Fragen, die sich im Zusammenhang mit diesem Buch durchaus stellen. Was es bringt, hängt erheblich von der Vorbildung des Lesers ab. Kennt man Kant nicht besonders gut, wird sich das durch diesen Text nicht wesentlich ändern. Irgendeinen roter Faden konnte ich nicht erkennen, was natürlich durchaus auch an mir liegen kann. Und ich fand dieses Büchlein nicht packend, sondern ermüdend.
Und übergriffig. Denn der Autor maßt sich an, in den Kopf von Kant schauen zu können. Vielleicht kann man als Literaturwissenschaftler nicht anders und muss dringend irgendwelche Geschichten erzählen, deren Inhalt nur aus Vermutungen besteht. Und was nun der neue Blick auf Kant sein soll, hat sich mir auch nicht erschlossen. Immerhin verteidigt der Autor Kant gegen den Vorwurf, ein Rassist gewesen zu sein. Das sind moderne Anschuldigungen, die eine kindliche Sichtweise auf die Geschichte und ein unerhörtes Maß an Selbsterhöhung offenbaren.
Hätte es der Autor noch besser vermocht, Kant in seiner Zeit darzustellen, dann wäre mein Gefühl bei seinem Text deutlich besser gewesen. Leider gelingt ihm das nur bedingt, obwohl er sich redlich bemüht, insbesondere die französischen Einflüsse auf die deutsche Aufklärung zu beschreiben.
Obwohl das zurzeit modern ist, kann man sich nicht hinstellen und historische Persönlichkeiten von heute aus zu beurteilen oder gar zu verurteilen. Man muss sie aus dem Blickwinkel ihrer Zeit sehen und den Stand der Erkenntnisse von damals zu Rate ziehen. Wir wissen, wie es nach deren Zeit weiterging. Deshalb ist eine rückwirkende Beurteilung aus unserer Sicht geradezu abwegig und überheblich. Das macht der Autor glücklicherweise auch nicht. Vielmehr geht es doch darum, zu begreifen, welche revolutionäre Sichtweise Kant in seine Zeit brachte.
Ihn im Original zu lesen, ist eine erhebliche geistige Strapaze. Denn Kant konnte sich nicht einfach und geradlinig ausdrücken. Seine Satzungetüme sind fürchterlich und stehen in einem erheblichen Widerspruch zu seinen klaren revolutionären philosophischen Ansätzen. Einige dieser wirren Satzkonstruktionen zitiert der Autor auch genüsslich. Man weiß am Ende solcher Sätze einfach nicht mehr, was eigentlich der Anfang war.
Insofern ist auch dieser Text auch ein ganz gut gelungenes Erklär-Buch für die heutige Zeit und eine gewisse kleine Zielgruppe. Wenn nicht diese literarische Selbstverliebtheit des Autors wäre, hätte mir sein Text vermutlich deutlich besser gefallen. Während man bei Kant oft über den Inhalt seiner Schachtelsätzen rätselt, gelingt es dem Autor in seinen Formulierungen leider zu oft mit seinem Wortgeklingel Inhalt vorzutäuschen.
Für mich ist dieser Text ein geradezu klassisches Beispiel dafür, einfache Aussagen zu vermeiden und sich in der eigenen Gespreiztheit zu sonnen. Ich habe keine Ahnung, für wen dieses Büchlein wirklich gedacht war. Vielleicht für einen kleinen Zirkel, der meint, die Welt besser zu verstehen als andere. Jedenfalls nicht für eine breitere Zielgruppe. Schade, sehr schade.
Jürgen Wertheimer
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Neue Rezensionen zu Jürgen Wertheimer
Mein Leseeindruck: Der aufmunternde Klappentext des Verlags und des Autors Jürgen Wertheimer , VITA DES AUTORS BEI WIKIPEDIA sowie eine Leseprobe haben mir Mut gemacht etwas über den berühmten Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) zu erfahren und vielleicht von seinem WISSEN, FRAGEN UND ANTWORTEN zum Leben und unserer Existenz zu profitieren. Kant's existenzielle Fragen lauten:
WAS IST DER MENSCH?
WAS KANN ICH WISSEN?
WAS SOLL ICH TUN?
WAS DARF ICH HOFFEN?
Jürgen Wertheimer hat sein Buch in vierundzwanzig magische Episoden mit interessanten Überschriften eingeteilt, die man nicht unbedingt hintereinander lesen muss , sondern sich auch etwas herauspicken kann, je nach Lust und Laune. Zum Beispiel hat mich das Kapitel *Das Wunder KI * fasziniert, auch *Die Sache mit Gott* oder *Wo steht Kant, wo kommt er her?Wo führt er hin ?* Der sehr angenehme , oft auch humorvolle Schreibstil von Jürgen Wertheimer spricht sofort an und erleichtert es in diese komplizierte Thematik einzutauchen.
Eine Zeitleiste der Lebens-Zeit des Immanuel Kant hilft ausserordentlich beim Verständnis, wie auch das ausführliche Glossar, welches Begriffe wie *Schönheit*, *Moral*, *Pflicht* nach Kant*scher Ansicht erklären. Auch ein Literaturverzeichnis, welches der Autor Jürgen Wertheimer als Quellenhinweis hinzugefügt hat , hilft ausserordentlich. Trotz all dieser Hilfsmittel ist dieses Buch keine leichte Lektüre, die man schnell konsumieren kann. Aber es führt den Leser*in in seine ganz eigene kleine Welt der Gedanken und persönlichen Philosophie und gibt immer wieder Anreize zu Gesprächen und Überlegungen zu diesen wichtigen Fragen nach unserem Menschsein.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne.
Herzlichen Dank an den Autor Jürgen Wertheimer und den Benevento Verlag für das hübsch gebundene und mit Zeichnungen versehene Rezensionsexemplar.
https://literaturgarten.blogspot.com/2023/12/immanuel-kant-der-magier-der-vernunft.html
Klappentext:
Was hält Europa zusammen? Gibt es Gemeinsamkeiten in den Werken der Kunst und Kultur, die sie als europäisch kenntlich machen? In einer fesselnden Reise durch über 2000 Jahre europäischer Kulturgeschichte zeigt Jürgen Wertheimer, was Europa ausmacht: Es nimmt sich seit jeher als Gemeinschaft wahr, die ständigem Wandel unterliegt, die zwischen Autonomie und Zusammenhalt schwankt – ohne sich auf ein starres Selbstbild zu verpflichten. Trotz aller Krisen und Kriege liegt darin auch seine Stärke: Seit der Antike hat sich eine einzigartige Kultur der Neugier, Selbstbefragung und Offenheit gebildet, die sich in den vielfältigen kulturellen Zeugnissen Europas spiegelt – von Homer bis in unsere Zeit.
Meinung:
Mich hat der Klappentext sofort angesprochen, weshalb ich euch ihn nicht vorenthalten wollte.
Was mir sehr gut an dem Buch gefallen hat, war der Schreibstil, der sehr locker und einfach ist, wodurch man der Geschichte Europas gut folgen konnte. Nichtsdestotrotz, war es mir ab und zu ein bisschen zu übertrieben, es waren Situationen einfach zu überspitzt dargestellt, was mir nicht so gut gefallen hat. Zudem hat mich die Masse an Information, obwohl ich relativ langsam gelesen habe, erschlagen.
Wie schon oben erwähnt, konnte das aber durch den Schreibstil aufgelockert werden.
Auch das Cover und die Qualität des Buches haben mir sehr gut gefallen, daher kann ich es auch, wenn man es weiter verschenken möchte, empfehlen.
Fazit
3/5
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Zusätzliche Informationen
Jürgen Wertheimer wurde am 18. Januar 1947 in München (Deutschland) geboren.
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