All die Jahre

von J. Courtney Sullivan 
4,3 Sterne bei100 Bewertungen
All die Jahre
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Familiengeheimnisse und ihre Folgen

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Inhaltsangabe zu "All die Jahre"

Nora Flynn ist 21, als sie mit ihrer jüngeren Schwester aus Irland nach Amerika auswandert, um ihrem Verlobten zu folgen und Theresa eine Ausbildung zu ermöglichen. Doch Theresa wird schwanger, und Nora trifft eine folgenschwere Entscheidung. Fünfzig Jahre später hat Nora vier erwachsene Kinder: John, Bridget, Brian und Patrick, ihren Ältesten, der Nora beständig Sorgen bereitet und trotzdem ihr Liebling ist. Theresa lebt als Nonne in einem Kloster, als Patricks Tod die Schwestern nach Jahrzehnten des Schweigens wieder zusammenführt – und sie zwingt, sich mit dem auseinanderzusetzen, was ihr Leben für immer verändert hat. Nach „Sommer in Maine“ ein neuer großer Familienroman von J. Courtney Sullivan.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783552063662
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:Zsolnay, Paul
Erscheinungsdatum:29.01.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 10.02.2018 bei steinbach sprechende bücher erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Armillees avatar
    Armilleevor einem Monat
    Familiensaga ab 1957

    Zwei irische Schwestern machen sich per Schiffsreise auf den Weg nach Amerika. Eine einzige Entscheidung trennt Beide auf Jahre hinaus. Nora geht ein Ehe mit einem nicht geliebten Mann ein und Teresa wird Nonne.

    Gleich vorweg muss ich hier eines erwähnen : mit seinen 457 Seiten war das Buch "eigentlich" schnell zu lesen, aber es waren gefühlte 500 Seiten mehr. Das hatte ich noch bei keinem Buch.
    Ich konnte die Handlungsweisen der Romanfiguren und deren Entscheidungen gut nachvollziehen. Die Geschichte hat mich gut unterhalten. Verwirrend für mich waren hier oft die (zu) vielen Personen aus mehreren Generationen. 
    Das Ende war für mich mehr wie ein Anfang. Ich hätte gerne gewusst, wie es mit Nora und Teresa weiter geht.

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    Buecherfreundinimnordens avatar
    Buecherfreundinimnordenvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Familiengeheimnisse und ihre Folgen
    Mehr Tempo hätte ich mir gewünscht

    Ich hatte von der Autorin bereits „Sommer in Maine“ gelesen- und abgebrochen, denn die Geschichte war zwar gut geschrieben, aber extrem handlungsarm, wie ich fand. „Die Verlobungen“, den Nachfolger zu ihrem Erstling habe ich deshalb gar nicht erst gekauft. Nun also das dritte Werk aus ihrer Feder- ich finde, sie hat dazugelernt. Ihre Geschichte in „All die Jahre“ ist gut konstruiert und auch die beiden Hauptfiguren fand ich sympathisch oder wenigstens interessant. Die Konflikte der irischen Einwandererfamilie gingen mir tatsächlich teilweise nahe- und ich mochte Teresa, die Nonne. Um Misses Sullivan noch mehr zu loben, fehlt es der Handlung jedoch an Tempo, finde ich. Es gibt immer noch Phasen, in denen nichts oder zu wenig geschieht, um die Story voranzutreiben. Mal sehen, ob die Autorin sich in ihrem nächsten Buch noch steigern kann.

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    F
    FrauVonUndZuvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Eine ruhige und doch bewegende Familiengeschichte
    Eine ruhige und doch bewegende Familiengeschichte

    Im Jahr 1957 machen sich die beiden irischen Schwestern Nora und Theresa auf den Weg nach Amerika, dem Land der Möglichkeiten. Mit dem Schiff fahren Sie einer Zukunft entgegen die eine Ehe, Geld und berufliche Chancen verspricht. Doch als die beiden Schwestern in Irland an Bord gehen, ahnen sie nicht, dass ihr Leben nie wieder so sein wird, wie zuvor.

    Nora musste schon in jungen Jahren die Mutter für Theresa ersetzen. Eine Entscheidung die nicht Sie getroffen hat und die doch ihr gesamtes Leben beeinflusst. Denn um Theresa zu schützen, nimmt Nora die Konsequenzen vom Handeln Ihrer Schwester auf sich. Eine weitere Entscheidung die mit freier Wahl nichts zu tun hat. Das Theresa unter dem gleichen Schicksal leidet, weiß sie nicht. Die jüngeren Schwester lebt mit den Entschlüssen, die Andere für sie treffen. Im neuen Land ist sie in dem Netz ihrer irischen Verwandten gefangen. Als Theresa schließlich ausbricht, bestimmt sie den Lebensweg von sich und Nora. Eine Lüge wird geboren, die die Schwestern verbindet und schließlich auch trennen wird. Nach Jahrzenten des Schweigens, ist es fraglich, ob sie diese Lüge wieder zusammen bringt.

    J. Courtney Sullivans Roman spielt in einer Zeit, die nur einige Jahrzente zurück liegt und doch in einer anderen Welt zu sein scheint. Leicht versetzt man sich in die Situationen der Frauen, fühlt sich mit bestraft und sieht keinen Ausweg aus Situationen die heutzutage kaum vorstellbar sind. Ich fand oft, dass die einzige Person die mitgefühl zeigt, ich selbst war. Die Geschichte dieser Familie ist sehr bewegend. Es fehlt jedoch jeder Spannungsaufbau. Ich sehe das nicht als Kritik. In diesem Buch wird jede heikle Wahrheit hinter einer Lüge versteckt. Von daher finde ich es passend, das der Schreibstil ruhig ist. Sehr detailliert und anekdotenreich wird die Entwicklung der beiden Irinnen beschrieben. Dadurch erhält man einen ganz anderen Eindruck vom Schicksal einer Einwandererfamilie.

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    D
    DaddyCoolvor 5 Monaten
    Ziemlich gut

    Die Schwestern Nora und Theresa wandern aus ihrem irischen Heimatort aus. Sie zieht es nach Boston. Nora wird dort von ihrem schon dorthin ausgewandert Freund Charlie erwartet, sie heiraten und bekommen vier Kinder. Theresa wird ebenfalls schwanger, zieht sich danach jedoch in ein Kloster zurück. Der Kontakt der beiden Schwestern bricht ab. Erst als Nora ihren Sohn Patrick verliert, nehmen beide Schwestern wieder Kontakt miteinander auf und haben viel aus ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten. 

    Das Buch "All die Jahre" ist brwegend, ohne jedoch auf die Tränendrüse zu drücken. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und es kam trotz des Inhaltes nie ein Kitschgefühl auf. Die Charaktere sind wunderbar dargestellt und man kann das Gefühlschaos der so unterschiedlichen Schwestern verstehen.

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 5 Monaten
    Irisch-amerikanische Familiensaga: lügen und vertuschen

    »Die Familie basierte auf Unausgesprochenem. Es hatte vielleicht Hinweise gegeben, ein geflüstertes Gespräch im Nebenzimmer, das erstarb, sobald er eintrat. Es gab Geschichten, die er akzeptiert hatte, ohne sie ganz zu kennen, und andere, von deren Existenz er nichts wusste.«

    Eine Familiengeschichte, die auf Lügen und Vertuschung aufbaut, auf Unausgesprochenes, Scham, Dickschädligkeit, postiert auf den Moralvorstellungen einer katholischen Gesellschaft in den Fünfzi-gern.

    »Im Auto auf dem Weg zum Krankenhaus erinnerte Nora sich.«

    Alles beginnt mit dem Tod eines Fünfzigjährigen, dem Sohn von Nora, ein Autounfall. Wir bewegen uns zwischen der heutigen Zeit und den Erinnerungen zweier Schwestern. Alles beginnt in Irland. Nach dem Tod der Mutter überlässt der Vater der Ältesten, Nora, die Erziehung ihrer zwei Ge-schwister. Nora ist gewissenhaft, gradlinig, moralisch gefestigt, aber ebenso ein ängstliches Wesen. Wie soll ein Kind andere Kinder erziehen? Gern würde die fleißige Nora studieren, aber dafür reicht das Geld nicht. Sie soll den Nachbarssohn Charlie Rafferty heiraten, ein netter Kerl, den Nora jedoch nicht liebt. Das halbe Dorf ist in die USA ausgewandert, den ärmlichen Verhältnissen von Irland entflohen, auch Noras Verlobter Charlie versucht sein Glück. Nora ist erleichtert, er ist weg. Doch der Mann liebt sie aufrichtig, spart in Boston Geld zusammen, damit Nora folgen kann. Nora hat Angst um ihre wilde, lebenshungrige Schwester Theresa, teilt Charlie mit, sie kommt nur nach, wenn auch diese mitreisen darf. Und der Mann kauft zwei Tickets und besorgt für beide Frauen einen Job in Boston. Nun gibt es kein Zurück, Noras Vater besteht darauf, das Glück liegt in der Fremde. Schon an Bord des Schiffes findet Theresa sofort Freundinnen, erkundet mit ihnen das Schiff, amü-siert sich, während Nora von Angst und Heimweh geplagt die Koje nicht verlässt. Boston ist völlig anders: Trubel, fließendes Wasser aus dem Hahn, sogar warm, Eiscreme in Gefrierschränken usw. Nora festigt sich, glaubt, auch ohne Charlie zurechtzukommen, sie will studieren. Ein Ereignis aller-dings führt dazu, dass die verantwortungsvolle Nora sich ihrem Schicksal ergibt, doch Charlie heira-tet, der ja ein netter Kerl ist, eine Hausfrau wird.

    »Nora und Charlie zogen in die oberste Etage eines Hauses auf der Crescent Avenue. Die Monats-miete betrug hundert Dollar. Mrs. Quinlan organisierte ihnen gebrauchte Einrichtungsgegenstände. Jedes Stück hatte noch den Geruch eines anderen Haushalts. Das abgewetzte Sofa roch nach Pfeifen-qualm. Der fadenscheinige Teppich wie ein alter Hund.«

    Im Laufe der Zeit haben vier Kinder die Familie bereichert. Theresa gehört nicht mehr zur Familie, man hat keinen Kontakt zueinander. Die Kinder wissen nichts von der Tante. Sie kennen Mama No-ra als furchtlose, durchsetzungsfähige Frau, die wie eine Löwin die Familie verteidigt, stets für Ord-nung sorgt.

    »Als Brian, das Nesthäkchen, auszog, machte Nora sich schreckliche Sorgen. Noch mehr Sorgen machte sie sich allerdings, seit er wieder eingezogen war.«

    Charlie und Nora haben ein gutes Leben. Sie sind nicht reich, aber sie leiden keine Not, wie in Irland. Die Kinder sind sehr verschieden, zwei haben es zum Aufstieg gebracht. Brian, der Jüngste wurde Baseballstar, bekam aber letztendlich nach einer Verletzung sein Leben nicht ganz auf die Reihe. John ist ein bekannter Berater für Politiker geworden, ist mit Julia verheiratet, die chinesische Wur-zeln hat. Hier hat mir sehr gefallen, wie die Erziehungsmethoden der Generationen diametral gestellt werden. Die gelassene Julia, die alles ausdiskutiert, Nora, die nach der Aussprache von schmutzigen Wörtern den Kindern den Mund mit Seife auswusch. Nora, die Moralinstanz, die aber letztendlich doch alles zulässt, eine Ausrede erfindet, warum doch in Ordnung sein könnte, bzw. nicht über das Thema redet, die Wahrheit ignoriert.

    »Auch als Maeve noch im Kleinkindalter war, war Julia ein respektvoller Umgang mit ihr wichtig. Wenn Maeve noch einen Keks wollte, sagte Julia nicht einfach Nein, sondern setzte ihr auseinander, warum das eine schlechte Idee war. Johns Mutter hätte wahrscheinlich gesagt: Der Arzt hat angeru-fen und gesagt, wenn du heute noch das kleinste bisschen Zucker zu dir nimmst, explodiert dein Ma-gen, und du verblutest.«

    Die Jahre vergehen, Charlie ist verstorben. Leider stellen sich zu Noras Leid keine Enkel ein. Nur John hat eine Tochter, ein adoptiertes Kind, Maeve. Der Jüngste und der älteste Sohn bringen es zu nichts, nicht mal zu einer Beziehung. Und Bridget, die Tochter ist nicht so, wie Nora sie gern gewollt hätte. Sie ist wild, dickschädlig und sie ist lesbisch.

    »Als Bridget Natalie zu Hause vorgestellt hatte, hatte ihre Mutter gesagt: ›Natalie, du hast so guten Geschmack. Geh doch mal mit Bridget einkaufen.« Da dachte Bridget, dass Natalie die Tochter war, für die ihre Mutter gebetet hatte, wenn früher die ganze Familie abends gemeinsam vor dem Sofa kniend einen Rosenkranz sprach, während Kardinal Cushing im Radio zu hören war.‹

    Die Geschwister leben jeder ein eigenes Leben, manche haben sich nicht viel zu sagen, andere stehen sich näher. Zur Beerdigung rücken sie dicht zusammen. Und dann hören sie von ihrer Tante, die kommen soll. Welche Tante? Die Mutter hatte angeblich nur einen Bruder und der ist unverheiratet in Irland verstorben. Nora kommt ins Schwimmen. Sie hat im Leben alles richtiggemacht. So meint sie jedenfalls. Diese Schwester hat ihr Leben verpfuscht und ist dann abgehauen.

    »Warum hoben Leute Dinge auf, die keiner finden durfte? Vielleicht hatte es damit zu tun, dass man sich den eigenen Tod nicht vorstellen konnte und jeder glaubte, er habe noch jede Menge Zeit, die Leichen im Keller zu beseitigen.«

    Parallel erfährt der Leser von Theresa, was passiert ist, ihre Sicht der Dinge. Auch sie fühlte sich von ihrer Schwester verraten, die, die ihr Leben verpfuscht hat … Auch sie glaubt, sie hätte alles richtig-gemacht. Verraten, alleingelassen, kommt sie in New York als Lehrerin nicht klar, findet keinen Halt in der großen Stadt, die doch eigentlich ihr Ziel war. Wochenendbesuche in einem Kloster geben ihr Stärke, sie verbleibt an diesem Ort.
    Jeder macht das, was er für richtig hält, fragt keinen anderen, das setzt sich auch bei den Kindern fort. Woran scheitern Beziehungen, Freundschaften? Kommunikation als Zauberwort würde viele Missverständnisse lösen, miteinander reden, sein Denken offenbaren und sein Handeln begründen. Wenn niemand weiß, warum der andere etwas so macht, und nicht anders, kann aus der eigenen Sicht schnell missdeutet und verurteilt werden. Das Buch könnte auch heißen: Wenn du geredet hättest … »Saints for all occasions«, so der Originaltitel, wesentlich passender für dieses Buch. Denn hier geht es auch um die Heiligkeit, die kirchliche Moral, die vor allem steht, und die Scheinheiligkeit, mit der die Menschen mit dieser Moral umgehen, die so gar nicht in ihr Leben passen mag. Was nicht sein darf, wird vertuscht, es wird gelogen, bis die Balken biegen und das ganze Umfeld macht mit. Oder man schweigt, spricht Dinge nicht an. Die Tochter lebt mit einer Frau in einer WG, das Wort les-bisch, Lebensgemeinschaft, wird nie angesprochen.

    Irische Community wird in den USA kräftig weitergelebt. Und so darf der Humor nicht fehlen. J. Courtney Sullivan ist eine Familiengeschichte gelungen, die zwischen Tragik und Humor ausgelotet ist. Die Figuren sind stimmig, jeder handelt aus seiner Position heraus. Fein beschriebene Charaktere, eine Darstellung der Gesellschaft der 40-er im armen Irland, die sich in den aufstrebenden Jahren der 50-er und 60-er in den USA durch abertausende Einwanderer fortsetzt. Kinder und Enkel, denen diese Moral nicht mehr so wichtig erscheint, der Wandel der Zeiten. Wer Familiengeschichten mag, liegt hier richtig.

    J. Courtney Sullivan ist Autorin und Journalistin, lebt in New York und schreibt u. a. für New York Times, Chicago Tribune, Elle und Men’s Vogue. Ihr Roman »Sommer in Maine« war in den TOP 10 der besten Bücher des Jahres des Time-Magazines.

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    I
    Insel56vor 6 Monaten
    Familie und ihre Geheimnisse

    Vor vielen Jahren sind die Schwestern Nora und Theresa nach Amerika ausgewandert. Nora wollte dort den ehemaligen Nachbarsjungen Charlie ehelichen und Theresa eine Ausbildung erhalten. Nora fühlt sich mit 21 Jahren für ihre jüngere Schwester verantwortlich. Diese ist im Gegensatz zu ihr offen und lebenslustig. Aufklärung und Verhütung waren damals Fremdworte, so geschieht es, das Theresa schwanger wird, während ihre Schwester sogar zunächst in ihrer Ehe jungfräulich bleibt. Ihr Mann Charlie ist nicht die große Liebe, doch durch das Baby von Theresa bleiben sie zusammen bzw. heiraten sie.
    Das Buch erzählt in einer Zeitspanne von 52 Jahren, wobei immer zwischen heute und einem Jahr aus der Vergangenheit gesprungen wird, die Geschichte der beiden Schwestern und wie sich deren Leben entwickelt hat. Es geht um sehr viel um Pflichtgefühl und was andere von einem denken. So wachsen die Kinder von Nora in einer eher gefühlsarmen Umgebung auf. Jedes Kind hat seine eigene Persönlichkeit. Es gibt stets Geheimnisse und die hat jeder in dieser Familie. Vertrauen und bedingungslose Liebe stehen  nicht an erster Stelle. Doch alle vier Kinder sind auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit.
    Die Geschichte hat mich erst in der zweiten Hälfte des Buches wirklich gefesselt, aber dann musste ich einfach weiterlesen.
    Von mir vier**** Sterne!
           

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    krimielsevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Berührende Geschichte einer Irischen Auswandererfamilie, mäandernd und spannend erzählt
    Familienbande

    „All die Jahre“ von Courtney J. Sullivan ist eine berührende irische Familiengeschichte mit zwei Schwestern, Nora und Theresa, im Mittelpunkt, die in den 1950er Jahren gemeinsam aus Irland nach Amerika auswandern.
    Das Buch beginnt mit dem Tod von Noras ältestem Sohn Patrick und endet mit seinem Begräbnis. Mit vielen Rückblicken und aus den unterschiedlichen Blickpunkten der beiden Schwestern sowie von Noras drei übrigen Kindern erfährt man deren Geschichte.
    Nora Flynn ist 21 Jahre alt, als sie mit ihrer jüngeren Schwester das rückständige Irland in Richtung Amerika verlässt, um dort ihren Verlobten zu heiraten. Sie sorgt für Theresa seit die Mutter vor Jahren starb, und versucht ihr auch in der Neuen Welt einen bestmöglichen Start zu ermöglichen. Aber Theresa wird schwanger, Nora trifft folgenschwere Entscheidungen für sie, was die beiden Schwestern entzweit und Theresa ins Kloster treibt. Erst durch Patricks Tod kommen die beiden wieder zusammen und setzen sich mit ihrem Leben auseinander.

    Mit unglaublicher Lust am Fabulieren, mäandernd und voller Sinn für gute Familiengeschichten erzählt Sullivan vom für mich unvorstellbar kargen Leben in Irland, von den irisch dominierten Straßenzügen in Großstädten der USA, vom Familienzusammenhalt und Ausbruchsversuchen und von damals herrschenden Konventionen. Für mich erstaunlich authentisch und glaubhaft nachvollziehbar begleite ich die Figuren durch das rückständige Irland mit arrangierten Ehen wegen Landzugewinn, mit aus heutiger deutscher Sicht unglaublicher Normalität und Akzeptanz von Alkoholismus und Bevormundung der Mädchen und Frauen durch die Familienbande.
    Ebenso spannend und gespickt mit sehr vielen interessanten Details bewegt man sich durch die Enklaven der irischen Einwanderer in Amerika, die ganze Straßenzüge beherrschen, neu ankommende Familienmitglieder aufnehmen und versorgen und trotz des Willens nach Anpassung in der moderneren großstädtischen Welt an alten irischen Traditionen verbiestert und irischer als die Iren zu Hause festzuhalten.

    Es ist einfach eine wunderbare Art des Erzählens, die mich nicht zuletzt wegen der vielen interessanten Charaktere sehr schnell in ihren Bann gezogen hat und völlig gefangen hielt. Vorsichtig und allmählich öffnen sich Nora und Theresa dem Leser, halten Überraschungen bereit, die für Spannung sorgen. Nebencharaktere sind nicht nur schmückendes Beiwerk und die verschiedenen Sichtweisen des Buches vermitteln einen nachhaltigen und glaubhaften Eindruck des Lebens der Familie.
    Andeutungen und Schweigen, Geheimnisse und Rückzug, kurze Blicke hinter den Vorhang dienen bis zum Schluss der Spannung einer Geschichte, die viele Überraschungen parat hält. Unlösbare Familienbande und der Versuch des Ausbechens, Bevormundung, Verzeihen und Verlust, Trauer, Glück und fast nicht tragbare Bürde stehen in diesem Buch so eng beieinander, sind so glaubhaft dreidimensional beschrieben, dass es manchmal beim Lesen schmerzt.

    Es ist einfach ein wunderbares, für mich rundum gelungenes Buch mit einer interessanten, bedrückenden und zugleich hoffnungsvollen Familiengeschichte, das ich ganz ausdrücklich zum Lesen empfehle.

    Kommentare: 1
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    S
    schaffellevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Schön geschrieben
    Einfühlsamer Familienroman

    In dem Roman 'All die Jahre' von J. Courtney Sullivan geht es um zwei Schwestern (Nora und Theresa), die in jungen Jahren von Irland nach Amerika ausgewandert sind. Jedoch verläuft das Leben dort ganz anders als gedacht, da die jüngere der beiden Frauen (Theresa) schwanger wird und die ältere eine folgenschwere Entscheidung fällt. 
    Das Buch selbst beginnt im Jetzt - 50 Jahre später, und zwar mit der Nachricht, dass das älteste Kind von Nora (Patrick) im Krankehaus liegt und mit dem Leben ringt. Gerade er ist von ihren vier Kindern derjenige, der ihr am meisten Sorgen breitet und dennoch ihr Lieblingskind ist. 
    Patricks Tod führt die Schwestern nach Jahrzehnten des Schweigens wieder zusammen, und zwingt vorallem Theresa, die als Nonne im Kloster lebt, sich mit dem auseinanderzusetzen, was ihr Leben für immer verändert hat. 
    Was mich bei dem Roman besonders fasziniert hatte war, dass hier auf zwei Zeitebenen erzählt wird und die Autorin immer wieder zurück in die Vergangenheit springt. Die Personen werden sehr detailliert und lebensecht geschildert, die kurzen Sätze rinden das gesamte noch schön ab. Man kann sich hervorragend in die zeiten und die Situationen hineinversetzen - eine Leichtigkeit des Seins würde ich sagen. 
    Meines Erachtens hat die Autorin das Thema Geschwister, Familie und Leben hervorragend umgesetzt - ein einfühlsamer Familienroman, der nichts beschönigt, sondern schildert, wie das Leben tatsächlich verlaufen könnte, ohne alles mit einer rosaroten Brille zu verschleiern...und dennoch einem zeigt, dass man nie die Hoffnung und den Mut verlieren soll.

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    misery3103s avatar
    misery3103vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine schöne Studie irischer Auswanderer, die auch im fernen Amerika nicht frei von den Zwängen ihrer Heimat sind. Lesen!
    Eine Familiengeschichte

    1957 wandern die Schwestern Nora und Theresa aus Irland nach Amerika aus, wo Noras Verlobter Charlie schon auf sie wartet und Theresa ein besseres Leben bekommen soll. Doch in dem neuen Land wird die Liebe der beiden Schwestern auf die Probe gestellt und alles kommt anders als erwartet.

    Das Buch erzählt die Geschichte der Familie einmal aus Sicht der damaligen Ereignisse und aus der Sicht im Heute. Zunächst steht Noras Familie im Vordergrund. Auch die Ereignisse in 1957, die sich nach der Ankunft der Schwestern in Amerika zutragen, werden ausführlich geschildert. Nora will für ihre Schwester ein besseres Leben und kann doch nichts dagegen tun, dass die jüngere Schwester sich ins Vergnügen stürzt, so dass eine ungewollte Schwangerschaft folgt, die ein junges Mädchen in dieser Zeit nicht alleine bewältigen kann. Nora nimmt sich des Kindes an, nachdem sie ihren Verlobten geheiratet hat. Doch alle folgenden Ereignisse treiben die beiden Schwestern immer weiter auseinander.

    Die Geschichte ist fesselnd und schön erzählt. Die beiden Schwestern und ihre unterschiedliche Sichtweise auf das Leben sind faszinierend. Nora, die immer das Richtige tun will und die nur das Beste für ihre Schwester will, und Theresa, die die neue Freiheit in Amerika genießt und sich gerne allen Vergnügungen hingibt. Das beginnt schon auf dem Schiff, wo Nora krank vor Heimweh in ihrer Kabine bleibt, während Theresa sich mit ihren neuen Freunden schon mitten rein ins Leben begibt. Während des Lesens wird dem Leser schnell klar, dass beide Frauen in ihrem jeweiligen heutigen Leben nicht glücklich sind und nie waren. Nora wäre gerne mehr wie ihre Schwester gewesen, statt sich mit Charlie niederzulassen und eine Familie zu gründen. Doch die Zeiten zwangen die Mädchen in ihr jeweiliges Leben.

    Der Schluss des Romans ist etwas unbefriedigend und klärt nicht alle Ereignisse zu meiner Zufriedenheit auf. Trotzdem ist das Buch eine schöne Studie irischer Auswanderer, die auch im fernen Amerika nicht frei von den Zwängen ihrer Heimat sind. Lesen!

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    frenx1s avatar
    frenx1vor 6 Monaten
    Lesenswerte Familiengeschichte

    Es ist eine Familiengeschichte, die J. Courtney Sullivan in ihrem neuen Buch „All die Jahre“ ausbreitet. Freilich eine mit großen – und kleinen – Familiengeheimnissen. Denn die beiden Schwestern Nora und Theresa verbindet mehr, als ihnen zeitweise lieb ist. Und: sie leben sich auseinander, sprechen nicht mehr miteinander. Bis zu dem Augenblick, wo Noras jüngster Sohn Patrick stirbt.

    Auf zwei Zeitebenen erzählt J. Courtney Sullivan von den beiden irischen Schwestern, die gemeinsam auswandern und ihr Glück in den USA versuchen.  Während aus Nora eine glückliche Mutter wird, geht Theresa schließlich ins Kloster und findet dort ihre Bestimmung. Doch das ist nur der äußere Schein. Denn beide sind auf ihre eigene Weise unglücklich.

    J. Courtney Sullivan erzählt lebendig, man kann sich nicht nur die beiden Schwestern lebhaft vorstellen, sondern auch Noras vier Kinder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dafür ist auch der Wechsel der Erzählzeit verantwortlich. Man hat als Leser Entwicklungen vor Augen, auch wenn manch‘ Geheimnis erst recht spät im Buch aufgeklärt wird. Zunächst taucht man ein in die Zeit irischer Einwanderer – nimmt Anteil an ihren Hoffnungen und Enttäuschungen. Dann, 50 Jahre später, erfährt man, wie schwer es Nora fällt, auch nur für einen Besuch in das Land ihrer Eltern zurückzukehren. Sie hat es hinter sich gelassen. Aber auch die Geschichten der vier Kinder werden mehr als schlaglichtartig beleuchtet. So bietet „All die Jahre“ eine lesenswerte Familiengeschichte mit ganz unterschiedlichen Ausprägungen.

    Allerdings nimmt Sullivan ihre Leser zu stark an der Hand. Der allwissende Erzähler liebt es zu kommentieren. Man sieht nicht nur, wie wenig Nora in ihrer Ehe glücklich ist, der Erzähler sagt dem Leser direkt: es war eine Pflichtehe. Als ob man das nicht längst gemerkt hätte. Trotz all der Familiengeheimnisse bleibt so an den Figuren wenig Geheimnisvolles, wenig, an dem man sich reiben kann, über das man streiten kann. Das ist schade.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Ein großer Roman über Familie, Geheimnisse und Zusammenhalt

    Die Weltbestsellerautorin J. Courtney Sullivan ist wieder da! Diesmal mit einem Familienroman, der unter die Haut geht und garantiert unvergesslich bleiben wird.
    In "All die Jahre" hält J. Courtney Sullivan fest, was eine Familie wirklich ausmacht. Schonungslos beschreibt sie Gefühle und Konflikte, und zeigt, wie ein Geheimnis zwei Menschen tief verbinden, gleichzeitig aber auch eine tiefe Kluft zwischen ihnen entstehen lassen kann.
    "All die Jahre" ist ein Roman über die Komplexität der Beziehungen innerhalb einer Familie, aber auch eine Lobeshymne auf die Liebe, Loyalität und Hoffnung.

    Zum Inhalt
    Nora Flynn ist 21, als sie mit ihrer jüngeren Schwester aus Irland nach Amerika auswandert, um ihrem Verlobten zu folgen und Theresa eine Ausbildung zu ermöglichen. Doch Theresa wird schwanger, und Nora trifft eine folgenschwere Entscheidung. Fünfzig Jahre später hat Nora vier erwachsene Kinder: John, Bridget, Brian und Patrick, ihren Ältesten, der Nora beständig Sorgen bereitet und trotzdem ihr Liebling ist. Theresa lebt als Nonne in einem Kloster, als Patricks Tod die Schwestern nach Jahrzehnten des Schweigens wieder zusammenführt – und sie zwingt, sich mit dem auseinanderzusetzen, was ihr Leben für immer verändert hat. Nach "Sommer in Maine" ein neuer großer Familienroman von J. Courtney Sullivan.

    Lasst euch von der Leseprobe überzeugen!

    Zur Autorin
    J. Courtney Sullivan, Autorin und Journalistin, lebt in New York und schreibt u.a. für New York Times, Chicago Tribune, Elle und Men's Vogue. Ihr Roman "Maine", der 2013 unter dem Titel "Sommer in Maine" bei Deuticke erschien, war in den TOP 10 der besten Bücher 2011 des Time Magazines. Außerdem bei Deuticke erschienen: die Romane "Die Verlobungen" (2014) und "All die Jahre" (erscheint im Frühjahr 2018).

    Welche folgenschwere Entscheidung trifft Nora? Zusammen mit Deuticke verlosen wir 25 Exemplare von "All die Jahre" unter allen, die erfahren möchten, was zwischen Theresa und Nora vorgefallen ist.
    Habt ihr Lust, alles über dieses Geheimnis zu erfahren, euch darüber in Rahmen einer Leserunde auszutauschen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 31.01. und antwortet auf folgende Frage:

    "All die Jahre" ist ein Roman über Liebe und Zusammenhalt.
    Wie wichtig ist der Zusammenhalt in einer Familie? Wie weit würdet ihr gehen, um diesen zu bewahren?


    Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

    * Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
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    Letzter Beitrag von  krimielsevor 6 Monaten
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    Pressestimmen

    Kann eine Entscheidung zwei Schwestern für immer trennen? Ein großer Familienroman der Autorin des Bestsellers "Sommer in Maine", J. Courtney Sullivan.

    "Sullivan ist ein packender und positiver Roman geglückt." Irene Zöch, Presse am Sonntag, 04.02.18
    "J. Courtney Sullivan berührt mit 'All die Jahre' alle, die zum Mitfühlen bereit sind." P. Pisa, Kurier, 03.02.18

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