J Walther Benjamins Gärten

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Inhaltsangabe zu „Benjamins Gärten“ von J Walther

Nach dem Tod seiner Eltern lebt der 19- jährige Benjamin allein in seinem Elternhaus. Verhaftet in seinen Erinnerungen, lässt er sich treiben, ohne zu wissen, was er mit seinem Leben anfangen will. Auch wenn er in seinem Heimatdorf keine Perspektive für sich sieht, ist er eingesponnen in die Natur und die idyllische Umgebung. In die Großstadt zu ziehen kann er sich nicht vorstellen. Doch eines Tages taucht in der leer stehenden Villa der geheimnisvolle Marek auf und mit ihm die Aussicht auf ein ganz anderes Leben. Benjamin muss sich entscheiden... (Quelle:'E-Buch Text/27.11.2012')

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    Benjamins Gärten
    j125

    j125

    16. June 2016 um 18:05

    Inhalt:Nach dem Tod seiner Eltern lebt der junge Benjamin allein in seinem Elternhaus. Als er Marek kennenlernt, wird er aus seiner Einsamkeit gerissen und beginnt, den Tod seiner Eltern zu verarbeiten. Meine Meinung:Lange bin ich um das Buch herumgeschlichen, vor allem das Cover hat es mir angetan. Bei einer Verlosung der Autorin hatte ich dann Glück das Buch zu gewinnen. Schon zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten in das Buch zu finden. Die Sätze sind sehr kurz und werden ohne Verbindungswörter aneinandergereiht. So fiel mir das flüssige lesen leider schwer. Ich schlage an, stoße mich kräftig vom Beckenrand ab, gleite lange. Eine freie Bahn vor mir, niemand der stört. Ich schwimme langsam, mit gleichmäßigen Zügen. Erreiche die andere Seite des Beckens, halte mich einen Moment fest. Zwei der dunkelblauen Jugendstilkacheln sind gesprungen, verraten ihr Alter, verzeihen die mangelnde Pflege nicht. (2% - Benjamins Gärten)Benjamin und vor allem seine Handlungen, konnte ich vielfach nicht nachvollziehen. Teilweise war es auch wirklich unwahrscheinlich, da ich doch stark anzweifele, dass man im Spätsommer noch einen Ziviplatz bekommt. Auch seine Reaktionen auf Marek konnte ich nicht verstehen. Dieser bleibt überhaupt die ganze Zeit sehr nebulös. Natürlich wird die Geschichte nicht aus seiner Sicht erzählt, aber da er doch irgendwie Hauptcharakter ist, hätte ich gern mehr über ihn gewusst. Die Geschichte wird aus der Sicht von Benjamin erzählt und dementsprechend wird über Marek in der dritten Person gesprochen. Mitten im Text wird allerdings ab und an gewechselt und von Marek wird in der zweiten Person gesprochen und damit meine ich nicht im Dialog. Einerseits ist das verwirrend und andererseits erschließt sich mir der Sinn nicht. Das Ende, das heißt wie und wo es gesetzt wurde, hat mir insgesamt gut gefallen. Der finale Satz kam aber zu früh und zu abrupt, sodass man als Leser aus der Geschichte gerissen wurde. Trotz aller Kritik mochte ich die Atmosphäre des Buches. Das Sommergefühl, draußen sein, die Gärten und die Natur. Gut, dass ich das Buch auf dem Flug ins sonnige Barcelona gelesen habe. Fazit:Leider konnten meine hohen Erwartungen hier nicht erfüllt werden. Auf jeden Fall hätten dem Buch mehr Seiten gut getan. Die Protagonisten konnten mich wenig überzeugen und auch der Schreibstil war nicht ganz so mein Fall. Die Atmosphäre des Buches kam allerdings sehr gut an.

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  • Leise, subtil und sehr ausdrucksstark.

    Benjamins Gärten
    Little_Kunoichi

    Little_Kunoichi

    Ich weiß nicht, wie ich es in Worte fassen kann, was Benjamins Geschichte bei mir ausgelöst hat, aber ich weiß, dass ich nicht schweigen möchte. Hanami nennen die Japaner ihr Kirschblütenfest. Sie feiern den Moment, in dem die Natur aus der Winterstarre erwacht und erblüht. Alles Leben folgt diesem Rhythmus, wenn auch die Längen der einzelnen Zeitspannen, je nach Individuum, variieren. Vielleicht entspricht es nur dem Gesetz der Logik, dass wir gerade nach Dürreperioden besonders empfänglich für schöne Blüten sind. Doch was dieses Fest so einzigartig macht – zumindest aus westlicher Sicht: die Fragilität des Daseins wird nicht mit großem Tamtam übertüncht, sondern ist fester Bestandteil eines jeden Augenblicks. Dieses Buch ist wie ein Hanami – ein zauberhaftes Hanami. Statt in Blüten, schwelgt man in Worten und ist berauscht von deren Schönheit und Intensität. Man wandelt in einem beinahe tranceartigen Zustand über die Zeilen. Man weint vor Schmerz, aber vor allem vor Glück. Es ist das Glück der Entschleunigung und die Freude darüber, dass die Autorin ihrem Protagonisten den Raum gewährt sich selbst wiederzufinden. Benjamin schwebt in einem Mikrokosmos. Er ist aus der Zeit gefallen. Verharrt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, noch nicht bereit für die Zukunft. Der Verlust hat ihn in sich selbst verschlossen, ihn taub gemacht – zu taub, um nach außen hin nicht stumm zu sein. Es ist ein kleines, ungemein feinfühliges und nuanciertes Werk über die Liebe; über Verlust, Isolation und Selbstfindung, voller Sinnlichkeit und mit viel Gespür für die sanften Zwischentöne. Jana Walther erzählt die Geschichte des adoleszenten Benjamin konzentriert und zurückgenommen. Befindlichkeiten werden nicht artikuliert, sondern finden ihre Entsprechung in atmosphärischen Natur- und Gegenstandsbeschreibungen. Der Autorin gelingen dadurch sehr eigene und unglaublich stimmungsvolle Porträts. Sie beschreitet einen ungewöhnlichen Weg – leise, subtil und sehr ausdrucksstark. Das Ergebnis ist ein kleines, ausgefeiltes Meisterwerk. Eine leise, unaufgeregte, aber sehr berührende Geschichte, die trotz der melancholischen Grundstimmung eine wunderbare Leichtigkeit besitzt und mich mit ihrer Schönheit, ihrer poetischen Sprache und ihrer großer Zartheit mehr als nur bezaubert hat.

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  • Buchverlosung zu "Benjamins Gärten" von J Walther

    Benjamins Gärten
    J_Walther

    J_Walther

    Liebe Lovelybooks- Leser!

    Anlässlich der Neuausgabe meines Debütromans "Benjamins Gärten" verlose ich drei signierte Exemplare des druckfrischen Taschenbuchs.

    Näher Infos und die Preisfrage stehen auf meinem Blog: http://montechiaro.blogspot.de/

    Die Teilnahme ist natürlich auch per PN hier auf Lovelybooks möglich.

    Allen Interessenten wünsche ich viel Glück!

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  • Benjamin entdeckt die Liebe

    Benjamins Gärten
    Slaterin

    Slaterin

    02. March 2014 um 17:05

    Benjamin lebt nach dem Tod seiner Eltern allein im Elternhaus in einem kleinen Ort, wo jeder Jeden kennt.  Er hat sein Abitur gerade hinter sich gebracht, lässt sich vom Alltag und den Geschehnissen einfach treiben, lebt in den Tag hinein, tut wozu er Lust hat, lebt vom Erbe seiner Eltern. er kann sich nicht selbst aufraffen über sein zukünftiges Leben nachzudenken und den Müsiggang zu beenden. Eines Tages lernt er Marek kennen. Dieser kaufte die lange Zeit leerstehende Villa um sie zu renovieren und dann wieder zu verkaufen. Für Benjamin ist Marek voller Geheimnisse... Doch gerade Marek eckt in Benjamin die Lebensgeister und trägt entscheidend mit dazu bei, dass Benjamin über sein Leben und seine Zukunft nachdenkt. Benjamin geht schwimmen im alten Fabrikgebäude, als er Marek das erste mal sieht. Er fühlt sich gleich von ihm angezogen, besucht ihn dann in seiner Villa.  Einfühlsam und mit Worten farbenprächtig untermalt wird das Entstehen der Beziehung zwischen Marek und Benjamin dargestellt. Beim Lesen der ersten Seiten wurde mir gar nicht bewusst, dass dies die Geschichte von zwei schwulen Männern ist. Erst etwas später, als sich die Beiden näher kommen, Zärtlichkeiten austauschen und ihre Beziehung beschrieben wird, hab ich erfahren dürfen mit welch wunderbaren sensiblen Thema die Autorin Jana Walter das Thema beschreibt und den Leser an die Thematik heranführt. Benjamin richtet siein Leben in diesem Sommer auf das Warten auf Marek aus, der neben dem Ausbau der Villa auch noch andere Häuser restauriert. Man erfährt, dass Benjamin schon frühzeitig seine Neigung zum gleichen Geschlecht erkannte, doch sich oft seiner Gefühle nicht sicher war. Beziehungen, aber auch Wunschträume seiner Zeit vom Kind zum Jugendlichen werden beschrieben.  Die Verantwortung für die kranke Mutter, den sich gehen lassenden Vater der frühe Tod der Eltern verlangen von Benjamin sehr viel. Er wird als naturverbunden beschrieben, mag Gärten mit hohem Gras, erfreut sich dass sich danke seiner Hände Arbeit die Gärten in naturbelassene Kleinode verwandeln. Erst durch die Anregung von Marek entdeckt er die Möglichkeit Gartenbau zu studieren. So gesehen hat die Beziehung der beiden jungen Männer auch für Benjamins Zukunft einen bedeutenden Einfluss.  Da ist aber auch das Ungewisse wenn Marek für einige Zeit verschwindet. Benjamin, eher schweigsam fragt auch nicht nach, versucht es mit sich auszumachen.  Dann ist da noch Anna, von der Benjamin nicht genau weiß welche Rolle sie in Mareks Leben spielt. Doch sie hilft als Schlüsselrolle letztendlich bei der Beziehung der Beiden. Benjamin hatte ihr die alte Fabrik gezeigt, Anna hatte Marek davon erzählt.  Am Ende der Geschichte hat Marek die Fabrik gekauft, sich dadurch zu Benjamin bekannt und er......  Das Buch hat mich durch die Schilderung der Beziehung sehr berührt, mich dem Thema näher gebracht. Die Autorin schilderte das Farbenspiel der Natur vom Frühling zum Herbst hin in schillernden Farben, Ihre Wortwahl und Sensibilität im Umgang mit dem Thema gleichgeschlechtliche Beziehungen, vom Werden und Vergehen der Natur durch das Erleben des Benjamins in seine Gärten lassen den Leser miterleben zu welchen Empfindungen   Naturschilderungen führen können. Das Cover lässt die Verbundenheit mit der Natur erkennen, die Hängematte schaukelt verträumt zwischen den Bäumen im Wind. Man spürt förmlich die Ruhe der Natur. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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  • Dieser Roman ist Poesie.

    Benjamins Gärten
    Rosha

    Rosha

    Die Autorin hat kein Buch geschrieben, sondern mit Worten ein Bild gemalt. Mit kurzen, klaren Sätzen tupft sie ein Szenario vor mein inneres Auge, das unglaublich plastisch wirkt. Ich kann den Frühling und Sommer auf dem Land, den sie schildert, förmlich riechen, schmecken und fühlen. "Die Hänge ums Dorf sind mit blühenden Obsthainen bedeckt wie mit weißen Wolken. Als wäre der Himmel herabgestiegen." Dieser Beschaulichkeit und Idylle steht das Schicksal des 19-jährigen Benjamin entgegen. Er ist gefangen in seiner Einsamkeit, in die ihn der rasch aufeinander folgende Tod seiner Eltern getrieben hat. "Ich bin vertraut mit der Einsamkeit. Manchmal ist sie mein Schutz davor, dass mir Gefühle zu nahe kommen." Ganz zaghaft scheint es Marek, dem neuen, geheimnisvollen Nachbarn zu gelingen, diese Blase der Abschirmung zu durchdringen. Doch das Unausgesprochene, zu dem beide ihren Teil beitragen, steht massiv wie eine Mauer zwischen ihnen. Benjamin verharrt in seiner Passivität, erwartet von Marek, dass dieser seine Wünsche und Sehnsüchte erkennt. Ein Ding der Unmöglichkeit, denn wie soll jemand anders etwas erahnen, das man für sich selbst noch nicht als Vorstellung artikuliert hat? Wenig hilfreich ist jedoch auch Mareks Eigenart, immer wieder für unbestimmte Zeit zu verschwinden, unerreichbar für Benjamin. Nie weiß er, wann Marek zurückkommt. Statt Beständigkeit und Sicherheit zu bekommen, die Benjamin sich wünscht, ist er dazu verdammt, zu warten und zu hoffen. "Ich stehe am Fenster, warte auf seine Rückkehr. Ich weiß nicht, ob mein Herz groß genug dafür ist." Der Grundtenor des Romans ist Trauerbewältigung. Sanft und leise, wie das ganze Buch verfasst ist, erfahren wir, wie Benjamin damit umgeht. Aufwühlend und doch nicht hoffnungslos. "Da ist immer noch Traurigkeit in mir, kann nicht durch seine Anwesenheit weggewischt werden. Sie ist ein Teil von mir. Doch sie fühlt sich leichter an mit seinem Atem in meinem Nacken." Das Buch ist aber auch eine zarte Liebesgeschichte, mit schön gestalteten, unaufdringlichen erotischen Nuancen. Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus Sicht Benjamins im Präsens. Trotz seiner Kürze ist der Roman unglaublich dicht, sprachlich sehr interessant und hat mich neugierig gemacht auf weitere Werke dieser Autorin.

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    • 3
  • Benjamins Gärten

    Benjamins Gärten
    marstraveller

    marstraveller

    03. October 2013 um 12:28

    Es gibt Bücher, die ziehen einen wie ein reißender Fluss in die Handlung hinein und wirbeln einen beim Lesen durcheinander. Benjamins Gärten fühlt sich eher wie eine zarte Liebkosung an. Die Geschichte umhüllt einen mit ihren eindrucksvollen Bildern und einer Sprache, die eher von leisen Tönen geprägt ist. Man scheint durch die Handlung zu schweben, fühlt sich in einen Zustand zwischen Träumen und Wachen versetzt, was den Empfindungen der Titelfigur entspricht, die sich gerne in ihren Gärten der sie umgebenden ungezähmten Natur oder in ihren Seelenlandschaften träumerisch bewegt und verliert. Dabei wird die Gefühlswelt und Stimmung des Ich-Erzählers so intensiv und anschaulich vermittelt, dass die Grenzen zwischen Leser und Figur fast aufgehoben werden. Man sieht und erlebt die Welt durch Benjamins Perspektive, nimmt dabei viele kleine, von der Autorin sorgfältig ausgewählte Details seiner alltäglichen Handlungen, Wahrnehmungen und Erinnerungen in sich auf, deren innere Zusammenhänge und tiefe Bedeutungen sich intuitiv erschließen, ohne dass sie ausgesprochen werden müssen. Diese indirekte Erzählweise passt zu der Befindlichkeit der Hauptfigur, die sich aufgrund ihrer Erfahrungen so weit in sich zurückgezogen hat, dass sie kaum etwas direkt von sich preisgibt und wenig redet. Der erzählerische Grundton von Benjamins Gärten ist zwar von Trauer, Verlust und Sehnsucht geprägt, vermittelt aber durch die sprachlich wunderschön eingefangenen Bilder der Räume und Gärten, in denen Benjamin lebt und in denen sich seine Seele spiegelt, ein Gefühl von Geborgenheit. Wie ein schützender Kokon hüllen sich das Haus und der leicht verwilderte Garten um die Verletzungen des Ich-Erzählers und geben ihm so die Möglichkeit, langsam zu heilen, so dass am Ende die Perspektive auf ein neues, der Einsamkeit enthobenes Leben eröffnet wird.

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  • Ein wundervolles Werk

    Benjamins Gärten
    Koriko

    Koriko

    31. May 2013 um 13:12

    Story: Nach dem Tod seiner Eltern lebt der 19-jährige Benjamin in den Tag hinein. Die meiste Zeit verbringt er in dem alten Haus, das er geerbt hat oder stromert durch das kleine Dorf, in dem jeder jeden kennt. Sein alltäglicher Trott wird durchbrochen, als der Großstädter Marek eine alte Villa erwirbt und diese selbst sanieren und zu ihrem alten Glanz verhelfen will. Benjamin freundet sich rasch mit dem jungen Mann kennen und schon bald finden die beiden zueinander. Eine leichte Sommerbeziehung nimmt ihren Lauf, die seitens Benjamin schnell tiefer geht. Die Trennung von Marek, der immer wieder nach Berlin zurückkehrt nimmt ihn jedes Mal stärker mit und zum ersten Mal denkt er darüber nach, was er mit seinem Leben anfangen und ob er wirklich in diesem kleinen Dorf bleiben will. Doch wie lange kann diese Sommerbeziehung gut gehen? Bis die Villa fertig ist und Marek ein anderes Objekt erwirbt, um es zu sanieren? Oder gibt es vielleicht auch darüber hinaus eine Chance? Eigene Meinung: „Benjamins Gärten“ ist der Debütroman der deutschen Autorin Jana Walther und ein kurzes, sehr intensives Buch. Auf gänzlich unkonventionelle Weise bringt sie dem Leser ihren Protagonisten Benjamin näher aus dessen Sicht die Ereignisse geschildert werden. Wirklich viel passiert auf den knapp 150 Seiten umfassenden Büchleins nicht, da es sich bei „Benjamins Gärten“ eher um eine Charakterstudie handelt, doch das macht das Werk nicht schlecht. Im Gegenteil – Jana Walther gelingt ein sehr gefühlvolles, eindringliches Werk, das angenehm aus dem Rahmen der gängigen Veröffentlichungen heraus sticht. Dementsprechend darf der Leser keine komplexe Handlung erwarten. Jana Walther konzentriert sich auf die Entwicklung und Reifen ihrer Figuren und auf das ungerichtete Treiben eines jungen Mannes, der noch seinen Platz im Leben finden muss. Einige interessante Aspekte, wie die Problematik „Homosexualität auf dem Land“ werden angesprochen, doch nicht weiter vertieft. „Benjamins Gärten“ beschreibt eine stille Liebesgeschichte, ohne jemals wirklich kitschig zu werden oder ihre Charaktere unrealistisch darzustellen. Sowohl Benjamin, als auch Marek wirken greifbar und nachvollziehbar, und sind fernab von typischen Stereotypen. Diesen Punkt unterstreichen auch die angedeuteten Sexszenen, die weder schwülstig noch in die Länge gezogen werden, sondern zumeist ausgeblendet oder mittels weniger Sätze abgehandelt werden. Dadurch rutscht Jana Walther nie in eine Richtung ab, die die Atmosphäre des Buches stört und von den Charakteren und ihren Problemen ablenken. Benjamin als Hauptfigur und Ich-Erzähler ist ein stiller, unnahbarer Junge, was auch der Leser im Laufe der Zeit mitbekommt. Egal wie sehr man an den Gedanken des Protagonisten beteiligt ist, er bleibt doch seltsam ungreifbar. Dem Leser ergeht es wie Marek, der zumeist nicht in der Lage ist seinen Partner gänzlich zu verstehen. Zwar taut Benjamin im Laufe der Zeit auf, insbesondere als er sich mit dem Tod seiner Eltern auseinandersetzt und diesen verarbeitet, doch er bleibt der Welt immer ein wenig entrückt. Marek auf der anderen Seite kommt nur teilweise zum Tragen, ist er doch öfters nicht da und wird er natürlich aus Benjamins Sicht beschrieben. Mit sehr viel Fingerspitzengefühl beschreibt die Autorin die wackelige Beziehung der beiden, das ewige Auf du Ab, ohne das es den Leser ermüdet – im Gegenteil. Einmal begonnen, fällt es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Einen großen Reiz übt die sensible Sprache und der ungewöhnliche Stil der Autorin aus. Jana Walther hat eine gänzlich ungewöhnliche und zu Beginn gewöhnungsbedürftige Perspektive gewählt – Ich-Person in der Gegenwartsform. Zudem nutzt sie eher kurze Sätze, reiht öfters einen Nebensatz direkt an den Hauptsatz. Das mag auf den ersten Blick seltsam anmuten, doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran, ebenso wie an Benjamins Art Marek mal in der dritten, mal in der zweiten Person zu beschreiben, je nachdem wie intensiv die Szene ist. Dieses Stilmittel beherrscht Jana Walther und unterstreicht damit einige wichtige Szenen zusätzlich. Neben den Sequenzen und Dialogen zwischen Marek und Benjamin, beschreibt die Autorin das Dorf, die Natur und die Gärten sehr intensiv und lebendig. Der Leser spürt durchaus das Sonnenlicht auf der Haut, den Wind in den Bäumen und die Hitze eines Sommernachmittages. Man hat einfach das Gefühl die Umgebung durch Benjamins Augen wahrzunehmen. Fazit: Alles in allem ist „Benjamins Gärten“ ein wundervolles, kleines Meisterwerk, das durch seine Einfachheit und elegante Sprache punktet. Es sticht angenehm aus der breiten Masse heraus und lässt sich am ehesten mit Büchern wie „Ruf mich bei deinem Namen“ von André Aciman und „Der perfekte Kellner“ von Alain Claude Sulzer vergleichen. Wer anspruchsvolle Kost sucht, der sollte sich „Benjamins Gärten“ nicht entgehen lassen. Es lohnt sich.

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