Und ein Plädoyer für eine klügere Antiterrorpolitik. Zum Inhalt: In Jürgen Todenhöfer reift eine Idee, er will den „Islamischen Staat“ bereisen, denn um die Ideologie und die Motive des IS auch nur im Ansatz nachzuvollziehen, muss man vor Ort recherchieren. Es folgen zuerst viele Skype-Gespräche mit deutschstämmigen Islamisten, darunter auch Abu Quatadah, mit dem er bald detailliert seine Reise und die damit verknüpften Bedingungen aushandelt. Auch trifft sich Jürgen Todenhöfer mit der in Deutschland lebenden Mutter Abu Quatadahs, der einmal Christian E. war, um mehr über dessen Leben vor dem IS zu erfahren. Todenhöfer, sein Sohn und ein Begleiter werden schließlich vom IS „eingeladen“ und erhalten die Absicherung, dass ihnen auf dieser Reise kein Schaden zugefügt wird und sie das Land lebend verlassen können. Von der Türkei aus werden Todenhöfer und sein Team nach Syrien eingeschleust, von dort aus bereist er den Irak und die Millionenstadt Mosul. Es gibt Gespräche mit IS-Kämpfern, deren Gefangenen und auch mit der Bevölkerung. Dabei stehen die drei Reisenden unter ständiger Beobachtung durch IS-Kämpfer, frei bewegen oder gar filmen dürfen sie nur in Ausnahmefällen. Die Lage ist fortwährend angespannt, hinzukommen drohende Angriffe durch Kampfdrohnen oder –Flugzeuge. Nach 10 Tagen im „Islamischen Staat“ kommen Todenhöfer und sein Team wieder wohlbehalten in der Türkei an. Jürgen Todenhöfers Dokumentation „Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat“ liest sich spannend und erschreckend wie ein Thriller, nur dass es sich hier um brutale und grausame Realität handelt. Todenhöfer schreibt, was man, vor allem auch bei uns im Westen, nicht unbedingt hören möchte und doch will der Autor mit seiner Einstellung keineswegs Verständnis für die Gräueltaten und die Ideologie des IS wecken. Das Buch beginnt mit der Entstehung und der „Geschichte“ des Islamischen Staates, es folgt die Aufklärung über den doppelmoralischen Westen und letztlich kommt es dann zum für mich spannendsten Teil des Buches, der Aufenthalt im „IS“. Todenhöfer, sein Sohn und ein Begleiter riskieren ihr Leben um Einsicht in das IS-Phänomen zu bekommen. Sein Schreibstil ist flüssig, wenn auch nicht immer neutral, was er aber immer wieder auszugleichen versucht. Ich möchte hier klarstellen, dass ich das Buch an sich bewerte und nicht Todenhöfers Weltanschauung oder seine Selbstdarstellung, die man in diesem Buch kaum überlesen kann. Trotzdem bewundere ich den Mut den er und seine Begleiter aufgebracht haben, um diese Reise ins Ungewisse anzutreten. Was bleibt ist ein spannender und fesselnder Bericht, mit leider doch vielen Wiederholungen, der von mir aber klar eine Leseempfehlung bekommt, wenn auch mit Abzügen.

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