Jürgen vom Scheidt Terra Utopia 30 - Männer gegen Raum und Zeit

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Inhaltsangabe zu „Terra Utopia 30 - Männer gegen Raum und Zeit“ von Jürgen vom Scheidt

Eine bemerkenswerte Veröffentlichung bringt der vss-verlag im April 2015. Das eBook enthält zum einen den bereits 1957 von dem damals 17jährigen Jürgen vom Scheidt geschriebenen Roman in ungekürzter und vom heute 75 Jahre alten Autor aktuell überarbeiteten Fassung. Zum Zweiten einen Anhang, fast in gleicher Länge wie der Roman selbst, ein autobiographisches Essay, in dem Jürgen vom Scheidt, heute ein vielbeachteter Psyschologe, Sachbuch- und SF-Autor und Veranstalter sehr beliebter Schreibseminare, auf die fast 60 Jahre, die seit der Erstveröffentlichung seines Erstlings vergangen sind, zurückblickt, und damit fast eine Geschichte der Science-Fiction in Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg liefert. Ein faszinierendes Werk für alle SF-Freunde, die sich mit etwas mehr als dem reinen Konsum spannender Romanlektüre (der im Roman selbst allemal geboten wird) befassen wollen. Romaninhalt: Die letzte Transition brachte die Raumkugel "Magellan" in das unbekannte Gebiet der acht Sonnen. Dort draußen - durch unzählige Lichtjahre von zu Hause getrennt - wurden sechs Männer von vier verschiedenen Planeten in einen Strudel unglaublicher Abenteuer gerissen. Sie befanden sich mitten im Zentrum der Katastrophe, als die Ultrasupernova acht Fixsterne zu einer einzigen Atomhölle verschmolz und jenes Stäubchen "Magellan" über den Abgrund zwischen den Milchstraßensystemen schleuderte. Die Suche nach normalen Welten in einem Spiralnebel, der zu über neunzig Prozent aus Antimaterie bestand, dauerte lange, aber sie hatten Erfolg! Sie fanden Sarel, die silberne Sonne, und den Planeten Paradon, auf dem sie die überraschende Lösung eines der größten Welträtsel erwartete. Was verwandelte jenen Mond in eine bösartig glühende Atomhölle? Wer schuf die herrlichen Städte auf einem Planeten, der nur von singenden Automaten "belebt" war? Aber wichtiger noch als die Beantwortung dieser Fragen war die Lösung des Problems, den Rückweg durch Raum und Zeit in die heimatliche Galaxis zu finden. Zur Lösung dieser Aufgabe hätte man einen vierwertig logischen Superrobot benötigt, und selbst der geniale Kommandant Rani stand dieser Aufgabe machtlos gegenüber, bis . . Ja, bis eine Macht eingriff, die alles andere an Unglaublichkeit noch übertraf! Alin, der Android, wurde durch die Männer der "Magellan" von einem Los befreit, wie es noch kein Wesen zuvor erlitten hatte, und er zeigte seine Dankbarkeit, indem er ihnen den Weg in die so ferne Heimat wies. Er stieß damit das Tor zu einem neuen Zeitalter auf, das die unfaßbaren Wunder des 8. Jahrtausends noch um vieles übertraf. Ein Sternenabenteuer, das uns die Unglaublichkeiten einer fernen Zukunft plastisch vor Augen führt, aber auch eine gewaltige Mahnung für unser Zeitalter, das sich anschickt, Konflikte zu entfesseln, die uns heute noch unvorstellbar erscheinen, und gleichzeitig der Versuch eines Ausweges aus dieser Gefahr.

Ein Roman aus dem goldenen Zeitalter der SF in Deutschland. Viel wichtiger ist aber das Nachwort, das den Roman einordnet.

— ralf_boldt
ralf_boldt
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    Terra Utopia 30 - Männer gegen Raum und Zeit
    ralf_boldt

    ralf_boldt

    21. April 2015 um 11:12

    Dieses eBook ist eine Besonderheit. Es enthält einen Roman aus dem Jahre 1957, die Jürgen vom Scheidt als 17jähriger geschrieben hat und „damals“ als TERRA Band 56 und ein Jahr später als Leihbuch bei Sirius veröffentlicht worden ist. Das ist schon hochgradig interessant und ziemlich retro oder vintage (wie man möchte). Dieser Roman spielte im Jahr 7218 und beschreibt die Abenteuer des Forschungsraumschiffes Magellan. Die Besatzung besteht aus Terranern (sic) und Fremdwesen verschiedener Planeten. „Männer gegen Raum und Zeit“ ist ein Stück SF aus der Zeit, als dieses Genre langsam auch Deutschland erreichte. Der Aufbruch ins All, Action und Abenteuer bestimmen die Handlung und reiht sich in den Reigen der damals gängigen Heftromanreihen und Leihbüchern ein. Der schreibt so, wie er es dort in vielen Bänden gelesen hat und das macht er als Teenager sehr gut. Doch nicht der Roman an sich ist das wichtige an diesem eBook, sondern das Nachwort. Das besteht nicht aus ein paar wenigen Seiten und hat nicht den Tenor „Ich war jung und kann nichts dafür“, sondern ist eine überaus ausführliche Bewertung der SF damals und heute. Der heutige Jürgen vom Scheidt steht noch immer voll hinter diesem Roman (sonst würde er ja auch nicht noch einmal erscheinen…). Der Roman ist eine positive Utopie, technikbegeistert und weltoffen. Nicht nur die Technik, auch die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt. Vom Scheidt ordnet ihn in den zeitlichen Kontext der 50er Jahre ein und macht sich Gedanken zur Entwicklung von Technik und Gesellschaft vom Gestern zum Heute. Gerade diese Gedanken und Betrachtungen machen den Reiz des eBooks aus, denn Jürgen vom Scheidt hat viel zu erzählen und das überaus eloquent und fundiert. Gerade der Text des Nachwortes macht Spaß zu lesen. Es ist eine kleine Entwicklungsgeschichte der SF und damit spannend für alle Interessierte. Kurz: das eBook ist eine lohnenswerte Anschaffung. Für kleines Geld bekommt der Leser einen Einblick in die SF der Anfangszeit in Deutschland und eine launige Betrachtung, wie der Weg bis heute sich darstellt.

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